Schade, dass man den Thread mal wieder "... was glaubt ihr?" genannt hat. Das lässt schon erahnen, dass es eine Glaubensdiskussion wird. Grundsätzlich können Diskussionen auch sinnvoll sein, obwohl die Ausgangsfrage nicht beantwortet werden kann. Wenn sich beide Seiten Argumente für ihre Sichtweise näher bringen, kann es für alle Beteiligten ein Denkanstoß sein, auch wenn die eigene Meinung sich dadurch nicht ändert. Nur wer sich auch die Argumente der Gegenseite anhört und Kritik an der eigenen Meinung zulässt, kann überhaupt eine gefestigte Meinung haben, hinter der er steht.
Ja, find ich auch.
An etwas zu glauben, muss auch heißen, dass man es hinterfragt. Wenn man etwas noch nicht besser weiß, kann man erst einmal daran glauben. Als Neandertaler denke ich mir "Ugga ugga, Wesen im Himmel machen Blitze", aber als Mensch der Neuzeit weiß ich mittlerweile, dass es ein physikalisches Phänomen ist, dass durch die Reibung der Wassertröpfchen in den Wolken ausgelöst wird. Ein übernatürliches Wesen ist also zur Erklärung schon lange nicht mehr notwendig.
Ich kann aber trotzdem sagen das der Blitz einem Engel als Leiter dient, als Tor. Weil ein Engel in meiner Ansicht wie die Seele aus Energie ist. Das kann ich nach wie vor glauben, auch wenn ich weiß wie der Blitz funktioniert. Das sein zwei Dinge die sich nicht ausschließen oder behindern. Ich bin der Wissenschaft kein Klotz am Bein. Der Glaube hat Vorteile aber den Nachteil das er im Ernstfall wiederlegt wird. So hat auch die Forschung ihre Vor- und Nachteile.
Es hat schon so viele verschiedene Götter und Religionen in unterschiedlichen Kulturen gegeben, weil es immer Dinge gab, die sich die Menschen nicht erklären konnten. Heute sind nur noch wenige Götter übrig im Vergleich zu früheren Zeiten. Was ist aus den alten Göttern, z.B. den griechischen oder römischen geworden? Die sind einfach out und keinen interessieren sie mehr, obwohl sie früher das Maß aller Dinge waren.
Für uns Christen ist es heute ein namenloser Gott, aber warum sollte dieser plötzlich vorhandener sein als die abgelösten Götter von damals?
Letztlich doch egal wie sie heißen oder aussehen. Sie erfüllen einen (tieferen) Zweck wenn du verstehst was ihr Sinn ist. Ihre Optik ist egal. Du musst sie im Herzen tragen, bzw. deinen Glauben.
Da der Glaube an eine Seele immer wieder mit dem religiösen Glauben in Verbindung gebracht wird, blieb mir nichts anderes übrig, als darauf einzugehen. Wer an Gott glaubt und davon ausgeht, dass zum einen ein Leben nach dem Tod existiert und zum anderen, dass man sich für seine Sünden verantworten müsse, dem bleibt nichts anderes übrig, als an eine Seele zu glauben. Sonst macht das restliche Fantasiekonstrukt nur wenig Sinn. Da durch den Tod meine menschliche Hülle nutzlos wird, muss ja etwas weiter existieren, dass sich zu den anderen Seelen im Himmel gesellt und für die begangenen Sünden geradesteht. Also kreiert man die Vorstellung einer Seele mit den entsprechenden Eigenschaften, damit sie den eigenen Glauben unterstützt. Wer nicht religiös ist, braucht demnach auch keine Seele als Rechtfertigung.
Vor etwa mehr als 2 Jahren hätte ich das gleiche gesagt. Ich hätte alle Gläubigen belächelt. Bis ich das an was ich heute glaube ‚berührt‘ habe. Glaub mal das bringt mächtig durcheinander und danach sieht die Welt anders aus. Egal wieso und warum. Der Effekt ist da. Für mich und in meiner Realität sind Seelen eben existent. Das muss dir nicht gefallen, aber es gibt auch kein Grund sich groß dran zu stören. Man muss nicht immer irgendwie betonen wie unsinnig es denn eigentlich ist zu glauben. Genauso unsinnig es nicht zu tun.
