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Hilfe bei Freundschaft mit Borderline Erkrankung

So ihr lieben!
Ich würde gerne nocheinmal alles zusammenfassen. Für mich selbst um ein wenig zu reflektieren.

Die letzten Tage waren emotional wirklich extrem intensiv für mich. Ich war wütend, traurig, verletzt, erleichtert, verwirrt – alles gleichzeitig. Und ich habe gemerkt, wie sehr ich mich an diesem einen Gegenstand festgebissen habe, weil er für mich eben nicht „nur ein Spiel“ war, sondern symbolisch für viel mehr stand: gemeinsame Momente mit meiner Mama in schweren Zeiten, Halt, Nähe, ein Stück Sicherheit.

Aber durch eure Antworten – auch die kritischen – habe ich gemerkt, dass ich etwas Entscheidendes unterscheiden muss: Der emotionale Wert liegt in den Erinnerungen. Nicht im Gegenstand.

Und ja, ich habe ihr inzwischen ein großes Paket mit all ihren Sachen zurückgeschickt – sogar Geschenke, die ich im Laufe der Freundschaft bekommen habe. Das war keine perfekte oder besonders elegante Entscheidung. Es war eine Kurzschlussreaktion. Aber es war ehrlich. Ich wollte einen klaren Schnitt. Nichts Offenes mehr. Keine Restverbindungen.

Und wisst ihr was?
Es hat mir tatsächlich geholfen.

Nicht, weil es dramatisch war. Sondern weil ich damit für mich gesagt habe: Ich steige aus.

Ich glaube inzwischen, dass ich das Spiel loslassen werde. Nicht, weil es unwichtig ist. Sondern weil ich nicht möchte, dass mein innerer Frieden an einem Objekt hängt. Wenn ich es neu kaufe, dann nicht aus Trotz. Und wenn ich es nicht tue, dann auch nicht aus Stolz. Sondern weil ich gelernt habe, dass Abschließen nicht von einem Gegenstand abhängt.

Vielleicht war mein starkes Festhalten daran auch ein letzter Versuch, etwas „gerecht“ zu machen. Aber Gerechtigkeit bekomme ich hier vermutlich nicht mehr. Und das ist okay.

Mir hat dieser Austausch hier wirklich geholfen – selbst die unbequemen Antworten. Ihr habt mir unterschiedliche Perspektiven gezeigt, und genau das hat meinen Blick geweitet.

Ich bin tatsächlich ruhiger geworden. Und auch wenn noch nicht alles leicht ist – ich fühle mich klarer.

Tausend Dank an euch alle. Wirklich.

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!

Sobald es nochmal Neuigkeiten gibt, lass ich Euch gerne daran teilhaben.
 
Ich glaube inzwischen, dass ich das Spiel loslassen werde. Nicht, weil es unwichtig ist. Sondern weil ich nicht möchte, dass mein innerer Frieden an einem Objekt hängt. Wenn ich es neu kaufe, dann nicht aus Trotz. Und wenn ich es nicht tue, dann auch nicht aus Stolz. Sondern weil ich gelernt habe, dass Abschließen nicht von einem Gegenstand abhängt.

stark, du wirst die Freundschaft demnächst innerlich komplett abschließen können.

Ich würde an deiner Stelle das Spiel neu kaufen, wenn es deiner Mutter in schwierigen Zeiten Spaß und Freude gibt. Zum Glück ist es ja noch erhältlich.
Es wäre nur sehr blöd wenn es das Spiel nicht mehr zu kaufen gibt, aber ist ja zum Glück nicht der Fall.
Kauf es einfach neu, dann kannst du komplett abschließen mit der ganzen Sache.

Dein Rückzug aus der "Freundschaft" ist der einzige richtige Weg, so ein Drama ist auf Dauer absolut ungesund.

Und du hast noch was draus gelernt, man verborgt keine Dinge, die einen sehr hohen emotionalen Wert für einen haben. Da ist Drama immer vorprogrammiert. Dinge die einem am Herzen liegen verborgt man nicht, Punkt aus.
 
TEIL 1


Guten Tag!


