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Hat jemand ein paar gute Gedichte oder Zitate parat?

Freiraum

Jedes Mal
wenn ich jetzt an dich denke
entsteht in meinem Kopf
ein freier Raum
ein Art Vorraum zu dir
in dem sonst nichts ist

Ich stelle fest
am Ende jeden Tages
daß viel mehr freier Raum
in meinem Kopf
übrig gewesen sein muss
als ich sonst glaubte

Erich Fried
 
"Ein Dichter ist ein Mensch, der sehr ausgelassen und tieftraurig sein kann, der leicht aufbraust und leidenschaftlich liebt - ein Mensch, der tief empfindet, der Rührung und Mitleid kennt. Und genauso sind auch die Kinder. Ein Philosoph ist ein Mensch, der sehr gründlich nachdenkt und unbedingt wissen will, wie alles wirklich ist. Und wiederum, genauso sind die Kinder auch. Kindern fällt es schwer, auszudrücken, was sie empfinden und woran sie denken, weil man das alles in Begriffe fassen muss. Und schreiben ist noch viel schwerer. Aber Kinder sind ihrem Wesen nach Dichter und Philosophen ..."

J.Korczak
 
Hallihallo, ist Dein Büchlein schon voll? 🙂
Wenn nicht, dann möchte ich gern meinen Beitrag dazu beisteuern..

Die wachsende Freude am Alleinsein und Zusammensein mit mir selbst hat mich zu diesem Gedicht inspiriert:


Erwachende Selbstliebe ©

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?
Ganz still hör’ ich tief in mich rein.
Sehr leise vernehm’ ich ein Läuten,
so als wäre ich nicht mehr allein!

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?
Hellwach fühl’ ich tief in mich rein.
Kein and’rer kann es mir deuten,
nur ich, ich weiß es allein!

Ich weiß nicht, was soll Dir das bringen?
Mein EGO fragt dieses ganz hart.
Zwei Stimmen sind fortan am Ringen;
eine fordernd, die andere ganz zart…

Doch ich weiß, was es bedeutet;
das EGO hat Angst vor Verlust!
Es glaubt, die Zeit sei vergeudet
und alle Liebe endet im Frust.

So weiß ich, was es mir bringt,
mich auf mein Gefühl zu verlassen!
Dann spür’ ich, wie’s in mir singt;
Mein Wesen ist dann völlig gelassen
und irgendwie seltsam beschwingt…

So weiß ich, wenn ich selbst mich liebe,
dann gibt es nichts auf der Welt,
dass mich aus der Fassung triebe,
sei’s Angst, noch Neid, noch fehlendes Geld.

So weiß ich, bleibe ich selbst mir treu,
kann ich lieben, wen ich will!
Freu’ mich immer wieder auf’s Neu,
dass die Angst dann ganz wird still…


Alles Liebe an euch alle
Willow
 
-Es ist Zeit für dieses Feuer -
Ich bin alt!
-Älter als ich die Liebe!
-Fünfzig Januare übersteigt
sie, diesen berg!
-Älter als die Liebe:
Alt wie der Schachtelhalm, die Schlange,
Älter als Livlands Bernstein,
Als Geisterschiffe älter,
Steine - als Meere....
Doch in der brust das Weh
ist älter als die Liebe, älter noch als sie

Marina Zwetajewa
 
Ein Mann fand das Ei eines Adlers und legte es in das Nest einer Hinterhofhenne. Das Adlerjunge schlüpfte mit der Kükenbrut und wuchs mit ihnen auf.

Sein Leben lang tat der Adler, was die Hinterhofhühner auch taten, denn er dachte, er sei ein Hinterhofhuhn. Er scharrte auf der Erde nach Würmern und Insekten. Er gluckste und gackerte. Und schlug mit den Flügeln, um ein paar Meter in die Luft zu flattern.

Die Jahre vergingen, und der Adler wurde sehr alt. Eines Tages sah er weit über sich am wolkenlosen Himmel einen prachtvollen Vogel, der anmutig und majestätisch auf dem kräftigen Wind dahinsegelte, und dabei kaum die großen goldenen Schwingen bewegen musste. Der alte Adler sah in ehrfürchtigem Staunen auf. "Wer ist das?" fragte er.
"Das ist der Adler, der König der Vögel", sagte sein Nachbar. "Er gehört dem Himmel. Wir gehören dem Boden - wir sind Hühner."
So lebte und starb der Adler als Huhn, denn er war das, wofür er sich hielt.

(Anthony de Mello)
 
Das Gift

Der Wein verwandelt oft die schmutzigsten Spelunken
In Schlösser voller Märchenpracht,
Und Säulenhallen er vor uns erstehen macht
Aus rotem Dunst und goldnen Funken,
Wie eine Sonne, die versinkt in Nebelnacht.

Das Opium weitet aus, was ohne Grenz' und Schranken,
Es dehnt die Unermesslichkeit,
Es höhlt der Wollust Rausch, vertieft das Meer der Zeit,
Und mit Genüssen, schwarzen, kranken
Macht es die Seele übervoll und weit.

Nichts aber gleicht dem Gift aus deinen grünen Augen,
Den tiefen Seen, drin gramerfüllt,
Verzerrt und zitternd malt sich meiner Seele Bild,
Aus denen durstige Träume saugen
Die tiefe Bitternis, die Qualen weckt und stillt.

Nichts aber gleicht dem Gift, dem Gift von deinem Munde,
Das in mir wühlt und mich verzehrt,
Die Reue tötet und schamlos Vergessen lehrt,
Den Wahnsinn träufelt in die Wunde
Und mit dem irren Geist taumelnd zur Hölle fährt.


Charles Baudelaire
 
"Ich glaube, dass Religionen, Ideologien und politische Systeme alle von Menschen gemacht wurden.
Um ein wirklich sinnvolles Leben zu führen, muß man nicht an Religionen, Ideologien oder politische Systeme glauben, wenn man von tiefem Mitgefühl und Liebe für alle anderen Lebewesen motiviert ist."


Dalai Lama
 
Grüne Berge zeugen weiße Wolken,
Weiße Wolken sind die Kinder der Berge.
Weiße Wolken hängen Tag für Tag umher;
Die grünen Berge stört dies wenig.

Tongshan Liangjie
 

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