Hier gibts ja wirklich interessante Zahlen zu lesen 🙂
Ich glaub, gigi hat mittlerweile einen sehr guten Überblick gewinnen können, und der Thread ist ja nun auch schon "etwas" älter - möchte trotzdem meinen Senf noch hinzugeben.
Ich finde, der Betrag, den ein Kind von seinen Eltern während des Studiums bekommt ist gar nicht so entscheidend, sondern das Gefühl, das man dem Kind damit vermittelt.
Ich lebe zur Zeit von etwas über 350 Euro monatlich, all inclusive, abgesehen von der Krankenversicherung (Studiengebühren gibt's hier nicht, nur rund 100€ Semesterbeitrag). Damit kommt ich ausgesprochen gut klar, weil ich weiß, dass
1. diese Situation zeitlich klar begrenzt ist (Motivation!),
2. ich jederzeit jobben gehen kann, wenn ich mehr Geld brauche/will,
3. ich im Notfalle immer Hilfe bekommen würde, zumindest im zweistelligen Bereich wäre das gar kein Thema. Das war allerdings bisher noch nie notwendig, worauf ich sehr stolz bin.
Ganz ehrlich, so lange ich mich auf diese Punkte verlassen kann, würde ich gar nicht deutlich mehr Geld haben wollen. Klar, so 500 Euro wären schon klasse 😉
Aber 1100?! Davon würde eh die Hälfte aufs Sparkonto wandern ^^
Ich hatte früher, als ich noch bei meinen Eltern gelebt hab totale Angst, dass ich finanziell nicht zurechtkommen könnte, sobald ich auf mich allein gestellt wäre. Ich hatte einfach überhaupt keine Ahnung, was das Leben so kostet, und vor allem meine Mutter hat mir immer wieder eingeredet, das sei alles viiieel teurer, als ich so denke... hätten sich meine Eltern es leisten können, mir ~1000 Euro im Monat zu zahlen, hätte ich jetzt wahrscheinlich immer noch diese Angst, abzustürzen, sobald das Geld von ihnen nicht mehr kommt, denn am Ende des Monats wäre ich ja garantiert trotzdem auf Null gewesen 🙂
Und deshalb bin ich so unheimlich dankbar dafür, dass ich mich jetzt gerade immer wieder neu davon überzeugen darf, dass es auch mit wenig geht (bin ja quasi sogar unter Hartz IV-Satz, wie viele Studis). Gut sogar, ich hab ein eigenes Zimmer mit Bad, muss nie hungern und geh auf jede Party, auf die ich Lust habe.
(Natürlich ginge das nicht in jeder Stadt, aber ich denke, mit 700 oder höchstens 800 Euro kommt man überall lockerstens klar.)
Gigi, ich würde Deiner Tochter von Herzen wünschen, dass sie diese Erfahrung auch machen darf. Ich finde, das "Knapsenmüssen" und kreative Sparen gehört zum Studieren einfach dazu! Ich glaube, Deine Tochter würde viel verpassen, wenn Du sie einfach so weiterleben lassen würdest wie bisher.
Was Du Dir im Gegensatz zu anderen Eltern leisten kannst ist, ihr die absolute Sicherheit zu geben, dass sie in kein finanzielles Loch ohne Boden fallen kann und wegen eines dummen Fehlers womöglich ihr Studium schmeißen muss, und diese Sicherheit ist alleine schon Gold wert, die solltest Du sie fühlen lassen.
Und vielleicht gibst Du ihr nach der bestandenen Zwischenprüfung (oder wie heißt das bei den Lehrämtlern, erstes Staatsexamen?) einen schönen Mutter-Tochter-Urlaub aus oder so? 🙂 sowas scheint ihr ja weit mehr zu bedeuten als Geld, wie Du in Deiner kleinen Geschichte erzählst.
Alles Liebe!