Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

geldbedarf einer studentin?

Hallo gigi,
erst einmal wollte ich Dich fragen ob Du nur mit Menschen zusammen kommst die eine besser gefüllte Gebörse haben als die Masse. Bei der hohen Arbeitslosenzahl müssen sehr viele Menschen mit weit aus weniger Geld auskommen als Deine Tochter. Ich frage mich auch, was sie verdienen wird wenn sie fertig studiert hat. Während meiner Ausbildung habe ich von meiner Vergütung eine Wohnung bezahlt und mich ernährt. War eine harte Zeit, aber das prägt einen Menschen nicht verkehrt. Es spornte mich sogar an die Ausbildungszeit um 1 Jahr zu verkürzen. Dein Beitrag machte mich sprachlos.
Beate
 
...ich als Student.... gebe nun auch mal meinen Senf dazu. 🙂

Ich finde, Eltern sollten ihren Kinden nicht unbedingt alles "ermöglichen". Ich finde, Studenten sollten sich das was sie wollen erarbeiten und die Eltern sollten das dann unterstützen.
Aber ich kenne zu viele Studenten die keine Ahnung haben was die Welt kostet, was es heisst 40 und mehr Stunden die Woche hart zu arbeiten. Ich studiere, bin immernoch ein Student und gehe auf Parties. Ich feiere mit meinen Komolitonen natürlich auch mal bis dass es kracht, ich mache lustige Dinge und gehe shoppen.....ABER alles in Maßen.

Ich studiere an einer renomierten englischen Universität. Mein Vater ist verstorben, meine Mutter Rentner. In UK zu studieren ist sehr intensiv und ich behaupte, dass es auch in manchen Fächern ungleich schwerer zu Deutschland ist.
Ich habe jede Woche ca 15-20 Stunden Vorlesung, ähnlich wie in der Schule. Dann habe ich 20 Stunden die Woche reine Lernzeit und Projektarbeiten und dann gehe ich die Woche regulär noch 20 Stunden arbeiten. Ich bin bisher durch keine einzige Klausur gefallen und bin ein guter Student.
Alles machbar, und ich bin immernoch glücklich.

Hier in UK zahlt man neben den happigen Studiengebühren von fast 5000 Euro auch Mieten die für 10 qm bei ca 600 Euro liegen. Ich habe Monate hinter mich gebracht, in denen ich von 15 Euro die Woche gelebt habe (und überlebt habe) Ich arbeite meine kompletten Semesterferien durch und bekomme ein volles Gehalt (übrigens 1100 Euro im Monat *gg*) was in etwa meine Studiengebühren deckt. Mit meiner Arbeit decke ich meine Miete und den Rest bekomme ich von meiner Familie (max. 300 Euro im Monat) wovon ich Offenstände, Essen und Bücher und gelegentlich auch ein Bier bezahlen kann ;-). Ich werde aufgrund meines Eifers und meiner Noten auch von der Uni finanziell gefördert, so wird ein Teil meiner Studiengebühr übernommen. Man muss sich eben nur früh genug darum kümmern und endlich Verantwortung für sich selbst übernehmen.
Ich will nicht sagen, dass man das unbedingt auch machen sollte...aber es geht. Wenn Deine Tochter von 1100 Euro NICHT leben kann, dann würde ich - um ehrlich zu sein sie zum arbeiten zwingen. Denn da ist nichts dabei. Wer Zeit hat, Geld auszugeben, hat auch Zeit zu arbeiten und vielleicht lernt sie dann ein bisschen besser zu "Haushalten".
7 Jahre Studium "nur" auf Lehramt finde ich allerdings auch arg lang.
In 7 Jahren kann man doch schon fast auf dem Weg zur Doktorarbeit sein.

Lass es Dir durch den Kopf gehen...aber ich würde das Geld kürzen. Man kann studieren UND arbeiten. Selbst hier in den ehrwürdigen Hallen einer altenglischen Universität im Südosten.

LG
D.
 
