Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Hänge fest - Selbstläufer war einmal

Kenne deine Situation aus ähnlichem oder noch schlimmeren Erleben, seit der Wende in Deutschland bis zur selbst gewählten, fast genötigten geminderten Altersrente hatte ich ca. 20 verschiedene Arbeitgeber, meist Bildungsträger, hatte immer nur befristete Jobs von Monaten bis auch mal 2 Jahren, war dazwischen arbeitssuchend. Ich war gezwungen trotz Studienabschlüsse, mich durch die atypisch befristeten unsicheren Jobs immer neu zu orientieren, nicht abzuwarten, was geht oder nicht geht, stand in der Pflicht, mich bei laufender Arbeit auch nebenbei um neue Jobs zu bemühen. Dazu oft weites Pendeln, Familie, nicht wenige Probleme eben in der Vereinbarkeit Familie und Beruf, meine Frau musste auch sehr oft ihren Arbeitsort wechseln, um den Job nicht zu verlieren. Sind nun froh, dass diese schwierigen unsicheren Jobzeiten vorbei sind und nahmen die schikanösen geminderten Altersrenten als auch Erlösung an.
 
Ich war jahrelang fest eingebunden durch unseren Fußballverein. Wir sind nach jedem Spiel was trinken gegangen, waren an den Wochenenden oft weg, sind um die Häuser gezogen und hatten so eine Art Stammkneipe. Über den ein oder anderen hat man auch mal neue Leute kennengelernt.

Irgendwann, glaube das war tatsächlich auch so um Corona rum, wurde das weniger. Ich habe mir vorher nie Gedanken darüber gemacht, wie ich neue Leute kennenlernen kann, man lernte die einfach kennen. Irgendwann dann halt nicht mehr.

Der Fußballverein existiert noch, aber die Mannschaft bei uns hat sich weitgehend aufgelöst, der eine ist umgezogen, der andere hat Kinder bekommen, der andere ist gesundheitlich nicht mehr in der Lage. Um die Häuser zog man auch nicht mehr irgendwann und mittlerweile gehts mir ähnlich, ich hab den Verein verlassen, weil es dermaßen zerstreut ist.

Das war ein betonfester Freundeskreis, so dachte man. Also selbst sowas kann sich ändern, wie man sieht. Einige meiner Freunde von damals sind dermaßen familär geingespannt, dass sie nicht mal mehr zum Geburtstag kommen. Naja, ich hab auch keine Lust, ständig 100km irgendwo hin zu fahren, einige sind weggezogen und haben keinen Bock mehr mich zu besuchen, wenn das ganze irgendwann einseitig läuft, lässt man es einschlafen.

Ich glaube Corona hat unseren gesellschaftlichen Egosmus hervorgebracht. Deutlich mehr als die Politik das wahr haben wollte. Klopapier, Trockenhefe und Nudeln, die Gesellschaft hat gezeigt, dass sie sich mehr isoliert und zur Familie zurück zieht. Es wurde gerade bei den Ausgangssperren und Schließungen der Gastronomie mehr zuhause gemacht und viele sind dabei geblieben. Durch den Personalmangel haben Preise in der überlebenden Gastronomie gewaltig angezogen, während viele den Job verloren haben und allgemein die Lebenskosten zugelegt haben. Daher treffen sich viele daheim im Kreise der Familie oder Freunde, da kommt man schwer rein.

Ich zb wurde irgendwann garnicht mehr eingeladen, als die ersten engen Freunde Kinder bekamen, ist man als kinderloser "abgehängt", wie es hier so schön heißt, was ich nicht so empfinde, aber so verändert sich in der Tat der Kreis. Ob das dann wirklich noch Freunde sind.....weiß ich nicht. Eher nicht.


Die sind schon offen für Neues, jedoch eher mit Blick auf Heirat und Familiengründung.
Stimmt doch garnicht, der Single Markt boomt, sieh dir Verpackungen an, Reiseangebote und den Wohnungsmarkt. Der Trend geht zum Single Haushalt. Kinderlos dazu. Weshalb glaubst du, ist derzeit die Angst um den späteren Engpass an Arbeitskräften so groß.

