Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Hypochondrie fängt an mein Leben zu bestimmen

S

sadguy93

Gast
Hallo zusammen,

ich, m28, habe ein immer größer werdendes Problem mit Ängsten bzgl. meiner Gesundheit. Es ist zum Glück noch nicht so weit, dass ich den ganzen Tag an nichts anderes mehr denken kann, allerdings merke ich, dass ich immer mehr "schlechte Tage" habe, an denen es mir psychisch einfach überhaupt nicht gut geht.

Zur Vorgeschichte: Als ich 19 Jahre alt war, ist mein Vater an einem plötzlichen Herztod verstorben. Im Nachhinein muss man wohl sagen, dass die Herzprobleme nicht so plötzlich waren, denn er war langjähriger starker Raucher, hatte einen Job mit wenig Bewegung und die Ernährung war auch sehr ungesund. Sein Vater, also mein Opa, starb auch an einem Herzinfarkt, auch er war extremer Kettenraucher und pflegte einen sehr ungesunden Lebensstil.

Seit diesem Ereignis bin ich jedoch nicht mehr der selbe Mensch. Kurz danach hatte ich meine erste Panikattacke und war mir sicher, dass ich sterben muss. Ich habe damals noch zu Hause gewohnt und meine Mutter konnte mich zum Glück beruhigen, da sie als junge Erwachsene auch an einer Angststörung litt und sich mit Panikattacken auskannte. Ich hatte mich dann beruhigt, aber die Panikattacken kamen immer wieder, gepaart mit dem quälenden Gedanken, dass mit mir gesundheitlich etwas nicht stimmt. Ich merkte immer wieder Herzstolperer, die sehr unangenehm waren, und die bei mir dann im Umkehrschluss Panikattacken auslösten. In dieser Phase meines Lebens hat sich die Sensibilisierung für meinen eigenen Körper extrem verstärkt. Irgendwann, als es nicht mehr ging und mich die Angst so im Griff hatte, dass ich in eine depressive Phase gerutscht bin, bin ich mit meinem Anliegen zum Psychiater gegangen, der mich gegen diese depressive Phase medikamentös eingestellt hat und mir eine Angsstörung diagnostizierte. Ich war daraufhin in Therapie und kam aus dem ganzen Loch freudigerweise wieder komplett raus, auch meine Panikattacken sind seitdem nahezu verschwunden bzw. kann ich sie an einer Hand im Jahr abzählen und komme damit sehr gut klar.

Wegen des Herzstolperns war ich dann beim Kardiologen, da ich das ärztlich einmal abklären lassen wollte. Auch er fand mit einem 24/7 EKG keine Anhaltspunkte auf eine Erkrankung und sagte mir, dass Extrasystolen (also zusätzliche Herzschläge) ganz normal seien und manche Menschen diese eben besonders merken, wenn Sie sich darauf fokussieren. Mir fallen diese Stolperer auch nur in Ruhe auf, was ja auch wieder ins Bild passt. Nach dieser Nachricht ging es mir vorübergehend sehr gut und ich hatte kaum Beschwerden.

Im Laufe der Zeit sind aber noch weitere Ängste dazugekommen und seit dem ersten Corona-Lockdown wird es immer schlimmer, da ich 90% im Home Office arbeite und damit viel Raum habe, mich gedanklich immer weiter in ein Loch zu ziehen.

Beispiele:

Ich hatte mir im Sommer ein Muttermal am Arm etwas aufgeschürft, das dann durch die sich bildende Borke sehr schwarz aussah. Ich war mir sicher, dass ich jetzt Hautkrebs habe und ich sterben muss. Das Muttermal ist aber ganz normal abgeheilt und nichts ist auffällig.

Ich habe im Winter häufig morgens Kopfschmerzen und starke Nackenverspannungen durch die Bürotätigkeit. An manchen Tagen bin ich mir sicher, dass ich an einem Gehirntumor leide und male mir aus, wie elendig ich sterben muss.