Hallo,

ich bin auch Studentin und muss sagen, dass 1100 Euro eine wahre Traumsumme ist für einen Monat! Ich hab ca. 600 Euro im Monat zur Verfügung (inklusive Bafög und Kindergeld), das reicht aus, ich muss auch nicht jobben gehen. Es kommt auch auf die Stadt und natürlich auf die Ansprüche an. Meine sind halt durchschnittlich, kann mir auch einen kleinen Urlaub im Jahr leisten.
 
hallo da mein sohn eine zweitausbildung macht er hat einen beruf und wollte unbedingt schauspieler werden ,zahle ich im monat 2200€ davon gehen 550.-miete 600€schulgeld 350 €musikunterricht und 100€tele stromsowie 100€versicherungen 150€krankenkasse ab verbleiben zum leben 350€wovon er allerdings schulbücher kauft wieviel diese summe ist kann ich nicht sagen.
auf jeden fall habe ich die erfahrung gemacht egal wieviel die kids haben sie jammern immer und ich bin froh wenn die ausbildung nächstes jahr zu ende ist.für lebensmittel muß man schauen wie die kosten in dem wohnort der kids sind.ich wollte nie glauben das es in manchen städten große unterschiede gibt ist aber leider so.
 
Sowas macht mich nun sprachlos. Aber naja.

Wenn ich in 4 Jahren in Rente gehen darf (mit Abzug, sonst erst in 6 Jahren), werde ich nichtmal 1000 Euro haben.

Obwohl ich 1991 fast 6000 DM brutto verdient habe. Naja, eigene Dummheit, wieso musste ich mich auch selbstständig machen und meinen Anspruch an Arbeitslosengeld abtreten. Und dann 15 Jahre keine oder kaum Rentenbeiträge zahlen können.

Peter
 
Mein erstes Studium haben mir meine Eltern finanziert, gab damals durchweg 1000DM pro Monat. Allein 600DM kostete die Miete für die kleine schimmlige Kellerwohnung in der teuren Universitätsstadt.

Mein zweites Studium hab ich 2003 angefangen. "Meine" damalige Firma hats mir mit netto ~ 650 Euro finanziert d.h. ich hab zusätzlich gearbeitet. Studiengebüren (da Zweitstudium) und Fahrtkosten (140km täglich) hatte ich mir vor dem Studium auf die Seite gespart.

Nach Beendigung des Studiums, jetzt also, leb ich von ~ 460 Euro Alg und den Restersparnissen und hoffe aufs Wohngeldamt, fürs Erste.

Heutzutage schützt auch ein Studium nicht unbedingt vor Harz IV und ich bin heilfroh, dass ich nie so einen hohen Lebensstandart gewohnt war. Ein Abstieg ist ungleich schwerer zu verkraften als das Ausbleiben des ersehnten Aufstiegs.

Ich bin der Meinung, dass Eltern ihren studierenden kids nicht mehr als den Harz IV Lebensstandart ermöglichen sollten. Jeder Student hat genug Zeit um sich ein paar angemessene Extrawünsche selber zu verdienen.
 