Das sind sehr neue, aufregende Erfahrungen.
Ach ja? Sowas kann auch nur jemand daherschwätzen, der scheinbar nicht in der Situation ist. Aufregend? Wenn das alles so spannende neue aufregende Erfahrungen sind, wieso lassen sich soviele scheiden, sobald die Kinder auf dem Weg oder noch klein sind? Gerade weil es alles andere als das ist, es ist eine absolute Zerreissprobe.

Ab einem gewissen Alter kassiert man Körbe, wenn man Frauen angräbt. Was mit 25 noch niedlich ist, wirkt mit 40 peinlich.
Du vergisst, dass derjenige, der mit 25 Jahren irgendwie auf diese und jene Art und Weise angesprochen hat, auch älter und reifer wird. Oder schließt du von dir auf andere, dass man mit 40 immernoch dort steht wo man mit 25 stand und in der Disko oder dem Club rumhängt und auf die Liebe seines Lebens wartet? Sowohl man selbst reift als auch die Umstände und das Umfeld ändern sich.

Das nennt man "hängengeblieben", fürchte ich.
@LFM
Wer ist denn jetzt hängengeblieben? Woran machst du das fest? Private Situation, Familieäre Situation, Berufliche Situation? Finanzielle....wohnliche? Wann genau ist man denn "abgehängt"?
 
Ich war eher immer schon ein "Ewig Suchender".
Man kann das natürlich auch als "Hängen Gebliebener" betrachten.
Denn wer ewig sucht, kommt - genau wie ein Hängen Gebliebener" auch ebefalls nirgends an.

Tja, ändert am Problem nichts..
Ich habe keine Lösung außer vielleicht: Sich immer wieder schöne Momente im Leben gönnen. Das ist auch ein Ziel. Und das kann man sich immer wieder vor Augen führen.

Und: Reisen. Es gibt da schon noch ein paar Orte auf dieser Welt, die ich mir gerne einmal anschauen würde.

Vielleicht ist der Sinn des Lebens ja, dass man sich immer wieder Ziele setzt, die man selbst als erstrebenswert erachtet.

Ich schweife ab...
 
Vielleicht ist der Sinn des Lebens ja, dass man sich immer wieder Ziele setzt, die man selbst als erstrebenswert erachtet.
Das ist ein guter Ansatzpunkt.

Lieber TE...wenn du das Gefühl hast,du bist hängen geblieben,es läuft nicht mehr von alleine,dann ist das ein guter Punkt zu überlegen.
Was willst du genau?
Was möchtest du anders?
Was kannst du dafür tun?
In der Regel ändert sich nichts,wenn man nicht selbst etwas ändert.
Du hängst fest?
Reiß dich los!
Setze dir Ziele und versuche sie zu erreichen!
 
Hey an Alle,
ich lese hier seit einiger Zeit mit und glaube, die Probleme ähneln sich, wobei jedes Schicksal wiederum individuell ist. Ich habe jetzt den letzten Pinselstrich in meiner Eigentumswohnung getan, der Umzug ist fertig und ich bin endlich zuhause. Älter Bude, recht klein mit 60qm aber immerhin "Mein". Ich hab einen sicheren Job, mit dem ich gut verdiene, öffentlicher Dienst, stinklangweilig, komische Kollegen (Neid, Eifersucht, unsinniger Konkurrenzgedanke, Gerüchtebrodeln,.....), zu denen ich dank Home Office seit Anfang des Jahres zum Glück wenig Kontakt haben muss, das war vorher anders.

Ich hatte eine ähnliche Situation schon mal, 2017 habe ich einen sicheren Job verlassen, habe mich mal treiben lassen, hatte diverse Jobs, auch im öff. Dienst, aber befristet, mit viel Action, u.a. war ich auch in der Privatwirtschaft für 1 Jahr, wir hatten dort viel Spaß mit den Kollegen, jeder Tag war inhaltlich abwechslungsreich, man lernte ständig neue Leute kennen und ich erinnere mich an ein Meeting, bei dem eine Kollegin einer anderen Firma meinte "Du musst doch lediglich die Hand ausstrecken, und hast fünf Frauen an jeder hängen". Ich erinnere mich an diesen Satz, weil sie ihn mir später noch mal per Whatsapp schrieb 2020 und ich neulich diese ur-alte Nachricht las und mir denke "Wie kam sie damals auf sowas", es läuft bei mir alles andere als rund und von selbst. Oder war das vielleicht einmal?

