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glauben?!

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Hallo Lumpi, bleached!

Ich versuche mal Eure letzen Beiträge zusammenzufassen.

Die "Götter" spielen eigentlich keine besondere Rolle:
Die Götter waren ein Teil der Natur, sie hatten menschliche Eigenschaften
Ich sage mal: dann waren es wohl keine Götter, sondern mythologische Gestalten.

Gut und Böse waren eher Begriffe eines Rechtssystems und hatten keine religiöse Bedeutung. Man mußte sich nicht gegenüber Göttern, sondern nur sich selbst oder dem Clan gegenüber verantworten.

Fehlverhalten wurde an dem eigenen Glücksgefühl und dem des Clans gemessen. Was weh tut, ist böse, was gut tut, ist gut. Eine Art Hedonismus.

Diese Götter hatten eine andere Definition als der christliche Gott. Außerdem unterschied sich dieser Glaube auch regional, wie im christentum vielleicht evangelischund katholisch. Beispielsweise gab es in Kontinentaleuropa offenbar keine Wanen (die 2. Götterfamilie, es gab die Wanen und die Asen)
Sie hatten menschliche Charakterzüge, waren in der Natur allgegenwärtg, außerdem waren diese Götter sterblich.
Es gab zahlreiche mythologische Gestalten, Odin war der höchste Gott. Götter waren Götter, weil die Menschen eben glaubten, ihre Welt wurde durch sie (Odin und seinen Brüdern) erschaffen. Zwerge waren Mythologische Gestalten. Daneben gab es auch einen Rechtsgott, Forseti.
Man sollte mehr von "Recht" und "Unrecht" sprechen statt von gut und böse. Was der Gemeindschaft schadete, war eben Unrecht.Man musste sich nicht vor einer höheren Macht verantworten. Soviel noch zur Erläuterung.

Korrekt?

Hedoismus würde ich sicher nicht sagen, da soetwas für das Überleben eines Stammes nicht zuträglich gewesen wäre, viele Germanische Stämme lebten am Existenzminimum und kämpften jeden Winter ums Überleben. Dazu fällt mir mehr das Verhalten einiger Päpste im Mittelalter ein.

 

Hallo Bleached,

schau mal hier: glauben?!. Hier findest du vielleicht was du suchst.



Gut und Böse waren eher Begriffe eines Rechtssystems und hatten keine religiöse Bedeutung. Man mußte sich nicht gegenüber Göttern, sondern nur sich selbst oder dem Clan gegenüber verantworten.



Ich sag mal so - in jeder Sippe gab es Regeln, wer sich an diese nicht gehalten hat, mußte damit rechnen den Göttern geopfert zu werden.
Das Erhängen zum Beispiel kommt aus dieser Zeit - wer jemanden meuchelte wurde aufgeknüpft und dem Wind überlassen um ihn Wotans wilde wütende Schar zu opfern.

Viele Grüße

Lumpi
 
Hier mal die Liste der Gottheiten der Asatru (nach Wikipedia:

  • Wodan / Odin (an. Óðinn) ist der einäugige Himmels- und Windgott. Er wird unter anderem als Allvater bezeichnet, da er Vater aller Asen ist. Seine Verehrung nimmt teilweise monotheistische Züge an.
  • Donar / Thor (an. þórr) der Donnergott, ist Wodans und Erdas (an. Jörð) Sohn.
  • Fro Ing / Frey (an. Freyr) ist ein Name des germanischen Fruchtbarkeitsgottes. Er gehört ursprünglich zu den Wanen.
  • Frouwa / Freya (an. Freyja) ist die Göttin der Liebe.
  • Frick / Frigg (an. Frigg) ist Wodans Gemahlin. Sie ist auch als Frau Holle bekannt.
  • Ziu / Tyr (an. Týr) ist der einhändige Ase, welcher der Gott des Krieges und der Treue ist.
  • Loptr / Loki ist geborener Thurse und durch Blutsbruderschaft mit Odin einer der Asen. Er ist Gott des Feuers und der List und beschwört das Ende der Asen durch den Tod Balders herauf.
Frau Holle ist die Gemahlin des Wodan 🙂. Mich erinnert das an die griechische Mythologie, in der auch einzelne Götter auf bestimmte Gebiete spezialisiert sind (Krieg, Mond, Jagd etc.). Entschuldigung, aber diese "Götter" wirken dadurch auf mich wie Abteilungsleiter.

