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Hilfe! Wutausbrüche.

Marie987

Neues Mitglied
Hallo!

Ich hoffe jemand kann mir helfen, denn ich raste viel zu schnell aus! Ich bin weiblich, Anfang 20, eher ruhig und introvertiert, zu dem nah am Wasser gebaut und mache mir sehr viele Gedanken. Allerdings bringen mich die kleinsten Situationen völlig zum ausrasten (der Drucker macht nicht das was ich will, mit dem Mitarbeit der Kundenhotline kann ich mich nicht einigen.. etc). In dem Moment ist es mir völlig egal ob ich mein Handy auf den Boden knalle und es kaputt geht oder ob ich meinen Kopf gegen die Wand schlage und dann Kopfschmerzen habe. Das schlimmste ist aber, wenn ich meinen Mitmenschen gegenüber so ausraste. Z. B. Ist meine Mutter schon lange krank und meine größte Angst ist es sie zu verlieren, treffe ich mich aber mit ihr und sie macht nur eine falsche Bemerkung bin ich sofort auf 180, werde laut, beleidigend und verletzend.
Daheim heule ich dann stundenlang, schäme mich in Grund und Boden und fühle mich richtig elendig, oft hält dieses Gefühl dann mehrere Tage an.
Um mich "besser" zu fühlen, bestrafe ich mich indem ich ein paar Tage nichts esse, weiterhin viel Sport treibe (Sport ist mein Hobby) bis ich merke, dass mein Kreislauf es gleich nicht mehr mit macht. Dies ist der einzige Weg um mich wieder ein wenig besser zu fühlen.

Ich weiss einfach nicht was ich tun soll, um nicht direkt so auszurasten, ich sehe dann einfach Rot und mir brennen die Sicherungen durch, obwohl dieses Verhalten eigentlich "untypisch" für meine sonstige Art ist.

Ich habe natürlich schon überlegt mal mit einem Therapeuten zu sprechen, allerdings weiss ich nicht wie ich daran komme, Geld um selber eine Therapie zu zahlen habe ich als Azubi nicht, zudem möchte ich nicht, dass meine Eltern, über die ich krankenversichert bin, davon etwas mitbekommen.

Vielen Dank schon einmal!
 

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M

meila

Gast
Huhu, Gründe dafür kann es viele geben.
zB ein Stoffwechselproblem, unverarbeitetes Trauma aus der Kindheit, Veranlagung, anderer innerer Stress....

Da das bei dir aber schon ziemlich extrem sich anhört, würde ich ein Beratungsgespräch mit einem Therapeuten wirklich in Anspruch nehmen. Warum willst du nicht, dass deine Eltern es erfahren? Sie kriegen doch sicher auch mit, dass es dir nicht gut geht?