2017 ging gerade meine vier Jahre dauernde Beziehung vorbei, es ergab sich bei mir aber ständig etwas Neues, ohne Zutun, ohne Online irgendwo angemeldet zu sein, einfach im Fitness Studio gewesen, neue Kurse besucht, mal beim Einkaufen jemanden getroffen, irgendwie stand ich ständig mit jemandem in Kontakt, wobei man dazu sagen muss, das Meiste mit Bestand ergab sich einfach über den Job, über den ich einfach viele Menschen, auch Frauen, kennengelernt habe. Zu einigen dieser Leute, meist aber Männern, habe ich bis heute einen Draht und wir treffen uns ab und zu mal.

In den letzten Zügen der Pandemie 2021 habe ich den Job gewechselt, bei dem ich bis heute hängen geblieben bin, solide, gut verdienend, langweilig. Ein geschlossener Kreis, Arbeiten 3 Tage von daheim, 2 Tage im Büro, man trifft maximal 5 Leute dort, alles Leute, die absolut nicht auf meiner Linie und Wellenlänge liegen, teilweise deutlich jünger als ich aber verbittert und frustriert, da sie recht wenig im Einstiegsgehalt verdienen, teils befristete Verträge haben und sich irgendwie mehr vom Leben versprochen haben. Ich halte mich fern von diesen Leuten, nachdem ich gemerkt habe, wie die drauf sind. Feiern, auch Weihnachtsfeiern meide ich.

Ich merke zunehmend, dass das leben seit Corona, seit dem Jobwechsel, seit diesem Einschnitt in die Gesellschaft, für mich auch anders ist. Es ist alles andere als ein Selbstläufer. Die wenigen Leute in meinem Umfeld melden sich von sich aus überhaupt nicht mehr, fragen nicht mehr nach wie es einem geht, zum Geburtstag erhält man mal hier oder mal da ein paar Glückwünsche und sonst hat sich alles ziemlich verlaufen.

Auch der Aufbau neuer Kontakte fällt mir deutlich schwerer, ich kassiere erheblich mehr Körbe, auch bei Frauen, aber auch in Bezug auf die Anbahnung neuer Kumpel-Kontakte, wo es früher auf gleiche oder vergleichbare Weise ein absolut Leichtes war, mit den Leuten außerhalb des Punktes, an dem man sie immer wieder mal traf, sie daheim auf ein Bier einzuladen oder mal zusammen weg zu gehen. Ich habe das Gefühl, seit 3-4 Jahren ist mein Umfeld mit einem Schlag extrem träge geworden. Entweder ich bilde mir das ein oder es ist etwas Anderes.

Jedenfalls muss ich sagen, hat sich extrem viel verändert seither. Ich hab natürlich auch versucht, neue Wege zu gehen, habe bei einem Sprachkurs um die Ecke mein Englisch aufgefrischt, was ja immer geht, aber der Trainer meinte, er habe den Kurs nur stattfinden lassen, weil er selbst mal wieder Lust drauf hatte, die Teilnehmerzahl von eigentlich 24 hat sich gerade mal auf 13 reduziert, von denen wiederum waren die meisten Pflichtteilnehmer vom Arbeitgeber für irgendwelche Zertifikate, ein geschlossener Haufen, der mehr gefehlt hat als anwesend war. Es hat Spaß gemacht, aber nur des Inhaltes wegen, nicht wegen den Leuten, die selbst nach dem Kurs keine Lust auf nur ein Wort zuviel hatten, sondern nur heim wollten. Am Ende saß der Kursleiter zum Abschluss mit mir und noch einer Teilnehmerin allein in der Kneipe, auf ein Abschlussgetränk.

Hat sich was verändert, hat sich die Gesellschaft verändert, bin ich nur lediglich hängen geblieben und mein Umfeld hat sich weiter entwickelt, ich hab keine Ahnung, jedenfalls merke ich, es ist verdammt schwer geworden.

