Ich zumindest für meinen Teil bewerte Menschen nach ihrer Art, ihrem Charakter und ihren Interessen etc. und nicht nach ihrem Beruf. Und das ist auch der Ausschlaggebende Punkt, ob ich wen sympathisch finde oder nicht und das war nie anders.
Wenn einer sich nur mit mir abgeben will, weil ich wegen nem Job mehr Kohle habe, auf so nen Kontakt könnte ich verzichten. Wenn der Arbeitende mal arbeitslos wird, was bringen ihm dann seine ganzen falschen Freunde.
Na was hat man für eine Art, wenn man arbeitslos ist?
Man kann sich seine meisten Unternehmungen zeitlich so einplanen: komm ich heute nicht komm ich morgen.
Das ist ganz anders, als wenn man eine zielgerichtete Verantwortung hat. Daraus erwachsen schon ganz andere Bewegungen und auch andere Gesichtszüge, die - sich über kurz oder lang? nee nee: mit der Zeit in - das Gesicht prägen.
Irgendwie verändert sich im Laufe der Zeit das Wesen der Person "Langzeitarbeitsloser". Immerhin sind seit der Wende 23 Jahe vergangen. An dem Ablauf ändern 3, 4 ABMs oder 2-3 Bildungsmaßnahmen nichts.
Ich hatte auch mal einen Coach - er war sehr motiviert und euphorisch mir Mut zu machen, er war überzeugt, daß es an mir liegt, daß ich keine Arbeit hätte: eine Frau, wie ich, findet Arbeit.
Da ich aber die objektiven Ursachen kannte, wußte ich, daß ich mir keine Hoffnung machen brauche -
trotzdem: ich stieg bewußt voll auf seine Erfolgsschiene, habe getan was ich konnte und
habe, die mir angebotenen Bildungsmöglichkeiten voll ausgeschöpft und
übererfüllt.
Eines Tages bereitete er mich auf ein ernstes Gespräch vor in dem er mir dann die Gründe nannte, warum Vermittlungsversuche scheiterten, so, als hätte ich ihm das nicht schon vor Monaten gesagt.
Ich drückte ihm mein Bedauern darüber aus, habe
nicht gesagt: das habe ich doch gleich gesagt.
Wenigstgens hat es ihm die Begründung für seinen gutbezahlten Job gebracht. Wohingegen ich den Verdacht habe, daß man mit solchen Aktionen den arbeitslosen (meist älteren Frauen) ein schlechtes Gewissen einreden will/kann/soll? - jedenfalls könnte man hinterher wiederum einen Psychotherapeuten mit seiner eigenen Person Arbeit verschaffen.
Das
sind unwiderlegbar: Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
- Der Arbeitsargenturmitarbeiter vermittelt zum Coach.
- der Coach versucht zu vermitteln
- der Coach hat ein Büro-Haus für viele Coachs, dafür braucht man Möbel also:
Arbeitsbeschaffung für Möbelbauer und
Transporter für alle möglichen Sachen wie PC-Technik und Aufbau der Technik
und er braucht ne Sekretärin/ weitere Mitarbeiter, Heizöl, Reinigungskräfte für die Büros usw. usw. Immerhin.
Von den 30 Frauen sind vielleicht 2 (etwas jüngere) vermittelt worden, ob nur befristet, weiß ich nicht.
Wieviele der Frauen nun resistent blieben und keinen Psychologen oder sowas brauchten, weiß ich leider auch nicht.
Es gibt aber noch andere Arbeitsagentur-Finanzierungs-Geldverschiebungen zum Beispiel zu den Verleihfirmen . . . das kann sich jeder selber denken?
Aber naja, das gehört alles zum demokröti- nein, es heißt demokr
atischen BRD-System.
Und alle machen mit.
Auch ich.
Trotzallem sehe ich, daß wir viel öffentliche Gelder einsparen könnten, weniger Material vergeuden (was nun: könnten/müßten) ach, ich weiß: würden, weniger Müll verbrennen würden. . . vielleicht könnte man so eine Wirtschaft doch etwas besser mit . . . aber nein, fast hätt ich ein böses Wort gebraucht: Planwirtschaft, das ist ja kommunistisch und verschrieen.
Planwirtschaft ist ja kein Zauberwort, aber
ohne Plan kann man nicht wirtschaften. Sehen wir ja: an der EU.
vG Gelinda
Bitte nicht als Abwertung der Arbeitlosen betrachten - ich bin selber einer!