Aber ich will mich keinesfalls darüber lustig machen. Dass solche Vorstellungen damals auftauchten, ist eigentlich normal - wenn man den Entwicklungsstand damals mitberücksichtigt.

Die "Götter" der Asatru scheinen also eher so etwas wie mächtige innerweltliche Wesen zu sein. Sie gehören zur Natur, zur Physis. In der von mir gebrauchten Terminologie scheint es bei der Asatru also gar keine Trennung zwischen Physik und Metaphysik zu geben. Das bestätigt eigentlich meinen Verdacht, dass es sich nicht um eine wirkliche Religion handelt. Schalke ist auch keine Religion, weil die Metaphysik fehlt. Bei Schalke ist alles recht innerweltlich.

Was mich jetzt noch interessieren würde: was müßte ich denn jetzt tun, wenn ich ganz optimal meine Schlussfolgerungen aus dem Weltbild der Asatru ziehen würde? Welche Ethik ergibt sich daraus? Oder ist diese "Religion" ganz auf einen Glauben beschränkt und verlangt keine Handlungen oder wenigstens das Aufstellen von anzustrebenden Zielen von seinen Anhängern?

Man stelle sich also vor, ich käme vor 1000 Jahren in eine Asatru-Gemeinschaft und würde fragen: Ich will Eurer Religion angehören. Was muss ich tun?
 
Welche komischen Eigenschaften hat denn dagegen der weithergeholte Gott deiner Ansicht nach?

Würdest du die Berichte von Gottesmännern des Alten Testaments kennen, würdest du merken oder feststellen können, dass dieser Gott ihnen sehr nahe war, sehr menschlich mit ihnen umging und für sie eine Erlösung war im Gegensatz zu den Göttern der umliegenden Nationen. Und trotzdem fielen sie immer wieder auf diese "Steingötter" zurück, eigentlich komisch, wenn der Isaraelitengott eine Erfindung dieser Menschen war, um die Welt zu erklären und andere für ihre Religion zu begeistern.

Sigi

Darin liegt eben der Unterschied. Im Christentum heist es Erlösung oder Verdammnis.
Das ist nur eine Weiterführung des gut böse denkens. Gut=Himmel Böse=Hölle. Die Vorstellung vom Fegefeuer wurde erst später von der Kirche Eingeführt soweit ich weis.
Das gab es bei den Germanen nicht. Man kam wenn man Glück hatte nach Vallhalla, oder eben idr. zu Hel. Und in diesem Totenreich war man dann. Ein wenig vergleichbar mit dem Hades aus der griechischen Mythologie. Aber das war kein Ort der Verdammnis wie die Hölle im Christentum.
 


Was mich jetzt noch interessieren würde: was müßte ich denn jetzt tun, wenn ich ganz optimal meine Schlussfolgerungen aus dem Weltbild der Asatru ziehen würde? Welche Ethik ergibt sich daraus? Oder ist diese "Religion" ganz auf einen Glauben beschränkt und verlangt keine Handlungen oder wenigstens das Aufstellen von anzustrebenden Zielen von seinen Anhängern?

Man stelle sich also vor, ich käme vor 1000 Jahren in eine Asatru-Gemeinschaft und würde fragen: Ich will Eurer Religion angehören. Was muss ich tun?


Ich will mal versuchen Deine Frage zu beantworten, Asatru ist etwas komplexer als in Wikipedia beschrieben:
Zur Ethik gibt es nur ein einziges Gesetz - niemals etwas zu tun was einem selbst nicht widerfahren mag. Ich schrieb ja bereits andernortes daß der Götterglaube insbesondere symbolischen Charakter hat, man verkörpert sich entsprechende Dinge um der Vorstellung gewahr zu werden. Asatru ansich ist eine reine Naturreligion, welche empfiehlt MIT der Natur zu kooperieren. Wenn wir versuchen die Naturgesetze zu bescheißen, fliegt es letztendlich uns selbst um die Ohren - auch wir Menschen sind ein Teil der Natur, und wir sollten sie sinnvoll nutzen. Etwas grundlos zu töten macht kein Sinn, jedoch wird man töten müssen um zu überleben. Jedes Lebewesen hat ein Grundbedürfnis: ÜBERLEBEN. In den Schriftenreligionen ist es zur Perversität entartet, da geht es nicht ums überleben, sondern um "ganz besonders gut leben" auf Kosten armer Menschen.

