M
Mondala
Gast
Hallo,
ich schäme mich sehr für diesen Text, aber ich muss meine Gedanken irgendwie teilen, weil sie mich in letzter Zeit regelrecht auffressen. In letzter Zeit belastet mich meine Vergangenheit sehr stark. Mir ging es oft schlecht, ich neige zu Selbstwertproblemen, Ängsten und Depressionen. Dadurch war ich auch permanent mit mir selbst beschäftigt. Das entschuldigt aber natürlich in keinster Weise mein schreckliches Verhalten.
Ich war immer egoistisch und hatte zuerst mein eigenes Wohlbefinden im Sinn. Ich bin geizig und teile ungern. Teilweise merke ich, wie es mir besser geht, wenn es auch mal anderen schlecht geht. Das gibt mir das Gefühl, dass nicht nur mir Schlechtes widerfährt. Zudem stärkt es irgendwie meinen Selbstwert. Ich schäme mich sehr dafür.
Nun habe ich zwei Dinge getan, die besonders schrecklich sind. Mittlerweile liegen sie einige Jahre zurück. Damals habe ich gar nicht erkennen können, wie schlimm mein Verhalten ist. Mittlerweile würde ich so etwas nicht mehr tun, aber ich schäme mich so sehr dafür.
Ich war mit ein paar Freunden feiern. Zu der Zeit war ich in einer Fernbeziehung (die relativ toxisch war) und er war an dem Tag zu Besuch. Ich hatte mich wochenlang darauf gefreut, ihn wieder zu sehen, mit meinen Freunden zu tanzen und den Alltagsstress loszulassen. Auf jeden Fall hatte eine Freundin (oder eher Bekannte) viel zu viel getrunken und musste sich übergeben. Sie konnte kaum noch laufen und ich musste mich dann um sie kümmern. Ich war selber extrem betrunken und habe geheult, war fertig, weil alle drin am Tanzen waren und ich alleine mit ihr draußen. Niemand hat geholfen, aber ich habe wohl auch nicht aktiv genug nach Unterstützung gefragt. Ich habe es nach über einer halben Stunde geschafft, sie in ein Taxi zu befördern. Wir haben dann auch mit ihrem Bargeld bezahlt (20 Euro) und bekamen Wechselgeld zurück (8 Euro oder so). Ich war so wütend auf sie, dass sie mir den Abend versaut hatte, wenngleich so etwas ja mal passieren kann, dass ich das Wechselgeld einfach eingesteckt habe. Sie hat sogar nochmal am nächsten Tag danach gefragt und ich habe es quasi aus "Rache" behalten. Sie ist selbst immer extrem geizig (ich aber auch) und deshalb war das dann noch ein weiterer Grund für mich, das Restgeld einzustecken. Ich schäme mich so sehr dafür. Ich würde so etwas nicht mehr machen, kann meine bösen Gedankengänge auch überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Ich verstehe einfach nicht, wie ich eine "Freundin" bestehlen konnte. Ich habe zwar daraus gelernt, aber kann trotzdem nicht mit meiner Vergangenheit abschließen.
Ein weiteres Beispiel: Ich hatte einer Freundin mal angeboten, ihre Thesis Korrektur zu lesen. Sie hat es mir dann auch geschickt. Ich konnte ihr Geschreibe kaum entziffern und hatte extrem Probleme, die Theorie dahinter zu verstehen. Ich habe es dann halbherzig korrigiert, anstatt ihr einfach ehrlich zu sagen, dass ich es doch nicht schaffe. Zum Glück hat sie es auch noch anderen Freundinnen geschickt, so dass sie dann auch eine sehr gute Note bekommen hat. Darüber hinaus hatte ich dann sogar Gefühle von Neid. Niemand hatte meine Arbeiten bisher Korrektur gelesen. Mir fiel es dann richtig schwer, meine ganze Zeit in die Hilfe für die Korrektur zu investieren, dabei sollte man so etwas doch gerne tun.
Mittlerweile fällt mir so etwas leichter. Ich habe nette Leute kennen gelernt, die gerne geben, nicht geizig sein und irgendwie färbt ihr Verhalten auf mich ab. Ich möchte Gutes zurückgeben. Manchmal spüre ich immer noch leichten Neid oder Geiz, aber ich handele nicht mehr danach. Trotzdem schäme ich mich für meine Vergangenheit. Ich hasse mich dafür und habe das Gefühl, der schlechteste und böseste Mensch überhaupt zu sein.
Wie kann ich mein damaliges Verhalten gutmachen? Wie kann ich damit abschließen?
