Bei einer derart gewaltigen Investition, die Du lebenslang vermutlich nur einmal bestreiten kannst, gilt es meiner Ansicht nach, das Pferd von hinten herum aufzuzäumen.
Man nimmt dazu an, dass alles falsch läuft was möglich ist und versucht, vieles auszuschließen.
Geht man davon aus, das alles richtig läuft, gibt es halt keinen Plan B und man fällt auf die Nase.
Als erstes muss überhaupt mal ein Grundstück her.
Man beschäftigt sich dazu mit der Gegend und seiner Vergangenheit und Zukunft .
So kann man ein bisschen ausschließen, dass man in Thüringen auf Salzstöcken baut die ausgewaschen werden und sich zwangsläufig Erdfälle ereignen, dass man im Ruhrgebiet über ehemaligen Zechengeländen baut, die im Weltkrieg zwar weiter betrieben aber nicht dokumentiert und verfüllt wurden, dass man in einem Tal mit einem Bach baut der ab und zu mal 2m höhere Wasserstände aufweist, dass man in Küstennähe auf 2 Meter über Normal-Null kauft - aber der Meeresspiegel anschwillt, dass ehemalige Bewohner des Dorfs das Gelände als Müllkippe nutzten ( wie hier in der Nähe), dass die Gegend als Erdbebenzone ausgewiesen ist und Mehrpreis für die Statik anfällt, welche Dachlasten bei Schnee zu erwarten sind, und so weiter.
Danach muss die Kommune das Gelände als baureif beplant haben, Aussergebiete oder Ackerland fallen oft wegen des Verbotes der Zersiedlung der Landschaft weg.
Das Gelände muss erschlossen sein, die Erschließung muss bezahlt sein.
Ansonsten drohen, weil Rechnungen der Erschließung noch nicht angefallen sind und erst später Laternen und Bürgersteige erstellt werden, Nachzahlungen des Eigentümers, der ab Kauf in Kosten und Lasten eintritt.
Hat man dann etwas gefunden, so geht es um die dort genehmigte Ausrichtung des Hauses und um die Höhe des Grundstücks bzw ob aufgefüllt werden darf. Die letzten und nur wenigen Unwetter zeigen klar auf, dass künftig grosse Wassermassen in kurzer Zeit herab regnen werden, jedoch muss das Wasser abgeführt werden oder darf wegen der Höhe auf gleicher Lage mit der Umgebung dennoch nicht ins Haus dringen.
Eigentümer, die dies hier in der Gegend berücksichtigt haben, bauten wie auf einer kleinen Insel und brauchen keine Feuerwehr, die den Keller auspumpt.
Sie haben auch keine Rückschlagklappe im Abwasserkanal, in dem sich eine Ratte festsetzen kann sondern befolgen den Rat der Kommune, ein Hebewerk einzusetzen. So pumpen sie ggf Abwasser über das Niveau des Kanals , welches dann dort hinein abfließt. Folglich kann bei einem Rückstau kein Wasser vom Kanal ins Haus kommen.
Weiterhin besitzen sie eine Rigole für Regenwasser und sparen lebenslang die Regenwasserentsorgungsgebühren .
Die Ausrichtung und die Dachneigung richten sich nicht nach dem Hausverkäufer sondern der Dachneigungswinkel und die Größe der Fläche richten sich nach der aufgebauten Fotovoltaik, damit ein optimaler Einstrahlwinkel zu Leistung führt. Bestenfalls IST die Fotovoltaik das Dach, da sie zum einen integriert ist und zum anderen kein hitzestau zwischen Dach und Anlage auftritt. Denn der senkt - wie auch Verschattung -die Leistung erheblich.
Keller braucht niemand, der alt und gebrechlich werden möchte, der unbeheizte Nutzräume bzw eine Garage direkt an seinem Haus anbaut und dadurch den Energieverbrauch senkt, der keine Lust auf kostenintensive Feuchtigkeitsisolierungen unterhalb der Bodenplatte hat. Altersgerecht wäre eher ein ebenerdiger Bau mit wenigster Aussenfläche ( Wärmeverlust), eigentlich also eine Kugel.
