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Häusliche Gewalt

Marina253

Neues Mitglied
Hallo,
ich bin weiblich, mitte 20 und stehe kurz vor Entbindung meines ersten Kindes.
Mein Partner (Vater des Kindes) hat sich regelrecht zum Albtraum entwickelt. Wir sind nicht verheiratet. Zugegebenermaßen war er noch nie die einfachste Person. Ohne ihn in Schutz nehmen zu wollen, hat er ein hartes Leben hinter sich. Ich denke, dass ist der Grund für seinen manchmal schwierigen Charakter. Aber natürlich ist das keine Entschuldigung. Es ist meine erste Beziehung. Seit ich 16 bin, führen wir diese nun. Da ich aus ähnlichen Verhältnissen komme, haben wir schnell Sympathie füreinander entwickelt und uns gegenseitig unterstützt. Dadurch entstand Liebe. Irgendwann zog ich in seine Stadt, ganz allein und ohne jemand anderen dort zu kennen. Wir führten auf engstem Raum eine Beziehung. Genauer gesagt in einem einzigen Raum und das 4 Jahre lang. Das muss man auch erstmal schaffen nicht wahr? Es lief auch ziemlich lange gut. Außer die üblichen Streitereien alles gut. Dann kümmerte ich mich um eine größere Wohnung. Wir zogen dort ein und es ging schnell los mit dem Gezanke. Er hatte beruflich Niederlagen erlebt und wurde davon runtergezogen. Aber auch dies hielt sich im Rahmen mir gegenüber. Wir wünschten uns beide ein Baby nach ca.6 Jahren Beziehung. Heirat war mir nie wichtig. Deshalb kam es nie dazu. Naja das Baby ließ lange auf sich warten. 3 Jahre um genau zu sein. Es war eine Tortur. Ich hatte starke selbstzweifel. Die Stimmung war angespannt. Gerne wurden diese Selbstzweifel dann auch mal im Streit gegen mich verwendet. Alle um mich herum bekamen Kinder. Ich litt sehr darunter und war sehr labil. Mein Partner wurde dadurch irgendwie immer dominanter und aggressiver. So als ob ihn meine Labilität anspornen würde, mich noch labiler zu machen. Das hab ich aber in dem Moment natürlich nicht gecheckt. Er beleidigte mich übel. Mit allem was man sich vorstellen kann. Drohungen und Beleidigungen per Nachricht oder persönlich so viele, ich kann garnicht mehr sagen, was er noch nicht zu mir gesagt hat. Er machte mich nieder. Ab und an warf er Dinge auf mich, schubste mich, schlug mich. Eher selten aber es kam vor. Natürlich nahm dadurch auch die Lust ab. Ich habe aber mich nie getraut, nein zu sagen. Er ist ein Meister der Manipulation. Ich wette, würdet ihr ihn kennenlernen, ihr würdet ihn toll finden. Er kann so gut schauspielern, dass selbst Leute um uns herum, mich für die verrückte hielten. Er dreht alles wie er will. Ich lernte jemanden kennen. Wir verstehen uns gut. Er versteht meine Gefühle und hat immer ein offenes Ohr. Er hat Gefühle für mich das weiß ich. Aber es kam nie zu irgendwas. Denn obwohl ich wie Dreck behandelt werde und selbst von ihm schon total belogen und betrogen wurde (was er bis heute abstreitet) könnte ich niemals selbst betrügen. Also reden wir nur und geben uns Ratschläge. Er ermutigte, mich zu trennen, mich