Ich stecke aktuell etwas in der Krise und hoffe sehr auf einen Austausch aus dem ich einige Dinge mitnehmen kann. Zu mir selbst: Ich leide an keinerlei psychischen Erkrankungen, wofür ich wirklich sehr sehr dankbar. Meine Mama ist allerdings schwer depressiv und pflegebedürftig und meine beste Freundin ist an Borderline inkl. regelmäßiger SV erkrankt. Sie ist nicht in Behandlung.

Um die Beziehung zu meiner besten Freundin geht es auch. Aufgrund meines Berufs (Pflege) und meinen beiden Angehören (Mama und Oma) zuhause, welche beide ebenfalls Pflegebedürftig sind, hatte ich mit meinen knapp 30 Jahren eigentlich nie Freunde. Ich fand es nie schlimm. Ja, das Leben ist schon recht anstrengend, aber ich habe eine tolle Beziehung zu den beiden und ich mag mein Leben so. Ich war schon immer eher Einzelgänger und mag es auch gern allein zu sein. Dachte ich zumindest. Denn meine Gefühlslage als ich meine jetzige beste Freundin kennengelernt habe hat sich verändert.


Wir haben uns vor knapp 8 Monaten kennengelernt ( sie ist knapp 10 Jahre jünger). Wir haben uns online über etwas ausgetauscht, merkten schnell das wir auf einer Wellenlänge sind und in Nachbarstädten wohnen und haben uns dann relativ schnell getroffen und es hat einfach perfekt gepasst. Sie hat von Anfang an offen über ihre Erkrankung gesprochen und das sie vor unserem ersten Treffen 7 Jahre das Haus nicht verlassen hat. (sie musste die Schule abbrechen und hat seitdem selbst einen Pflegegrad und kann nicht arbeiten und lebt bei ihrer Mama). Mich hat es nicht gestört, auch wenn ich noch keine Erfahrungen im Thema mit Borderline habe, aber aufgrund meiner Situation Zuhause kannte ich zumindest aus, wenn es ums Thema Depressionen geht usw. Relativ zu beginn unserer Freundschaft rief sie mich an, als sie einen SV Rückfall hatte. Wollte ihrer Mama das nicht wieder zumuten. Für mich selbstverständlich. Hab mir sie gepackt, in die Notaufnahme. Und danach mit zu uns genommen und aufgemuntert. Sehr schnell danach benannte sie mich als „beste Freundin“ und wie sehr sie mich mag und das wir für immer beste Freunde bleiben werden. Zu meiner Mama und Oma sagt sie „Mama“ und „Oma“, weil wir ja eine Familie sind. Ruft meine Mama auch an um mit ihr zu quatschen usw. Ich muss sagen, dass ich es am Anfang sehr mochte, auf so platonische Weise geliebt zu werden. Ich hatte nie eine beste Freundin und fand das Gefühl toll. Gleichzeitig hab ich mich erdrückt gefühlt. Sie wollte ein Schlüssel für unser Haus und immer wenn ich mit Mama und/oder Oma was zu tun hatte oder Unternehmen wollte „Kann ich mit? Warum nehmt ihr mich nicht mit?“ und wenn ich dann geschrieben habe, dass wir gerne etwas Zeit für uns haben möchten kam dann direkt „Hasst du mich?“. Wenn ich mit Arbeitskollegen essen war, war ich immer einer Fragerei ausgesetzt, ob ich sie jetzt ersetzen würde.

Zu Beginn hatte ich deshalb ernsthaft überlegt die Freundschaft zu beenden. Weil es mir zuuu viel war. Ich hatte versucht es ihr jedes mal zu erklären, aber leider hat es nicht funktioniert. Verletzen wollte ich ihre Gefühle eben auch nicht. Seit unserer Freundschaft ist sie offener geworden. Traut sich alleine raus und all dies. Das hat dazu geführt das sie noch andere Freunde gefunden hat, was für mich eine sehr große Erleichterung war. Wir waren immer noch beste Freunde, aber ich war nicht mehr der Hauptmittelpunkt ihres Lebens, was mir sehr gut getan hat. Jetzt hat es sich für mich wie eine perfekte Freundschaft angefühlt. Dann hat sie sogar ihre erste Liebe kennengelernt und alles ist perfekt. Er wohnt zwar am anderen Ende von Deutschland, aber beide besuchen sich regelmäßig, was für mich auch mal ganz nett ist, wenn sie 2 Wochen bei ihm ist. Dort kommt es dann zur Abwechslung sogar mal vor, dass ich sie sehr vermisse und etwas traurig bin, das wir heute noch nicht geschrieben haben. Find ich total schön!