Mein Job ist zwar langweilig, lässt mir aber finanziell und zeitlich große Freiheiten. Über einen Wechsel hatte ich mal nachgedacht, aber das wäre dumm jetzt zu der Situation, wo ich meine Wohnung noch ein wenig abtragen muss. Zumal es auch keine Garantie ist, dass der nächste Job wieder so abwechslungsreich mit guten Kollegen wird, wie der davor, der leider nur befristet war, weshalb ich auch raus bin.

Vielleicht hilft mir mal der Austausch mit Euch, wie ihr das so erlebt?

Ich war immer jemand, der super schnell Anschluss fand, vor 10 Jahren, vor 5 Jahren, aber seit einigen wenigen Jahren überhaupt nicht mehr, oder es fällt extrem schwer. Die Leute, so mein Eindruck, sind mit sich zu Gange und beschäftigt. Weniger offen für Neues.

Manchmal hilft ja auch das Re-Aktivieren alter Kontakte, dachte ich mir. Obwohl ich nie mit jemandem schlecht verblieben bin, habe ich einige meiner ehemaligen Freunde, Bekannte, Kollegen angeschrieben, einfach mal um zu hören wie es ihnen geht. Teilweise kam nichts zurück oder an der Art merkte man, dass sie kein Interesse haben am Kontakt. Mit zweien wollte ich mich treffen, der eine sagte kurz vorher ab, weil seine Freundin etwas mit ihm machen wollte, und den anderen hatte ich keine lust förmlich für ein Treffen zu überreden.
Ja gut, wegen WhatsApp und Co ist es viel einfacher geworden kurzfristig abzusagen. Und wenn Leute dann um 17 Uhr im Feierabend den Arbeitstag spüren, sich müde fühlen, dann ist die Verführung groß den Abend abzublasen. Erst recht mit steigendem Alter.
Ich glaube aber auch, dass es regional unterschiedlich ist. Ich wohne im Rheinland in der Nähe von Köln, und Leute aus Berlin oder so sind regelmäßig überrascht, um wieviel herzlicher bei uns der Umgang ist.
Umgekehrt habe ich von Leuten, die wegen der Liebe oder dem Beruf nach Berlin gezogen sind, gehört dass sie dort kaum Anschluß finden.
 
Ich war gestern Abend bei uns im Ort (33.000 Einwohner Stadt) spazieren und hab mir mal die Mühe gemacht, aktiv zu schauen, ob Freitag Abend was los ist. Bei uns sind viele kleinere Traditionsgaststätten weg, dicht gemacht, aber spätestens mit Corona haben sich unglaublich viele Shisha Bars angesiedelt und junge Leute sind kaum zu sehen, außer jenen in den Bars, aber das ist eher ein bestimmtes Publikum.

Wo sind die Leute? Daheim vermutlich. Ich bin schon vor Jahren aus dem Sportverein ausgetreten, weil immer weniger Leute unverbindlich kamen, nicht abgesagt haben, manchmal stand man sogar vor verschlossener Türe.

Es "trendet" das Gym, wo man jederzeit ohne Termin ohne Verbindlichkeit hin kann. Ich denke schon, dass es noch echte Freundschaften gibt, auch gewachsene Freundschaften. Aber "neue" echte Freundschaften gibt es kaum noch.

Eine Arbeitskollegin von mir macht mir die Moderne vor, sie hat alle paar Wochen eine neue "beste" Freundin, mit der sie plötzlich alles teilt, vom Urlaub bis zu sonst was. Das ist die moderne Welt. Ich glaube besonders oberflächliche Leute finden schneller neue Kontakte als jene, die sich tiefgründiig zerdenken.

Ich wohne auch in so einer anonymeren Ecke, Schlaf-Stadt nennt man das auch oder Trabantenstadt. Die Großstadt ist in dreißig Min erreichbar mit dem Wagen, hier gibt es wenig Infrastruktur, zumindest inzwischen nicht mehr, die Leute kommen nur um zu schlafen, gearbeitet wird in der Stadt.
 
Das letzte Mal, als ich dieses "Hängenbleiben" gefühlt hatte, "hing" ich 10 Jahre bald in einem Job fest, sicher, öffentlicher Dienst, man hatte sich eingerichtet.......naja, ich hab gekündigt, mir was actionreiches gesucht und dann gings rund. Da hatte ich so viel Stress, war im Dauerbetrieb und habe es bitter bereut, diese sichere Basis über Board geworfen zu haben, nur weil ich neue Herausforderungen gesucht habe.