dabei zu unterstützen, aber genau als ich wirklich so weit war, passierte das, womit ich nach drei Jahren nicht mehr gerechnet hatte… ein positiver Test. Ich dachte echt das kann nicht wahr sein. Wieso jetzt? Durch die Schmierblutung habe ich garnicht gemerkt, wie weit ich schon war. Wegmachen war keine Option mehr… hätte ich auch niemals übers Herz bringen können. Anfangs freute er sich riesig. Er war total glücklich und wie ein neuer Mann. Liebevoll, wie am Anfang. Und dann mit den Wochen nahm es aber immer weiter ab. Er fing wieder an mich zu beschimpfen, redet mich schlecht, hilft mir nicht, kommt nie zum Arzt mit, keine Interaktion mit dem Bauch, Besorgungen hab ich alle allein gemacht, Möbel allein aufgebaut… im Streit heißt es immer: du verdienst das. Du sollst solche Erinnerungen an deine Schwangerschaft haben usw. Im nächsten Atemzug ist er reumütig und entschuldigt sich. Dann heißt es, er ist halt nervös hat auch Angst vor das was kommt und dann brennen die Sicherungen durch. Ich wäre zu fordernd und würde Druck machen. Dabei erwarte ich mittlerweile nichts mehr. Ich frage nicht mehr ob er mitkommt zum Arzt, weil er es letztendlich nicht macht. Das verletzt mich sehr. Er droht mir das selbe auch bei der Geburt zu machen. Ich habe schrecklich Angst vor der Geburt. Familie habe ich nicht mehr.. schwieriges Thema… Freunde hab ich keine. Hat er alle weggetrieben von mir. Ich habe nur ihn in dieser Stadt. Ich habe Angst. Schwanger… wie soll ich das allein schaffen? Finanziell ist es so schon schwer. Und dann alleine? Jetzt hochschwanger? Wo soll ich denn hin? Zumal er im Falle einer Trennung mir das Leben zur Hölle machen wird. Wie kann ein Mensch dich angeblich so lieben und gleichzeitig so grausam zu einem sein? Ich bin sowieso grad emotional nicht so stabil durch die Ängste vor der Geburt, durch die Hormone, alles stresst mich. Ich verstehe, dass es für einen Mann auch viel macht im Kopf, wenn ein Kind erwartet wird. Da entwickeln sich bestimmt auch Ängste… aber diese Unsicherheit in Wut zu wandeln und an mir rauszulassen kann doch nicht die Lösung sein. Mittlerweile schweige ich nur noch. Ich lebe wie ein Geist. Kein Mucks mache ich. Ich mache alle mit mir allein aus. Wenn er mich beleidigt oder bespuckt reagiere ich garnicht erst. Ich denke die ganze Zeit nur daran, mich dem Baby zu liebe, nicht aufzuregen. Wenn er laut wird, gehe ich eine Runde spazieren. Danach ziehe ich mich zurück ins Schlafzimmer und bleib da allein. Manchmal mehrere Tage. Ich habe Angst, mich zu viel aufzuregen und zu stressen. Deswegen bin ich einfach ruhig und überlege, was ich tun kann, wenn die Geburt gewesen ist und ich sowohl körperlich als auch psychisch wieder mehr Kraft habe.
Ich weiß, soviel Text… und irgendwie helfen kann man mir nicht. Aber vielleicht ist jemand in der gleichen Situation… dann bist du nicht allein. Soviel steht fest. Und irgendwie müssen wir es auch schaffen, ein glückliches Leben zu haben.
Gute Nacht
 