Viele Grüße

Lumpi
 
Darin liegt eben der Unterschied. Im Christentum heist es Erlösung oder Verdammnis.
Das ist nur eine Weiterführung des gut böse denkens. Gut=Himmel Böse=Hölle. Die Vorstellung vom Fegefeuer wurde erst später von der Kirche Eingeführt soweit ich weis.
Das gab es bei den Germanen nicht. Man kam wenn man Glück hatte nach Vallhalla, oder eben idr. zu Hel. Und in diesem Totenreich war man dann. Ein wenig vergleichbar mit dem Hades aus der griechischen Mythologie. Aber das war kein Ort der Verdammnis wie die Hölle im Christentum.

Hi, mit Erlösung meinte ich nicht die Erlösung von der Sünde oder so, ich meinte damit einfach, dass die alten Hebräer an einen lebendigen Gott glaubten, der mit ihnen handelte, nicht an tote Kulte, wie sie das in den umliegenden Völkern beobachteten.

Zu deinem Text:

Es tut mir immer sehr weh, wenn die NICHT-biblische Lehre von der Feuerhölle den Begriff Christentum beschmutzt. Aber daran ist die mittelalterliche Kirche schuld, nicht Gott, nicht die Bibel, denn darin gibt es keine Höllenlehre. Im Alten Testament, die Juden damals glaubten, dass sie wenn sie tot sind einfach wie im Schlafzustand sind und der Körper in Bestandteile der Erde zerfällt. Sie hofften, dass Gott sie wieder erwecken kann und manche Propheten konnten das mit einem Menschen (laut Bericht), dass nur, um zu zeigen, was sie glaubten. Von einer Feuerhölle ist da keine Rede und auch im Neuen Testament nicht. Diese Lehre konnte nur auf einer weiteren unbiblischen Lehre, der der Unsterblichkeit der Seele gedeihen und so fort. All dies lehrten Christen, die längst "Schein-Weizen" waren, wie ich vorhin sagte. Dass du dagegen (Hölle usw.) bist, ist voll einleuchtend, ich bins auch.

Sigi

PS: Nat. fanden diese abgefallenen Christen Texte in der Bibel, die ihre neue eingeführte Religion stützten sollten, so wurde es immer schwieriger, das zu durchschauen. Nicht umsonst wurde lange Zeit das Lesen und Forschen in der Bibel von der Kirche verboten, weil man dadurch draufkommen konnte, wie Texte zu falschen Zwecken vergewaltigt wurden.
 
@eu Frank
Genau, es gibt Analogien zur griechischen Mythologie. Auch die Nornen und Moiren haben eine ähnliche Funktion.
Dennoch haben die nach dem GLauben der Germanen die Menschen und deren Welt erschaffen. Thor wurde besonders verehrt, weil er eher der Gott der einfachen Leute war, außerdem war er soetwas wie der Schutzherr von Midgard, der die Menschen vor den Riesen schützte.

Was mich jetzt noch interessieren würde: was müßte ich denn jetzt tun, wenn ich ganz optimal meine Schlussfolgerungen aus dem Weltbild der Asatru ziehen würde? Welche Ethik ergibt sich daraus? Oder ist diese "Religion" ganz auf einen Glauben beschränkt und verlangt keine Handlungen oder wenigstens das Aufstellen von anzustrebenden Zielen von seinen Anhängern?


Im Havamal sind viele Verse, die sich mit der Ethik befassen. Zum beispiel wird die Gastfreundschaft ein hohes Zeil angesehen.
Streben nach Weisheit, sich zu verbessern und im Einklang mit seiner Umwelt zu leben, ohne ihr zu schaden, wenn man Sich nach Odin richten würde, aber das ist nur eine vereinfachte Antwort, man kann sehr viele positive Dinge für sich selbst daraus ziehen, wenn man sich mit der Materie befasst.
Unterschid zum Christentum ist eben die größere Freiheit, man kann auch Loki als Gott verehren. Dies sind allerdings nur Ratschläge, keine Festen Regeln. Es gibt eben kein SO oder SO und wenn nicht SO dann folgt DIESE und DIESE Strafe. Jeder selbstständig denkende und handelnde Mensch sollte das von selbst wissen, was für seine Umwelt förderlich ist, oder ihr schadet. Somit kann man auch sagen, dass das Bewustsein des einzelnen für seine Umwelt gestärkt werden kann, verantwortungsvoll mit dieser umzugenen zum Beispiel.

