Hallo Leute!
Ich finde, dass in diesem Thread doch arg unsachlich diskutiert wird.
Wenn ich das richtig lese, dann handelt es sich hier um eine Frau (Tachi) mit einem Mann. Die zwei hatten irgendwann das Bedürfnis ein Kind zu zeugen und groß zu ziehen. Aus irgendwelchen Gründen sollte das nicht sein. Als das klar wurde, entschlossen sie sich, ein Kind zu adoptieren.
Bis dahin ist das doch eine ziemlich normale, ein wenig traurige Geschichte oder?
Es ist allgemein bekannt, dass das Adoptieren eines gesunden Kleinkindes nicht ganz unproblematisch ist. Zum einen müssen irgendwelche Behörden davon überzeugt werden, dass man dessen würdig ist. Zum anderen gibt es wesentlich weniger Kleinkinder, die zur Adoption freigegeben werden, als adoptionswillige Eltern.
Nun kann man sich die Frage stellen, ob Menschen, die tatsächlich ein unbehindertes Kleinkind adoptieren wollen, schlechtere Menschen sind, weil sie nicht bereit sind, ein Kind zu adoptieren, das entweder nicht mehr ganz klein ist (und meist auch bereits viele schlechte Erfahrungen machen durfte) oder behindert ist.
Bin ich eine schlechterer Mensch, weil ich gern selber ein Kind gebären möchte, anstatt eines zu adoptieren, das groß bzw. behindert ist?
Ich finde es schon ganz schön hart, wenn hier gefordert wird, darauf zu verzichten, ein Kind von Anfang an bzw. ein gesundes Kind groß zu ziehen.
Aber der größte Teil sind keine ganz jungen Kinder--- und keine "perfekten".
Die eine Adoption wirklich (lebenslang) bräuchten,sind die Kinder ab Kindergartenalter mit "Besonderheiten"---taub,blind,spastisch,mehrfachbehindert...
Liebe Micky, keiner sprach von perfekten Kindern. Aber muss ich, wenn ich kein eigenes Kind bekommen kann, mir vorwerfen lassen, dass ich kein behindertes Kind nehme?
Das find ich hart, ganz ernst. Ein behindertes Kind aufzuziehen (auch wenn es das eigene ist) ist eine Lebensaufgabe, der ich mich wahrscheinlich nicht stellen wollen würde. Diese soll ich mir aussuchen? Um in Deinen Augen ein besserer Mensch zu sein?
Tachi und Mann wollten das nicht. ICH KANN DAS VERSTEHEN!!!!!
Darum wählten sie das geringere Übel. Sie nahmen ein Kind in Pflege, bei dem natürlich die "Gefahr" bestand, dass sie es irgendwann wieder abgeben müssen. Allerdings war diese Gefahr - laut Aussage des JA - eher gering.
Dieses Kind wurde nicht aus der Familie genommen, weil Tachi ein Kind wollte. Es wurde ERST aus der Familie genommen und dann hat man in Tachi und Mann eine gute Familie gefunden!!! Tachi war es nicht - es war das JA!!! Ob diese Entscheidung richtig oder falsch war, können wir nicht beurteilen und es kann auch dahingestellt bleiben. TACHI IST NICHT SCHULD!!!!
Tachi und Mann nahmen dieses Kind auf. Sie zogen es auf wie ihr eigenes und liebten es wie ihr eigenes. Kann man ihnen jetzt vorwerfen, dass sie an diesem Kind hängen und traurig wären, wenn es von ihnen ginge?
Kann man ihnen jetzt vorwerfen, dass sie besorgt dahin schauen, wo das Kind hin soll?
Ich glaube ganz fest, dass sich Tachi einer Übergabe des Kindes an die Mutter nicht verweigern würde, wenn sie den Eindruck hätte, das Kind hätte es dort genauso gut wie bei ihr. Dass sie daran Zweifel hat, liegt wohl daran, dass das Kind aus dieser Familie genommen wurde und man nun schauen muss, ob sich die Umstände dort genügend ins Positive verändert haben. DAS IST DIE SORGE EINER MUTTER!!! Und auch wenn Tachi dieses Kind nicht geboren hat, so fühlt sie sich doch als Mutter. Und das heißt nichts anderes, als dass sie ihren Job gut gemacht hat und es ihr nicht nur ums Geld ging. Fürs Geld gäbe es andere Kinder, die auch Pflegeeltern suchen.
Selbst wenn Tachi der Meinung wär, dass ihr Kind es bei der leiblichen Mutter genauso gut hat, wie bei ihr, wird sie traurig sein. Und ich finde das ist verständlich und ihr gutes Recht.
Schade, schade, dass nicht anerkannt wird, was Tachi und Mann gutes an diesem kleinen Wesen vollbracht haben. Ohne die zwei (bzw. andere böse Pflegeeltern) wäre das Kind in einem Heim ohne feste Bindung aufgewachsen oder bei einer Mutter, die damals ganz klar den Freund dem Kind vorgezogen hat.
Schade, dass Tachi vorgeworfen wird, dass ihr die Trennung von einem Kind, dem sie mehr als zwei Jahre lang eine Mutter war, extrem schwer fällt.
Liebe Tachi, ich wünsch Dir und Deinem Kind, dass ihr einen Weg findet, der Euch beiden gerecht wird. Natürlich wünsche auch ich mir, dass Dein Kind seine biologische Mutter kennenlernt und beide sich lieben. Und ich wünsche Dir, dass Du auch weiterhin für dieses kleine Wesen eine Bezugsperson sein darfst.
Susi Sorglos