Hi Tommi....
jetzt hätte ich mal ne Frage an Dich. Und zwar, angemommen Dir wäre das alles passiert, was ich bisher erleben musste, glaubst DU, Du hättest viele auswahlmöglichkeiten gehabt, außer weiter zu machen? Glaubst Du, Du hättest diesen Dingen aus dem Weg gehen können? Das hättest Du leider nicht gekonnt, genau so wenig wie ich und deshalb blieb mir keine andere Wahl, als weiter zu machen... Wie hätte ich aufgeben sollen? Du weißt dass ich kurz davor war aufzugeben, leider klappte es nicht, aus welchen Gründen auch immer und deshalb musste ich damit leben was passierte. Egal ob ich fröhlich bin oder unglücklich, an dem was passierte, kann ich nix mehr ändern. Vielleicht war es auf der einen Seite ja auch gut so, dass mein Selbstmordversuch damals daneben ging, weil sonst hätte ich wahrscheinlich nie erlebt, dass man manchmal mehr aushalten kann, als man denkt. Man ist in verschiedenen Situationen standhafter als man sich vorstellen kann!
Du schreibst von einem Freund, der nicht immer bei der Wahrheit ist, nur damit er immer besser da steht als er wirklich ist. Ich denke nicht, das Freundschaft kündigen der richtige Weg ist, denn meiner Meinung nach, sind solche Menschen nicht gerade im Vorteil. Ich habe auch einen "Freund", den kenne ich jetzt seit ich in die erste Klasse kam und egal was er erzählt, es ist gelogen. Es ist unvorstellbar was der erzählt, der glaubt das sogar noch selbst und versucht sich somit immer besser darzustellen als er ist. Ich weiß was ich glauben kann und was nicht und deshalb weiß ich auch, wie ich mit ihm umzuspringen habe. Ich klammerte "FREUND" mit Absicht so ein, weil ich genau weiß, dass ich keine richtigen Freunde habe, die immer zu mir stehen würden, wenns drauf ankommt... und das finde ich sehr schade!
Du weißt ja jetzt ziemlich ausgiebig von dieser Schlägerei bescheid und findest es bestimmt nicht toll, dass man sowas machen kann und als aussenstehender ist sowas nicht nachvollziebar, aber es war nicht das erste mal, dass ich dem TOD von der Schippe sprang...
Als ich 13 war, war ich mit meinem Fahrrad unterwegs und wollte einen "Freund" besuchen, der eigentlich nur fünf Minuten von mir entfernt wohnte... Ich war mit meinem Rad fast bei ihm vor der Haustür (ich kann jetzt nur noch erzählen was ich gesagt bekam) als aus einer Seitenstraße ein großer LKW kam, der Fahrer mich aber zu spät sah! Er musste zwar noch gebremst haben, aber ich hing schon an der Front von diesem LKW und er zog mich noch ein paar meter mit... Dann musste ich irgendwie unglücklich zur Seite gefallen sein und prallte mit meinem Kopf auf die Bordsteinkannte.
Leider fuhr der LKW davon ohne mich auzuheben oder zu versuchen mir zu helfen... (heute weiß ich wer es war)! Ein Autofahrer muss mich gesehen haben und machte halt. Ich hatte keinerlei verletzungen die man sehen konnte und er dachte zuerst ich hätte nur eine Gehirnerschütterung und vielleicht höchstens ein paar Prellungen. Zur Sicherheit rief er einen Krankenwagen damit ich im KRankenhaus untersucht werde um festzustellen, dass ich keine Verletzungen hatte. Irgendwie musste ich auch noch mit diesem Mann geredet haben, obwohl ich bis heute nicht weiß, wer dieser Mensch war. Als ich im KH ankam, wurde ich in ein normales zimmer gelegt und dort hätte ich sollen am nächsten Tag behandelt werden. Leider lief alles anders als die Ärzte sich das vorstellten. Als meine Eltern ins KH kamen, sah meine Mutter plötzlich, dass ich total nass geschwitzt war, total kalt hatte und weiß im Gesicht war. Die Schwester, die bei mir im Zimmer war, reagierte sofort und rief den Oberarzt, der bekam sofort die Panik und ließ mich mit einem Hubschrauber nach Trier fliegen.
Nach fast drei Wochen wurde ich dort wach und sah dass ich sehr sehr viele Schläuche an den Armen, am Kopf und an den Beinen hatte. Ich musste so dringend zur Toilette, dass ich mir den Katheter selbst zog, es war mir so egal ich wollte nur zur Toilette... Ich wußte ja nicht mal, warum ich dort war! Das war dann das erste mal, dass ich diesen doofen Verband am Kopf hatte!
