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Gedankengänge Thema Emanzipation

  • Starter*in Starter*in pfefferjunge
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Tut mir leid, habe dies gelöscht.

Auch wenn dies nicht böse, aber teilweise durchaus eine ernstgemeinte Frage war. Wer von einer derartigen Benachteiligung spricht und solche Kampfbegriffe verwendet, klingt schon recht frustriert.

Was die Rentengeschichte angeht: Auch das war ernst gemeint. Ich kenne mich mit der Rente nicht sonderlich gut aus und hätte tatsächlich gerne konkrete Punkte erfahren.

Das ist wiederum eine gewagte Auslegung von deiner Seite.
PC - ich halte mich ebenfalls mit vielen Vermutungen zurück, die mir in den Sinn springen würden. Lassen wir es doch einfach dabei.
Danke fürs Löschen. Wirklich sinnvoll ist es jedoch nicht, wenn das eine gelöscht wird und in der Folge etwas anderes (in zugegebenermaßen milderer Form) draufgesetzt wird.
 
Ja, aber Rhenus, die Kernaussage welche man hierbei nicht aus den Augen verlieren darf ist doch die Frage danach, wer die Frauen in diese Jobs presst.

Gibt es nicht auch Jobs, welche vorwiegend von Männern erledigt werden, und die eben auch unterbezahlt sind? Z.b der freundliche Hilfsarbeiter auf dem Bau...verdient auch nix. Aber für ihn machst du kein Faß auf.

Ich kann aus einer solchen These unbestritten ablesen, dass in verschiedenen beruflichen Sparten zu wenig Geld verdient wird. Stichwort: Niedriglohn!
Und das führst du auch immerwieder an. Und zu Recht wie ich meine.

Schwer tue ich mich allerdings mit dem simplen Konsens daraus, es würde nur Frauen betreffen. An was möchtest du dies festmachen wenn sich die Frauen die jobs schließlich selbst aussuchen?

Ich hatte ja auch zuvor schon mal 10 Jahre in einem Weltkonzern gearbeitet. Da gab es viele Bilanzbuchhalterinnen die deutlich mehr Gehalt als ich bekamen.
Wie haben die das geschafft, trotz das sie weiblich sind? Und wie haben sie es geschafft, nicht an der Kasse bei Lidl zu landen? Müsste dort nicht jede Frau landen, denn schließlich dürfen die ja nicht ohne weiteres aus dem Niedriglohnsektor raus?

Der Hilfsarbeiter am Bau bekommt relativ viel Geld, wenn er nicht gerade bei einem Subunternehmer arbeitet, weil das Feld noch relativ stark von der Tarifgemeinschaft beackert wird.
Ich finde dein Beispiel interessant.
Emanzipation hat auch etwas mit dem Ansehen der Berufe zu tun.
Einem Hilfsarbeiter gesteht man relativ hohen Stundenlohn zu, weil man in der Wertevorstellung einer zu leistenden Arbeit davon ausgeht, dass dies eine körperlich schwere Arbeit ist.
Das Frauen und Männer körperlich nicht gleich sind, darüber brauchen wir nicht zu streiten, daher kann man das meiner Meinung nicht vergleichen.

Zudem sollte man die Lebensleistung eines Menschen als Maßstab nehmen.
Es ist doch Fakt, dass sich Männer kaum an der Kindererziehung, der Pflege und Betreuung beteiligen. Von der Schwangerschaft ganz abgesehen.
Schaut man in Haushalte mit beider Berufstätigkeit, so ist es vielfach immer noch so, dass für den Mann die Arbeit vorbei ist, wenn er seinen Wohnungsschlüssel ans Schlüsselbrett hängt. Die Frau hingegen kocht, kauft ein, macht den Haushalt und steht in der Regel auch früher auf.
Sind Kinder im Haushalt, werden diese auch selten vom Mann versorgt.