Was die anderen Seiten dieser tükischen Krankheit so ist, sind u.a. diese starken Gefühlsschwankungen. Dass sie immer ihre schlechte Laune an mir auslässt. Man den Therapeuten ersetzt und auch diese Unzuverlässigkeit. Wir planen oft Dinge zusammen. Entweder ihre oder meine Idee. Planung ist bei mir sehr wichtig, damit ich für zuhause Ersatzpflegepersonen finden kann usw. Alles eine Frage der Organisation. Ich stecke immer viel Herzblut in die Planung und Freue mich immer riesig drauf. Und in 9 von 10 Fällen sagt sie dann kurzfristig ab. Das enttäuscht mich immer sehr. Ich weiß aber, dass es ihre Erkrankung ist, also schlucke ich es runter. Manchmal wenn ihre schlechte Laune mich sehr hart getroffen hat, habe ich ihr auch schon gesagt, dass es so nicht in Ordnung war und es mich verletzt hat und daraufhin hat sie sich entschuldigt und alles ist gut.


Ich dachte aufgrund der Tatsache das ich psychisch doch sehr stabil bin (dachte ich zumindest) komme ich gut mit der Freundschaft zurecht. Aber letztens habe ich leider einmal zu viel geschluckt und mir ist die Hutschnur geplatzt. Sie hat wieder etwas abgesagt, was mir sehr wichtig war und was ich lange geplant hatte und sie mehrmals zugesagt hat und versprochen hat das sie diesmal zu 100% dabei ist.
Du hast noch nicht erkannt warum es so ist, du so bist.
Was dir nicht gut tut, davon kannst du dich doch trennen.
Oft ist das schwerer, als man denkt.
Zunächst musst du erst einmal merken, was dich so belastet, dass es dir nicht gut tut.
Kannst ja nur den Ballast abwerfen für den du selbst verantwortlich sind.
Dass du auch dann nichts an deren Erkrankung ändern kannst, wenn du (mit-)leidest.
Wenn es dir massiv schlecht geht, weil du nicht einen Moment loslassen, dann stimmt etwas nicht.
Schau mal hier rein, wie das geht mit dem loslassen:
 
TEIL 1


Guten Tag!


Ich stecke aktuell etwas in der Krise und hoffe sehr auf einen Austausch aus dem ich einige Dinge mitnehmen kann. Zu mir selbst: Ich leide an keinerlei psychischen Erkrankungen, wofür ich wirklich sehr sehr dankbar. Meine Mama ist allerdings schwer depressiv und pflegebedürftig und meine beste Freundin ist an Borderline inkl. regelmäßiger SV erkrankt. Sie ist nicht in Behandlung.

Um die Beziehung zu meiner besten Freundin geht es auch. Aufgrund meines Berufs (Pflege) und meinen beiden Angehören (Mama und Oma) zuhause, welche beide ebenfalls Pflegebedürftig sind, hatte ich mit meinen knapp 30 Jahren eigentlich nie Freunde. Ich fand es nie schlimm. Ja, das Leben ist schon recht anstrengend, aber ich habe eine tolle Beziehung zu den beiden und ich mag mein Leben so. Ich war schon immer eher Einzelgänger und mag es auch gern allein zu sein. Dachte ich zumindest. Denn meine Gefühlslage als ich meine jetzige beste Freundin kennengelernt habe hat sich verändert.


