Und genau da kränkelt es. Mit einem flächendeckenden Mindestlohn ist es eben nicht getan, weil es dann eben die "nächst höhere" Verdienstgruppe wäre, welche sich (zurecht) beschwert und auf eine gesetzliche Regelung pocht.
Und es ist in der Praxis unlogisch zu behaupten, die Klofrau kann sich nun auf ihrem Mindestlohn ausruhen während der LKW Fahrer sich selbst bemühen muss und permanent in den Nahkampf mit seinem Arbeitgeber treten sollte. Das läuft so nicht, und deshalb war bereits meine Aussage: Der LKW Fahrer wird Klofrau!
Das Gehaltsgefüge muss nach der Einführung eines Mindestlohns immernoch passen - dessen sollte man sich bewusst sein. Ich könnte mir vorstellen, dass es genau diese Kettenreaktion ist, welche die ganze Thematik so schwierig macht.
Die Aussage von wishingwell aus dem Bauch heraus, zeigt ganz deutlich welche Tendenz das Ganze nach Einführung eines Mindestlohns sofort nehmen würde:
"Ich würde aber sagen das nicht der Lohn der Klofrau zu hoch ist sondern der Lohn des LKW-Fahrers zu niedrig.
Sollte da nicht der Fahrer um mehr Lohn kämpfen?"
Und genau das, würden die LKW Fahrer genauso sehen. Im übrigen dann im Anschluss der kleine Verwaltungsangestellte, der mittelständige Buchhalter, der Abteilungsleiter und so weiter...
😉
Die Thematik ist unter Anderem deshalb so schwierig, weil wir verschiedene Maßstäbe für den Wert der Arbeit anlegen!
Mir stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage:
" Mit welchem Recht wird denn die Lebenszeit die eine Klofrau in den Dienst ihrer Mitmenschen stellt als weniger wertvoll eingestuft, als die Lebenszeit, die ein LKW - Fahrer, ein Beamter, ein Bankangestellter oder ein Arzt verbraucht?
Meiner Ansicht nach sollte es einen allgemein gültigen Maßstab für den Wert einer menschlichen Arbeitskraft geben, der sich ausschließlich an der verbrauchten Lebenszeit orientiert - ganz unabhängig davon, welche Dienste ein Mensch für seine Mitmenschen verrichtet.
Und dieser Maßstab muss derart ausgelegt sein, dass jeder Mensch der seine Lebenszeit in den Dienst einer Firma, einer Behörde, einer Umweltschutzorganisation, einer sozialen Einrichtung etc. stellt, vom dem Gegenwert für die von ihm investierte Zeit, in angemessener Weise am gesellschaftlichen Miteinander teilnehmen kann.
Erst darüber hinaus sollte sich der Wert seiner Arbeit zusätzlich noch an der Produktivität und dem gesellschaftlichen Nutzen orientieren, den ein Mensch durch seinen Arbeitseinsatz aufgrund seiner Persönlichkeit, seiner Qualifikation und seiner Position innerhalb eines Struktur zu leisten in der Lage ist.
Die aktuell gehandhabte Lohnpolitik liegt begründet in der Definition der menschlichen Arbeitskraft als Produktionsfaktor im Dienste der Wirtschaft.
Eine zukunftsorientierte Lohnpolitik sollte jedoch in einer Definition von menschlicher Arbeit als individueller Entfaltungsraum in einer dem Menschen dienenden Wirtschaft begründet liegen.....