Hm, ich finde, das hat beim Thema Karma nicht gerade viel verloren.
Aber hier gerne meine Top 3 der Nackenhaar-Sträuber:
Du sollst Vater und Mutter ehren.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
Warum ausgerechnet die? ... nicht begehren deines Nächsten Frau (weiter geht es mit: Sklaven und anderem Hab und Gut) ist klar, denn schon in der Bronzezeit gab es um Frauen und anderen Besitz Mord und Totschlag, auch unter Verwandten, was man nicht haben wollte.
Keine Ahnung warum sich da bei Dir die Nackenhaare sträuben?
Keine anderen Götter ist klar in einer damals winzigen monotheistischen Enklave, umgeben von viel mächtigeren Nationen wie Babylon und Ägypten, in denen Vielgötterei und eine Vielzahl verlockende Kulte (z. B. mit Tempelprostitution und Orgien) zur Tagesordnung gehörten, eine von den jüdischen Religionsführern zu Recht gefürchtete Konkurrenz, die ihnen die Anhänger abspenstig zu machen drohte. Wer läßt sich schon gern von einem eifersüchtigen, prüden und gewalttätigen Einzelgott unterdrücken, wenn es nebendran in der WG der vielen Götter ganz lockerflockig, sexuell freizügig und tolerant zugeht?
Vater und Mutter ehren ist aus heutiger Sicht besonders mißverständlich, das entstand nämlich aus der Veränderung der israelitischen Gesellschaft von vorherigen nomadisierenden Viehhirten zum seßhaften Volk, denn bei den Nomaden war es Sitte, Alte und Schwache die bei den Wanderungen nicht mithalten konnten, in der Wildnis zurückzulassen.
Kamele als Schwerlastträger gab es damals nämlich noch nicht, die sind relativ spät aus Innerasien eingeführt worden (ca. 1200 vor Christus) und brauchten dann noch ziemlich lange bis sich ihre Nutzung verbreitete, weil die Viecher ziemlich groß und auch widerspenstig und gefährlich sind, der Umgang mit ihnen muß erst mal gelernt werden. Und die Esel und Ochsen die man hatte, wurden für den Transport des Hausstandes benötigt, denen konnte man nicht auch noch ein ganzes Altenheim auflasten. Pferde waren damals im Nahen Osten noch ein rares Luxusgut von Reichen und Militärführern, die schnell beweglich sein mußten, auch die daher bei armen Nomaden eher nicht zu finden.
Sobald das "Volk Israel" im "gelobten Land" aber dauerhaft ansässig wurde, war nix mehr mit billigem Aussetzen der Alten. Es kam damals immer wieder zu Vorfällen, daß die Jüngeren die hilflos gewordenen Alten auf die Straße warfen und zu Bettlern und dem Gespött der Allgemeinheit machten, so daß die Anführer des Volkes ihnen schwer ins Gewissen reden mußten, daß dieses Schicksal auch mal ihnen blühen würde wenn sie eines Tages ins gleiche Alter kommen. Daher wurde das als eines der wichtigsten Gebote des sozialen Zusammenlebens fixiert.
"Eltern ehren" heißt ganz praktisch, sie versorgen sobald sie Versorgung benötigen, als Dank für die Arbeit die sie einst in die Versorgung ihrer Kinder gesteckt haben. In einer Gesellschaft die keine Altersrente kennt, eine Notwendigkeit.