Ich hatte ja auch zuvor schon mal 10 Jahre in einem Weltkonzern gearbeitet. Da gab es viele Bilanzbuchhalterinnen die deutlich mehr Gehalt als ich bekamen.
Wie haben die das geschafft, trotz das sie weiblich sind? Und wie haben sie es geschafft, nicht an der Kasse bei Lidl zu landen? Müsste dort nicht jede Frau landen, denn schließlich dürfen die ja nicht ohne weiteres aus dem Niedriglohnsektor raus?

Ehrlich, ich wundere mich immer über deine Vergleiche und noch mehr über die Schlüsse die du daraus ziehst.
Verkäufer/Verkäuferin ist ein gängiger Lehrberuf, wie Bilanzbuchhalter auch.
Jetzt stellt sich mir der Vergleich gar nicht, den du zitierst, weil dieser Vergleich ja nur logisch wäre, wenn es nur die beiden Berufe gäbe.

Zudem ziehst du wieder einen unstatthaften Vergleich, den du auch beim Baugewerbe gezogen hast. Doch diesmal bist du sogar nah am Thema. Es hängt in der Tat mit der gesellschaftlichen Emanzipation zusammen.
Eben, wie wir Arbeit klassifizieren und ungerechterweise in „wertvoll“ und weniger „wertvoll“ einteilen.

Hausarbeit, Putzen, reinigen für andere usw. nicht wertvoll, Bürodienst, sagen wir auf einer Bank, wertvoll.
Doch ist das keine gerechte Beurteilung, darum geht es!

Wenn ich zu deinem Beispiel zurückkehre:
Ein Hilfsarbeiter beim Bau, wahrscheinlich schlechte Bildung, also ungelernt, bekommt laut Tarif etwa 11,05 € Mindestlohn.
Eine Verkäuferin, Berufsausbildung Kaufman, hat einen Durchschnittsstundenlohn von etwa 7,80 €.
Und ich behaupte mal, dass eine Verkäuferin an der Kasse mindestens mit einem Arm am Tag genau so viel hebt, wie der Bauhelfer mit beiden Armen.
Dazu kommen die psychische Belastung mit schwierigen Kunden, keine Fehler zu machen (die Kasse muss stimmen), gefilmt und überwacht zu werden, „Opfer“ eines Testkäufers zu werden, der beweisen möchte, dass die Verkäuferin Fehler macht, in dem er böse Fallen stellt.
Was in der Regel auch sofort zur Abmahnung führt.

Wir sehen also, es ist eine Frage der Gerechtigkeit und einer gesellschaftlichen Ethik.
 
Ohne jetzt in euren eloquenten Diskurs bösartig eingreifen zu wollen, aber man sollte doch auch auf gewisse Gegebenheiten eingehen.

Natürlich befindet sich die allermeisten Verkäuferinnen im Niedriglohnsektor. Ebenso sehen die Gehaltsabrechnungen von Erzieherinnen auch nicht gerade rosig aus. Aber, so hart wie das klingt, die Schuld daran trägt auch irgendwo der Arbeitnehmer. Oder in diesem Fall, die Arbeitnehmerinnen. Noch herrscht freie Berufswahl in Deutschland und jeder kann sich vor seiner Berufswahl über alles informieren. Es gibt marktwirtschaftlich-bedingte Faktoren, die lassen sich nicht mal ebenso aus der Welt wischen. Und dies gilt für beide Geschlechter. Letztendlich ist es doch, dass Frauen vorwiegend in die Branchen gehen, die im Gehaltsranking eher unten zu finden sind. Und Männer tun das Gegenteil. Aber dafür kann man doch niemandem die Schuld zuweisen. Wenn überhaupt ist das doch ein gesellschaftliches Problem, ein Problem der Politik bzw. der Tarifparteien.

Warum es ist, wie es eben ist, darüber kann lang gestritten werden.

