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Ganze Familie spielt verrückt

Flurmelchen

Neues Mitglied
Hallo, dies ist mein erster Post und 8ch komme mir gerade ziemlich komisch vor, jedenfalls hoffe ich auf Verständniss wenn meine Geschichte manchmal etwas verworren erscheint es ist etwas kompliziert.
Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 11 Klasse eines technischen Gymnasium (mein erstes jahr). Mein Bruder ging vorher auf ein wirtschaftsgymnasium direkt daneben, und vorher auf eine zweijährige Berufsfachschule in der selben Stadt. Wir gingen beide zeitversetzt in unserer Heimatstadt auf die. Hauptschule, und seit er vor 4 Jahren dort fertig war und auf die 2 jährige ging wurde er ziemlich seltsam seltsam. Er war immer öfters krank krank, oft wegen lappalien (richtig geschrieben? 🙂) wie ein kleiner schnupfen. Als das immer auffälliger wurde kam es oft zum Streit zwischen ihm und meinen Eltern. Er war auch nie sehr kontaktfreudig und wurde in der Klasse nicht richtig aufgenommen was ihn sehr mitnahm. Mit hängen und würgen schaffte er die zwei Jahre und wechselte ins erste Jahr des Gymnasiums und ab dann wurde.es.fast täglich schlimmer. Er blieb noch öfter zuhause, es gab keine Woche die er komplett in der Schule war. Die neue Klasse nahm in auch nicht sehr freundlich auf. Dann kam er ins zweite Jahr und in diesem Jahr wechselte ich auf die Schule neben seiner und dachte das es.Nu. besser wird.wenn er nicht mehr alleine Aufstehen muss und in der Pause alleine ist. Das erste Jah. Auf dem Gymnasium war schon die Hölle für ihn und für meine Eltern und mich. Doch es wurde.nicht besser nach den Weihnachtsferien brach er die Schule ab und gammelt seitdem zuHause. Er kümmert sich um nichts auch nicht was er machen will wenn das neue Schuljahr anbricht bzw ausbildungsjahr. Hinzu kommt dass er ständig mit irgendwelchen gesundheitsproblemen kämpft und bei kleinen Dingen stark überreagiert. In den letzten zwei Jahren wurde ich schon dreimal wach weil mein Bruder den Eindruck machte er würde sterben und meine Eltern mit ihm ins Krankenhaus fUhren. Jedesmal kam er spätestens am nächsten Tag wieder zuhause und hatte überhaupt nichts. Ich müsste meine Eltern schon so oft wegen ihm verzweifeln und weinen sehen ich will das nicht mehr sehen müssen. er ist auch seit einem Jahr in.psychischer Behandlung was aber.nicht wirklich hilft und sehr teuer ist. Er war schon bei so vielen Ärzten und jeder hat nichts gefunden. Diese Lebensgeschichte geht vor allem meinem Vater sehr nahe da er in dem Alter die selben Phasen durchmachen müsste und alte wunden aufreißen. Mein Vater betrinkt sich auch jeden Abend seit ich denken kann unter drei bieren und ein paar Schnaps geht er nicht ins bett weil er sonst angeblich nicht schlafen kann. Seine beiden Eltern sind schon gestorben und sein.Bruder hat sich das Leben ggenommen alles innerhalb von 4 Jahren. Er ist psychisch auch nicht grade der stärkste und er muss dabei zusehen wie mein Bruder sein Leben wegwirft. Beide heulen sich immer bei meiner Mutter aus sie tut mir so leid sie ist zwar sehr stark und immer zuversichtlich doch.langsam kann sie auch nicht mehr. Ich würde ihr so gern helfen doch ich weiß nicht wie hinzu kommt noch schulstress die Schule ist wirklich sehr hart und wenn ich erschöpft nach Hause komme darf ich mir dieses Drama noch anschauen und kann einfach.nichts dagegen tun. Ich war schon öfters zuhause weil ich seelisch einfach zusammengebrochen bin und dann jedes mal eine Krankheit vorgeschoben habe. Ich kann oft Abends nicht einschlafen weil meine Gedanken mich nicht in Ruhe lassen und mein Wesen hat sich stark verändert. Ich will nicht mehr zuschauen wie sich meine Familie jeden Tag beim Mittagessen beharkt und meine Mutter jedes mal tränen in den Augen hat ich will mich nicht mehr in den schlaf weinen. Ich habe das letzte halbe Jahr mich immer über Wasser gehalten mit dem Gedanken dass ich meine Eltern nicht enttäusche dass ich was aus mir mache aber ich schaff es einfach nicht ich will nicht versagen wenn ich auch einknicke geht alles den Bach runter ich kann aber nicht mehr.
 
