Das kenne ich leider auch zur genüge. vom ersten langweiligen Ausnutztag im Büro an. auch ich habe mich morgends vor der Arbeit übergeben müssen. Ich kam gerade von der Sekretärinnenschule und wußte nicht, daß die Firma kurz vor der Pleite stand. Ich wurde nur eingestellt, weil das niemand wissen oder auf die Idee kommen sollte. Wirklich sinnvolle Arbeit gab es aber nicht für mich, nur das Abschreiben von uralten Listen, die kein Mensch mehr brauchte. Und ewig die Sprüche von den Eltern: "Durchhalten, durchhalten, nur ja nicht kündigen". Leben auf der Schmalspurbahn, nur noch für Rente und Sozialversicherung. Abends kam ich halbtotgelangweilt und übermüdet nach Hause, unfähig, dann noch etwas sinnvolles zu machen, ich hab nur noch geheult. Nach 2 Jahren habe ich entnervt gekündigt, was mir meine Familie sehr übel genommen hat. Leider habe ich in den 2 nachfolgenden Stellungen Ausnutze und Mobbing kennenlernen müssen. Als ich im Krankenhaus landete, wurde ich dann mal wach und hab ab da nur noch verweigert. Ich hatte was gespart und meldete mich auf einer Fernuni an. Ich bin jetzt im 4. Jahr meines Informatikstudiums und werde bald mit dem Bachelor abschliessen. Daneben habe ich nur einen Minijob, man soll nicht übertreiben...., der Rest muß eben vom Ersparten bezahlt werden. Was solls, das geht für eine gute Sache drauf. Daneben engagiere ich mich im Tierschutz, das sind Lebewesen, die wirklich Hilfe brauchen, das ist sinnvoller, als irgendeinem Ausbeuter die Taschen zu füllen. Seit diesem Richtungswechsel geht es mir viel besser. Was Familie und Bekanntenkreis dazu sagen, möchte ich hier nicht wiederholen. Aber ich denke, es ist viel Neid dabei, weil sie selber noch im Hamsterrad stecken, sich mit teilweise 3 schulpflichtigen Kindern am Heizungsrohr festgekettet haben und tatsächlich keine Möglichkeit haben, für sich selber das Steuer noch herumzureissen. Und was sie selber nicht geschafft haben, das hat gefälligst auch kein anderer zu schaffen, "eben nicht sein darf". Ich kann nur jedem, der sich so unwohl fühlt, wie teilweise oben geschildert, schnellstmöglich eine 180 Grad Kehrtwende durchzuplanen, oder mindestens 90. Im Hamsterrad zu verweilen nur für Rente und Sozialversicherung ist eine Einbahnstraße, die krank und hoffnungslos macht. Löffel-Liste anfertigen (alle Sachen aufschreiben, die man noch machen möchte, bevor man den Löffel abgibt) und eine Liste "Du hast noch eine Woche zu leben - was machst du" - diese Listen zeigen einem, worauf es wirklich ankommt, ich hab noch bei keinem gesehen, daß Ausnutze drunter war. Also, auf!