Wir haben uns vor knapp 8 Monaten kennengelernt ( sie ist knapp 10 Jahre jünger). Wir haben uns online über etwas ausgetauscht, merkten schnell das wir auf einer Wellenlänge sind und in Nachbarstädten wohnen und haben uns dann relativ schnell getroffen und es hat einfach perfekt gepasst. Sie hat von Anfang an offen über ihre Erkrankung gesprochen und das sie vor unserem ersten Treffen 7 Jahre das Haus nicht verlassen hat. (sie musste die Schule abbrechen und hat seitdem selbst einen Pflegegrad und kann nicht arbeiten und lebt bei ihrer Mama). Mich hat es nicht gestört, auch wenn ich noch keine Erfahrungen im Thema mit Borderline habe, aber aufgrund meiner Situation Zuhause kannte ich zumindest aus, wenn es ums Thema Depressionen geht usw. Relativ zu beginn unserer Freundschaft rief sie mich an, als sie einen SV Rückfall hatte. Wollte ihrer Mama das nicht wieder zumuten. Für mich selbstverständlich. Hab mir sie gepackt, in die Notaufnahme. Und danach mit zu uns genommen und aufgemuntert. Sehr schnell danach benannte sie mich als „beste Freundin“ und wie sehr sie mich mag und das wir für immer beste Freunde bleiben werden. Zu meiner Mama und Oma sagt sie „Mama“ und „Oma“, weil wir ja eine Familie sind. Ruft meine Mama auch an um mit ihr zu quatschen usw. Ich muss sagen, dass ich es am Anfang sehr mochte, auf so platonische Weise geliebt zu werden. Ich hatte nie eine beste Freundin und fand das Gefühl toll. Gleichzeitig hab ich mich erdrückt gefühlt. Sie wollte ein Schlüssel für unser Haus und immer wenn ich mit Mama und/oder Oma was zu tun hatte oder Unternehmen wollte „Kann ich mit? Warum nehmt ihr mich nicht mit?“ und wenn ich dann geschrieben habe, dass wir gerne etwas Zeit für uns haben möchten kam dann direkt „Hasst du mich?“. Wenn ich mit Arbeitskollegen essen war, war ich immer einer Fragerei ausgesetzt, ob ich sie jetzt ersetzen würde.

Zu Beginn hatte ich deshalb ernsthaft überlegt die Freundschaft zu beenden. Weil es mir zuuu viel war. Ich hatte versucht es ihr jedes mal zu erklären, aber leider hat es nicht funktioniert. Verletzen wollte ich ihre Gefühle eben auch nicht. Seit unserer Freundschaft ist sie offener geworden. Traut sich alleine raus und all dies. Das hat dazu geführt das sie noch andere Freunde gefunden hat, was für mich eine sehr große Erleichterung war. Wir waren immer noch beste Freunde, aber ich war nicht mehr der Hauptmittelpunkt ihres Lebens, was mir sehr gut getan hat. Jetzt hat es sich für mich wie eine perfekte Freundschaft angefühlt. Dann hat sie sogar ihre erste Liebe kennengelernt und alles ist perfekt. Er wohnt zwar am anderen Ende von Deutschland, aber beide besuchen sich regelmäßig, was für mich auch mal ganz nett ist, wenn sie 2 Wochen bei ihm ist. Dort kommt es dann zur Abwechslung sogar mal vor, dass ich sie sehr vermisse und etwas traurig bin, das wir heute noch nicht geschrieben haben. Find ich total schön!

Was die anderen Seiten dieser tükischen Krankheit so ist, sind u.a. diese starken Gefühlsschwankungen. Dass sie immer ihre schlechte Laune an mir auslässt. Man den Therapeuten ersetzt und auch diese Unzuverlässigkeit. Wir planen oft Dinge zusammen. Entweder ihre oder meine Idee. Planung ist bei mir sehr wichtig, damit ich für zuhause Ersatzpflegepersonen finden kann usw. Alles eine Frage der Organisation. Ich stecke immer viel Herzblut in die Planung und Freue mich immer riesig drauf. Und in 9 von 10 Fällen sagt sie dann kurzfristig ab. Das enttäuscht mich immer sehr. Ich weiß aber, dass es ihre Erkrankung ist, also schlucke ich es runter. Manchmal wenn ihre schlechte Laune mich sehr hart getroffen hat, habe ich ihr auch schon gesagt, dass es so nicht in Ordnung war und es mich verletzt hat und daraufhin hat sie sich entschuldigt und alles ist gut.