Nach und nach erzählten mir die Ärzte warum ich dort war... Ich hatte einen Schädelbasisbruch und starke Hirnblutungen. Die Ärzte glaubte nicht mehr daran dass ich jemals wieder aus dem Koma aufwachen würde und selbst wenn, waren sie davon überzeugt, dass ich Körperliche oder Geistige Schäden davontragen würde. Aber ich hatte Glück im Unglück... ich war nach ein paar Monaten wieder fit wie ein Turnschuh und fuhr auch wieder Fahrrad, sogar in die Schule konnte ich wieder gehen. Aber da ging das Drama genau so weiter wie es aufhörte. Als ich nämlich wieder dort ankam, hatten wir einen neuen Klassenlehrer, weil in der zwischenzeit unsere Klassenlehrerin gestorben war. Dieser Typ war mir von anfang an nicht geheuer und ich wußte, dass es mit diesem Menschen noch sehr viel Streß geben würde... Durch meine OP hatte ich eine Glatze und musste immer eine Mütze aufsetzten, damit nicht jeder diese Narbe sehen konnte, weil ich weiß, dass sowas nicht schön anzusehen ist. Unser Lehrer hatte dafür aber kein Verständniss und somit provozierte er mich vor der ganzen Klasse immer. Immer wieder fing er damit an, dass ich ein NAZI wäre und dass solche Typen nichts in SEINER Schule zu suchen hätten. Irgendwann hatte der die Klasse so gegen mich aufgehetzt, dass jeder auf mir rumhackte. Es wurde noch schlimmer als davor...
Es war ein Freitag, da hatten wir wieder Unterricht bei diesem EKEL und am Ende der Stunde, kam dieses Abscheuliche MOnster zu mir an meinen Platz und sagte mir ins Gesicht, dass ich ein scheiß Nazischwein wäre und dass ich es nicht Verdient hätte, in SEINER Schule SEINEN Unterricht zu verfolgen. Ich sollte sofort meine Sachen packen und mich nie wieder blicken lassen. Er wußte genau warum ich so aussah und zu allem übel schlug er mir noch die Mütze vom Kopf. Das zog solche Schmerzen mit sich, so dass mir in sekundenbruchteile die Tränen in die Augen schossen. Dann nahm er mich am Kragen und zerrte mich hinter meinem Sitzplatz raus und sagte, dass ich verschwinden sollte, ich wäre ab sofort von der Schule entlassen. Er warf mir dann noch meine Tasche hinterher und ich bekam sofort einen Verweis. Von diesem Tag an, hatte ich Ferien. Meine Eltern waren so stocksauer auf mich, dass sie mir sofort Hausarrest gaben und mich mit allem bestraften, was sie gerade für richtig hielten. Es war grausam und ich wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen... Aber ich wußte ja auch, dass diese Zeit auch vorrüber ging! Als die großen Ferien vorrüber waren, fand ich einen Betrieb, in dem ich meinen Abschluß nachholen konnte, weil ich ohne Zeugnis aus der Schule entfernt wurde. Es war zwar nicht das was ich mir vorstellte, aber ich konnte meinen Abschluß nachmachen. Es war die letzte Möglichkeit, irgendwas zu erreichen! Es sollte ein Jahr dauern und dann hätte ich meinen Abschluß! Naja, es waren zwar viele Chaoten dort, aber man kann sie ja links liegen lassen und man braucht ja denen keine Antwort zu geben. Irgendwie war mein Weltbild noch ziemlich in Ordnung, trotz den ganzen Attacken von demütigungen und Drohungen...
Dieses Jahr war fast zuende und ich wußte, dass ich in einem der sechs Ausbildungsberufe die man zur Probe durchmachen musste, meine Lehre machen wollte. Ich war eine hälte des Jahres in der Schlosserwerkstatt tätig und hatte auch gute Noten trotz den ganzen Problemem mit den "Mitkämpfern"! Eines Tages musste ich mit einem anderen Kerz zusammen meinen Arbeitsplatz teilen und das war mir mehr als unangenehm. Er war ein Türke (ohne jetzt Rassistisch zu klingen, aber er war schon mehrmals unangenehm aufgefallen und ziemlich agressiv) und er war mir sehr unsympathisch! Naja, was sollst, ich mache meine Arbeit und dann klappt das. So zumindest dachte ich bis zu jenem Tag. Eines Morgens, als ich in die Werkstatt kam, tobte er schon rum und schrie in der Gegend rum aber keiner wußte weswegen. Ich fragte ihn was los sei und er fing an mich anzumaulen und zu beschimpfen. Na gut dachte ich, dann lassen wir den mal in Ruhe und ich mache meine Arbeit. Ich hatte diesen Gedanken kaum gefasst da merkte ich einen Stechenden Schmerz in meiner Magengegend. Ich wußte nicht wie mir geschah und ich sah, dass plötzlich Blut an meinem Pullover klebte. Oh nein dachte ich, nicht schon wieder! Ich stand unter schock und lief zu unseren Sozialpädogen um dort geholfen zu bekommen. Als die mich sahen, riefen sie sofort einen Krankenwagen, denn ich hatte eine REISSNADEL im Bauch stecken... Ich lag in diesem Krankenwagen und mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf. Es war wie ein Film, den man in dreifacher geschwindigkeit durchspult. Zum Glück war ich nach ein paar Tagen wieder fit und konnte wieder Arbeiten gehen, aber ich wußte, dass ich dort keine Ausbilung machen würde. Am Ende schaffte ich sogar den Abschluß und fand eine andere Ausbildungsstelle...
So, nun weißte wieder einiges mehr über mich, ich hoffe nur, dass Du mir jezt noch schreibst... Falls Du noch was wissen möchtest, kann ich Dir gerne weiter erzählen!
Liebe grüße aus SLS