A

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Re: Ganze Familie spielt verrückt
Liebes Flurmeichen,

Dein Mail, Dein Leben, und das Deiner Familie ist erschütternd….es tut mir so leid, wie ihr alle in eine grosse Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geraten seid, und man hat stark den Eindruck, dass jedes einzelne Mitglied aus der Familie mit den Nerven am Ende ist. Kein Wunder bei so viel Schicksalsschlägen und Katastrophen in so wenig Zeit. Wie soll man da regenerieren können…geschweige denn etwas schulisch oder arbeitsmässig leisten…bei Euch geht es jetzt einmal um eine ganz andere Leistung: nämlich überleben.

Ich finde, ALLE FAMILIENMITGLIEDER ( OHNE AUSNAHME) sollten DRINGEND Hilfe bekommen !!! Das ist ein Alarmzustand, und ich denke auch an eine Familientherapie. Leider kenne ich mich auf dem Gebiet zu wenig
aus, weiss aber, dass die Familientherapien überall immer mehr im kommen sind. Zurecht, denn gerade bei Euch sieht man, wie man sich gegenseitig beeinfluss ( ja sogar die Konflikte und Dramen von Mitgliedern ausserhalb der direkten beeinflussen das Familien-System).

Ich würde Dir raten, Dich bei Deinem Hausarzt zu erkundigen. Dort gibt es häufig Adressen von Psychiatern, Psychologen usw. Dann kannst Du aber auch im Google den Namen Deiner Stadt und "Familientherapie" eingeben. Möglicherweise wird der Familientherapeut Euch einzeln ( der Bruder hat ja schon Hilfe..) zusätzlich eine Therapie verordnen. Auf jeden Fall braucht ihr alle ganz ganz dringend professionelle Unterstützung, denn wenn ihr so weitermacht, könnte die Situation eskalieren. Ich hoffe Du hast die Energie zu diesem Schritt. ich bin sicher,
man wird es Dir danken ! Alles, alles Gute und Liebe von Desdemonaschall
 
