Jemand NICHT kennenlernen wollen, bedeutet, dass du etwas IN DIR nicht kennenlernen willst.
Nein, da gibt es gar keinen Zusammenhang. Diese Person ist eine fremde Person, mit der ich vorher keinen Kontakt hatte. Noch nie gesehen, noch nie geschrieben oder gesprochen.
Die Tatsache, dass wir beide dieselbe biologische Mutter haben, ändert daran nichts. Genauso gut könntest du verlangen, mich mit jedem Fremden auf der Straße anzufreunden und wenn ich das verneinen, sagen, dass ich etwas in mir kennenlernen will.
Was hat der Fremde auf der Straße mit meinen Inneren zu tun?
Was hat dieses fremde Mädchen mit meinen Inneren zu tun?
Nichts.
Hast Du sie jemals gefragt,was WIRKLICH damals passiert ist,
womit ihr "Dich-Verlassen" zusammenhing?
Vielleicht hatte sie keine Alternativen?
Du kannst ja Recht haben...vielleicht IST sie so niederträchtig.
Hast Du Angst,daß es GANZ ANDERS war--- und Du irrtest bisher?
Ihr seid GARANTIERT alle Opfer eines "irren Psychopathen"-so oder so.
Für manche Sachen ist es nie zu spät.
DAS kannst Du mir echt mal glauben.
Was soll schon großartig passiert sein?
Mein Vater war ein Psychopath, sie allerdings ebenfalls, und er hat sie terrorisiert. Irgendwann hatte sie die Schnauze voll und ist gegangen. Dennoch, man verlässt seinen Partner und nicht seine Kinder.
Wieso wurde meine kleine Schwester mitgenommen, aber nicht wir? Wieso gab es in all den Jahren keinen Versuch der Kontaktaufnahme?
Wieso schreibt sie mir eine dermaßen lockere E-Mail?
Wenn ich meine Kinder verlassen würde und nach knapp 20 Jahren gäbe es die Möglichkeit, einen Brief zu schicken bzw. eben diese Mail, dann schreibe ich doch keine lockeren zwei Sätze, so, als wäre ich ein entfernter Bekannter oder ein Nachbar, den man zwar täglich grüßt, mehr aber auch nicht.
Weißt du, ich lösche ja grundsätzlich meine Mails nie, ich habe ja genug Speicher. Hier ist der Text:
"hallo (mein Name),
ich dachte ich schreibe dir auch mal,und wenn du interesse hst kannst du ja zurückmailen.
ich würde mich freuen.
lg.(ihr Name)"
Mein Name war übrigens falsch geschrieben. Und das war kein Flüchtigkeitsfehler, es war ein Fehler, der mir wohl bekannt ist. Ich habe ja einen ausländischen Namen und wenn die meisten Menschen meinen Namen zum ersten mal hören, machen sie genau diesen Fehler.
Das muss man sich mal vorstellen!
Die Frau, die mich geboren hat und danach zwei, drei Jahre aufgezogen hat, kann meinen Namen nicht schreiben und macht denselben Fehler, wie Menschen, die mich gerade erst kennengelernt haben!
Um es kurz zu machen: Es ist mir egal.
Ich spüre da nichts, weder positiv noch negativ. Ich rege mich mehr über die Dreistigkeit auf, nicht über das, was passiert ist. Es ist passiert, Vergangenheit. Daran kann man nichts ändern.