Hier wird etwas in meine Zeilen hinein interpretiert das ich in keiner Weise gemeint habe!
Wenn du es nicht so gemeint hast, wirst du lernen müssen zu schreiben, was du meinst!
Mich hast du verletzt und ich denke, andere auch.
Mir ist es vollkommen bewusst, dass jeder Mensch anders ist.
Was ich nur bei meinen verschiedenen Klinikaufenthalte wahrgenommen habe ist , dass viele sich in ihrem Leid ausruhen und sich nicht bewegen um an ihrer Lebenssituation etwas zu ändern.
Mehrfach habe ich Menschen kennengelernt die so Jahre ihres Lebens verloren haben und dies nach ihrer aktiven Mitarbeit in der Therapie sehr bedauert haben.
Wie kann man Jahre seines Lebens verlieren? Egal was man tut, es ist immer eine wertvolle Erfahrung, die das ganze noch kommende Leben beeinflusst.
Und wenn, du kannst doch nicht für andere entscheiden, ob ihr Leben verloren ist oder nicht. Das ist anmaßend.
Das sind keinerlei Vorwürfe oder Niedermachen sondern meine Beobachtungen.
Tut mir leid, aber das sind nicht deine Beobachtungen. Wenn du von verlorener Zeit sprichst, ist das eine Wertung. Und die steht dir eigentlich nicht zu, oder?
Du kannst nur beobachten, dass
deiner Meinung nach Leute bei der Therapie nicht mitgearbeitet haben. DAS ist eine Beobachtung. Darüber eine Wertung vorzunehmen, ist grenzüberschreitend.
Und wenn die Leute selbst zu dem Schluss gekommen sind, dass diesse Zeit für sie verloren war, dann hast du auch nur beobachtet, dass die Leute aus ihrem Verhalten einen Schluss gezogen haben und nicht, dass dieser Schluss zwangsweise auch richtig ist.
Ob du es nun erniedrigend gemeint hast oder nicht, ich habe denke ich nichts in die Zeilen interpretiert, was nicht da ist. Dr. Rock hat offensichtlich das gleiche gelesen.
Es gibt viele Gründe, warum jemand in der Therapie nicht mitarbeitet. (Wobei sich da schon mal die Frage stellt, was bedeutet eigentlich Mitarbeit?) Vielleicht ist der Therapeut großer Mist. Vielleicht ist man noch nicht so weit, wieder gesund zu werden. Krankheit hat ja immer auch einen Zweck.
Ich finde es sehr traurig, dass die Leute schon so indoktriniert von den Therapeuten sind, dass sie sich selbst abwerten, indem sie sagen, sie hätten nicht richtig mitgearbeitet und dadurch Zeit verloren. Sie haben vielleicht nicht die Ziele des Therapeuten erreicht, aber vielleicht haben sie ja eigene Ziele erreicht?! Und danach sollte man doch schauen.
Gerade in den Kliniken ist es ganz oft so, dass Krankheit als Mangel definiert wird und Menschen darauf getrimmt werden sollen, sich wieder in die Gesellschaft einzupassen und zu funktionieren. Gerade Depressionskranke sind aber gerade an der Gesellschaft gescheitert, weil sie dem Druck nicht standhalten konnten. Kein Wunder, dass sie nicht wieder "gesund" werden können, wenn man ihnen keine sinnvolle Alternative bieten kann. Dann ist so eine Krankheit keine verlorene Zeit sondern ein wichtiger Schutz.
Aus der Ferne können wir nicht beurteilen, warum jemand krank ist und was er braucht, um gesund zu werden. Darum sollten wir meiner Meinung nach lernen, zwischen Beobachtung, Meinung und Verurteilung zu unterscheiden.
Ich glaube dir übrigens gerne, dass du niemanden verletzen und abwerten wolltest, aber wenigstens bei mir kommt er so an. Vielleicht überlegst du dir ja mal, ob ich Recht habe und deine Zeilen nicht nur eine Meinung sondern eine Wertung waren. Ich kann natürlich falsch liegen, aber bei mir kommt so etwas immer als Wertung an.
Tuesday