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Holocaust-Gedenktag

12% der deutschen jungen Erwachsenen sind für dich viele? 🤔 Klar, ist verbesserungswürdig, aber meiner Ansicht nach kein sooo schlechter Wert. Bei den Franzosen mit 46% sieht das schon anders aus. DAS finde ich schon bedenklich.
12% sind 12% zu viel, was lernen die Kids heutzutage in den Schulen, oder sind das alles Absolventen von Baumschulen? Bei den Franzosen schlägt vielleicht der hohe Anteil von muslimischen Migranten mit rein, die ein anderes Verhältnis zum Holocaust haben, es ist nämlich ein Unterschied zwischen "nicht wissen" und "nicht wissen wollen" oder gar "heimliche Zustimmung zu allem was die Nazis damals getrieben haben".
Bei den "Bio-Franzosen" dagegen ist diese Vergangenheit untrennbar mit Besetzung und Widerstand verbunden, daher sollten sie eigentlich wissen was die Nazis sonst noch so angestellt haben, denn auch aus dem besetzten Frankreich wurden Juden deportiert - unter Mithilfe der Bevölkerung die nicht im Widerstand war, was natürlich auch wieder nicht so schmeichelhaft für die Nachgeborenen ist.
Man kann also sagen, daß bei den Franzosen andere Faktoren - insbesondere das Ego - mitspielen.
 
A

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Re: Holocaust-Gedenktag
Hallo ostseekueken67,

schau mal hier:
Holocaust-Gedenktag. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Traumata werden an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

Mein Opa war Soldat, und ich kann es mir bis heute nicht vorstellen, wie das ist, einen Menschen töten zu müssen, der mir nichts getan hat.
Mein Uropa, den ich nie kennengelernt habe, war Soldat im ersten WK. Als er zurückkam braucht es lange, bis er sich wieder auf einen normalen Stuhl setzen wollte. Er wollte lieber auf einer alten Obstkiste sitzen, so als wäre er es nicht wert auf einem Stuhl zu sitzen.
Die Familie hat aber nie erfahren, was er erlebt hat, außer dass er in Gefangenschaft war.
Diese Männer haben die schrecklichsten Dinge erlebt, getan und gesehen: Dinge, die nie eine menschliche Seele sehen, erleben oder tun müssen sollte.
Viele dieser Männer haben nie darüber gesprochen: Vielleicht haben sie ihren Familien damit sogar einen Gefallen getan, denn manche Dinge sind zu schrecklich als dass man sie erzählen könnte. Und damals gab es ja auch keine fachliche Traumatherapie (und wenn es die gegeben hätte: Wer hätte die Millionen geschundenen Seelen denn therapieren sollen?)
Also haben viele dieser Überlebenden ihr bestes getan, um ihre Familien vor dieser Realtität zu schützen und wenigstens ihre Kinder sorgenfrei aufwachsen zu lassen.
Damals war es vielleicht sogar "gnädig" vergessen zu können.
Heute ist das aber anders.
Heute DARF man nicht vergessen! Vor allem nicht in einer Zeit, in der viele offenbar bereit sind, wieder mit dem Feuer zu spielen.
 
Ich verstehe hier manche Aussagen gar nicht.

Ich laufe nicht mit gesenktem Kopf durch die Gegend, ich denke nicht, dass ich mich in Schutt und Asche fühlen muss, deshalb kann ich es doch trotzdem überaus wichtig finden, dass man diesen Holocaust nie vergisst, dass es Gedenktage gibt und so weiter.

Weil ich es eben furchtbar finde, was damals passiert ist. Und dass das alles von unserem Land ausging.

Ich bin auch in den 60iger Jahren geboren, meine Eltern waren Jugendliche zur Nazizeit, mein Vater war noch als junger Mann im Krieg und danach in französischer Gefangenschaft.

Die beiden mache ich auch nicht dafür verantwortlich, aber vielleicht deren Eltern. Soweit ich weiß, war der Stiefvater meiner Mutter ein überzeugter Nazi.

Natürlich gab und gibt es es auch in anderen Ländern Kriegsverbrechen und ungeheuerliche Taten, und ich finde, auch dafür kann es Gedenktage und ähnliches im jeweiligen Land geben.

Wobei ich denke, dass diese organisierte Massenvernichtung, die unser Land veranstaltet hat, schon herausragend an Brutalität und Menschenverachtung ist.
 
Meinen anderen Opa habe ich nie kennengelernt. Er war auch in Kriegsgefangenschaft und ist vor meiner Geburt an Krebs gestorben.

Erzählt haben weder mein Opa noch mein Großonkel von ihren Erlebnissen.
 
Wobei ich denke, dass diese organisierte Massenvernichtung, die unser Land veranstaltet hat, schon herausragend an Brutalität und Menschenverachtung ist.
Deutsche Organisation und Gründlichkeit halt. Wobei es Massenvernichtungen mit Brutalität und Menschenverachtung auch in anderen Ländern und Zeiten gab, etwa die organisierte Ausrottung von Indianervölkern in den heutigen USA, die man mit Absicht mit Pocken infizierte und mit "Feuerwasser" (Alkohol) belieferte, damit sie still und leise krepierten, wenn man nicht einfach ganze Dörfer überfiel und niedermetzelte. Oder die Vernichtung der Ureinwohner Australiens, überall wo sich die weißen Siedler breit machen wollten. Seit Beginn der Kolonialisierung Nordamerikas durch Europäer hat sich die einheimische Bevölkerung dort dramatisch reduziert: Verübten die USA einen Genozid an den Indianern? Alles eine Frage der Definition.
 