Die suche ich heute auch noch, ich nehme mir auch immer Projekte vor, Sprache lernen, neue Sportart erproben usw. Ich mache Dinge nur noch der Sache wegen, nicht der Leute. Und wenn ich wohin gehe, der Leute wegen, dann schaue ich vorher sehr gezielt, worauf ich mich einlasse. Ich würde mir zb vorher einen Verein ganz genau ansehen, welche Altersgruppen sich dort aufhalten, wenn ich nicht wirklich nur des Inhaltes wegen hin gehen würde.

Eines ist klar. Wenn man Solo ist, oder auch zu zweit aber ohne Kinder, stagniert das Leben häufig zwischen 30-40. Das kommt bei denjenigen, die Kinder haben auch, wenn sie sich nicht vorher scheiden lassen, kommen sie spätstens mit 50 an den Punkt, wo die Kinder eigenständig werden. Oft mit dem Unterschied, dass sie ihre Interessen und Bedürfnisse über die Jahre verloren haben. Nicht selten kommt es dann auch zur Scheidung, weil über Jahre hinweg nur die Elternrolle gelebt wurde.

Also jedes Leben muss gefördert werden, kein Leben ist Selbstläufer.

Ich rate, Ziele zu setzen, weiter zu machen mit sich, sich selber fördern, nicht jammern.

Es gibt auch Online Apps für Events, bevor ich zum Beispiel alleine auf ein Event gehen würde, würde ich mich lieber online mit ein paar Leuten verabreden.

Erfahrungsgemäß ist es schwer, wenn man allein wohin geht, Kontakte aufzubauen, leider habe ich das auch über den Verein gemerkt, auch das war kein Selbstläufer.
 
Der Selbstläufer war bei mir was Freunde, soziale Kontakte betrifft, schlagartig vorbei nachdem ich nach dem Studium aus der Großstadt in meine kleine Heimat zurück gekehrt bin. Von einer 2 Millionen Stadt zurück in eine 15.000 Einwohnerstadt.

Ich hab damals den Zeitpunkt direkt nach dem Studium verpasst, den Standort zu wechseln, es war bequem, meine Eltern waren hier, mein Bruder war hier, man hatte immer jemanden für den Notfall.

Und dann war man "eingerichtet". Und kam nicht mehr weg. Während indes alle Schulkollegen weg gezogen waren oder Familie gegründet hatten etc. Zu den Studienkollegen, die teilweise 500km weg wohnten, habe ich heute kaum mehr Kontakt, zu Einzelnen noch, aber man sieht sich nicht mehr.

Nachdem ich mich lange Zeit gefragt habe, ob es mir alleine nur so geht, kam ich zur Einsicht, dass es zig Leuten so geht, nur man hört nichts von ihnen. Ich habe mir so gewisse Rituale angewöhnt, an Wochenenden, und an den meisten bin ich alleine, gehe ich abends spazieren. Ich sehe immer wieder mal einzelne Leute hier bei uns am Feldrand und denke mir: Was machen die alleine hier und vermutlich gehts denen so wie mir auch und anderen auch. Die gehen wenigstens noch raus, während sich andere wahrscheinlich daheim eingegraben haben.

Ich hab nach vielen Jahren den Mut gefasst und bin tatsächlich mal komplett neue Wege gegangen. Da man nicht alles parallel machen kann, ohne dass es stressig wird, bin ich neue Wege gegangen, während ich dann auch immer alte Wege verlassen habe. Vereinsleben habe ich durch, mich wieder abgemeldet, wenns zu nichts führte und das war meistens so. VHS Kurs....all so etwas. Immer mal Neues austesten ist mein Motto.

Was ich nicht mehr tue ist, den sicheren Job einfach mal so wechseln, das hab ich bitter bereut und zwei Mal bin ich komplett auf die Nase geflogen, weil ich dachte, dass das das Kernproblem ist. Dadurch hab ich mir dermaßen existenzielle Probleme geschaffen, dass ich zunächst wirklich keine anderen Probleme mehr hatte, nochmal brauch ich das nicht.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
Shorn Frohes Fest Ich 25

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben