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Ganzes Leben lang unglücklich

P

Props

Gast
Ich war schon als Kind mit allem unzufrieden und unglücklich. Bis heute empfinde ich das Leben als anstrengend und nörgele an allem herum. Glücklich bin ich eigentlich nie. Ich bin Mutter einer Tochter, 9 Monate alt. Ich denke oft darüber nach (obwohl ich sie süß finde) dass ich niemals mit ihrem Vater etwas hätte anfangen sollen. Ich sehe immer nur das was ich alles nicht machen kann und was ich alles nicht habe. Ich wünsche mir jeden Tag ein anderes Leben zu haben, ein anderer Mensch zu sein, eine andere Familie zu haben, anders auszusehen. Ich fühle mich nirgendwo zugehörig, gehe ungerne unter Menschen. Es ist alles so anstrengend und ich fühle mich schon von klein auf irgendwie anders, falsch. Dass ich nicht normal bin haben mich meine Eltern spüren lassen. Aber auch meine Mitschüler. Wenn ich daran denke was ich alles tun muss, worauf ich achten muss, was alles so schlimmes passieren könnte.. hab ich wenig Lust auf meine Zukunft. Es ist nicht so, dass ich nichts mache oder depressiv wirke. Ich bin pflichtbewusst und erledige alles sehr sorgfältig. Allerdings mache ich nichts davon wirklich gerne. Wenn ich Menschen kennenlerne gibt es immer irgendwelche Probleme. Sie brechen den Kontakt ab oder ich und irgendwie ist immer alles komisch. Wie sich Liebe anfühlt weiß ich nicht, ich wurde weder geliebt noch kann ich sagen ob ich jemals jemanden geliebt habe.
All das führt dazu dass ich oft keinen Sinn in meinem Leben sehe. Eine Depression kann das nicht sein, da ich schon mit 2 Jahren so drauf war. Ich war so und die Leute empfanden mich als komisch. Ich denke oft darüber nach dass meine Tochter ja normal sein könnte sodass sie jeder mag und mich niemand. Meine Mutter sagt zumindest dass ich ein schlimmes Baby war und sie ja so süß sei. Mich für mein Kind aufzuopfern fühlt sich für mich nicht richtig an, weil ich ja selber nicht richtig gelebt habe.
zudem ich es nicht akzeptieren könnte wenn meine Eltern oder der Vater meiner Tochter sie super toll finden und mich links liegen lassen würden. Dann würde ich mich mit meiner Tochter komplett isolieren damit mir sie keiner wegnehmen kann, eine große Sorge von mir.
 

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V

Valeste23442

Gast
Ich sehe es so wie Schroti.

Wenn du für dich selbst das bisher nicht in Betracht gezogen hast, ist das deine Sache. Aber du hast nun auch Verantwortung für ein Kind.

Mache eine Therapie. Dir kann geholfen werden und deinem Kind wird es auch helfen. Wenn du das nicht tust, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich dein Kind später mit dem gleichen Lebensgefühl oder Schlimmeren herumschlagen muss. Du kannst es ändern und den Kreislauf durchbrechen, packe es an und mache es.
 

GrayBear

Aktives Mitglied
Als meine Tochter auf die Welt kam, war ich erstaunt, verärgert, verunsichert, traurig und noch vieles mehr, wieviel ich von meiner eigenen Vergangenheit durch sie aufarbeiten und überdenken musste. Es war eine anstrengende Zeit. Aber dadurch eröffneten sich mir bis heute neue Chancen so manches "anders" und "besser" zu entscheiden, als ich das früher entschieden hatte.

Du warst ein "schlimmes Baby"? Auch das würde ich an Deiner Stelle nicht sehr ernst nehmen, denn all zu oft stellt sich heraus, dass nahezu jedes Baby eine Herausforderung ist, aber das "Schlimme" entsteht sehr oft durch die Überforderung der Eltern. Wenn Dich Dein "liebes Baby" fünf mal die Nacht aus dem Bett holt, dann merkst Du den Unterschied zwischen "schlimm" und "lieb" nicht mehr so sehr.

Ja, dieses Leben kann anstrengend sein, da ist was dran. Und wenn Du (wie ich) zu den Menschen gehörst, denen recht wenig "leicht fällt", dann gibt es leider immer wieder Tage, die es nur zu überstehen gilt. Als meine Tochter drei Jahre alt war, sollte ich mir ihr auf den Spielplatz. Mein Schreibtisch war voll, die Auftragslage mies, meine Laune im Keller und nun sollte ich auch noch in die Sonne, um noch mehr Zeit zu verschwenden. Und dann hat mein lieber Spatz auch noch jeden Stein umgedreht, an jedem Grashalm gezupft und jede Pfütze mit großen Augen bestaunt. Ich stand zwei Meter daneben und bin fast geplatzt, denn wir haben für 15 m Weg 20 min. gebraucht.

In diesem Moment musste ich erschrocken feststellen, wie weit ich innerlich "weg" und "unerreichbar" für meine Tochter war, wie einsam sie gerade in diesem Augenblick sein musste und ich auch. Meine Vergangenheit konnte ich nicht ändern, aber ihre Zukunft begann gerade jetzt an dieser Pfütze und auch die Entscheidung, was ich für ein Vater sein wollte, musste ich wieder einmal genau jetzt treffen. Und dann habe ich mich neben die Pfütze gesetzt und mit ihr spritzende Steinchen durch die Pfütze gerollt. Ihr Lachen zu hören und ihre strahlenden Augen zu sehen war wie ein Urlaubstag. Wir haben zwei Stunden wirklich miteinander gespielt, andere Kinder kamen zu uns und haben mit gemacht, die Sandburg war der Renner und der Sonnenbrand erst später spürbar. Mich so zu entscheiden hat wahrlich nicht immer geklappt, denn manchmal war in mir einfach nicht mehr genug "da", das ich hätte noch "zusammenraffen" können, aber das waren die Momente, für die ich den Rest meines Lebens dankbar bin, denn sie waren alle Mühe wert.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du erkennen und erleben kannst, dass Du Dich nicht nur aufopfern musst, sondern dass Du vom Leben durch Dein Kind so reich mit Chancen beschenkt wirst, auch Dein eigenes Leben zu verändern und dass auch Deine Vergangenheit dadurch heilen kann, in dem Du andere Entscheidungen triffst, als es Deine Eltern zustande gebracht haben.

Ich finde es sehr gut, dass Du auch auf Dich schaust und registrierst, was Dir gefehlt hat, was Du auch gerne gehabt hättest und mit welchen Ängsten Du Dich konfrontiert siehst. Aber zu einem gewissen Teil spricht da immer noch das vernachlässigte und unverstandene Kind in Dir, dass noch immer seinen seelischen Hunger stillen möchte und da wird es etwas heikel, denn gleichzeitig Erwachsener und Kind zu sein sorgt recht schnell für Chaos. Deshalb würde ich ich Dir empfehlen, dass Du Dir Unterstützung suchst. Seien es andere Mütter oder auch Therapeuten, denn durch diese Phase solltest Du nicht alleine gehen, auch schon wegen Deines Kindes.

Ich drücke euch alle Daumen und wünsche Dir viel Kraft und Geduld, auch mit Dir selbst.
 
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