Ich dachte aufgrund der Tatsache das ich psychisch doch sehr stabil bin (dachte ich zumindest) komme ich gut mit der Freundschaft zurecht. Aber letztens habe ich leider einmal zu viel geschluckt und mir ist die Hutschnur geplatzt. Sie hat wieder etwas abgesagt, was mir sehr wichtig war und was ich lange geplant hatte und sie mehrmals zugesagt hat und versprochen hat das sie diesmal zu 100% dabei ist.
Hallo @Brillenschlange,
hab jetzt von diesem Beitrag die Hälfte gelesen. Oh ja, das ist seitens der Freundin ein sehr übergriffiges und besitzergreifendes Verhalten. Hier geht es um Grenzen.
So, jetzt lese ich weiter.
 
... weiter geht's
,,Dass sie immer ihre schlechte Laune an mir auslässt. Man den Therapeuten ersetzt ..."
Also ich würde sagen, das würde ich beides nicht hinnehmen.
Den Therapeuten sollte kein Freund oder anderer Mensch in einer Beziehung ersetzen, das ist immer ungesund.

Du schreibst auch, dass Du Deine Enttäuschung über ihre Unzuverlässigkeit runter schluckst.
Ich finde, Gefühle in einer Beziehung auszusprechen/ mitzuteilen schon sehr wichtig, davon lebt ja so eine Freundschaft auch. Du bist ja nicht mit der Krankheit sondern mit dem Menschen befreundet.
Weißt Du, mir hilft sehr dieses Mantra:
Das Recht in Beziehungen ist Verhandlungssache. Jeder hat das Recht auf seine eigenen Gefühle & Wünsche und auch das Recht, diese mitzuteilen. Und jeder entscheidet selbst.
Ich denk halt, Du musst schauen, was Dir die Freundschaft gibt, ob Du am Ende mehr Enttäuschungen einfährst, als Du schöne Momente mit ihr teilen kannst?
 
So ihr lieben!
Ich würde gerne nocheinmal alles zusammenfassen. Für mich selbst um ein wenig zu reflektieren.

Die letzten Tage waren emotional wirklich extrem intensiv für mich. Ich war wütend, traurig, verletzt, erleichtert, verwirrt – alles gleichzeitig. Und ich habe gemerkt, wie sehr ich mich an diesem einen Gegenstand festgebissen habe, weil er für mich eben nicht „nur ein Spiel“ war, sondern symbolisch für viel mehr stand: gemeinsame Momente mit meiner Mama in schweren Zeiten, Halt, Nähe, ein Stück Sicherheit.

Aber durch eure Antworten – auch die kritischen – habe ich gemerkt, dass ich etwas Entscheidendes unterscheiden muss: Der emotionale Wert liegt in den Erinnerungen. Nicht im Gegenstand.

Und ja, ich habe ihr inzwischen ein großes Paket mit all ihren Sachen zurückgeschickt – sogar Geschenke, die ich im Laufe der Freundschaft bekommen habe. Das war keine perfekte oder besonders elegante Entscheidung. Es war eine Kurzschlussreaktion. Aber es war ehrlich. Ich wollte einen klaren Schnitt. Nichts Offenes mehr. Keine Restverbindungen.

Und wisst ihr was?
Es hat mir tatsächlich geholfen.

Nicht, weil es dramatisch war. Sondern weil ich damit für mich gesagt habe: Ich steige aus.

Ich glaube inzwischen, dass ich das Spiel loslassen werde. Nicht, weil es unwichtig ist. Sondern weil ich nicht möchte, dass mein innerer Frieden an einem Objekt hängt. Wenn ich es neu kaufe, dann nicht aus Trotz. Und wenn ich es nicht tue, dann auch nicht aus Stolz. Sondern weil ich gelernt habe, dass Abschließen nicht von einem Gegenstand abhängt.