Besser ist es, 500 € je qm Land mehr zu zahlen als für 3000€/qm Kellertreppen zu kaufen. Einfach ausrechnen, was billiger kommt, was sich auf Dauer als angenehmer darstellt.
Vom Grundriss her geht es (mit) darum, was man wo nutzen möchte. Bad, Flur und Schlafzimmer gehören nach Norden, Küche und Bad wegen der Leitungen nebeneinander. Abwasser sollte nicht einmal komplett um das Haus herum geführt werden müssen sondern auf kürzestem Weg heraus führen. Da bei uns nach erst 60 Jahren mehrfach Verstopfung auftrat, würde ich tatsächlich heutzutage den Abwasserkanal in ein separates Leerrohr verfrachten und entsprechende Schächte vorsehen. Man kann dann später die Leerrohre auch anderweitig nutzen um etwas einzuziehen.
Im Haus selber würde ich fiktiv erst Möbel aufstellen, zB die Küche. Deren Platzbedarf gibt den Raumbedarf vor und dieser die Größe des Hauses.
Wir haben übrigens zuhause damals in jeden Raum Türen eingebaut, die seit 60 Jahren nicht einmal geschlossen wurden.
Die Kosten hätte man sich sparen können: ich hab heute nur noch drei Türen im ganzen Haus.
Leider geht der Trend heute zu unglaublich viel Wohnkomfort, der: bezahlt werden will.
Für sinnvoll halte ich es zB , Rolläden zum einen nicht elektrisch und zum anderen gar nicht anzubringen, weil sie dann nicht kaputt gehen können. Man kann aber vieles vorsehen und später erst realisieren und legt die Leitungen bereits.
Für überaus wichtig halte ich es heutzutage, dass beim Bau eine perfekte Dokumentation jedes Gewerkes angefertigt wird, und dies auch permanent überwacht wird. So kann man später probremlos anhand von Referenzpunkten jede Leitung, und von wo sie nach wo hingeht, nachvollziehen.
Einem franchise-Geber würde ich mich nie freiwillig ausliefern, denn der ist, wie Erfahrungsberichte zu Deinem Anbieter aufzeigen, nicht greifbar und verdient nur mit.
Jeder Architekt liefert besser als ein Hausplaner, der keine persönlichen oder regionalen Bedürfnisse berücksichtigt.
Handwerker müssen zwingend eine Bürgschaft für ihr Gewerk hinterlegen. Sind sie erst mal pleite, kommt der nächste und muss mühsam nachvollziehen, wie weit der vorherige war - und übernimmt für dessen Leistung natürlich keine Verantwortung.
Grundsätzlich sieht es wegen des Ukraine Krieges so aus, dass es zB wegen vieler Produkte (aus der ehemals billigen Ukraine) wie Holz, Energie, Papier zu hohen Preissteigerungen gekommen ist, die natürlich als Aufschlag eingepreist werden. Der Markt findet aber Alternativen, daher gibt es Bedenken, in der jetzigen Situation zu teuer zu kaufen.
Ich würde daher mit einem bindenden Vertrag noch warten und die Zeit in massive Vorbereitungen investieren.
An Deiner Stelle würde ich auch überlegen, ob Du bei deinem Einkommen 15 Euro die Stunde heimbringst, oder ob Du es schaffst, Gewerke selber herzustellen, die Dich sonst drei bis vier mal soviel kosten. Wenn Du dreimal so langsam wie ein Profi bist, ist es immer noch von den Ausgaben so, dass Du genau so gut arbeitslos sein kannst und selbst machst, was Du Dir zutrauen würdest.
Nicht umsonst kann man bei Boels alles mögliche mieten und baggert sich seinen Vorgarten und die Einfahrt halt selber.