Das bringt einfach gaaar nix.
Auch in der Wissenschaft steht am Anfang nur der Glaube an etwas. Der Unterschied ist aber, dass der Glaube hier nur als Überbrückung dient, bis es konkrete Ergebnisse gibt. So hat man z.B. festgestellt, dass sich das Universum immer weiter ausdehnt, wobei man sich bisher nicht erklären kann, wodurch die Expansion ausgelöst wird. Als hat jemand die Theorie aufgestellt, dass es eine bisher unbekannte Energie geben muss, die die Ausbreitung vorantreibt. Man weiß es nicht, aber es klingt logisch, also glaubt man daran. Weiterhin wird aber nach der konkreten Ursache gesucht.
Genau. Aber jemand der sagt das ist unfehlbar erzählt Humbug. Es kann auch sein das etwas von außen auseinander gezogen wird und wenn der Soog weg ist es in sich zusammen fällt.
Oder weiß jemand genauer warum das so nicht sein kann/könnte?
Ausserdem hat jemand vor dir (Atheist) in glauben und gläubig getrennt. Also wiedersprecht ihr euch im 1. Satz. Am Anfang – würde auch ich sagen – steht die Hypothese – eine Behauptung/Annahme/Vermutung. Kein glauben. Glaube nkannst du erst wenn es bestätigt wird.
Wer an eine Seele glaubt, nimmt sie auch lediglich an. Eine Existenz ist nicht bekannt. Der Unterschied zu den Physikern ist aber, dass der Glaube an die Seele (und auch an Gott usw.) als unantastbar angesehen wird. Und egal wie viele logische Gegenbeweise es gibt, es wird einfach weiter daran geglaubt. Diese Art des Glaubens ist naiv und dumm. Dumm, weil um jeden Preis an einer Ideologie festgehalten wird. Niemand ist gerne im Unrecht und erfährt gerne, dass seine jahrelangen Vorstellungen total daneben waren. Aber ein vernünftiger Wissenschaftler wird nie an einer unsinnigen Theorie festhalten, wenn ihm jemand anderes den Gegenbeweis liefert. Er weiß ja auch, dass seine eigene Theorie nur den Glauben an etwas, ihm ursprünglich sinnvoll erscheinendes, darstellte.
Muss man auch nicht sofort immer gleich annehmen was die Forschung so zustande bringt. Oder war die Erfindung und Anwendung von Contergan etwa gut, letztlich? Ich bin neuen Entwicklungen gegenüber stets kritisch, hat aber nix mit dem Glauben zu tun.
Und genauso naiv: Angenommen es gibt einen klassischen Gott. Der ist oben im Himmel. Und nur weil wir eine Blechbüchse bauen mit Propeller und hochfliegen kannst du kleines Menschlein den Gott – ein Wesen das die Erde erschaffen hat – mal kurz unter die Lupe nehmen? Wie weit willst du einen Schöpfer herabsetzen? Verstehst du was ich mein? Selbst wenn es so wäre würdest du ihn deswegen noch lange nicht zu Gesicht bekommen. Du willst also auch einen Bibeltreuen dumm und naiv nennen? (Oder verallgemeinerst du? Deswegen hab ich dich auch grad in der Mangel -.- Ein Stück weit fühl ich mich davon auch sehr unverschämt betitelt. Will ich nicht ausschließen kann das du letztlich alle meinst.)
Glaubst du ernsthaft, maßt du dir an, das wenn es Gott so gibt in seiner Allmacht, das du ihn so finden würdest? Dass man ihn so gefunden hätte? Du willst einen GOTT finden? Wenn er so ist wie ihn die Bibel beschreibt kannst du ihn lange suchen.
Turmbau zu Babel, Turmbau zu Gott – ein Sinnbild dafür das der Mensch sein Maß verliert in jeder Hinsicht. Man wollte Gott beweisen – Gott lässt sich nicht beweisen. Nicht wenn er so ist wie der klassische Glaube besagt. Ihr könnt euch alle mal alle eure Diskussion sparen, eigentlich.