Grüße
von meila
 

trigital

Aktives Mitglied
Hallo M.,
dein Unterbewußtsein ist stärker als dein Bewußtsein!
Ich mach das an deinem Beispiel fest. Diese Sache mit deiner Mutter. Nimm dies nicht, um dich daran zu messen. Das mit deiner Mutter ist eine lange Kamelle. Du tickst bei ihr viel leichter aus, wie bei anderen Menschen oder? Oder hast du schon so sehr soziales Verständnis abtrainiert, indem du immer nur deine eigene Gefühle betrachtest? Ich denke, dass das dein Hauptproblem ist. Du bist so fixiert auf das, was in dir steckt, dass du dem Gegenüber vielleicht nicht genug Bedeutung zukommen läßt? Ist es dir bewußt, dass du dich vor einem Fremden völlig daneben benimmst, nur weil deine Gefühle so sind, wie sie sind? Sind deine Gedanken und deine Eindrücke so absolut, dass sie alles andere außerhalb deiner Blickweite auslöschen?
Ich finde das Beispiel mit deiner Mutter deshalb schlecht, weil du bei ihr ganz du bist. Das ist eine andere Situation wie bei fremden Menschen. Du erkennst da dein innerstes Problem. Aber du stellst alles darunter. Deine komplette Persönlichkeit. Ich denke eben, dass du bei anderen Menschen anders bist. Und das bist du genauso. Genauso die Person, wie du bei deiner Mutter bist. Bei der einen Person kommt mehr das eine raus. Bei der Anderen mehr das Andere.
Was ist aus meiner Sicht ein mögliches Problem?
Ich denke, dass man wegen dem, was einer sagt, immernoch nicht Grund genug ist, um seine Emotionen reagieren zu lassen. Bei deiner Mutter sehe ich das anders. Weil du und sie. Ihr seid ganz eng. Das was sie sagt, das trifft dich ganz tief drinn. Aber deine Mutter, aus ihrer Sicht, sagt ständig was zu dir. Ich glaube sie bedenkt nicht, dass das was sie sagt dich im innersten trifft. Also ist ein Teil das Unvermögen deiner Mutter. Aber ebenso ist es dein Unvermögen. Du hast es immer noch nicht gecheckt. Wir Menschen labern manchmal dummes Zeug raus und wissen es nicht. Sich jedesmal auf 180 bringen zu lassen bedeutet nur, dass man nicht dazu lernt. Normalerweise passieren solche Dinge automatischer. Bei dir ist es eher anders herum. Ich denke du mußt bewußt lernen, dass das gesagte Wort kein Leid ist. Jemand sagt zu dir „blöde Kuh“. Reagierst du deshalb emotional. Wenn ja, dann eher Positiv. Aber es ist kein Leid. Wenn deine Mutter zu dir blöde Kuh sagt, dann ist es bestimmt etwas anders? Und so mußt du, denke ich, deine emotionalen Reaktionen ableichen mit einem objektiven Verständnis. Ich sag dazu nur soviel. Ich könnte ständig ausrasten wegen den Menschen. Theoratisch betrachtet. Aber ich habe gelernt, dass meine Gefühle nicht 1 zu 1 drauf reagieren müssen. Wenn deine Mutter 1000 Mal blöde Kuh zu dir gesagt hast, irgendwann solltest du wissen, dass nichts mehr Neus dazu kommt. Es wird zu einer alten Kamelle. Und das wäre mein Ansatzupunkt: Passiert eine Situation und du merkst, dass du diese negativen Emotionen bekommst, dann überleg dir, ob du nicht schon tausend mal genauso reagiert hast oder ob die Situation möglicherweise bisher einzigartig war. Ich denke, dass dieser Ansatzpunkt deine Gefühle vielseitiger werden lassen. Weil was ist auf meiner Sicht das Probem? Wut ist nicht das Selbe wie die Wut am nächsten Tag. Gefühle sind immer anders, weil jede Situation anders ist. Überspitzt dargestellt. Deshalb kann ich nicht jeden Tag guter Laune sein. Weil heute Nacht hab ich einfach was verdammt komisches geträumt. Deshalb solltest du überlegen, ob du nicht schon tausend mal genauso auf die selbe Situation reagiert hast oder nicht. Weil das Problem ist nicht, dass du auf bestimmte Dinge wütend reagierst, sondern dass du immer wieder gleich auf das Selbe reagierst. Deshalb versuch nicht so sehr deine Reaktionen und Gefühle in gut bzw. schlecht einzuteilen, sondern versuch einen Unterschied in schlechten Gefühlen zu machen. Gelangweilt schlecht, weil deine Mutter dich wieder mit dem Selben Thema nervt, unwissend schlecht, weil dir dieses Problem noch nie über den Weg gelaufen ist oder richtig aggressiv, weil die Worte deiner Mutter bzw. irgendjemand genau deinen Wunden punkt treffen.
So. jetzt sind wir denke ich an dem Punkt angekommen, dass negative Gefühle oft angebracht sein können. Das Problem aber darin liegt, dass innerhalb von Negativ keine Variation vorhanden zu sein scheint. Du tickst immer gleich aus. Also immer gleich. Dein Punkt, ich kenne den selber gut, wo du brichst und ins Negative austickst und aggressiv wirst, ist immer der selbe Grund. Du hast eine innere Grenze. Du kämpfst dagegen an. Aber irgendwann überschreitet ein Mensch diese Linie und dann tickst du aus. Einerseits ist das gut zu wissen. Über sich selber. Aber manchmal ist es auch verdammt gut bewußt zu bemerken, dass jemand diese Grenze überschreitet. Du kannst ja nichts dafür, dass wir Menschen diese Grenzen haben. Und du kannst auch nichts dafür, dass es Menschen gibt, die diese Grenze erkennen und genau deshalb überschreiten. Aber du kannst diesen Punkt bemerken. Und wenn du ihn bemerkst, dann kannst du stolz auf dich sein. Weil diesen Punkt bewußt zu greifen und festtzuhalten, das ist eine Bewußtseinskunfst… Kunst! Es ist eine Kunst mit solchen Problemen umzugehen. Aber sei dir bewußt darüber. Es sind nur gesprochene Worte. Was du tun kannst in einer kniffligen Situation ist, dass du es bemerken kannst, dass genau jetzt dieser Moment bei dir ist, wo die innere Einstellung kippt. Und aus meiner Sicht ist es völlig egal, wie du reagierst. Du kennst deine Grenze. Du kennst genau den Punkt, den du nicht mehr ertragen kannst. Und wer sagt, dass du schuld daran bist, dass es diese Grenze gibt? Sind es nicht deine Eltern? Oder Gott, weil er uns Menschen so gemacht hat? Oder die unsensiblen Mitmenschen, die nicht wissen, dass es Menschen mit Grenzen gibt und sich dementsprechend unsensibel und unüberlegt handeln? Wo liegt das Problem, das es so ist, wie es ist… dass du so bist, wie du bist… das wir Menschen so sind, wie wir sind? Denk sehr gut drüber nach. Ein, zwei… zehn Jahre und schreib mir, wenn du eine Erleuchtung auf diesem Gebiet hast. Ich finde es genauso mutig stark zu sein, wie gefühlsmäßig zu reagieren. Du wärst bestimmt gerne stark, sodaß du nicht emotional reagieren brauchst? „Ich“ wäre gerne so stark, dass ich emotional reagieren könnte!
Deine negativen Gefühle sind also Ausdruck dafür, dass es ein Problem gibt. Ist es falsch zu sagen, dass es ein Problem gibt? Nein. Und deshalb ist es auch nicht falsch zu fühlen, dass da ein Problem ist!
lg
 

