Ja, aber Rhenus, die Kernaussage welche man hierbei nicht aus den Augen verlieren darf ist doch die Frage danach, wer die Frauen in diese Jobs presst.
Gibt es nicht auch Jobs, welche vorwiegend von Männern erledigt werden, und die eben auch unterbezahlt sind? Z.b der freundliche Hilfsarbeiter auf dem Bau...verdient auch nix. Aber für ihn machst du kein Faß auf.
Ich kann aus einer solchen These unbestritten ablesen, dass in verschiedenen beruflichen Sparten zu wenig Geld verdient wird. Stichwort: Niedriglohn!
Und das führst du auch immerwieder an. Und zu Recht wie ich meine.
Schwer tue ich mich allerdings mit dem simplen Konsens daraus, es würde nur Frauen betreffen. An was möchtest du dies festmachen wenn sich die Frauen die jobs schließlich selbst aussuchen?
Ich hatte ja auch zuvor schon mal 10 Jahre in einem Weltkonzern gearbeitet. Da gab es viele Bilanzbuchhalterinnen die deutlich mehr Gehalt als ich bekamen.
Wie haben die das geschafft, trotz das sie weiblich sind? Und wie haben sie es geschafft, nicht an der Kasse bei Lidl zu landen? Müsste dort nicht jede Frau landen, denn schließlich dürfen die ja nicht ohne weiteres aus dem Niedriglohnsektor raus?
Der Hilfsarbeiter am Bau bekommt relativ viel Geld, wenn er nicht gerade bei einem Subunternehmer arbeitet, weil das Feld noch relativ stark von der Tarifgemeinschaft beackert wird.
Ich finde dein Beispiel interessant.
Emanzipation hat auch etwas mit dem Ansehen der Berufe zu tun.
Einem Hilfsarbeiter gesteht man relativ hohen Stundenlohn zu, weil man in der Wertevorstellung einer zu leistenden Arbeit davon ausgeht, dass dies eine körperlich schwere Arbeit ist.
Das Frauen und Männer körperlich nicht gleich sind, darüber brauchen wir nicht zu streiten, daher kann man das meiner Meinung nicht vergleichen.
Zudem sollte man die Lebensleistung eines Menschen als Maßstab nehmen.
Es ist doch Fakt, dass sich Männer kaum an der Kindererziehung, der Pflege und Betreuung beteiligen. Von der Schwangerschaft ganz abgesehen.
Schaut man in Haushalte mit
beider Berufstätigkeit, so ist es vielfach immer noch so, dass für den Mann die Arbeit vorbei ist, wenn er seinen Wohnungsschlüssel ans Schlüsselbrett hängt. Die Frau hingegen kocht, kauft ein, macht den Haushalt und steht in der Regel auch früher auf.
Sind Kinder im Haushalt, werden diese auch selten vom Mann versorgt.
Ich hatte ja auch zuvor schon mal 10 Jahre in einem Weltkonzern gearbeitet. Da gab es viele Bilanzbuchhalterinnen die deutlich mehr Gehalt als ich bekamen.
Wie haben die das geschafft, trotz das sie weiblich sind? Und wie haben sie es geschafft, nicht an der Kasse bei Lidl zu landen? Müsste dort nicht jede Frau landen, denn schließlich dürfen die ja nicht ohne weiteres aus dem Niedriglohnsektor raus?
Ehrlich, ich wundere mich immer über deine Vergleiche und noch mehr über die Schlüsse die du daraus ziehst.
Verkäufer/Verkäuferin ist ein gängiger Lehrberuf, wie Bilanzbuchhalter auch.
Jetzt stellt sich mir der Vergleich gar nicht, den du zitierst, weil dieser Vergleich ja nur logisch wäre, wenn es nur die beiden Berufe gäbe.
Zudem ziehst du wieder einen unstatthaften Vergleich, den du auch beim Baugewerbe gezogen hast. Doch diesmal bist du sogar nah am Thema. Es hängt in der Tat mit der gesellschaftlichen Emanzipation zusammen.
Eben, wie wir Arbeit klassifizieren und ungerechterweise in „wertvoll“ und weniger „wertvoll“ einteilen.
Hausarbeit, Putzen, reinigen für andere usw. nicht wertvoll, Bürodienst, sagen wir auf einer Bank, wertvoll.
Doch ist das keine gerechte Beurteilung, darum geht es!
Wenn ich zu deinem Beispiel zurückkehre:
Ein Hilfsarbeiter beim Bau, wahrscheinlich schlechte Bildung, also ungelernt, bekommt laut Tarif etwa 11,05 €
Mindestlohn.
Eine Verkäuferin, Berufsausbildung Kaufman, hat einen Durchschnittsstundenlohn von etwa 7,80 €.
Und ich behaupte mal, dass eine Verkäuferin an der Kasse mindestens mit einem Arm am Tag genau so viel hebt, wie der Bauhelfer mit beiden Armen.
Dazu kommen die psychische Belastung mit schwierigen Kunden, keine Fehler zu machen (die Kasse muss stimmen), gefilmt und überwacht zu werden, „Opfer“ eines Testkäufers zu werden, der beweisen möchte, dass die Verkäuferin Fehler macht, in dem er böse Fallen stellt.
Was in der Regel auch sofort zur Abmahnung führt.
Wir sehen also, es ist eine Frage der Gerechtigkeit und einer gesellschaftlichen Ethik.