Vielleicht war mein starkes Festhalten daran auch ein letzter Versuch, etwas „gerecht“ zu machen. Aber Gerechtigkeit bekomme ich hier vermutlich nicht mehr. Und das ist okay.

Mir hat dieser Austausch hier wirklich geholfen – selbst die unbequemen Antworten. Ihr habt mir unterschiedliche Perspektiven gezeigt, und genau das hat meinen Blick geweitet.

Ich bin tatsächlich ruhiger geworden. Und auch wenn noch nicht alles leicht ist – ich fühle mich klarer.

Tausend Dank an euch alle. Wirklich.

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!

Sobald es nochmal Neuigkeiten gibt, lass ich Euch gerne daran teilhaben.
Da ich mir eben die Zeit genommen habe deine ganze Geschichte zu lesen, wollte ich auch noch gerne was dazu sagen.

Was du geschrieben hast, war mir nicht fremd, ob aus eigener Erfahrung oder der Erzählung anderer.
Sowas kann einen sehr belasten oder sogar traumatisieren. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Erfahrungen mit anderen auszutauschen ist ein guter Schritt gewesen.

Ich denke, auch wenn es sehr schwer und herausfordernd war, so kann es auch einer Erfahrung sein an der man gewachsen ist.

Ich finde, dass du sehr gut im Bezug auf deine Grenzen und den Schutz deiner Familie gehandelt hast. Auch das zurückschicken all ihrer Sachen einschließlich der Geschenke, kann ich gut nachvollziehen.

Du hast die ganze Zeit so viel Rücksicht genommen und ich denke, da darf man dann zum Schluss auch mal an sich denken.
Es freut mich, dass es dir geholfen hat.

Die Gedanken um das Thema Gerechtigkeit sind interessant. Ich denke, die will man vorallem am Anfang, aber nach einiger Zeit kann er verfliegen und irgendwann kann daraus auch Vergebung werden. Den Gerechtigkeit zu bekommen, dass ist schwer und manchmal sogar unmöglich. Vergeben, dass liegt bei mir und ist möglich. Es ist nur eine Entscheidung.

Vergeben heißt nicht, dass du vergisst, oder das du sie wieder in dein Leben lässt. Es heißt nur, dass du es ihr nicht mehr nachträgst. Weil du genau dann Frei davon bist.

Ich finde du hast alles mögliche getan und dein Bestes gegeben.
Ich wünsche dir, dass du dich nun gut erholen kannst und zur Ruhe kommst.
 
Da ich mir eben die Zeit genommen habe deine ganze Geschichte zu lesen, wollte ich auch noch gerne was dazu sagen.

Was du geschrieben hast, war mir nicht fremd, ob aus eigener Erfahrung oder der Erzählung anderer.
Sowas kann einen sehr belasten oder sogar traumatisieren. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Erfahrungen mit anderen auszutauschen ist ein guter Schritt gewesen.

Ich denke, auch wenn es sehr schwer und herausfordernd war, so kann es auch einer Erfahrung sein an der man gewachsen ist.

Ich finde, dass du sehr gut im Bezug auf deine Grenzen und den Schutz deiner Familie gehandelt hast. Auch das zurückschicken all ihrer Sachen einschließlich der Geschenke, kann ich gut nachvollziehen.

Du hast die ganze Zeit so viel Rücksicht genommen und ich denke, da darf man dann zum Schluss auch mal an sich denken.
Es freut mich, dass es dir geholfen hat.

Die Gedanken um das Thema Gerechtigkeit sind interessant. Ich denke, die will man vorallem am Anfang, aber nach einiger Zeit kann er verfliegen und irgendwann kann daraus auch Vergebung werden. Den Gerechtigkeit zu bekommen, dass ist schwer und manchmal sogar unmöglich. Vergeben, dass liegt bei mir und ist möglich. Es ist nur eine Entscheidung.

Vergeben heißt nicht, dass du vergisst, oder das du sie wieder in dein Leben lässt. Es heißt nur, dass du es ihr nicht mehr nachträgst. Weil du genau dann Frei davon bist.

