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Glaubt ihr an Astrologie/ Sternzeichen?

Ich habe damals, als ich noch unterrichtete, den Studierenden, die Sternzeichen für eine gute Sache hielten, folgendes Gedankenexperiment vorgeschlagen: Wir machen eine Ozean-Schifffahrt, das Schiff sinkt und wir landen ohne Gepäck auf einer abgelegenen Insel. Niemand kommt und wir müssen mit dem, was wir im Kopf haben, eine neue Zivilisation aufbauen und die Kinder unterrichten. Jemand schlägt vor, auch Astrologie auf den Lehrplan zu setzen. Man schaut also in die Sterne bzw. nach den Planeten und nun? Wie soll man irgendwelche Informationen aus den vielen Tausenden Lichtpunkten ableiten? Und wofür genau soll das dann nützlich sein – die Eltern lernen ja ihre Neugeborenen früher oder später sowieso kennen, die brauchen keine zusätzlichen Auskünfte, zumal die ja keinerlei Evidenz haben.

Wer an die Sternzeichen glaubt, soll auch so ehrlich sein zu sagen, dass er an irgendwelchen uralten Texte aus Babylonien glaubt (die er vermutlich gar nicht kennt, weil es die nicht mehr gibt meines Wissens). Und nicht so tun, als wäre das irgend eine Form von Wissenschaft oder gar "Kunst", wie hier behauptet. Nein, es ist einfach blinder Glaube an das, was andere behaupten, mehr nicht.
Der Ursprung aller Astrologie/Astronomie (war bis spät ins Mittelalter hinein ein einziger Bereich!) war witzigerweise: die Navigation. Auf Reisen, besonders auf See wenn man sich nicht mehr an Küsten orientieren kann, sind die Sterne das einzige funktionierende Navigationsmittel, denn der Kompass ist sehr lange nicht erfunden worden. Wenn Deine Schiffbrüchigen also irgendwann von der Insel wegwollen, müssen sie diese alte Kunst wiederentdecken, sonst paddeln sie ewig ziellos auf dem Meer herum, zumindest der Polarstern sollte auch ihnen ein Begriff sein.

Der zweite Ursprung: Kalender, ganz wichtig für die frühen Bauernkulturen, die vor ungefähr 10.000 Jahren entstanden und sich ausbreiteten, vor allem als sie Richtung Norden und Mitteleuropa wanderten war es lebensnotwendig, die richtigen Tage im Frühling für die Aussaat festzulegen, nicht daß man sich von einer Wärmeperiode mitten im Winter täuschen ließ (gab es auch damals zuweilen) und die junge Saat bei einem erneuten Kälteeinbruch abstarb, denn das hätte Verhungern bedeutet. Die wichtigen Termine im Bauernkalender sind heute alle von christlichen Feiertagen bedeckt, aber es gab sie lange vor der Christianisierung, für ihre zuverlässige Festlegung wurden große Bauwerke errichtet, erst aus Holz, später aus Stein (Woodhenge, Stonehenge, jede Keltenschanze ist auf Sonnen- und Sternenbewegungen ausgerichtet).
 
Wer an die Sternzeichen glaubt, soll auch so ehrlich sein zu sagen, dass er an irgendwelchen uralten Texte aus Babylonien glaubt (die er vermutlich gar nicht kennt, weil es die nicht mehr gibt meines Wissens). Und nicht so tun, als wäre das irgend eine Form von Wissenschaft oder gar "Kunst", wie hier behauptet. Nein, es ist einfach blinder Glaube an das, was andere behaupten, mehr nicht.
Sowas wie Ur-Texte gibt es nicht, denn da zu damaligen Zeiten kaum jemand lesen und schreiben konnte (die allerersten Schriften der Menschheit waren Warenlisten von Händlern die festhielten wieviel Vieh, Metallbarren und andere Waren sie im Bestand hatten, keine Erzählungen oder Sachbücher!) wurde Wissen damals in Form von Geschichten weitergegeben, die jeder Geschichtenerzähler weitergeben konnte.