Natürlich muss ein Umdenken geschehen. Aber in allen Branchen, auf allen Ebenen, auch innerhalb der Geschlechter. Bzw. sind umfangreiche Strukturänderungen notwendig um allen und allem gerecht zu werden. Und es sollte nicht nur geschaut werden warum man auf dem Bau mehr verdient als an der Supermarktkasse. Oder ob das überhaupt was mit dem Geschlecht zu tun hat, oder mit der Wertschöpfungskette. Für mich gibt es da noch ganz andere brachliegende Felder in unserem schönen Lande. Warum werden Lehrer verbeamtet und verdienen im Leben ca. 3 mal soviel wie der Schulsozialarbeiter, der meistens Angestellter ist, aber dennoch dieselben Belastungen ertragen muss und ebenso große und vergleichbare Verantwortung trägt?
 
Rentenpunkte erhält sie, WENN sie verheiratet ist, WENN er mehr verdient, WENN er Rente oder Leistungen aus einer Rentenversicherung bezieht (und keine Kapitallebensversicherung hat).
Was in meinen Augen bei Kindererziehung nur fair ist.

Das ist auf jeden Fall fair! Schließlich kann das als Ausgleich der Kindererziehung betrachtet werden.

Eine verheiratete Frau erhält aber auch Rentenpunkte ihres Mannes,
wenn sie niemals Kinder bekommen haben. 😉

Und auch das ist erwähnenswert, schließlich profitiert man nicht bloß während der Ehedauer von dem mitunter tollen Einkommen des Mannes, sondern auch im Rentenalter.

Das heisst eine Ehe ist auch Heute noch eine Absicherung für den finanziell schwächeren, vorwiegend für Frauen.

Rund um die Rente kann man hier sogar, aufgrund der längeren Lebenszeit bei Frauen, die Witwenrente unter bestimmten Gesichtspunkten positiv für Frauen auslegen.

Meist arbeiten Frauen jedoch neben der Kindererziehung. Viele sind nicht verheiratet, viele sind geschieden.

Das Frauen neben der Kinderziehung immer häufiger arbeiten, liegt aber doch auch daran das oftmals 1 Gehalt nicht mehr genügt. Also müsste man ja zu dem Ergebnis kommen, dass Männer entweder heute weniger verdienen als früher, oder dass die Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Also alles Faktoren, die sogar weniger auf die Frau als auf den Haupternährer gemünzt sind.

Ebenso wird gerne geschildert, dass Frauen durch die Kindererziehung zusätzliche Arbeit verrichten während der Vater "nur" arbeiten geht und sich beim ihm also nicht wesentlich etwas ändert. Von wegen. Dass er für 3 arbeiten geht und sein Lohn entsprechend der gesamten Familie zur Verfügung stellt, wird hier außen vor gelassen. Er ist also genauso beteiligt wie die Mutter und stellt für einen sehr langen Zeitraum die notwendigen, finanziellen Mittel. Und zwar für alle Familienmitglieder.

Unverheiratete und geschiedene müsste man wieder getrennt betrachten. Weshalb bekommt man überhaupt als unverheiratete ein Kind? Vielleicht könnten wir über die "geschiedenen" nochmal separat weiterschreiben, denn da sehe ich auch im ersten Moment auch eine Benachteiligung. Aber mein Beitrag wird hierfür jetzt schon zu lange, denn ich hatte zuvor schon folgendes vorgeschrieben:

Ich finde den fortgang dieser Diskussion ohnehin interessant. Zuerst geht es pauschal um die Benachteiligung von Frauen. In der weiteren Argumentation reduziert sich dies im wesentlichen nur noch auf Mütter !
Da aber nicht jede Frau Mutter ist, müsste man sich doch eigentlich von der allg. Benachteiligung von Frauen trennen und die Problembetrachtung auf Mütter und somit die Familienwirtschaft, eingrenzen?

Vielleicht ist das auch der Grund weshalb ich dieses Thema so schlecht verinnerlichen kann. Wird von Diskriminierung gegenüber Frauen gesprochen fange ich unweigerlich an mich mit arbeitskolleginnen zu vergleichen. Die haben kein Kind und arbeiten einfach Vollzeit, genau wie ich. (Momentan arbeite ich in einem mittelständischen Familienbetrieb und habe nicht so viele Leute, die sich gut mit mir vergleichen lassen) Aber als ich noch für einen großen Konzern tätig war sah ich Kolleginnen welche es beruflich viel weiter gebracht hatten, weniger weit und auch Kolleginnen deren Position mit meiner durchaus vergleichbar gewesen ist und die entweder etwas weniger, oder auch mehr verdienten. Wir waren alleine innerhalb des controllings immerhin 12 Leute, alle mit ähnlicher Ausbildung und ähnlichem Werdegang. Und es war also überhaupt keine Ungleichbehandlung abzulesen. In meiner Münchenzeit war es genauso.

Das Problem das sich mir persönlich stellt ist also die Tatsache, dass ich nicht weiss inwiefern ich zb. an einem Stammtisch oder hier im Forum jemandem zustimmen sollte welcher Pauschal der Meinung ist, das Frauen benachteiligt seien! Damit tue ich mir aufgrund meiner Erfahrungswerte durchaus schwer.
 
PC, du hast recht, mich stört es auch ein wenig, dass die ganze Emanzipationsdiskussion hauptsächlich um Frauen und Männer geht. Aber da all meine kläglichen Versuche, andere Gruppen mit einzubeziehen gescheitert sind...🙄, stelle ich für mich fest, dass dies wohl daran liegt, dass es ein dominantes Problem zu sein scheint und deshalb eine Diskussion wert. Jedoch stelle ich für mich fest, dass wenn man die Emanzipation der Frau diskutiert, man eigentlich nur einen ganz kleinen Teil des Themas abdecken kann.

Ich schreibe, wie so mancher weiss, als alleinerziehende Mutter, die voll berufstätig ist. Ich habe einen relativ guten Job, in dem ich flexible Arbeitszeiten habe, also mich gut auf die Bedürfnisse meines Kindes einstellen kann, Elternabend, Hausaufgaben, Schulausflüge, Ferienzeiten usw. Des weiteren habe ich das grosse Glück ein sehr solides Netzwerk um mich zu haben, welches mir dabei hilft, mein Kind grosszuziehen, angefangen bei meiner Familie und guten Freunden.

Ich arbeite in einem Beruf, in dem der männliche Anteil meiner Kollegen überwiegt und fühle mich aufgrund dieser Tatsache keineswegs benachteiligt: Im Gegenteil, mein Chef räumt mir teilweise mehr Freiheiten ein als meinen männlichen Counterparts. Wenn ein Mann sagt, er muss schnell nach Hause, weil das Kind krank ist, wird er vielleicht schief angeschaut, bei einer Frau ist das "normal".

Was mein Gehalt betrifft, habe ich keine Ahnung ob ich mehr oder weniger verdiene, als ein Mann der den gleichen Job hat. Weil ich mit dem zufrieden bin, was ich bekomme. Mein Lohn wird erhöht, gemessen an der Leistung die ich erbringe und mein Bonus wird am erarbeiteten Profit unseres Teams berechnet, prozentual und nach dem gleichen Maßstab meiner männlichen Kollegen. Ich habe die gleiche Anzahl von Urlaubstagen wie die Männer und werde, was meinen Rentenanspruch angebelangt, keine grossen Nachteile haben, da ich nur 4 Monate lang Babypause hatte und eine ansonsten lückenlose Beschäftigungsakte.


Eine Frau, die gemeinsame Kinder mit einem Mann hat, kann sich in einer gut funktionierenden Beziehung komplett frei entfalten, beruflich und privat und trotz Kinder. Für Alleinerziehende ist das etwas schwieriger, aber es gibt nicht nur Frauen, die Kinder allein grossziehen, sondern auch Männer, die das tun. Haben die die gleichen Probleme, wie Frauen? Ich denke schon. Also ist es kein Mann vs Frau Problem, sondern ganz einfach eine Frage, welche Prioritäten man im Leben hat. Will man sich Kinder anschaffen, begibt man sich in eine Abhängigkeit und Verantwortung, die zwar vom Staat und der Gesellschaft mitgetragen werden muss, aber nur bis zu dem Punkt, der meine Eigenverantwortung nicht beschneidet.
 