(Mit dieser Aussage verteufel ich nicht die Wissenschaft keine Panik.)
Jeder, der an eine Seele glaubt, muss auch irgendwann einmal Überlegungen angestellt haben, die ihn darauf kommen ließen. Er hat also entschieden, dass die Existenz einer Seele sinnvoller erscheint, als ein Bewusstsein, das auf elektrischen Schaltvorgängen im Gehirn basiert. Genauso ist es mit dem Glauben an einen Gott, wenn man es für zu banal hält, dass das Universum zufällig entstanden sein soll. Aber warum geht einem Gläubigen die Fähigkeit im Laufe der Zeit verloren, zwischen verschiedenen Theorien abzuwägen? Es muss ja auch weiterhin ein für den Gläubigen sinnvolles Argument für seinen Glauben vorliegen. Wer nur an etwas glaubt, weil es in einem uralten Buch so geschrieben steht oder weil einem die Idee an sich gefällt, ist nicht ernst zu nehmen.
Ach danke dann bin ich also nicht ernst zu nehmen?? Aber ich die Forschung? Aha. Da bekommt man natürlich Bock ganz radikal gläubig zu werden wenn man überall nach Strich und Faden schon fast für unmündig erklärt wird.
Die Forschung/Wissenschaft – beklagt nicht das so viel Gläubige so extrem sind, ihr treibt sehr viel auch erst dort hin!! Mir war noch nie zuvor so bewusst wie sinnlos mich die Wissenschaft bzw. ihre ‚absoluten Anhänger‘ wegen meines Glaubens degradiert obwohl ich sie sehr bewundernswert finde. Mich verletzt das grade – in der Seele.
Dazu passt auch die unsinnige Forderung eines Beweises für die Nichtexistenz einer Selle oder eines Gottes. Es ist heute nicht möglich und wird niemals möglich sein, eine Nichtexistenz zu beweisen. Für die Existenz dagegen würde ein einziger, reproduzierbarer Beweis ausreichen. Die Antwort auf die Frage "Gibt es eine Seele?" kann also nur mit einem naiv glaubenden "Ja" beantwortet werden. Selbst Wissenschaftler, die in diesem Gebiet unterwegs sind, werden niemals eine so eindeutige Antwort abgeben. Sie sagen höchstens, dass sie etwas entdeckt haben, das sie sich noch nicht erklären können.
Warum soll den nicht grade die Forschung den Beweis erbringen? Dazu ist sie doch da. Wenn ich eine Nichtexistenz nicht beweisen kann, dann hat sich die Frage schon erledigt. Dann bin ich auch nicht naiv. Wenn ich sage neben dir steht jetzt grade kein Alien – dann kannst du mir seine Nichtexistenz absolut nicht beweisen? Kannst du sehr wohl weil an seiner Stelle andere Dinge zu finden sind. Was soll also der Unsinn?
Und ihr tut alle als wärt ihr die größten Wissenschaftler selbst. Ich bin kein Theologe. Ich beanspruche aber nicht das Recht das ich ihn theologischen Fragen unfehlbar bin, ich sage nur was ich denke. Ich kann nichts Beweisen – aber jeder von auch da am PC auch nicht.
Da in 5 Tagen Heiligabend ist: Als kleines Kind habe ich auch an das Christkind geglaubt, das mir zu Weihnachten die Geschenke bringt. Schließlich musste ich immer in mein Zimmer gehen, da es nicht vorbeikommt, wenn ich im Wohnzimmer bin. Und es kam tatsächlich jedes mal, weil ich brav im Zimmer gewartet habe. Aus der Sicht des kleinen Invaders machte die Existenz Sinn, weil sie erklärte, woher die Geschenke kommen. Mittlerweile habe ich aber die Erkenntnis, das meine Eltern mir diesen Mist nur eingeredet haben und muss nicht mehr an das Christkind glauben. Andere Personen aus diesem Forum müssten aber ihr gesamtes Leben an das Christkind glauben, da sich die Nichtexistenz nicht beweisen lässt.
