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Fühle mich "ins" Wasser gezogen...

  • Starter*in Starter*in Wassernymphe
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Wassernymphe

Gast
Und ich meine wirklich "ins". Ich liebe das feuchte Element. Aber in letzter Zeit habe ich Befürchtungen, dass ich das zu sehr vertiefe.
Ich war schon ein sehr gefühlsbetonter Mensch und in letzter Zeit habe ich sehr schwere Verluste in Kauf nehmen müssen (einer meiner engsten Freunde ist bei einem Autounfall gestorben, der andere ist jetzt krank geworden, es ist unklar, ob er durchkommen wird) und ich habe mir in meiner Verzweiflung oft in Gedanken vorgestellt, was ich machen würde, wenn mein erkrankter Freund auch noch sterben würde. Ich stellte mir vor, wie ich Freitod begehen würde. Ich sah mich in Gedanken an einem hohen Punkt über dem Meer und sprang einfach hinein, ohne wieder aufzutauchen.
Als ich gestern in der Wanne saß, blickte ich starr vor mich her, mit meinen Gedanken bei meinem verstorbenen und meinen Freund im Krankenhaus. Ich starrte auf die Wasseroberfläche und dann folgte ich dem plötzlichen Verlangen, den Kopf unter Wasser zu halten. Solange bis ich keine luft mehr bekam und noch länger. Genauso schnell wie diese handlung folgte dann aber das Auftauchen, wahrscheinlich gerade noch rechtzeitig.

Ich habe immer noch diese Gedanken und traue mich kaum noch baden zu gehen und dusche stattdessen. Aber diese gedanken machen mich fertig. Was, wenn mein Freund stirbt? Ich könnte seinen verlust nicht verkraften. Ich könnte dann nicht mehr weitermachen. Ich wünschte mir Erlösung von all meinem Leid und wenn ich dafür ertrinken müsste.
Der sinn wäre aus meinem Leben getreten. Warum sollte ich ihm nicht folgen?
 
hallo wassernymphe,

ich versteh deine verzweiflung - aber hat dein leben wirklich keinen sinn mehr, wenn dir nahestehende menschen sterben ? du musst doch DEIN leben leben..
glaubst du, der tod ist endgültig ? ist nicht grad das leid und die konfrontation mit dem tod grund, darüber nachzudenken ?
kannst du dir in deiner situation jetzt vorstellen, dass du einen schutzengel hast der dich inspiriert, aber auch ein "gegenteil" davon, der dir einflüstert, dich umzubringen ?

ich möcht erstmal deine gedanken dazu kennen, bevor ich dir mehr schreibe.

liebe grüsse

peter
 
Leider verstehe ich nicht ganz was du meinst mit: "glaubst du, der tod ist endgültig ?" und "kannst du dir in deiner situation jetzt vorstellen, dass du einen schutzengel hast der dich inspiriert, aber auch ein "gegenteil" davon, der dir einflüstert, dich umzubringen ?".
Aber so viel sei gesagt: Wir kennen und kannten uns seit wir 11 waren, jetzt sind wir 36. Und immer waren wie zusammengeschweißt. Nach der Schule blieben wir in Kontakt, was den meisten aus unserer Klasse nicht gelang. Mit meinen Freund, der jetzt im Krankenhaus liegt, gründete ich während des Studiums eine Wohngemeinschaft. Die Freundschaft hat nie nachgelassen. Wir hatten bis vor dem Unfall noch alle sehr viel Spaß und Zeit zusammen.
Seit meiner Kindheit sind meine Freunde fester Bestandteil meines Lebens. Wenn diese Teile einfach so schmerzvoll weggerissen werden...ist meine Verzweiflung doch zu verstehen, oder? Ich habe mein Leben mit ihnen gelebt. Und jetzt soll ich es vielleicht alleine leben?!
 
pete meinte:
ich versteh deine verzweiflung - aber hat dein leben wirklich keinen sinn mehr, wenn dir nahestehende menschen sterben ? du musst doch DEIN leben leben..