Hey,

habe mich jetzt lange nicht zurückgemeldet. Ich habe mir in der Zeit öfters überlegt ob ich zurückschreibe, konnte mich allerdings nie entscheiden. Ich war mich nicht sicher ob es noch "nötig" ist, die Verhältnisse in der Familie stabilisieren sich immer wieder, dann kommt eine blöde AUssage oder mein Bruder sagt wieder einen Termin bei der Fahrschule ab obwohl es ihm eigentlich gut geht und alle streiten sich wieder. Was meiner MEinung nach aber ein gutes Zeichen ist, dass sich alle relativ schnell wieder versöhnen. Leider kommt es doch immer wieder zu lautstarken Ausseinandersetzungen. Mein Vater hat auch in letzter Zeit wieder öfters Schmerzen, das ist eine lange Geschichte, ich weis nicht genau was er hat weil meine Eltern da nicht so gerne darüber reden, aber oft sehe ich sie morgens am Küchentisch sitzen und merke genau wie sie sich verhalten das es wider soweit ist aber sobald ich den Raum betrete reden meien Eltern über was anderes. Mein Vater ist sehr darauf bedacht das wir nichts mitbekommen (ich und meine Geschwister). Als ich vor ein bis zwei Monaten morgens nicht in die Schule konnte weil ich nervlcih wieder am Ende war habe ich mich mit meiner Mutter ein bischen ausgesprochen und da erzählte sie mir das. Sie hat auch gesagt dass er schon jahrelang Schmerzen im Kopf und Rücken hat und sie nicht wissern warum. er war auch schon oft bei Ärtzten die nichts fanden, er hat aber die ganze Zeit ANgst das er vielleichr einen Tumor im Kopf hat oder bald einen Schlaganfall erleidet. Seit ich denken kann trinkt er Abends immer 3 bis 4 Bier, mein Bruder sagt dass er sonst nicht einschlafen kann. Er ist abends auch immer sehr gereizt, mal mehr mal weniger, das kann man genau an der ANzahl der Flaschen ablesen. Wenn er nur zwei trinkt (was selten vorkommt) geht es ihm (relativ) gut, wenn er mehr trinkt entsprechend schlechter. Eimal abends als ich Ferien hatte und länger im Bett noch mit meinem Handy auf Youtube unterwegs war kam er auf einmal in mein Zimmer und ist richtig ausgerastet. Er hat das Zimmer neben mir (er und meine Mutter schlafen nicht im selben Bett, das liegt nicht daran dass sie sich nicht lieben oder so, mein Vater sagt das sie ihm zuviel schnarcht und sie hat Nachts gerne ein Fenster offen und er nicht, sie haben sich trotzdem gern, wir haben uns einfahc daran gewöhnt und es ist eigentlich auch nicht schlimm) Mein Bett knarzt etwas wenn man sich hineinlegt und er hat rumgeschrien und gesagt das er deswegen schon seit einer stunde nicht einschlafen kann und hat richtig getobt und sachen in meinem zimmer rumgeworfen und den w-lan router von der wand gerissen. dann ist er gegangen und hat noch zwei bier getrunken (5 insgesamt an dem abend). ich atte die ganze nacht angst das er wiederkommt und sich oder uns was antut. Am nächsten Morgen war er wieder ganz ruhig und wir haben zusammen das Bett stabiler gemacht und jetzt knarzt es weniger. doch seitdem habe ich jeden Abend Angst wenn ich nach ihm ins Bett gehe (zum Beispiel wenn Ferien sind wie im Moment) und traue mich fast nicht ins bett zu liegen. Meisten sitze ich dann eine Stunde etwa herum und hoffe das er dann eingeschlafen ist.
Mein Bruder hat angefangen ins Fitnesstudio zu gehen und den Führerschein zu machen, was uns allen sehr viel Hoffnung gegeben hat, doch er lässt immer wieder eine Trainingsstunde aus und anscheinend verträgt er sich auch nicht mitd er Fahlehrerin. Er geht im Sommer, etwa zu der Zeit wenn SOmmerferien sind in eine Klinik im Schwarzwald extra für Jugendlliche mit seinen Problemen (es ist eine offene Klinik, er kann jederzeit gehen) und ich hoffe wirklich dass das ihm hilft. Es grenzt schon fast and ein Wunder dass er doch hingegangen ist, meine Eltern waren vor ein paar Wochen dort und haben sich das ganze angeschaut und er hat eigentlich gesagt das das nichts für ihn ist.
Der ganze Stress und die Schule machen mich echt fertig, habe auch seit längerem Magen und Darmbeschwerden, heute ist es wieder besonders schlimm. Muss sagen das das Schreiben hier mir jedes Mal guttut 🙂 Fühle mich auch gerade schon besser.
Ich danke dir auf jeden Fall für deine Antwort, das hilft mir wirklich das jemand mir zuhört. Ich weis nicht ob ich meine familie mit dem vorschlag einer therapie nicht noch mehr verstöre. Das Kern Problem ist meiner Meinung nach die Kombination der Verfassung meines bruders der alles mit uns teilt da er wirklich sehr wehleidig ist und die Verfassung meines Vaters.

mfg Flurmelchen
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Flurmelchen,

schön, dass Du es schafftest, Deine Sorgen herauszuschreiben, anzuvertrauen..und dass es Dir geholfen hat. Mir geht es da ähnlich wie Dir, denn man ist dann nicht mehr so alleine mit den oft kreisenden Gedanken. Du musst
einiges durchstehen und bist tapfer. Du fühlst Dich in alle Familienmitglieder ein, kannst ihre zum Teil desperate Situation verstehen. Dein Vater sollte sich weiter untersuchen lassen, denn ich vermute, das Wissen, dass etwas mit ihm nicht stimmt ( wie Du andeutest, wissen die Eltern möglicherweise mehr…) und er deshalb nicht die richtige Behandlung bekommt, ist Psychostress pur. Dass sich dann die Verzweiflung und Ruhe- Schlaflosigkeit nur noch mit Alkohol etwas lindern lässt, ist alarmierend und für die übrige Familie ( sprich Dich) auch stressig. Wenn es soweit kommt, dass Du vor ( berechtigter) Angst, Dein Vater könnte noch einmal ausrasten, nicht mehr ruhig und wann Du willst, schlafen gehen kannst ist sogar sehr schlimm. Ein Zustand der mit der Zeit an Leib und vor allem Seele zehrt, Dir auch Energie zur Bewältigung des restlichen Lebens raubt. Man kann ja schon bei Deinem Bruder sehen, wie instabil und mitgenommen er durch die häusliche Atmosphäre ist. Es kommt mir wie ein Teufelskreis, eine Negativspirale vor..es geht prinzipiell allen immer schlechter. Glücklicherweise existieren "Erholungsphasen" , doch ich fürchte die Problematik ist insgesamt überall zu gross, als dass man nicht befürchten muss, dass ohne äussere Hilfe die Dinge besser werden. Es heisst, dass wenn eine Person in so einem Familiensystem getraut auszubrechen ( indem er/sie sich Hilfe getraut zu holen), allen geholfen werden kann.
Wie wäre es denn für Dich, mutiges liebes Flurmelchen, wenn Du diesen ersten Schritt machen tätest ? Es ist heutzutage leider nicht unüblich, dass schon junge Menschen psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Hast Du Dich diesbezüglich ( zum Beispiel bei Deinem Vertrauensarzt…oder einer Lehrerin…oder im Internet der Gesundheitsorganisationen in Deiner Stadt ) schlau gemacht ? Es gibt viele Möglichkeiten einen oder eine Psychotherapeutin zu suchen, und in der Regel bezahlt die Krankenkasse die notwendigen Sitzungen. Du solltest der Sache einmal eine Chance geben, und dann kannst Du herausfinden, ob Dir dieser Weg helfen kann, ob es etwas bewirkt, die Familienlasten nicht mehr ganz so allein weitertragen zu müssen. Was meinst Du ?
Viel Kraft und liebe Grüsse von Desdemonaschall
 
