zum Thema Beten, Glauben und Gesundheit:
1) Ich denke nicht, dass Gläubige grundsätzlich gesünder sind als Atheisten. Ich denke aber, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der inneren Einstellung und dem Gesundwerden/bleiben (das ist ja auch mehrfach bewiesen worden, dass viele Krankheiten auch psychosomatisch bedingt sind).
Wenn also ein kranker Mensch etwas hat, dass ihn positiv denken lässt (und dass kann ein Glaube ja durchaus tun), dann wird es ihm besser gehen. Dieses positive Denken kann aber genausogut durch einen Partner oder eine andere Weltanschauung hervorgerufen werden. Es könnte natürlich sein, dass unter den getesteten Atheisten viele waren, die eine recht negative Weltanschauung haben (eh alles scheiße auf der Erde, nur Krieg und Leiden und ändern kann ich eh nix) - die ja so bei einem Gläubigen nicht auftreten dürften.
Ansonsten halte ich es mit Grundsatz: Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.
2) Was das beten angeht, muss ich zunächst mal Soul unterstützen. Beten ist kein Kuhhandel mit Gott nach dem Motto "mach mal". So funktioniert das nicht. Beten ist ein Gespräch mit Gott, eine Bitte. Die kann gewährleistet werden oder eben auch nicht. Und manchmal eben auch anders, als man sich das vorstellt.
Und manchmal reicht eben auch das Gebet aus, weil man Hoffnung daraus schöpft, wieder neuen Mut findet und dann wären wir wieder bei der psychosomatischen Komponente von oben.
3) Was diese Studien angeht mit dem Beten für eine Teilgruppe von Kranken (und völlig egal ob sie pro oder contra Glaube ausgeht) halte ich die für schlichtweg aussagelos. Warum?
a) ein Christ, der an den Sinn und die Kraft des Betens glaubt, würde wohl kaum nur für einen Teil der Gruppe beten und die anderen ins Unglück rennen lassen. Also frage ich mich ernsthaft, welche Beter sich auf sowas eingelassen haben? Ich halte das moralisch für äußerst bedenklich. Ich bete doch nicht, um Gott zu testen. Ich bete für die Menschen, die mir wichtig sind und denen ich ernsthaft helfen möchte. Ich halte es für sehr merkwürdig, solche Spielchen mit Krankheiten zu machen. Die Studie kann ja nur von Menschen gemacht sein, die nicht an die Kraft des Betens glauben, denn sonst hätten sie ja bewusst das Schicksal von Menschen aufs Spiel gesetzt. Oder eben von Menschen, die davon ausgehen, dass Gott eh schon alles richten wird...
Und irgendwie auch seltsam, für eine Nummer anonymer Menschen auf Befehl zu beten. Das läuft wieder in die Richtung "hey Gott, mach mal".
b) wie will man denn überprüfen, ob nicht sonst noch jemand gebetet hat? Vielleicht haben die Menschen in den anderen Gruppen Angehörige, Freunde, Bekannte, die sie in ein Gebet miteingeschlossen haben? Wie will man das denn ausschließen? ALLEN Angehörigen verbieten, zu beten??
c) Gott lässt sich nicht erpressen.