Eine verheiratete Frau erhält aber auch Rentenpunkte ihres Mannes,
wenn sie niemals Kinder bekommen haben. 😉
.

Interessant, dass du diesen Punkt aus der Sicht von Mann - Frau aufführst.
Wenn Mann und Frau verheiratet sind, dann erhält derjenige, der eine niedrigere Rente bekommt, die Rentenanteile des Partners. EGAL, ob Mann oder Frau. Du möchtest jetzt sicherlich nicht leugnen, dass es auch Ehen gibt, bei denen die Frau mehr arbeitet? Das hat was mit "Lebensgemeinschaft" zu tun - nicht mit dem Geschlechterkampf.

Normalerweise einigen sich auch Ehepartner explizit oder implizit auf eine gemeinsame Lebensform. Das ist nicht etwas, dass ihnen von außen übergestülpt wird.
 
@ Diabolo

Im Rahmen des downdating passt die Krankenschwester schon auf, dass sie den Stationsarzt abbekommt, und die Ärztin sich nicht am Krankenpfleger vergreift. 😀

Aber da diese Aussage natürlich zu klischeebehaftet ist und ich dies natürlich auch nicht mit einem passenden Link untermauern kann, stimme ich dir zu. Die Rentenpunkte wandern selbstverständlich in beide Richtungen und sind somit Geschlechtsneutral. So weit, so gut.

Jetzt weiss ich aber immernoch nicht, wo die Rentenbenachteiligung genau anzutreffen ist.


Interessant, dass du diesen Punkt aus der Sicht von Mann - Frau aufführst.

Interessant finde ich, dass die Rentenpunktenklarstellung das einzigste ist, worauf du aus meinem gesamten Beitrag überhaupt eingegangen bist! 😕
 
@ Diabolo

Im Rahmen des downdating passt die Krankenschwester schon auf, dass sie den Stationsarzt abbekommt, und die Ärztin sich nicht am Krankenpfleger vergreift. 😀

Aber da diese Aussage natürlich zu klischeebehaftet ist und ich dies natürlich auch nicht mit einem passenden Link untermauern kann, stimme ich dir zu. Die Rentenpunkte wandern selbstverständlich in beide Richtungen und sind somit Geschlechtsneutral. So weit, so gut.

Jetzt weiss ich aber immernoch nicht, wo die Rentenbenachteiligung genau anzutreffen ist.




Interessant finde ich, dass die Rentenpunktenklarstellung das einzigste ist, worauf du aus meinem gesamten Beitrag überhaupt eingegangen bist! 😕

Rente betrifft nicht nur Rentenpunkte aus der Ehezeit.
Das Hauptproblem entsteht, wenn Kinder da sind und keine oder keine lange Ehezeit.

Heikel ist auch die Situation, wenn der Mann dazu wenig verdient oder selbständig ist und keine explizite Rentenversicherung abgeschlossen hat.

Ja, ich beschränke mich darauf, weil das ein konkreter Punkt ist.
Bei vielen Punkten könnten wir bis in alle Ewigkeit diskutieren, bei anderen habe ich bereits festgestellt, dass eine Annäherung nicht möglich ist.
Da finde ich einen solchen klar behandelbaren Punkt erfrischend.
 
Zuletzt bearbeitet:
PC, du hast recht, mich stört es auch ein wenig, dass die ganze Emanzipationsdiskussion hauptsächlich um Frauen und Männer geht. Aber da all meine kläglichen Versuche, andere Gruppen mit einzubeziehen gescheitert sind... , stelle ich für mich fest, dass dies wohl daran liegt, dass es ein dominantes Problem zu sein scheint und deshalb eine Diskussion wert. Jedoch stelle ich für mich fest, dass wenn man die Emanzipation der Frau diskutiert, man eigentlich nur einen ganz kleinen Teil des Themas abdecken kann.

Nun, ich verstehe das Eingangsposting jedenfalls so, dass wir nicht bis zur Sklavenbefreiung, was auch eine Form der Emanzipation ist, diskutieren sollten.
Doch geht es sicher um mehr, als magere Thesen einer Alice Schwarzer, die im Übrigen kaum die Belange von Frauen vertreten hat.

Ich schreibe, wie so mancher weiss, als alleinerziehende Mutter, die voll berufstätig ist. Ich habe einen relativ guten Job, in dem ich flexible Arbeitszeiten habe, also mich gut auf die Bedürfnisse meines Kindes einstellen kann, Elternabend, Hausaufgaben, Schulausflüge, Ferienzeiten usw. Des weiteren habe ich das grosse Glück ein sehr solides Netzwerk um mich zu haben, welches mir dabei hilft, mein Kind grosszuziehen, angefangen bei meiner Familie und guten Freunden.

Ich arbeite in einem Beruf, in dem der männliche Anteil meiner Kollegen überwiegt und fühle mich aufgrund dieser Tatsache keineswegs benachteiligt: Im Gegenteil, mein Chef räumt mir teilweise mehr Freiheiten ein als meinen männlichen Counterparts. Wenn ein Mann sagt, er muss schnell nach Hause, weil das Kind krank ist, wird er vielleicht schief angeschaut, bei einer Frau ist das "normal".

Aber warum wird der Mann schief angesehen?
Weil die Gesellschaft noch keine völlige Emanzipation anerkennt. Dass ein Mann Kindererziehungszeiten oder familiäre Aufgaben erfüllt, müsste jedoch, wie in Skandinavien, völlig normal sein!

Was mein Gehalt betrifft, habe ich keine Ahnung ob ich mehr oder weniger verdiene, als ein Mann der den gleichen Job hat. Weil ich mit dem zufrieden bin, was ich bekomme. Mein Lohn wird erhöht, gemessen an der Leistung die ich erbringe und mein Bonus wird am erarbeiteten Profit unseres Teams berechnet, prozentual und nach dem gleichen Maßstab meiner männlichen Kollegen. Ich habe die gleiche Anzahl von Urlaubstagen wie die Männer und werde, was meinen Rentenanspruch angebelangt, keine grossen Nachteile haben, da ich nur 4 Monate lang Babypause hatte und eine ansonsten lückenlose Beschäftigungsakte.

Dann darf ich dir verraten, dass du benachteiligt sein wirst.
Du wirst irgendwann eine Aufrechnung bekommen und darin wird dir der Wert von 8 Monaten als Geldbeitrag gutgeschrieben.
Jetzt wirst du denken, ja prima!
Wirst du jedoch nicht bis 67, vielleicht auch 70 Jahren arbeiten, dann werden dir heftige Abzüge drohen. Da könntest du die 8 Monate gut brauchen.
Da sie bereits verrechnet sind, nutzen sie dir nichts und du bekommst auch von diesen, bereits verrechneten Beiträgen, den Abzug!


Eine Frau, die gemeinsame Kinder mit einem Mann hat, kann sich in einer gut funktionierenden Beziehung komplett frei entfalten, beruflich und privat und trotz Kinder.

So?
Erkläre mal!

Für Alleinerziehende ist das etwas schwieriger, aber es gibt nicht nur Frauen, die Kinder allein grossziehen, sondern auch Männer, die das tun. Haben die die gleichen Probleme, wie Frauen? Ich denke schon. Also ist es kein Mann vs Frau Problem, sondern ganz einfach eine Frage, welche Prioritäten man im Leben hat.

Nein, das ist typisches emanzipatorisches Problem, weil eine Emanzipation beinhaltet, dass Männer wie Frauen benachteiligt sind, weil, oder wenn sie Familienarbeit leisten, die in der Öffentlichkeit keinerlei Wert und Ansehen haben.
Daher hat das weniger mit einer Emanzipation zwischen Mann und Frau zu tun, sondern mit der Emanzipation der Wertevorstellung unserer Gesellschaft.


Will man sich Kinder anschaffen, begibt man sich in eine Abhängigkeit und Verantwortung, die zwar vom Staat und der Gesellschaft mitgetragen werden muss, aber nur bis zu dem Punkt, der meine Eigenverantwortung nicht beschneidet.

Und warum sollte der Staat sich nicht mehr verantwortlich fühlen?
Warum wird eine staatliche Erziehungs- und Pflegearbeit gefördert, bezahlt und eine Private (fast) nicht?
 
Nein, das ist typisches emanzipatorisches Problem, weil eine Emanzipation beinhaltet, dass Männer wie Frauen benachteiligt sind, weil, oder wenn sie Familienarbeit leisten, die in der Öffentlichkeit keinerlei Wert und Ansehen haben.
Daher hat das weniger mit einer Emanzipation zwischen Mann und Frau zu tun, sondern mit der Emanzipation der Wertevorstellung unserer Gesellschaft.


Und warum sollte der Staat sich nicht mehr verantwortlich fühlen?
Warum wird eine staatliche Erziehungs- und Pflegearbeit gefördert, bezahlt und eine Private (fast) nicht?

Mein "Danke" für das in fett Gedruckte.
Der Staat soll sich verantwortlich fühlen. Hatte ich geschrieben. Und die Gesellschaft auch. Aber er und sie soll mir nicht in die Erziehung meines Kindes reinquatschen dürfen, was dann wieder bedeuten würde, dass ich dem Staat gegenüber keine Rechenschaft schuldig bin, was ich mit seiner Unterstützung mache. Oder was?

Meine "4 Monate" habe ich im Ausland abgedient, von daher wird das mit den 8 Monaten, die du erwähnst nicht so ganz stimmen. Und wenn doch, dann sind sie mir die Zeit, die ich zu Hause mit meinem Kind verbracht habe wert.

Rhenus, du warst derjenige, der mich der Almosenklauberei bezichtigte. So ist es aber nicht. Ich genüge mich nicht mit dem was ich habe. Sondern ich schaue, wo mir ein echter Nachteil entsteht. Ich schaue auch nicht, ob die Müllers von nebenan ein dickeres Auto als ich haben, sondern freue mich darüber, dass meins abbezahlt ist und läuft.
Deswegen habe ich auch viel mehr Zeit mich auf die Werte zu konzentrieren, die mir wichtig sind. Die da unter anderem sind, dass mein Kollege meinen Bereitschaftsdienst stillschweigend übernimmt und mir den Rücken freihält, weil er weiss, dass es mich einen feuchten Kerricht schert, ob er 3 Euro im Monat mehr als ich verdient.

Nun kommen wir zum Idealismus. Emanzipation braucht diesen etwas mehr, finde ich. Den Glauben daran, dass man es schaffen kann, als Mann Frau, Weiss Schwarz Grün Blau, Behindert oder Superman, sich nicht an dem Extrakrümel aufzuhängen, den der andere vielleicht auf dem Teller hat.

@Diablo, wenn das mit der Rentenversicherung so stimmt, hab ich echt ein Problem. Denn ich bin und war nie verheiratet. Es gibt keinen Mann, dessen Rentenversicherung auf mich übertragen werden könnte. Sollte ich mich als Frau diskriminiert fühlen? Nein. Es ist wohl wichtig, dass man Druck macht, dass veraltetete Gesetze erneuert werden und dem heutigen Leben angepasst werden. Das wird wohl auch noch Jahre dauern. Deshalb nervt es mich so, dass sich unsere Politiker stattdessen mit Nichtigkeiten, wie z.B. Frauenquoten abgeben, anstatt sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.
 
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