Vor einiger Zeit habe ich mir Wärmesalbe auf den Fuß geschmiert, da ich leicht umgeknickt war. Nachts bin ich dann aufgewacht mit brennendem Fuß, da die Temperatur unter der Decke wohl recht hoch war, und die Symptomsuche auf Google sagte mir, dass ich an einem sog. Burning Foot Syndrom leide. Anstatt, dass ich mal 1 und 1 zusammenzähle und die Salbe als Ursache in Betracht ziehe, war für mich klar, dass mit mir was nicht stimmt. Heute kann ich über die Vorfall echt nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Und so geht es weiter...leichte Verspannungen im Brustkorb sind hinweise auf Herzprobleme, ein Zwicken in der Seite bedeutet eine Nierenkrankheit, etc. Seit neustem bin ich der Meinung meinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu müssen wegen den Kopfschmerzen. Der ist dann auch meist leicht erhöht, weil ich mich vorher schon verrückt mache. Desweiteren bestimmen weitere Ängste mein Leben, die Angst vor Katastrophen (Bspw. leider ich unter panischer Flugangst und auch im Zug mache ich mir manchmal meine Gedanken). Ich war im letzten Winter auch beim HNO um einen eingebildeten Tinnitus abklären zu lassen. Auch er fand nichts Organisches und rat mir, Stress zu reduzieren.

Das geht dann so weit, dass ich mich morgens schon entmutigt fühle in den Tag zu starten und auch meine Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Mir ist klar geworden, dass ich etwas an meinem Denken ändern muss, da ich sonst wieder wie damals ende.

Vielleicht gibt es hier ein paar Mitleidende, die ihre Ängste in den Griff bekommen haben?

Liebe Grüße
A.


Beispiele:
 
D

Die Katze

Gast
Manchmal erschafft man sich Pseudoprobleme, um sich von ernsteren realen Probleme abzulenken.
Ist zmd. bei mir Phasenweise so gewesen, dass wenn mich begründete Sorgen plagten, mir automatisch ein gesundheitliches Problem zsm. spinnte, womit ich die eigentliche Sorge wieder vergaß.
 
G

Gelöscht 120745

Gast
Ich bin jahrzehntelang eine Hypochonderin gewesen - und diesen Leidensweg wünsche ich wahrlich keinem!
Und meist wird er auch nur belächelt - kennst du das auch, TE?
Erst 1997 habe ich Befreiung von diesem Trauma erfahren - Aber seitdem habe ich nie wieder diese panischen Ängste erleben müssen, GOTT sei Dank!
Denn auch mein Leben hat bis dahin über 40 Jahre die Hypochondrie beherrrscht. Grausig.
 
G

Gnocci

Gast
Hey sadguy93,

ich fühle 100% mit dir, da ich seit ca 3 Jahren unter exakt den gleichen Gedanken leide wie du.
Mir geht es mittlerweile schon besser und meine Angst vor Krankheiten hat stark abgenommen.
Meine Empfehlungen die mir persönlich geholfen haben:
1. Yoga!
2. Ziele die dich antreiben und beschäftigen, mit denen man sein Leben füllt um nicht ständig in Gedanken zu versinken.
3. Das Buch "Sorge dich nicht, lebe"
4. Affirmationen zum Einschlafen, um deine negativen Gedanken dauerhaft in positive umzuprogrammieren.
 

joseywales

Mitglied
Es tut mir sehr Leid für dich, mir persönlich hilft Hopfentee mit Weißdorn. Vor dem Schlafen hilft Kurkumamilch zu beruhigen und lenkt die Aufmerksamkeit von den Gedanken weg. Meide Kaffee und Kakao und stimuliere deine Sinne. Es gibt scharfe Lutschbonbons mit sehr viel Scoville, die lenken ab. Zähle 5 Dinge auf die du siehst,riechst,merkst und paraphrasiere im Kopf was du darüber denkst, wenn du merkst es kommt ein Anflug von Angst (aber davor).
Mitten in der Panikattacke half mir persönlich nur von jemandem beschützt zu werden, der mir zuhören kann, dem ich erklären kann dass ich momentan gerade überhaupt nichts mehr spüre und im Raum schwebe als wäre ich von meinem Körper abgetrennt.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

    Anzeige (2)

    Oben