Ich finde du hast alles mögliche getan und dein Bestes gegeben.
Ich wünsche dir, dass du dich nun gut erholen kannst und zur Ruhe kommst.

Vielen Dank für deine ausführliche und einfühlsame Antwort und dass du dir die Zeit genommen hast, meine ganze Geschichte zu lesen.

Es tut gut zu lesen, dass meine Reaktionen und Entscheidungen für dich nachvollziehbar sind. Gerade die letzte Zeit war emotional wirklich sehr intensiv, deshalb hilft es mir sehr, wenn jemand von außen nochmal so ruhig darauf blickt.

Der Gedanke mit der Gerechtigkeit hat mich tatsächlich sehr beschäftigt. Am Anfang hatte ich stark das Gefühl, dass alles irgendwie „richtiggestellt“ werden müsste. Inzwischen merke ich aber auch, dass dieser Wunsch einen selbst sehr festhalten kann. Wobei ich zugeben muss, dass ich (noch) etwas an dem Wunsch nach Gerechtigkeit hänge und noch nicht ganz loslassen konnte bisher…

Dass Vergeben nicht bedeutet zu vergessen oder jemanden wieder ins eigene Leben zu lassen, sondern eher loszulassen, was man selbst mit sich herumträgt. Das ist ein Perspektivwechsel, den ich wahrscheinlich gerade wirklich brauche.

Ich merke dass ich etwas mehr auf mich selbst schauen muss und wieder zur Ruhe zu kommen muss.

Danke dir wirklich für deine Worte und deine Perspektive.
 
Vielen Dank für deine ausführliche und einfühlsame Antwort und dass du dir die Zeit genommen hast, meine ganze Geschichte zu lesen.

Es tut gut zu lesen, dass meine Reaktionen und Entscheidungen für dich nachvollziehbar sind. Gerade die letzte Zeit war emotional wirklich sehr intensiv, deshalb hilft es mir sehr, wenn jemand von außen nochmal so ruhig darauf blickt.

Der Gedanke mit der Gerechtigkeit hat mich tatsächlich sehr beschäftigt. Am Anfang hatte ich stark das Gefühl, dass alles irgendwie „richtiggestellt“ werden müsste. Inzwischen merke ich aber auch, dass dieser Wunsch einen selbst sehr festhalten kann. Wobei ich zugeben muss, dass ich (noch) etwas an dem Wunsch nach Gerechtigkeit hänge und noch nicht ganz loslassen konnte bisher…

Dass Vergeben nicht bedeutet zu vergessen oder jemanden wieder ins eigene Leben zu lassen, sondern eher loszulassen, was man selbst mit sich herumträgt. Das ist ein Perspektivwechsel, den ich wahrscheinlich gerade wirklich brauche.

Ich merke dass ich etwas mehr auf mich selbst schauen muss und wieder zur Ruhe zu kommen muss.

Danke dir wirklich für deine Worte und deine Perspektive.
Ich denke das dieser Wunsch nach Gerechtigkeit ganz normal ist und das du dir da auch Zeit lassen darfst. Wahrscheinlich wollte ich damit nur sagen, dass ich gelernt habe gut damit umzugehen und dir das auch möglich ist.

Darf ich fragen was es für ein Spiel war?
Ist es dir schon möglich gewesen es irgendwo zu bekommen?

Du hattest geschrieben das es am 09.03. für deine Mutter wieder in die Klinik geht. Ich hoffe, dass es ihr gut tut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke das dieser Wunsch nach Gerechtigkeit ganz normal ist und das du dir da auch Zeit lassen darfst. Wahrscheinlich wollte ich damit nur sagen, dass ich gelernt habe gut damit umzugehen und dir das auch möglich ist.

Der Wunsch Danach ist durchaus nachvollziehbar aber in den seltensten Fällen gibt es dann Gerechtigkeit wie man sich diese vorstellt.. somit muss man das akzeptieren.
Gut dass du das Nintendo Spiel endlich los gelassen hast.

Je mehr Zeit verstreicht desto weniger wird sie Platz in deinem Gedankengut einnehmen. Ich spreche aus eigener Erfahrung.
 

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