moin,
@kasiopaja: GENAU die gleiche einstellung hatte ich auch einmal. nur, ganz so einfach ist das nun einmal auch nicht. ich sitze selbst hier, als betrogene und kämpfe täglich um das verstehen, um das neu aufkommende vertrauen, um das verzeihen, DENN mein mann und ich haben in unserer ehe unendlich viele fehler gemacht. die kleinen spitzen verletzungen, die sich durch nicht ansprechen, zu einem rießigen groll tief im unterbewusstsein über die ganzen langen jahre angestaut haben, und ja auch ich habe meinen mann betrogen und hintergangen, auch wenn er nichts davon weiß...wir haben beide fehler, unendlich, eigentlich unverzeihliche fehler gemacht, aber als charakterschwäche würde ich das nicht bezeichnen. wir sind alle nur menschen und menschen machen dumme, hirnlose fehler, aber sind sie darum wirklich nicht verzeihbar? wer mag da richten? das kann nur jeder für sich selbst, und so wie gigi das mal sagte, hat das sehr viel mit dem eigenen stolz zu tun. ich bin ein furchtbar stolzer mensch, und darum fällt es mir wirklich schwer zu verzeihen, aber diesen prozess irgendwann abzuschliessen, würde mich unendlich viel lehren und ist es nicht das, was uns in unserem leben weiterbringt, was unser leben eigentlich ausmacht??? ich glaube auch nicht, dass man pauschal sagen kann, wer einmal fremdgeht, tut das wieder. so wie ich meinen mann kenne (und darum ist es mir ebenfalls unglaublich schwer seine affäre nur ansatzweise zu verstehen, da er im grunde ein sehr geradliniger ,aufrichtiger, ehrlicher, harmoniesüchtiger mensch ist), und ihn momentan erlebe, wie er an seinem dummen handeln zu zerbrechen droht, vor lauter enttäuschung, unverständnis über sich selbst, glaube ich nicht, dass er noch einmal den wunsch verspürt, fremd zu gehen, denn er sieht nun, dass es 1. gaaaarrr nix gebracht hat, außer ein paar vermeidlich beglückende minuten, 2. ich ihm unendlich wichtig bin, und er mich wirklich über alles liebt (da war er sich nach 13 jahren vll. nicht mehr so sicher?) 3. ich für ihn die frau bin, für die es sich lohnt alles daran zu setzen, sie glücklich zu machen....
ich möchte den gedanken nicht zulassen, dass eine beziehung/ehe nur durch eine sexgeschichte kaputt ist, zu ende, unwiederbringlich zerbrochen, ich halte daran fest, dass wir beide durch diese tragödie lernen, wieder innig zueinander finden können, uns wieder zu schätzen u. lieben lernen...
...ferner denke ich, dass man sich auch in einer "stabilen" beziehung allzu leicht der illusion der absoluten sicherheit erliegt....
@alfredo: ja vll. hast du recht, vll. braucht der der verlassen hat länger mit dem verarbeiten der trennung, aber ich glaube, dass ist häufig nur bei männern so. ich glaube wirklich, dass eine frau eine beziehung nicht einfach nur so, wegen dem reiz des neuen, beendet...da spielen noch ganz andere faktoren eine rolle...und darum hat der verarbeitungsprozess der trennung eigentlich bei einer frau schon viel früher begonnen, meist schon als die einstige beziehung noch gelebt wurde....vll. täusche ich mich aber auch, und nur bei mir und meinen freundinnen war/ist das so????
lg.
phoenix