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w_123
Gast
Aber ich bin ja auch erst 23 und da ein Kinderwunsch nicht unbedingt in meine Lebensplanung passt (kann sich aber ändern wenn ich mich mal wirklich verliebe), mach ich mir da auch keinen Stress und genieße es total meine Zeit mit Hobbies, Freunden und gelegentlichen Dates zu verbringen. Sollte ich mich irgendwann doch mal verlieben, würde mich das natürlich sehr freuen aber bis dahin glaube ich, dass ich nun mal einfach kein Beziehungsmensch bin, war ich noch nie. (...)
Ich verstehe nicht, warum überhaupt davon ausgegangen wird, dass man im Leben eine Beziehung, eine Ehe oder gar Kinder braucht um glücklich zu sein. Wenn man alleine nicht glücklich sein kann, dann schon gar nicht in einer Beziehung.
Ich bin sehr glücklich. Ich habe ein tolles Hobby, einen erfüllenden Job, eine wahnsinnig tolle Familie und sehr viele gute Freunde und Bekannte und ja, gelegentlich Dates und längere Kennenlernphasen. Vielleicht kommt ja doch einer, der es schafft dass sich in mir sowas wie Gefühle entwickeln, würde mich sehr freuen. Aber bis dahin genieße ich weiterhin mein Leben![]()
Ihr dürft gerne eure Meinung zu meiner Meinung abgeben 🙂
Du bist mit 23 schon weiter, als ich es war (jetzt fast 38). Ich habe jetzt meine erste Beziehung - seit etwas mehr als 1,5 Jahren und bin sehr zufrieden und glücklich damit. Davor war ich immer Single.
In meinen 20ern war ich völlig verzweifelt. Um mich rum verliebten sich alle, hatten Beziehungen und bei mir klappte das einfach nie. Ich datete in meinen 20ern ziemlich viel, aber da wurde absolut nie was draus. Im besten Falle hatte man ein nettes Gespräch. Meistens war es eher langweilig. Ich war damals echt verzweifelt...
Ende 20 hab ich eine Therapie begonnen deswegen und da kamen bei mir viele Ängste und Unsicherheiten zum Vorschein. Die Therapie führte dann allerdings nicht dazu, dass ich plötzlich einen Partner fand (eigentlich hatte ich meine Therapie schon irgendwie deshalb begonnen), sondern dass ich grundsätzlich selbstzufriedener wurde und feststellte: So wichtig ist mir das eigentlich gar nicht?
Ich denke, das war auch viel Erwartungshaltung, dass es halt so sein müsse in den 20ern. Zusammen mit meiner Unsicherheit führte das dazu, dass ich mich selbst fertig machte.
Ende 20 hatte ich die ersten Erfahrungen mit Männern. Das endete nicht wirklich glücklich damals, aber es gab mir das Gefühl: Ich könnte ja, wenn ich wollte... aber danach kam niemand mehr, bei dem ich wirklich wollte. Für lange Jahre.
Da war ich an dem Punkt, an dem Du jetzt schon bist: Ich hab mein Leben genossen, viel mit Freunden unternommen, bin gereist ohne Ende, hatte einen Beruf, den ich mochte... mein Leben war frei von viel Drama. Ich war ein ziemlich glücklicher Single. Ich hab mir mein Leben schön gemacht.
Und ich konnte Flirten, wenn ich Bock drauf hatte, weil ich nicht mehr krampfhaft jeden Mann danach abcheckte, ob er als potentieller Partner in Frage käme. Ich bin allgemein sehr viel lockerer auf Männer zugegangen, unverkrampft, ohne Hintergedanken. Wenn ich irgendwo eingeladen wurde, dachte ich nicht mehr: "OH MEIN GOTT, VIELLEICHT LERNE ICH HEUTE JEMANDEN KENNEN????" Ich bin einfach hin und hab mich überraschen lassen.
So ging das mehrere Jahre lang und ich war ziemlich zufrieden damit. Ich sagte in der Zeit immer, dass ich keinen Partner mehr suche. Wenn ich einen finde und es passt: Gut. Wenn nicht: auch gut. Aber ich hatte keine Lust mehr, Zeit und Energie in blöde Dates zu investieren. Ich wusste einfach besseres mit meiner Zeit anzufangen.
Tja und dann lernte ich völlig überraschend meinen Partner kennen und es passte und wir kamen zusammen und sind glücklich miteinander. Einfach weil das Daten keine Mühe war, sondern Spaß machte, weil ich diese Person wirklich einfach kennen lernen wollte.
Bin ich jetzt glücklicher als vorher als Single? Nein, nicht wirklich. Ich bin anders glücklich. Manche Dinge von vorher kommen zu kurz. Andere sind dazugekommen, die ich genieße. Eigentlich ist mein Leben in vielen Punkten so wie vorher, nur dass jetzt eine weitere Person in mein Leben getreten ist, die natürlich eine große Rolle spielt.
Die Idee, dass man eine Beziehung führt, nicht aufgrund dieser bestimmten Person, sondern um eine Beziehung zu führen und nicht alleine sein zu müssen, verstehe ich bis heute nicht. Und in meinem erweiterten Bekanntenkreis sehe ich leider etliche Beispiele, wo genau dieser Zwang "ICH MUSS IN EINER BEZIEHUNG SEIN!!" zu eher unglücklichen Beziehungen führt. Aber die Leute bleiben zusammen, denn schließlich ist ja jede noch so beschissene Beziehung besser als Single sein.
Kann ich nicht bestätigen. Wenn es mit meinem Freund nicht passen würde, wär ich nicht mit ihm zusammen - dafür hatte ich mir ein viel zu schönes Single-Dasein davor aufgebaut. Und ich glaube, dass es mit uns nur deshalb so gut klappt, weil auch er das gemacht hat. Wir haben jeder unser eigenes Leben, unabhängig vom anderen.