Ich als Heide bin vielleicht nicht so firm mit der ganzen 7-Tage-Kiste, aber ich stelle mir die Frage, wieso Glaube grundsätzlich die Evolution negieren sollte. Nun kann ich das vielleicht einfach nicht nachvollziehen, weil das Bild der Bibel von Gott ist nicht meins - ich selbst bezeichne mich als Agnostiker.
Ich würde aber mal gerne die Frage in den Raum werfen- was, wenn Gott existiert, aber als Energie ohne Willen und Ziel? Ein Katalysator? Also quasi eine Schöpferkraft, aber ohne menschliche Wertung, Moral, Willen, keine Instanz - sondern wirklich nur eine Kraft, die "schiebt" und ermöglicht? Der Big Bounce vor dem Big Bounce? Und Gott nur der Name ist, auf den man sich dafür geeinigt hat?
Könnte ich gleich unterschreiben, zumal du berücksichtigst,
dass wir uns diesen ganzen Phänomenen nur über Sprache
nähern können. Gerade im Fall von "Gott" aber ist doch klar,
dass wir von etwas Unvergleichlichem reden (müssen, sonst
wäre es ja nicht "Gott"), von etwas, das sich unserer Erfah-
rung womöglich entzieht und für das es also nur Platzhalter-
worte geben kann, keine beschreibenden.
Wenn ich ein Haus sehe und sage: ich habe ein Haus gesehen,
weiß jeder, was gemeint ist, weil ja jeder Häuser kennt. Wie
aber sollen wir von "Gott" sprechen - also im Sinne der Kraft,
die du beschreibst. Nicht umsonst weichen etwa Lao-Tse und
auch die frühen jüdischen Gelehrten einer Namensgebung für
das Phänomen aus. Der jüdische Gottesname war ursprüng-
lich auch nur ein Platzhaltersymbol für den Unbenennbaren.
Und Lao-Tse sagt, dass wer einen Namen verwendet, zeigt,
dass er nicht den meint, den er benennen möchte.
Deshalb vielleicht Wittgenstein folgen: Worüber wir nicht
sprechen können, darüber müssen wir schweigen. ?
Gruß, Werner