A

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Re: Häusliche Gewalt
Hallo Marina253,

schau mal hier:
Häusliche Gewalt. Hier findest du vielleicht was du suchst.
Hallo Marina,
erst Mal wünsche ich dir alles Gute für die Geburt deines Kindes und dass du es schaffst, einen Weg aus dieser Situation zu finden.
Was du schreibst, klingt sehr besorgniserregend.
Ich möchte dir einen Gedanken da lassen: Du schreibst, was du nach der Geburt tun kannst.
Aus eigener Erfahrung und der Erfahrung im Freundeskreis habe ich es so erlebt, dass Veränderungen in der Schwangerschaft schwer sind. Veränderungen mit einem Neugeborenen sind fast unmöglich. Auch wenn es dir jetzt möglicherweise als große Erleichterung scheint, wenn das Kind zur Welt kommst, wirst du danach einige Monate nur für das Baby leben.
Die Frage, die du dir ernsthaft stellen solltest, ist, ob das die Umgebung ist, in der dein Baby seine erste Monate oder Jahre verbringen soll? Traust du dem Mann zu, sich um dein Kind zu sorgen? Wie wird sich wie Angst vor der Trennung entwickeln, wenn das Baby da ist? Kinder können durch das Erleben häuslicher Gewalt am Partner ebenfalls traumatisiert werden.
Das wird alles noch schlimmer werden. Daher wäre meine Empfehlung, deinem Baby zuliebe, jetzt die Trennung vorzubereiten. Wo kannst du hin, dass er dich nicht findet? Gibt es ein Frauenhaus, das einen Platz hat? Im besten Fall auch in einer anderen Stadt. Und dann so durchziehen, dass er keine Möglichkeit hat, dich aufzuhalten.

Nach der Trennung bist du besonders gefährdet, dass die etwas passiert. Aber wenn du bleibst, wird sich eine Abwärtsspirale entwickeln und du und dein Kind sind ebenfalls gefährdet in der Nähe des Mannes zu bleiben.

Es gibt eine ganze Menge Beratungsangebote zu solchen Situationen. Wenn möglich, solltest du diese wahrnehmen, denn diese Leute dort sind für solche Situationen ausgebildet. Die können dir genauer beschreiben, wie du dich am besten verhalten solltest.

Ihr seid nicht verheiratet, wurde die Vaterschaft schon vor der Geburt anerkannt? Und habt ihr das gemeinsame Sorgerecht? Falls nicht, wäre das hilfreich für deine Situation, denn dann kannst du eher alleine entscheiden, wohin du mir dem Kind gehen möchtest (soweit ich weiß)..

Noch eine Empfehlung zur Geburt: vielleicht ist ein hebammengeleiteter Kreißsaal etwas für dich? Generell hat mir das Thema, mich mit dem Ablauf der Geburt zu befassen, auch die Angst ein bisschen gekommen. Wenn du es dir finanziell leisten kannst, könnte auch eine Doula etwas für dich sein.

Weil Betroffene häuslicher Gewalt häufig denken "Soo schlimm ist es doch gar nicht": Doch, es ist schlimm. Was du beschreibst, ist kein normaler Umgang. Sei es dir selbst und dem Kind wert, aus dieser Situation zu entkommen ❤
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerne wurden diese Selbstzweifel dann auch mal im Streit gegen mich verwendet. Alle um mich herum bekamen Kinder. Ich litt sehr darunter und war sehr labil. Mein Partner wurde dadurch irgendwie immer dominanter und aggressiver. So als ob ihn meine Labilität anspornen würde, mich noch labiler zu machen. Das hab ich aber in dem Moment natürlich nicht gecheckt. Er beleidigte mich übel. Mit allem was man sich vorstellen kann. Drohungen und Beleidigungen per Nachricht oder persönlich so viele, ich kann garnicht mehr sagen, was er noch nicht zu mir gesagt hat. Er machte mich nieder. Ab und an warf er Dinge auf mich, schubste mich, schlug mich.
Warum lässt du das zu?
 
Das liest sich ganz, ganz schlimm.

Wenn du für dich nicht gehen kannst, geh für dein Kind.

Soll dein Kind in so einem Elternhaus aufwachsen? Welches Rollenbild lebst du vor? Und was, wenn er das Kind auch beleidigt, bespuckt, schlägt? Stell dir das vor und triff eine Entscheidung für euch. Für ein gutes Leben.

Ich wünsche dir wirklich alles erdenklich Gute.


... nimm alle Hilfsangebote wahr, die du bekommen kannst. Freunde, Familie, Beratungsstellen, Kirche usw.
 