Erinneren kann man sich nur an Dinge, die man selber erlebt hat. Was man nicht selber erlebt hat, kann man nicht erinnern und auch nicht in dem Sinne vergessen.

In absehbarer Zeit wird niemand mehr leben, der diese dunklen Zeiten noch mitlerlebt hat und über eine Erinnerung verfügt. Wenn der letzte Zeitzeuge verstorben ist, wird man nicht mehr von Erinnerungskultur reden können, weil eben niemand mehr da ist, der sich erinnern kann.

Alles, was dann noch getan werden kann, ist, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die Zeitzeugen über die Geschehnisse dokumentiert haben. Das ist wichtig und hat auf jeden Fall in angemesssenem Rahmen zu erfolgen, ist aber in keiner Weise mit einer persönlichen Erinnerung vergleichbar.

Eine Erinnerung in dem Sinne wird es eines Tages nicht mehr geben. Das ist unausweichlich.
 
Alles, was dann noch getan werden kann, ist, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die Zeitzeugen über die Geschehnisse dokumentiert haben. Das ist wichtig und hat auf jeden Fall in angemesssenem Rahmen zu erfolgen, ist aber in keiner Weise mit einer persönlichen Erinnerung vergleichbar.
Hängt davon ab, wie intensiv und drastisch die Dokumentation ausgefallen ist. Ich habe etliche Bücher über diese Zeit gelesen, etwa eine französische Widerstandskämpferin die im KZ Ravensbrück landete, solche Schilderungen reichen völlig daß einem das Messer in der Tasche aufgeht, und manche Szenen (etwa welche Faktoren darüber entschieden, ob jemand in den Transport-Waggons überlebte oder starb) kriegt man danach nie wieder aus dem Kopf. Auch das sind Erinnerungen die bleiben, und die weitergegeben werden können, solange jemand lesen kann.

Viele Dokumentationen die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, sind in Wahrheit viel zu zahm, weil man ja insbesondere Kinder nicht verschrecken oder traumatisieren will, sie zeigen keine Leichen, beschreiben nicht Gestank und Hitze/Kälte und Grausamkeiten im Detail. Auf den Bildern von Hiroshima z. B. sind mit wenigen bewußten Ausnahmen nie Leichen zu sehen, obwohl die Landschaft kurz nach der Explosion damit gepflastert war - die Aufnahmen wurden erst gemacht, als die Leichen schon entfernt worden waren. Und auch beim Holocaust werden oft nur "repräsentable" Überreste präsentiert, Schuhstapel, Kleiderbündel ... die Bilder mit den Leichenbergen, geöffneten Massengräbern oder verkohlten Leichen die im elektrischen Stacheldrahtzaun hängen findet man erst in der Ü18-Abteilung, kein Zutritt für Minderjährige und Herzschwache.
 
Hallo zusammen,

ich wundere mich, dass dieses so wichtige Thema gestern kaum bis gar nicht von jemandem hier thematisiert wurde.

Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Wieviele von den jungen Leuten im Forum haben eine Ahnung, was vor 80 Jahren geschehen ist?!
Zumindest bei uns wurde der Holocaust und der Nationalsozialismus in der Schule ausführlich behandelt. Wir waren auch mal zu einer Studienfahrt in einem ehemaligen KZ, in dem auch viele Juden ermordet wurden. Umso schlimmer finde ich es, wenn auch hier im Forum der Holocaust verharmlost oder relativiert wird. Mit dem Mord an 6 Millionen Juden lässt sich nichts vergleichen. Auch nicht die Kriegsverbrechen von Netanjahu und seinen rechtsextremen Ministern, so schlimm ich das finde, was er in Gaza veranstaltet und so sehr ich es verabscheue. Aber man darf den Holocaust nicht relativieren und das finde ich auch richtig.
 
Zumindest bei uns wurde der Holocaust und der Nationalsozialismus in der Schule ausführlich behandelt. Wir waren auch mal zu einer Studienfahrt in einem ehemaligen KZ, in dem auch viele Juden ermordet wurden. Umso schlimmer finde ich es, wenn auch hier im Forum der Holocaust verharmlost oder relativiert wird. Mit dem Mord an 6 Millionen Juden lässt sich nichts vergleichen. Auch nicht die Kriegsverbrechen von Netanjahu und seinen rechtsextremen Ministern, so schlimm ich das finde, was er in Gaza veranstaltet und so sehr ich es verabscheue. Aber man darf den Holocaust nicht relativieren und das finde ich auch richtig.
Hallo Träumelinchen,

ich lese erst jetzt gerade Deine Antwort auf meinen Beitrag. Vielen Dank, dass auch Du Dich mit diesem nicht unbedeutenden Thema auseinandergesetzt hast.

Wünsche Dir einen schönen Freitagabend und ein ebenso erholsames Wochenende.

Liebe Grüße

Anja
 

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