Smilla74
Aktives Mitglied
Seit Monaten bin ich auf der Suche nach einer neuen Wohnung für mich und meine Vierbeiner (1 Hund, 3 Katzen), aber von Tierliebe oder Toleranz ist nichts zu spüren - im Gegenteil.
Sobald ich erwähne, dass ich einen Hund habe, ist es so, als hätte ich eine ansteckende Krankheit.
Aus lauter Wut und Verzweiflung darüber,habe ich vor ein paar Tagen den nachfolgenden Text geschrieben und wollte ihn in einer Zeitung + Internet veröffentlichen, aber ich bin mir nicht so sicher, ob das der richtige Weg ist und würde gerne eure Meinungen und Erfahrungen dazu hören/lesen.
Wenn man den Meinungen der deutschen Vermieter Glauben schenken darf, so sind zunächst einmal alle wohnungssuchenden Mitmenschen, die einen Hund besitzen, entweder laut, schmutzig, rücksichtslos oder direkt asozial (ähnl. wie Familien mit mehr als 2 Kindern).
Gerade so, als würde man als Hunde-/Haustierbesitzer selbst keinen Wert auf eine saubere und gepflegte Wohnung legen und als würden alle Hunde bissige, dauerkläffende Zerstörer sein.
Das wird natürlich eher selten so deutlich ausgesprochen, aber die Aussage, dass man „Bedenken bezüglich evtl. auftretender Zerstörungen“ habe - insbesondere bei einem Hund - oder dass„etwaige Mitmieter sich dadurch gestört fühlen könnten“ ist Standard.
Ironischerweise kommt noch hinzu, dass ausgerechnet bei Erdgeschoss-Wohnungen mit einem kleinen Stückchen Grün oder überhaupt Wohnungen mit Garten„keine Haustiere“ erlaubt sind (!?).
Auch wird teilweise sogar bei der Größe unterschieden. So wird ein Hund im Handtaschenformat noch eher geduldet, als ein großer Hund, wie z.B. Labrador. Und ein Hund zusammen mit einer Katze geht gar nicht. Bis zur Frage nach dem Beruf kommt es schon gar nicht mehr. Und so wird die Wohnungssuche zu einem fast unlösbarem Problem, behaftet mit Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Während die einen Mieter die Wohnung nach Belieben „zuqualmen“ können und das tägliche Nikotin ruhig in Fensterrahmen, Türen oder gar in Nachbars Wohnung ziehen darf (was dann zur „freien Willensentfaltung“ zählt), werden die anderen von vornherein abgewiesen und fast dazu genötigt ihre geliebten Vierbeiner ins Tierheim zu geben.
Da bleibt die Frage, wo oder wie die ca. 5 Mio. Hundehalter in Deutschland wohnen? Sicher sind nicht alle stolze Eigenheimbesitzer. Und wenn „ja“, was ist, wenn sich die Situation plötzlich ändert, z.B. durch Trennung, Arbeitslosigkeit, Krankheit?
Man bekommt als Suchender jedenfalls den Eindruck, dass sich an dem Spießbürgertum und der damit einhergehenden Tier- und Kinderfeindlichkeit in Deutschland seit den 50ern nichts geändert hat. Die „Bohnerwachs-Fraktion“ behält eisern die Oberhand,statt sich z.B. von unseren skandinavischen Nachbarn in Sachen Toleranz und „gegenseitiger“ Rücksichtnahme gegenüber Kindern und Tieren endlich eine Scheibe abzuschneiden. Die Nächstenliebe geht eben doch meist nur bis zur eigenen Haustür. Es ist beschämend und traurig, dass einem so viel Ablehnung entgegenschlägt, obwohl man nur ein schönes Zuhause möchte.
Eine Wohnungssuchende
Sobald ich erwähne, dass ich einen Hund habe, ist es so, als hätte ich eine ansteckende Krankheit.
Aus lauter Wut und Verzweiflung darüber,habe ich vor ein paar Tagen den nachfolgenden Text geschrieben und wollte ihn in einer Zeitung + Internet veröffentlichen, aber ich bin mir nicht so sicher, ob das der richtige Weg ist und würde gerne eure Meinungen und Erfahrungen dazu hören/lesen.
Wenn man den Meinungen der deutschen Vermieter Glauben schenken darf, so sind zunächst einmal alle wohnungssuchenden Mitmenschen, die einen Hund besitzen, entweder laut, schmutzig, rücksichtslos oder direkt asozial (ähnl. wie Familien mit mehr als 2 Kindern).
Gerade so, als würde man als Hunde-/Haustierbesitzer selbst keinen Wert auf eine saubere und gepflegte Wohnung legen und als würden alle Hunde bissige, dauerkläffende Zerstörer sein.
Das wird natürlich eher selten so deutlich ausgesprochen, aber die Aussage, dass man „Bedenken bezüglich evtl. auftretender Zerstörungen“ habe - insbesondere bei einem Hund - oder dass„etwaige Mitmieter sich dadurch gestört fühlen könnten“ ist Standard.
Ironischerweise kommt noch hinzu, dass ausgerechnet bei Erdgeschoss-Wohnungen mit einem kleinen Stückchen Grün oder überhaupt Wohnungen mit Garten„keine Haustiere“ erlaubt sind (!?).
Auch wird teilweise sogar bei der Größe unterschieden. So wird ein Hund im Handtaschenformat noch eher geduldet, als ein großer Hund, wie z.B. Labrador. Und ein Hund zusammen mit einer Katze geht gar nicht. Bis zur Frage nach dem Beruf kommt es schon gar nicht mehr. Und so wird die Wohnungssuche zu einem fast unlösbarem Problem, behaftet mit Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung.
Während die einen Mieter die Wohnung nach Belieben „zuqualmen“ können und das tägliche Nikotin ruhig in Fensterrahmen, Türen oder gar in Nachbars Wohnung ziehen darf (was dann zur „freien Willensentfaltung“ zählt), werden die anderen von vornherein abgewiesen und fast dazu genötigt ihre geliebten Vierbeiner ins Tierheim zu geben.
Da bleibt die Frage, wo oder wie die ca. 5 Mio. Hundehalter in Deutschland wohnen? Sicher sind nicht alle stolze Eigenheimbesitzer. Und wenn „ja“, was ist, wenn sich die Situation plötzlich ändert, z.B. durch Trennung, Arbeitslosigkeit, Krankheit?
Man bekommt als Suchender jedenfalls den Eindruck, dass sich an dem Spießbürgertum und der damit einhergehenden Tier- und Kinderfeindlichkeit in Deutschland seit den 50ern nichts geändert hat. Die „Bohnerwachs-Fraktion“ behält eisern die Oberhand,statt sich z.B. von unseren skandinavischen Nachbarn in Sachen Toleranz und „gegenseitiger“ Rücksichtnahme gegenüber Kindern und Tieren endlich eine Scheibe abzuschneiden. Die Nächstenliebe geht eben doch meist nur bis zur eigenen Haustür. Es ist beschämend und traurig, dass einem so viel Ablehnung entgegenschlägt, obwohl man nur ein schönes Zuhause möchte.
Eine Wohnungssuchende
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