Das sehr alte Gilgamesch-Epos ist reich an astrologischen Bezügen, es gab mal ein Buch dazu das sie aufgedröselt hat, aber sogar in Grimms Märchen kann man welche finden, wer es nicht glauben will soll sich mal das sonderbare Märchen von den zertanzten Schuhen anschauen, das ist ein Festschmaus für Symbolologen, vollgestopft mit verschlüsselten Inhalten. Wahrscheinlich hat es mal zu Zeiten der Druiden, die grundsätzlich ihr Wissen nur mündlich weitergaben, als eine Art mündliche Prüfung für den Nachwuchs gedient, die mußten die Inhalte entschlüsseln und erklären und ggf. auch ein paar astronomische Berechnungen dazu machen.

Ausgerechnet in alten "Kindermärchen" nach altem Wissen zu suchen ist aber ein recht junger Einfall, darauf gekommen ist ein Forscher dem in den Anden in einer sternenklaren Nacht ein Indio die dortige Geschichte von der Sintflut erzählt hat, und warum das Schwanzende des Fuchses schwarz ist (weil es ins Wasser hing), dabei entdeckte der Forscher daß in den Anden nicht nur die Sterne, sondern auch die "schwarzen" Stellen in der gut sichtbaren Milchstraße, wo Sternennebel die Sterne verdecken, eine Bedeutung in den Märchen haben, dort ist der Fuchs nämlich bis heute sichtbar.
... es gibt mehr Arten, Wissen weiterzugeben, als per Schrift. --
 
Und auch in der Bibel läßt sich Astrologisches finden, nämlich im Buch Henoch. Da ist die Rede von "Türen durch die die Sonne und Winde kommen", nichts anderes als astrologische Beschreibungen. Außerdem eine Reisebeschreibung quer durch das damalige Arabien mit Schilderungen der damals aktiven Schildvulkane (Feuerseen, sprudelnde Lava die Wasserfällen und Geysiren ähnelt - "Säulen aus Feuer") und anderes interessantes, allerdings hat man öfter den Eindruck daß der Autor gar nicht wirklich begriffen hat, was er da alles sah und beschrieb. Für ihn waren das alles göttliche Wunder.
 
Das Buch Henoch ist kein Teil der Bibel, sondern eine Sammlung apokalyptischer Schriften, die sich auf die biblische Figur Henoch konzentriert.

In manchen seltenen Bibelversionen ist es heute wieder enthalten. Die Unterscheidung in echten Bibelkanon und Apokryphen wurden ziemlich willkürlich getroffen, z. B. fehlt in allen westlichen Bibelfassungen (nur der äthiopischen Bibel nicht) auch die saftige Geschichte vom Kontakt zwischen König Salomon und der Königin von Saba, deren gemeinsamer Sohn später die Bundeslade nach https://de.wikipedia.org/wiki/Aksum verbracht hat wo sie angeblich noch heute liegt.
Wahrscheinlich hat man nicht nur "unglaubwürdige" oder dem Kontext schadende Schriften draußengelassen, von denen es damals wimmelte, sondern auch alles was man einfach nicht verstanden hat (bei Henoch ist das verständlich) oder aus irgendeinem Grund als peinlich empfunden wurde.
 
Nein, ich habe keine wissenschaftlichen Beweise dafür gesehen, dass das Sternzeichen eines Menschen seinen Charakter bestimmt. Es ist wahrscheinlicher, dass die Persönlichkeit eher durch die Genetik, das Umfeld und die Lebenserfahrungen geprägt wird als durch den Geburtsmonat.
 
Es ist wahrscheinlicher, dass die Persönlichkeit eher durch die Genetik, das Umfeld und die Lebenserfahrungen geprägt wird als durch den Geburtsmonat.
Diese drei Faktoren halte ich auch für ziemlich entscheidend bei der Frage, wie sich der Charakter eines Menschen bildet und ausprägt. Das Sternzeichen, der Geburtsmonat und -zeitpunkt dürften in Wirklichkeit keine große Rolle spielen (außer dass vielleicht ein im Herbst geborenes Kind eben die ersten Lebensmonate überwiegend drinnen verbringt im Gegensatz vielleicht zu einem im Frühling geborenen Kind, aber ich habe keine Ahnung, ob dieser Unterschied im späteren Leben Spuren hinterlässt).
 
Manche Sternzeichen kann man schon bestimmten Charaktereigenschaften zuordnen.
Zumindest bei mir ist noch jeder total daneben gelegen, der versucht hat, meine Charaktereigenschaften anhand meines Sternzeichens zu prognostizieren. Denn die typischen Eigenschaften meines Sternzeichens sind so ziemlich das Gegenteil von mir.
 

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