Hallo,
der Unterschied - und vielleicht ist es das, was dich verunsichert oder was du unfair findest - ist, dass sein Leben durch seinen Job, seinen Alltag, sein Zuhause ... geregelt ist, sich aber bei dir so viel ändern wird. Das ist mit Unsicherheit verbunden. Neuer Umgebung, neuer Job, Probezeit ...
Die Entscheidung, was du tun wirst, musst du natürlich selbst treffen, aber ich schreibe dir mal, was mir zu den einzelnen Punkten einfällt:
Es dauert natürlich, bis man sich in einer neuen Stadt eingelebt hat und neue Leute kennenlernt und währen des Studiums ist das einfacher, als später. Aber dennoch lebt man sich ein und schließt zum Beispiel im Job oder bei Freizeitaktivitäten, Sport usw. Kontakte.
Es ist nicht unbedingt unüblich, nicht in der Nähe der Familie zu wohnen, obwohl das natürlich seine Vorteile hat. 70km ist aber immer noch eine überschaubare Entfernung, zumal du ja aktuell 150km weit weg wohnst.
Mit Auto und Führerschein wirst du später mobiler sein. Vielleicht gibt es auch gute Zug- oder Busverbindungen?
Ehrlich gesagt kann ich verstehen, dass er ortsgebunden ist und diesen guten Job nicht aufgeben will. Zumal du schreibst, dass nicht zu erwarten ist, dass er wieder so einen Job finden wird.
Andererseits habe ich das Gefühl, dass ich ja zum Teil meine Vorstellung von dem Leben in der gleichen Stadt wie meine Familie auch einen Stück weit aufgebe für ihn bzw. uns... und so gesehen ist das doch ein viel größeres Opfer als seinen JOb aufzugeben?
Es heißt oft so leicht "nur ein Job". Aber dieser Job ermöglicht ihm das Leben, dass er jetzt lebt. Es ist gewissermaßen eine Sicherheit, während du nach dem Studium erst einen Job finden und dich dort einarbeiten musst.
Ich sehe aber momentan irgendwie nur die "Probleme". Vielleicht ist es auch bloß die Angst, dass es nicht klappt.
Vielleicht ist es auch die Angst, dich ein Stück weit von deinen Plänen und Vorstellungen von deiner Zukunft zu lösen? Du möchtest bei deiner Familie leben, deine Geschwister sind ebenfalls da, eure Kinder sollen miteinander aufwachsen und ihr leistet euch in der Elternzeit gegenseitig Gesellschaft. Das ist schon eine schöne Vorstellung und sicher toll, wenn es so funktioniert.
Es kann aber auch schön und gut werden, wenn es anders kommt. Mit Kind lernst du andere Mütter mit Kind kennen. Vielleicht in der Nachbarschaft, auf dem Spielplatz oder in der Krabbelgruppe.
Am Ende des Studiums steht vielleicht erst einmal die Jobsuche an.
Wenn du mit ihm zusammen ziehst und es nicht funktionieren sollte, hast du immer die Möglichkeit, wieder auszuziehen und dir eine eigenen Wohnung zu suchen. Ggf könnt ihr auch später, wenn ihr ein Kind bekommen wollt, gemeinsam in eine größere Wohnung umziehe, die näher bei deinen Eltern liegt.