Du verdrehst den Sinn des Ganzen. Für das Kind ist es eben schön mit der Überraschung. Es soll nicht etwas vermitteln das du in deinem Atheismus nun gerne hineininterpretierst. Aber wahrscheinlich haben wir beide einen irreparablen psychischen Schaden durhc die Christkind-Lüge und müssen dringend zum Psychologen…
Was machst du dann: Kein Weihnachten und kein Ostern weil das christliche Feste sind und keine anderen Verspaßungen wie Weihnachtsmänner oder Zahnfee – denn die gibt ja alle nicht. Als Atheist hast du dann aber wenig Spaß, bzw. deine Kinder. Ziehst du das durch? Das will ich sehen. Ansonsten brauchst du das gar nicht erwähnen weil es keine Rolle spielt. Natürlich glauben Erwachsene gläubige die noch im Rahmen sind sowas nicht. Dafür glaube ndeine Kinder vllt mal das es die Teletabies in echt gibt wenn sie sie sehen. Ob das besser ist?
Ihr werft immer all in einen Topf. Zum Glück bin ich mir sehr sicher das es unter den Wissenschaftlern auch andere gibt und auch Gläubige.
Und was die Quantenphysik angeht, finde ich es lustig, dass sich auf einmal alle Gläubigen auf dieses Thema stürzen und sie für die Grundlage von Wundern und sonstigem esoterischen Gedöns heranziehen. Ich behaupte mal, dass 99% davon überhaupt keine Ahnung haben, worum es eigentlich geht. Aber hey, wieso picken wir uns nicht einen bestimmten Satz aus einer uns unbekannten, unbewiesenen Theorie eines kaum erforschten Teilgebietes der Physik heraus und beweisen einfach damit unsere Thesen.
Ich gehör zu denen die keine Ahnung haben aber ich rede auch nicht von Quanten. Ich rede nur von dem ich weiß. Soviel das ich mir sicher bin mich nicht zu blamieren.
Ich bin durch mein Studium etwas voreingenommen, was die Naturwissenschaften angeht, aber jeder hat die Möglichkeit mir Argumente entgegenzubringen, die mir bisher nicht erklärbare Phänomene näherbringen könnten. Aber das einzige, was ich als Argumentation lesen kann, ist, dass man erst einmal glauben müsste, um es zu verstehen. Das ist allerdings gar keine Argumentation, sondern eine Endlosschleife.
Ich glaube ein atheistischer Forscher findet die Seele vor allem dann, wenn er sich unvoreingenommen mit jemand wie mir an den Tisch setzt und man gemeinsam überlegt. Denn meine Vorstellung und meine Eigene Erklärungssuche enthält viele Ideen und Denkanstöße die ihm helfen, welche die er alleine ohne Glauben nicht hätte.
Ihr alle findet eure Seele dann wenn ihr den Glaube akzeptiert und für voll nehmt. Vielleicht entsteh eine Seele eben auch wie ein gedachtes Bild im Kopf: Es ist erst da wenn ich glaube. Bleibt doch mal unten und denkt einfach nach.
Und wie will man als Forscher was finde von dem man stur behauptet das es nicht existent ist/sein kann auch wenn man das doch noch gar nicht sicher sagen kann?
Auf die Ausgangsfrage des Threads kann jeder antworten. Aber an einer vernünftigen, konstruktiven Diskussion kann niemals ein Gläubiger beteiligt sein. Wer jetzt meint, mir schreiben zu müssen, dass ich ja auch an etwas glaube, nämlich an die Naturwissenschaften, der soll sich noch mal alles durchlesen und wird dann feststellen, dass Glaube nicht gleich Glaube ist. Ich bin glaubend, nicht gläubig.
Wenn du das ernst so meinst, dann bin ich dir nicht gläubig genug oder du erklärst den vorherigen Absatz von mir zum Schwachsinn. Aber wenn du das tust dann sei sicher das das auf Gegenseitigkeit beruht. Denn auch ein Atheist kann radikal und fundamentalistisch oder fanatisch sein. Und dann wird ungesund – und schwachsinnig.
PS: Ich weiß das es schwer ist immer genau zu differenzieren, aber ich lass mich eben ungern mit in die Masse drücken. =)