Man stelle sich also vor, ich käme vor 1000 Jahren in eine Asatru-Gemeinschaft und würde fragen: Ich will Eurer Religion angehören. Was muss ich tun?


Du solltest erstmal dem Stamm angehören vielleicht, vor 1000 jahren waren das wohl die Wikinger. In Mitteleuropa hatte das Christentum schon Fuss gefasst. Meinst du jetzt eine art Taufe? So etwas gab es nicht, man glaubte viel mehr, dass es bestimmte Gegenstände gibt, denen das göttliche innewohnt, also die von sich aus "heilig" waren. So hatten viele Götter Kleinode.
 
Hi, mit Erlösung meinte ich nicht die Erlösung von der Sünde oder so, ich meinte damit einfach, dass die alten Hebräer an einen lebendigen Gott glaubten, der mit ihnen handelte, nicht an tote Kulte, wie sie das in den umliegenden Völkern beobachteten.

Es gibt keine Erlösung von der Sünde, es gibt auch keine Sünde. Wenn ein Ehepartner zum Beispiel fremd geht, ist das keine Sünde, sondern mitunter ein Fehler den er vor seinem Ehepartner zu verantworten hat, aber keineswegs vor irgendeiner Gottheit. Wer lügt, muß sich seiner Tat bewußt sein, und unter Umständen mit Konsequenzen rechnen wenn es rauskommt. Aber keine Gottheit wird darüber richten - die Hölle befindet sich im Leben selbst, und ein jeder schafft sich seine Hölle selbst. Nach dem Entleben ist alles vergeben und vergessen.

Viele Grüße

Lumpi
 

Im Havamal sind viele Verse, die sich mit der Ethik befassen. Zum beispiel wird die Gastfreundschaft ein hohes Zeil angesehen.
Streben nach Weisheit, sich zu verbessern und im Einklang mit seiner Umwelt zu leben, ohne ihr zu schaden, wenn man Sich nach Odin richten würde, aber das ist nur eine vereinfachte Antwort, man kann sehr viele positive Dinge für sich selbst daraus ziehen, wenn man sich mit der Materie befasst.
Wenn ich mich nach dieser Ethik verhalte, hat das dann Auswirkungen auf die Götter? Registrieren die mein ethisch gutes Verhalten? Wenn ja, hat das Konsequenzen? Freuen sich zB die Götter darüber? Oder ist es ihnen vielleicht ganz egal, wie ich mich verhalte?

Was denken diese Götter jetzt über mich? Oder ist diese Frage unsinnig?

Andere Frage: wieviele praktizierende Anhänger hat Asatru (in Skandinavien)? Wobei ich immer noch nicht so ganz weiß, worin die Praxis wirklich konkret besteht. OK, was Gastfreundschaft ist, weiß ich.

Naja, ich glaube, dass ich die Sache einigermaßen einordnen kann, obwohl ich natürlich keine AsatruKenner bin.
 
Es gibt keine Erlösung von der Sünde, es gibt auch keine Sünde. Wenn ein Ehepartner zum Beispiel fremd geht, ist das keine Sünde, sondern mitunter ein Fehler den er vor seinem Ehepartner zu verantworten hat, aber keineswegs vor irgendeiner Gottheit. Wer lügt, muß sich seiner Tat bewußt sein, und unter Umständen mit Konsequenzen rechnen wenn es rauskommt. Aber keine Gottheit wird darüber richten - die Hölle befindet sich im Leben selbst, und ein jeder schafft sich seine Hölle selbst. Nach dem Entleben ist alles vergeben und vergessen.

Viele Grüße

Lumpi

Wolltest du mir sagen, was du glaubst, oder ein Beispiel geben, was die Urvölker hier in Europa glaubten? Denn ich habe ja grad gar nichts von Sündenerlösung "gepredigt", wollte ja über ganz was anderes reden. Sigi
 
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