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Holocaust-Gedenktag

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Re: Holocaust-Gedenktag
Hallo ostseekueken67,

schau mal hier:
Holocaust-Gedenktag. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Es ist schlimm was damals passiert ist aber...
Da gibt es leider überhaupt kein "Aber", denn dieses Schlimme erst einmal zu begreifen, ist eine Lebensaufgabe, die man letztendlich immer noch nicht begreifen kann.
Das Thema ist derart komplex, man kann es nicht mit einer Handbewegung vom Tisch fegen.

Ich fühle mich persönlich deswegen nicht schuldig.
Wahrscheinlich hast Du Dich noch nicht intensiv genug damit beschäftigt, weil ja die meisten Informationen dazu erst mit dem Öffnen der russ. Archive in den 80igern bzw. 90igern Jahren bekannt wurden.
Um ein persönlich empfundenes Schuldgefühl geht es hier auch gar nicht. Wir sollen aber unsere Verantwortung bez. dieser organisatorisch systematischen Todesindustrie endlich übernehmen und darüber nachdenken, wie Menschen im Lande zu freien, verantwortungsbewussten Zivilisten mit einer elementaren Ethik reifen sollen. Das ist auch wieder eine Lebensaufgabe über Generationen hinweg ....

Das Schlimme an dieser in der ganzen Welt einmaligen Hokocaustgeschichte ist ja auch, dass diejenigen, die die Taten real ausführten, sie getan und nicht getan haben. Warum? Weil sie, so ihre Rechtfertigung, sie nur auf Befehl ausübten.
Und ganz schrecklich fand ich immer, wenn man mal Leute fragte, die aus dem Krieg zurückgekommen waren, was sie dort gemacht und erlebt hatten, diese nicht darauf antworteten, so als ob sie es irgendwo versprechen mussten, es nicht zu tun. Und auf die Frage, wieso und warum es zu diesen Genoziden kommen konnte, sie dann nur sagten: wir sind auch nur Menschen ...... . Also die unreife dumme Jugend vorschoben .....
 
"es waren doch aber nicht alle schlecht!!?!??!!!"
Ja, und genau hier sollte man ansetzen, sich noch einmal gründlich durch das damalige Regime durchzuarbeiten. Es war die Diktatur durch einen alleinigen Diktator mit seinem Geschwader, der seine Schuld auf ein ganzes Volk abschob.
Wenn man sich die Charaktere der machtgierigen Machthaber genauer betrachtet, sich ihre Lebensweise vor Augen hält, wozu sie alles fähig waren, stolzes Auftreten mit keinerlei Reue über ihre unzähligen Verbrechen zur Schau trugen, dann sollte man sich lieber dreifach überlegen, wen man an der Regierung haben will.

Denn es gab den Widerstand, nur wurde er im Keim erstickt und so unsichtbar gemacht. Die damalige Generation war ja auch dermassen herdenmässig, dass selbst einfache Bürger sich für Denunziationen hergaben, selbst fremde Menschen auf der Strasse meinten, sie könnten sich bei jedem Xbeliebigen in deren Ansichten öffentlich einmischen. Und so landete man mir nix Dir nix ins KZ, wenn es noch glimpflich ausging.
All dieser Widerstand wird von Graf von Moltke und seinen Anhängern, um nur ihn zu nennen, eindeutig und einleuchtend beschrieben. Seine Frau Freya hat mehrere Bücher dazu herausgegeben.
 
Und ganz schrecklich fand ich immer, wenn man mal Leute fragte, die aus dem Krieg zurückgekommen waren, was sie dort gemacht und erlebt hatten, diese nicht darauf antworteten, so als ob sie es irgendwo versprechen mussten, es nicht zu tun. Und auf die Frage, wieso und warum es zu diesen Genoziden kommen konnte, sie dann nur sagten: wir sind auch nur Menschen ...... . Also die unreife dumme Jugend vorschoben .....
Das hervorstechendste Gefühl bei denen die ihren Anstand im Krieg nicht ganz verloren hatten war: Scham. Sie schämten sich, und das war der Grund für ihr Schweigen. Nicht alle sind damals zu Tätern geworden, aber alle waren sie Opfer der Umstände. Wenn sie geredet hätten, hätten sie auch sagen müssen warum sie sich schämen - oft war es einfach das Syndrom der Überlebenden, während so viele andere Leute um sie herum sterben mussten. War bei meinem Vater auch so (erst Dachau weil er das Maul zu weit aufgerissen hatte, dann Strafgefangenenbataillon in Sibirien. Diese Zwangsverpflichteten waren damals die ärmsten Hunde, reine Bauernopfer denen man oft nicht mal eine Waffe zur Selbstverteidigung gab, mit der Schaufel in der Hand sollten sie im sibirischen Schlamm leben oder verrecken).
Wer sich hinterher nicht schämen wollte, war und blieb in seiner Seele ein verstockter Nazi. ...Oder hatte sich als Feigling überall erfolgreich weggeduckt und fühlte deshalb keine Scham, weil er nirgendwo beteiligt gewesen war.
 

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