Schwanger… wie soll ich das allein schaffen? Finanziell ist es so schon schwer. Und dann alleine? Jetzt hochschwanger? Wo soll ich denn hin?
Wenn ich ein Zimmer mehr hatte, ich würde dich sofort aufnehmen.
Mir erging es ähnlich, nur ohne Gewalt und Beschimpfungen. Aber ich sah das Wohl meines Kindes in Gefahr durch cholerische Anfälle des Vaters.
Im knapp 9. Monat wäre ich am liebsten schon gegangen. Aber da konnte ich kaum noch was alleine machen.
Ich verstehe, dass du Angst hast. Als Frau ist man hochschwanger total verletzlich und abhängig von anderen.
Als mein Baby 6 Monate alt war, kam ich bei meiner Mutter im Gästezimmer unter.
600km entfernt vom Vater. Wir waren auf Besuch und ich blieb einfach da. War natürlich ein riesen Drama, aber aus beruflichen Gründen musste der Vater wieder zurück.

Meinst du, du kannst bei ehemaligen Freunden fragen ob sie dir Starthilfe geben? Erst mal weg von der Gewalt.
Mutter zu werden ist eigentlich etwas schönes, ich würde es mir von so einem Depp nicht versauen lassen.
Bist du in einem Vorbereitungskurs für Schwangere? Evtl deine Geschichte dort ansprechen?

Ein Frauenhaus ist natürlich auch eine Möglichkeit. Dort wärst du auch nicht allein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei so einer Vorgeschichte würde ich sagen, nach der Entbindung gleich in ein Mutter-Kind-Heim, die beste Absprungmöglichkeit. Denn bei der Dauerbelastung mit einem Kind, das Ansprüche stellt, zu unmöglichen Zeiten unruhig wird und was Babys sonst so alles tun, zahnen, nach vollen Windeln duften etc., rasten Männer vom Schlag Deines Partners ganz schnell aus. Die monatelange sexuelle Unlust die nach einer Geburt völlig normal ist wird dazukommen. Und selbst wenn Du keinen Mucks mehr zu machen wagst, das Kind wird sich darum nicht scheren und Du wirst ihm auch nicht ständig den Mund zuhalten können, würde mich daher nicht wundern wenn der gereizte KV seinen Frust irgendwann am Kind ausläßt. Ich frage mich ohnehin warum Du Dich nicht längst getrennt hast, dann wäre auch keine Schwangerschaft eingetreten. Ein Kind macht in so einer von Gewalt dominierten Partnerschaft nichts besser, im Gegenteil.
 
OMG, das klingt furchtbar.
Kannst du dich nicht einmal bei pro Familia beraten lassen, bevor du endgültig in diesem Drama versumpfst? Spontan würde ich sagen trag die Vaterschaft nicht ein und lass dich bloß nicht auf gemeinsames Sorgerecht ein. Du hast dann zwar keinen Anspruch auf Unterhalt, aber du wärst frei dein Kind zu nehmen und an anderer Stelle ein neues Leben anzufangen. Und genau das würde ich tun. Es hält sich nichts in deiner Stadt, Familie und Freunde hast du keine. Also was hast du zu verlieren?! Nichts! Hingegen zu gewinnen viel! Vertrau dich jemandem an.. Caritas oder wie gesagt pro Familie. Du musst dich an die Hand nehmen lassen, dann wird es leichter zu gehen.
Wenn dein Kind erst auf der Welt ist bist du nicht mehr nur für dich verantwortlich, sondern auch für das Kind. Kinder schreien, sind nervig - das ist alles ganz normal. Wer sich so wenig unter Kontrolle hat, der wird sehr, sehr wahrscheinlich auch vor einem Kind nicht Halt machen.
 
Von diesem Mann würde ich mich trennen.
Er misshandet dich seelisch.

Lass dich hier beraten..

 

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