Wassernymphe meinte:
Seit meiner Kindheit sind meine Freunde fester Bestandteil meines Lebens. Wenn diese Teile einfach so schmerzvoll weggerissen werden...ist meine Verzweiflung doch zu verstehen, oder? Ich habe mein Leben mit ihnen gelebt. Und jetzt soll ich es vielleicht alleine leben?!

Tja seh ich genau so Nymphe
Ich hab auch einen Freund den ich seit ich drei bin kenne und ich hab vlt gerade mal zwei "Freunde" und wenn der Sterben würde ich würde im wahrsten Sinne des Wortes ausrasten!

Ich kann dich ABSOLUT verstehen mann absolut.
Ich kann deine Badewannen Aktion voll nachvollziehen.
 
seufz...

es ist nicht so dass ich dich nicht verstehe, nymphe - auch ich habe viele mir sehr nahestehende menschen durch den tod verloren, und im moment auch nur eine dünne decke an wirklichen freunden. ich mag mir auch nicht vorstellen, die noch zu verlieren...

meine frage war so gemeint - ob du dir vorstellen kannst, dass das leben nach dem tod weitergeht, oder ob du glaubst dass dann alles aus ist..
wenn du glauben kannst, weiterzuleben, ists nicht mehr grad so schrecklich, weil man hoffen kann alle freunde einmal wiederzusehen.

peter
 
Hallo Pete.

Ich wollte mich für viele Dinge entschuldigen. Erstmal die lange Zeit zwischen den Beiträgen (ich persönlich hätte mir Sorgen gemacht) und dafür, dass ich geglaubt habe, du würdest mir antworten, ohne zu wissen worüber du schreibst. Tut mir leid.
Ob es ein Leben nach dem Tod gibt? Ich habe viele Gedanken darum gemacht, ist wohl normal. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass ein Mensch durch den Tod von der Welt verschwindet und alles, Kindheit, Schulzeit, Erwachsensein, dass das alles einfach umsonst gewesen sein und ohne Spuren verschwinden soll. Das alles, was dieser Mensch bedeutete einfach weg ist und nur ´noch in Erinnerungen lebt. Wie sich dieses Fortleben gestaltet, das weiß ich nicht. Ich hatte viele Gedanken dazu. Ich bin zwar nicht kirchlich, schaue aber immer zum Himmel. Das kommt wohl von dem, was man schon als kleines Kind gehört hat: "wenn man brav bist, kommt man in den Himmel." Na ja.
Leori hat geschrieben, dass sie mich voll und ganz versteht. Das freut mich, nein, beruhigt mich etwas, aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, war es ziemlich dumm. Wie konnte ich nur so viele Gedanken an mein Ableben verschwenden? Mein Freund lebt doch noch! Es war so dumm. So schnell darf man sich doch nicht geschlagen geben, besonders, wenn der Kampf noch im Gange ist. Wie verantwortungslos ich war... er freut sich immer so, wenn ich in den Besuchszeiten bei ihm vorbeischaue und bleibe bis mich die Schwester rausschickt. Doch es tut so weh ihn so schwach zu sehen. Es ist die Angst um ihn. Die macht mich so verrückt.
 
hallo nymphe,

brauchst dich doch nicht entschuldigen, wenn du mich falsch verstanden hast..

hauptsache ist erstmal, dass dein freund noch lebt, und ich wünsche ihm von herzen gute besserung.

ich bin auch aus der kirche raus, aber glaube doch dass wir hier nicht sinnlos leben, und dann alles aus ist - allerdings auch an die wiedergeburt. den "himmel" nach kirchlicher lehre gibts sicherlich nicht, es dürften viele "schattierungen" sein - jesus hat ja auch von "vielen wohnungen" gesprochen..
nee - himmel einerseits und hölle anderseits - diese schwarzweissmalerei stimmt wohl kaum.
und wir menschen haben so unterschiedliche lebensvoraussetzungen oder "chancen" - und dann nur einmal leben... ?

naja..

jedenfalls glaube ich auch, dass wir unsre lieben verstorbenen einmal wiedersehen werden, dass sie manchmal sogar bei uns sind. diesen eindruck hatte auch meine frau (die eher atheistisch ist) von ihrer mutter, die vor kurzem verstorben ist..

peter
 

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