Wahrscheinlich komme ich ganz gekünstelt und befremdlich rüber. Ich bin seltsam.
Wie kriegt man das in den Griff? Kann man lernen, mit Menschen zu reden? Offen zu sein? Sich für sie zu interessieren?
Ich muss es lernen, denn so kann es nicht weitergehen.
Naja als Jugendlicher oder im jungen Alter fühlt man sich manchmal seltsam...könnte aber auch sein dass das Gefühl der Seltsamkeit (Entfremdung/Selbstentfremdung?) krankheitsbedingt ist. Keine Ahnung wie das bei dir aussieht.
Wichtig wäre nur dass du daraus keinen Hype machst und dich bewusst in die Rolle des Sonderlings und Seltsamen reinsteigerst...
Es ist wichtig dass du dich selbst nicht vorschnell in die Schublade des Sonderlings reinwirfst...denn indem man sagt: ich bin so und so und so verhält man sich dementsprechend und wird auch zu dem was man sich an Charaktereigenschaften profezeit und zugeschrieben hat.
In dir stecken wie in allen Menschen noch zig andere Eigenschaften....an sich trägst du alle Grundlagen für soziale Kontakte in dir und an dir.
😉 Du hast nen Mund um zu reden, ein Gehirn um mehr oder weniger geistreiche Gesprächsthemen zu liefern (hier kannste auch trainieren indem du Wissen reinstopfst), Gesichtsmimik, Gestik um dich ebenfalls aus zu artikulieren + Geschlechtsteile um dich auch auf anderen Gebieten aus zu formulieren...etc. etc...also das Grundmaterial ist an sich da....müsste nur noch mehr oder weniger auf Linie gebracht werden...und diese Linie bestimmst du mit deiner Einstellung zu dir selbst und zur Welt.
Wenn du was willst, also mehr Kontakte und Authentizität (= wissen wer man ist etc.) dann arbeite daran dir das auf zu bauen.
Und ja: man kann es lernen mit anderen Menschen um zu gehen...was ja an sich bedeutet zu lernen mit sich selbst um zu gehen.
Menschen sind an sich soziale Wesen die sich nur voll entwickeln und entfalten können durch Sozialität...
Manche Menschen die tief verletzt wurden durch andere Menschen neigen ggf phasenweise (manche auch länger) dazu sich zu isolieren um sich zu schützen..aber nach einer Weile kippt der Selbstschutz und kann dann so einer Art Gefängnis werden.
Einige Menschen haben Angst vor Nähe und Angst davor erneut verletzt zu werden und verhärten sich innerlich, gehen auf Distanz und spielen anderen was vor damit sie zumindest nicht vollkommen den Anschluss verlieren. Damit steht man dann halb am Rande und halb im Leben und muss sich ggf irgendwann entscheiden ob man rein will oder lieber außen vor. ...Natürlich spielt jeder im Alltag, Beruf oder ggü Fremden etc. mal Theater und macht auch anderen was vor, manipuliert hie und da damit man kriegt was man braucht...aber ich finde für mich wichtig mit zwischendurch auch mal fallen zu lassen...einfach sein wie man ist, auch mal ehrlich sein zu Vertrauten und die ruhig mal nen Blick hinter die Fassade werfen lassen.
Dissozialität wie bei darkside ist denke ich auch sone Art Selbstschutzverhalten, indem man manipuliert behält man ein wenig die Kontrolle (denkt man zumindest)....allerdings wird man an sich automatisch auch per Kontakt mit anderen Menschen ob man will oder nicht ebenfalls ein klein wenig manipuliert...das liegt halt in unserer Natur und ist auch nicht weiter tragisch sofern dabei die Machtverhältnisse einigermaßen ausgeglichen bleiben.
Ich wurde in meiner Kindheit und Jugend zu viel und zu negativ/ungünstig durch meine Eltern manipuliert und ein geengt und musste mich da quasi emotional, verbal, einmal auch handgreiflich raussprengen...auch mir war das Gefühl mich seltsam oder zu fühlen damals bekannt...das lag bei mir an einer inneren Auseinandersetzung und Unsicherheit wer ich bin und welche Rolle ich im Leben einnehmen soll...im Umbruch und an meinem Aufbruch in eine neue Rolle. Eine konfuse Zeit, aber auch teilweise eine schöne Zeit die viel Kampf aber dadurch auch Selbstbewusstsein brachte.