Marie987

Neues Mitglied
Vielen Dank, dass ihr euch mit meinem Problem befasst habt!
In der Tat stimmt es, dass ich meine Wutausbrüche nur in Gegenwart von mir vertrauten Personen habe oder eben alleine. Ich arbeite im sozialen Bereich und habe ausschließlich mit Menschen zu tun, dort bin ich die Ruhe selbst, egal wie viel ich von anstrengende Menschen "genervt" werde.
Sagt allerdings jemand den ich kenne etwas falsches zu mir, werde ich wirklich streitlustig und ziehe mich daran richtig hoch.
Das Absurde ist, wirft mir jemand dann im Streit noch irgendwas beliebiges vor wie "Du hast den Müll nicht runter gebracht!" antworte ich "Ne hab ich auch nicht!" obwohl ich es gemacht habe. Ich sorge also selber dafür, dass mein Gegenüber noch schlechter von mir denkt.
Im Nachhinein erkenne ich mich selber nicht mehr, mir ist es auch wirklich peinlich, dass andere mich so cholerisch sehen.. wie ein kleines Kind eben.

Der Grund warum ich nicht möchte , dass meine Eltern von einer Therapie erfahren ist, dass ich früher lange Zeit wegen einer Essstörung in Kliniken sowohl Therapien war, diese Zeit war schrecklich, meine Eltern haben mich als "Psycho" dar gestellt und bei jeder kleinen Diskussion genau das gegen mich verwendet.
 

flower55

Aktives Mitglied
Hallo,
Du kannst Dich an eine Beratungsstelle der Caritas oder einer anderen sozialen Einrichtung wenden.
Dort sind die Gespräche kostenlos.
Es gibt bei der Caritas u.a. eine anonyme Online-Beratung. Vielleicht können sie Dir hilfreiche
Tipps geben, wie die Wutausbrüche zu bewältigen sind.

Danke für Dein Vertrauen.

alles Liebe
flower55
 

KeineAhnung22

Aktives Mitglied
Respektiere wenn du wütend bist, das ist ok und kann auch für andere positive Auswirkungen haben, es kommt immer darauf an wie der andere charakterlich damit umgeht... Deine Mum triggert dich, wäre vielleicht mal ganz gut dich zu fragen, was dich genau daran stört. Sie scheint ja einen wunden Punkt zu treffen, der dich berührt. Du lernst dich gerade einfach besser zu verstehen...

Ich schätze, dass du dir zu wenig erlaubst auch einmal traurig zu sein. In dem Fall tendiert der eine Typ Mensch in eine Depression, der andere in eine Agression. Du machst es aber denke ich schon intuitiv richtig, dass du dann deiner Agression Raum gibst und dich dann so verhälst, wie du dich verhälst. Das ist ok, logisch, ja sogar richtig. Wie trigital gesagt hat besteht die Kunst darin zu bemerken, dass du getriggert wirst, aber nicht darauf zu reagieren, dann wirst du dich anders verhalten, kannst ruhig bleiben und die Sache sachlicher lösen. :)
 

Zebaothling

Sehr aktives Mitglied
Wenn ein Sportler nicht mehr kann und dann in der Lage ist, diese Blind Wut zu aktivieren, kann er Höchstleistungen vollbringen.

Mach Dir mal Gedanken um Deine Reizschwelle.

Finde sie in Dir , lokalisiere sie und lerne mit ihr umzugehen, sie anzunehmen...

Im Kampfsport wäre sowas eher kontraproduktiv, versuch doch mal einen Judokurs da lernst Du sowas ....
 

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