Vielen Dank für das Lesen und liebe Grüße
M.
ich schäme mich sehr für diesen Text, aber ich muss meine Gedanken irgendwie teilen, weil sie mich in letzter Zeit regelrecht auffressen. In letzter Zeit belastet mich meine Vergangenheit sehr stark. Mir ging es oft schlecht, ich neige zu Selbstwertproblemen, Ängsten und Depressionen. Dadurch war ich auch permanent mit mir selbst beschäftigt. Das entschuldigt aber natürlich in keinster Weise mein schreckliches Verhalten.
Ich war immer egoistisch und hatte zuerst mein eigenes Wohlbefinden im Sinn. Ich bin geizig und teile ungern. Teilweise merke ich, wie es mir besser geht, wenn es auch mal anderen schlecht geht. Das gibt mir das Gefühl, dass nicht nur mir Schlechtes widerfährt. Zudem stärkt es irgendwie meinen Selbstwert. Ich schäme mich sehr dafür.
Nun habe ich zwei Dinge getan, die besonders schrecklich sind. Mittlerweile liegen sie einige Jahre zurück. Damals habe ich gar nicht erkennen können, wie schlimm mein Verhalten ist. Mittlerweile würde ich so etwas nicht mehr tun, aber ich schäme mich so sehr dafür.
Ich war mit ein paar Freunden feiern. Zu der Zeit war ich in einer Fernbeziehung (die relativ toxisch war) und er war an dem Tag zu Besuch. Ich hatte mich wochenlang darauf gefreut, ihn wieder zu sehen, mit meinen Freunden zu tanzen und den Alltagsstress loszulassen. Auf jeden Fall hatte eine Freundin (oder eher Bekannte) viel zu viel getrunken und musste sich übergeben. Sie konnte kaum noch laufen und ich musste mich dann um sie kümmern. Ich war selber extrem betrunken und habe geheult, war fertig, weil alle drin am Tanzen waren und ich alleine mit ihr draußen. Niemand hat geholfen, aber ich habe wohl auch nicht aktiv genug nach Unterstützung gefragt. Ich habe es nach über einer halben Stunde geschafft, sie in ein Taxi zu befördern. Wir haben dann auch mit ihrem Bargeld bezahlt (20 Euro) und bekamen Wechselgeld zurück (8 Euro oder so). Ich war so wütend auf sie, dass sie mir den Abend versaut hatte, wenngleich so etwas ja mal passieren kann, dass ich das Wechselgeld einfach eingesteckt habe. Sie hat sogar nochmal am nächsten Tag danach gefragt und ich habe es quasi aus "Rache" behalten. Sie ist selbst immer extrem geizig (ich aber auch) und deshalb war das dann noch ein weiterer Grund für mich, das Restgeld einzustecken. Ich schäme mich so sehr dafür. Ich würde so etwas nicht mehr machen, kann meine bösen Gedankengänge auch überhaupt nicht mehr nachvollziehen. Ich verstehe einfach nicht, wie ich eine "Freundin" bestehlen konnte. Ich habe zwar daraus gelernt, aber kann trotzdem nicht mit meiner Vergangenheit abschließen.
Ein weiteres Beispiel: Ich hatte einer Freundin mal angeboten, ihre Thesis Korrektur zu lesen. Sie hat es mir dann auch geschickt. Ich konnte ihr Geschreibe kaum entziffern und hatte extrem Probleme, die Theorie dahinter zu verstehen. Ich habe es dann halbherzig korrigiert, anstatt ihr einfach ehrlich zu sagen, dass ich es doch nicht schaffe. Zum Glück hat sie es auch noch anderen Freundinnen geschickt, so dass sie dann auch eine sehr gute Note bekommen hat. Darüber hinaus hatte ich dann sogar Gefühle von Neid. Niemand hatte meine Arbeiten bisher Korrektur gelesen. Mir fiel es dann richtig schwer, meine ganze Zeit in die Hilfe für die Korrektur zu investieren, dabei sollte man so etwas doch gerne tun.
Mittlerweile fällt mir so etwas leichter. Ich habe nette Leute kennen gelernt, die gerne geben, nicht geizig sein und irgendwie färbt ihr Verhalten auf mich ab. Ich möchte Gutes zurückgeben. Manchmal spüre ich immer noch leichten Neid oder Geiz, aber ich handele nicht mehr danach. Trotzdem schäme ich mich für meine Vergangenheit. Ich hasse mich dafür und habe das Gefühl, der schlechteste und böseste Mensch überhaupt zu sein.
Wie kann ich mein damaliges Verhalten gutmachen? Wie kann ich damit abschließen?
Vielen Dank für das Lesen und liebe Grüße
M.