Manchmal hilft es schon, den Post, den man nach reiflicher Überlegung in dieses Forum gesetzt hat, und die Antworten, die man darauf erhält, auszudrucken und den Leuten, die es (mit-)betrifft, zu lesen zu geben. So daß sie alles schwarz auf weiß sehen, was man sich vielleicht nicht traut ihnen zu sagen, oder was sie vielleicht einfach ignorieren würden (oder so tun als ob), wenn man es ihnen mündlich mitteilen würde. So wie ich das verstehe, wurde Dein Bruder in der Schule gemobbt, was bis heute nachwirkt, und das Mobbing war vielleicht schon eine Reaktion darauf, daß er vom alk-freudigen und früher selbst gemobbten Vater wenig Hilfestellung zu erwarten hatte (die Mobber-Haie in den Schulen wittern solche Mitschüler als leichte Beute!). Um die Probleme zu lösen, braucht es wirklich den rigorosen, metaphorischen Hieb durch den gordischen Knoten, wobei das wahre Hauptproblem wohl bei Eurem Vater liegt, der seine Probleme auf Euch alle überträgt, ob bewußt oder unbewußt, ob gewollt oder ungewollt. Um nicht in denselben Teufelskreis zu geraten und für den Rest des Lebens darin zu verbleiben (die Gefahr besteht bei Deinem Bruder absolut!), ist wirklich professionelle Hilfe für die ganze Familie erforderlich, einschließlich eines gründlichen Gesundheitschecks beim Vater mit Herausfinden der Ursache und einer anschließenden gründlichen Entwöhnung vom Bier. Schmerzen mit Alk zu betäuben, funktioniert nur vorübergehend, ist aber keine Lösung, und zugleich eine Belastung für den ganzen Rest der Familie. Er soll nicht den Fehler begehen, daß der Indianer so lange keinen Schmerz kennt, bis es irgendwann wirklich zu spät ist für eine Behandlung... Solltest du erst mal allein um Hilfe bei einer professionellen Stelle nachsuchen, nimm einen Ausdruck dieses Threads mit. Das erleichtert einem Psychologen außerordentlich die Arbeit, wenn er schon mal eine deutliche Kurzfassung der ganzen Problemstellung vor sich hat.
 
Kann nichts mehr hinuzufügen

Daigo schreibt mir aus dem Herzen. Ich finde das eine Superidee, einem oder einer (Familien)Therapeut/in diese Mails zu lesen zu geben, denn Du fasst auf gute Art das WESENTLICHE zusammen. Ist ja oft so, dass man, wenn man in Not ist, präziser und ohne Schminke die Problematik ausdrücken kann. Aber versuche Du , die MUTIGE der Familie zu sein ( was Du ja im Grunde auch schon bist…aber jedem Menschen sind Grenzen gesetzt in so einem Familiendrama…) und nehme Hilfe in Anspruch. Das ist keine Schande, sondern ein Zeichen von Reife und Mut,
do it und alles Liebe und herzliche Grüsse Desdemonaschall
 

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