Irgendwann machte es Klick und ich wusste dass ich mich nicht isolieren muss um mich zu schützen sondern einfach genügend Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein haben muss und sowas wie Achtsamkeit...
Unter Menschen war ich auch zunächst total unsicher, hatte oft Schiss und fühlte mich unwohl...über diese Schiene muss man aber einfach rüber...mit der Zeit wird man dann selbstsicherer und Angst und Unsicherheit vergehn..man erkennt auch das das meiste reines Kopfgespinst war und es an sich gar nicht so schwer ist Kontakte zu anderen auf zu bauen....intutiv hatte ich damals ein wenig trainiert..zum Glück gabs auch keine Ausweichmöglichkeiten ins Internet oder so , zu Hause wars ungemütlich, oft miese Stimmung und ich war daher fluchtweise jeden Tags draußen unterwegs, mit Freundinnen oder sagen wir Gefährten mit denen man was unternahm...da gabs noch reale Abenteuerchen hin und wieder...sowas stärkt...indem man sich in der Welt und nicht nur an der Tastatur bewähren muss....Viele Abenteuer und Herausforderungen waren oft auch selbst gestrickt...durch Hobbies oder so...damit ich mich austesten, in Situationen erproben und kennen lernen konnte....sowas ist wichtig glaube ich.
Mein Rat wäre: Training des Selbstbewusstseins und mit anderen reden üben, üben, üben.
Aktiver werden auch in Gesprächssituationen. D.h. du kannst Themen die dich interessieren bieten und auch mal Gespräche anleiten lernen...schrittweise.
Zu viel Kommunikation per Internet würde ich eher vermeiden...per Internet verlernst du den Umgang face to face mit Menschen.....das Medium Internet hat seine Vor- und Nachteile. Nachteil ist glaube ich dass unsichere Menschen oft der Versuchung unterliegen lieber bequemerweise anstatt sich den eigenen Ängsten und Unsicherheiten zu stellen ins Internet zu flüchten...das ist jedoch ggf eine zeitlang ganz in Ordnung aber auf Dauer eine Sackgasse und erfüllt auch nicht die menschlichen Grundbedürfnisse nach Sozialität, Nähe, Intimität, Anlehnung, sich selbst in anderen finden und erfinden können etc.
Der Mensch macht verschiedene Entwicklungsphasen durch und gerade in der Jugend und auch der nachfolgenden Zeit des jungen Erwachsenwerdens werden die Bahnen angelegt um Sozialverhalten auf zu bauen und zu entwickeln. Verpasst man hier zu viel, also sozusagen den Absprung ins normale selbstbewusste Erwachsenenverhalten wird es schwierig..nicht unmöglich aber wesentlich schwieriger...
Du bist mit 21 an sich noch jung genug um das Ruder rum zu werfen...Jungs sind in sozialen Sachen ja oft auch Spätenwickler sagen einige....liegt wahrscheinlich an der wie ich finde unfairen Erziehung von Mädels Sozialkompetenz ab der Wiege zu erwarten und zu fordern und zu fördern...tja sowas rächt sich dann bei unsicheren Jungs die da zu wenig gefördert (= von der Mama in den A**** getreten und nach draußen geschickt wurden...oder kabelentzug für PC oder viele Gespräche in der family und Zuerkennung auch weicher Seiten an Jungs, sprich sich emotional ausformulieren zu dürfen etc) wurden.
Wie war das bei dir?
Welches Verhältnis hast du zu deinen Eltern? Lebst du noch bei ihnen, was machst du ausbildungsmäßig oder berufsmäßig?
Grundregel also: im Alltag üben, im realen Leben üben und nicht zu viel Zeit mit Rückzug im Internet verkriechen.
Zur Stärkung des Selbstbewusstseins viel Sport machen, ggf Kampfsport...da lernt man dann auch automatisch neue Menschen kennen und kann auch sein Sozialtraining absolvieren.
😉
Tyra