Ich als ehrenamtliche Mitarbeiterin bin oft neidisch mit welchen Delikatessen unsere Kunden nach Hause gehen.
😕😕😕
Bei uns wird nichts abgegeben was mehr als 2 Tage abgelaufen ist und jedes Stück Gemüse und Obst wird in die Hand genommen und Welkes und Gammeliges aussortiert.
Pfeu deibel für so einen Kommentar.
julala
Du hast einen ganz schön unverschämten Ton drauf. Pfui deibel dich mal lieber selbst!!!
Ich kenne einige Frauen, die zur Tafel gehen und eine der Frauen begleite ich öfter. Ich kann bestätigen, was Catherine schreibt.
Ich habe oft genug Gemüse und Obst von der Tafel aussortiert, um zu wissen, dass man die Hälfte davon wegschmeißen muss, weil es verwelkt ist. Die Bananen kann man höchstens einen vielleicht noch zwei Tage liegen lassen. Das gleiche gilt für Mandarinen. Da hast du ein ganzes Netz Früchte, die du alle an einem Tag essen musst, sonst wirfst du am nächsten nämlich alles weg. Die Lebensmittel sind zum Teil schimmelig und vergammelt. Manches wandert gleich in die Tonne.
Was die von dir erwähnten Leckerbissen angeht. Erst mal werden die oft von den HelferInnen (Freiwillige aus Haushalten, wo wenigstens einer gut verdient!) aussortiert und die nehmen die Sachen dann mit nach Hause. Die Klauerei ist gang und gäbe, das höre ich öfter. Das mag bei euch anders sein und das ehrt euch, aber es gibt nicht wenig HelferInnen, die sich sagen, wenn sie schon Zeit investieren, haben sie auch ein Anrecht auf solche Kleinigkeiten.
Eine Bekannte von mir bekommt übrigens regelmäßig Sushi. Auch einer von den tollen Leckerbissen. Und nun sag du mir, wie sie damit zwei hungrige Jungs satt kriegen soll! Mit rohem Fisch? Sie rollt das Sushi auf, wirft die Algen weg, den Rest brät sie in der Pfanne an. Das ist dann ihr Mittagessen. Bevor sie den Kindern von den wertvollen Lebensmitteln was wegisst ... So muss sie sechs Karotten nicht durch drei sondern nur durch zwei teilen.
Oder die teuren Südfrüchte. Ich gehöre zu den Leuten, die sich keine Maracuja leisten können. Und? Soll ich deswegen neidisch sein? Denk mal drüber nach, um wie vieles zweckmäßiger ein Apfel ist, den die Mutter den Kindern mit in die Schule geben kann.
Es mag ja sein, dass du in irgendeiner Luxusstadt wohnst, wo die Tafel kein Darben kennt. Die Lage ist aber in den meisten Städten eher angespannt. Ich bekomme regelmäßig mit, dass sie überall zu wenig Lebensmittel haben und wenn man 60,70 oder gar 80 Leute satt kriegen muss, bekommt derjenige am Ende der Schlange naturgemäß nur noch Allmosen. Trotzdem stehen sich die Frauen drei oder vier Stunden die Beine in den Bauch, um fünf Joghurt und einen toten Salat zu bekommen.
Du arbeitest vor Ort und bekommst die Realität dieser Menschen immer noch nicht mit und erzählst hier irgendwas von "da bin ich ganz neidisch". Sowas schockiert mich. Was soll man zu so viel Ignoranz sagen? Über deinen Delikatessen-Satz komme ich gar nicht weg. Da kannst du auch gleich sagen: "Sie haben kein Brot? Dann gebt ihnen doch Kuchen!".
Du musst die Leute nicht beneiden. Ich habe einen Tipp für dich. Nimm dir den teuren Ziegekäsetaler mit nach Hause. Leg dafür einen Block Gouda in den Korb. Dir gefällt die Maracuja? Nimm sie mit! Leg lieber drei Äpfel in den Korb. Damit tust du den Menschen wirklich was Gutes! Damit bekommt man nämlich eine Familie über die Woche satt.
Bei dir merkt man, dass du wohl wahllos einpackst, aber noch nie eine solche Tüte ausgepackt hast und versucht hast für eine Woche mit den Lebensmitteln die Ernährung zweier Kinder zu planen.
Noch eins: Was das Ablaufdatum angeht, so gibt es strenge Richtlinien vom Gesetzgeber. Auch die Tafeln dürfen schlicht und einfach keine Lebensmittel ausgeben, die länger als soundsoviele Tage über dem Datum liegen. Das hat nichts mit Menschenliebe zu tun.
Ich finde, in deiner Position sollte man eigentlich verstehen, in welcher Notlage die Menschen stecken, denen man hilft. Worum geht es dir eigentlich? Willst du helfen? Oder willst du dich toll darstellen? Man redet doch mal mit den Menschen, die einem da wöchentlich gegenüber stehen! Bei dir kommt aber leider nichts anderes als Arroganz rüber. 🙁
Tuesday