Hallo,
tja, wo liegt der Geldbedarf einer Studentin? Ich denke die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, immerhin ist der Bedarf eines Menschen immer auch abhängig von persönlichen Prioritäten, Einstellungen und dem Bezug zu materiellen Gütern bzw Geld.
Wenn deine Tochter jetzt von klein auf einen gewissen Lebensstandart lebt, der es ihr ermöglicht sich zb öfters mal neue Kleidung zu leisten oder oft abends auszugehen, wird sie natürlich nicht den durchschnittlichen Bedarf eines deutschen Durchschnittsstudenten entwickelt haben.
Der Bafög-höchstgetrag liegt bei uns bei genau 585 Euro. Darin ist Wohngeld schon enthalten. Mein persönliches Einkommen beläuft sich mit Bafög, Kindergeld und Nebenjob auf ca.800 Euro. Davon bezahle ich 300 Euro Miete, Auto, Versicherungen, Telefon usw. und ich muss zugeben, dass damit mein Bedarf größtenteils gedeckt ist. Dazu muss ich allerdings erwähnen, dass ich eine niedigen Lebensstandart auch gewohnt bin. Ich habe gelernt Verzicht zu üben, zu sparen, zu arbeiten oder mich auch mit weniger guten Dingen zufrieden zu geben.
Das bedeutet, ich habe ganz andere Einstellungen die Notwendigkeiten des Lebens betreffend, ich gehe mit einem ganz anderen Blick durch Läden und habe ganz andere Bewältigungsstrategien in Bezug auf finanzielle Nöte entwickelt.
Von daher denke ich, dass jeder Mensch seinen individuellen Bedarf hat und wenn ihr eine wohlhabende Familie seid, werden 1100 Euro wohl anscheinend dem Bedarf deiner Tochter angemessen sein. Allerdings würde ich den Durchschnittsbedarf deutscher Studenten wesentlich geringer einschätzen.
Was das Ganze allerdings auch zu einer erzieherischen Frage macht. Oben erwähnte Dinge wie Verzicht üben, sparen und arbeiten werden ja in unserer Gesellschaft allgemein als Tugenden anerkannt, die jeder junge Mensch erlernen sollte, um den Anforderungen, die das Erwachsenenleben manchmal an uns stellen kann, gerecht werden zu können. Und als Elternteil ist es mit Sicherheit nicht immer einfach den angemessenen Mittelweg zu finden zwischen provoziertem Leiden, den ja Geldentzug darstellt, als erzieherische Maßnahme und andererseits den Kindern ein angenehmes Leben zu ermöglichen.
Ich denke um den wirklichen Bedarf euerer Tochter zu ermitteln, müsstet ihr erst einmal herausfinden, wie ihre Vorstellungen in Bezug auf das Leben, den Umgang mit Geld und Arbeit aussehen. Wieviel neue Klamotten hält sie für angemessen und was wurde ihr als angemessen beigebracht? Wie verhält sie sich beim einkaufen, ist sie es gewohnt auf Sonderangebote zu achten? Und dann müsst ihr das abgleichen mit euren eigenen Vorstellungen vom angemessenen Umgang mit materiellen Gütern und ggf. entscheiden welche und wieviele dieser Dinge zu einem Lebensstandart gehören, der von eurer Tochter selbst erarbeitet werden soll bzw was ihr für entbehrlich haltet.
Das ganze würde ich wirklich von euren ganz persönlichen individuellen Vorstellungen und Erziehungszielen abhängig machen und nicht von den Vorstellungen anderer Leute oder was allgemein als Tugend erachtet wird.
Wenn sie mit einem gewissen Lebensstandart aufgewachsen ist, halte ich es für blödsinnig, sie jetzt mit 500 Euro ins kalte Wasser zu schmeissen. Das könnte sie gar nicht bewältigen.
Ich hoffe, ihr könnt die richtige Entscheidung für euch und eure Tochter treffen und wünsche viel Erfolg beim Studium (und dass sie keine sieben Jahre braucht).
Schöne Grüße Eska
 
So charmant möchte ich meinen Sarkasmus auch mal platzieren 🙄
Naja, so sarkastisch war das gar nicht gemeint. Es wär zwar möglich das so zu machen, und sie würde es wohl auch doch schaffen, immerhin hätte sie keine andre Wahl. Allerdings denke ich erstens nicht, dass solche radikalen Erziehungsmethoden den Vorstellungen der Eltern entsprechen und zum anderen denke ich, dass eine so radikale Umstellung elterlicher Erwartungen und Einstellungen in diesem Fall nicht zum gewünschten Lernerfolg führen werden, der ja wohl in Richtung "Prinzesschen vom hohen Ross holen" gehen soll.
Tja hmm und andererseits komme ich in echte Konflikte mit mir, ob ich anderen Menschen meine Moralvorstellungen aufdrücken darf. Das eine ist das Äussern meiner Meinung, die bei mir persönlich auch nicht ohne Neidgefühle und stereotypen Vorstellungen von Menschen, die viel Geld haben, einhergehen. Das andere soll ein Tipp für die Eltern darstellen, die ganz andere Moralvorstellungen und Prioritäten haben.
Und nun liegt es bei mir zu beurteilen, ob ein Mensch, der nicht mit 500 Euro im Monat auskommen kann, schlechte oder falsche Charaktereigenschaften entwickelt? Wie sollten die denn aussehen? Arroganz? Sich für was besseres halten? Oder die Tochter selbst betreffend: Nicht genügend auf das Leben mit drohenden Arbeitslosigkeiten vorbereitet zu sein? Nicht gelernt zu haben, dass Geld Arbeit bedeutet? Das liegt doch gar nicht in meinem Ermessen.
Das sollten die Eltern schon selbst beurteilen können, ich kann ihnen doch nicht sämtliche erzieherischen Kompetenzen absprechen, nur weil sie andere Vorstellungen vom Leben haben. Und welche Vorstellung wir nun als irrgeleitet erachten, hängt ja nun auch ganz stark davon ab, was wir so wahrnehmen und als Normalität kennenlernen. Und was nun richtig oder falsch ist, kann ich nur aus einer einzigen Position heraus beurteilen. Und dieses Urteil hab ich versucht mir zu verkneifen, weil ich mir selber noch unsicher bin, was mein Urteilsvermögen in dieser Hinsicht betrifft.
Schöne Grüße Eska
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 1) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben