Eine gewisse Mitverantwortung dafür, dass so viele Menschen beiderlei Geschlechts (oder wegen mir auch divers) bei gewalttätigen Partnern bleiben, tragen übrigens auch diejenigen "lieben" Mitmenschen, die mit länger oder dauerhaft alleinstehenden oder alleinerziehenden Personen möglichst wenig zu tun haben wollen, ihnen keinerlei Unterstützung zuteil werden lassen und ihnen das Gefühl vermitteln, weniger wert zu sein.
Motto: "Mit der alten Juffer bzw. dem ewigen Junggesellen, der noch nie 'ne Freundin hatte, kann doch was nicht stimmen. Warum ist der alleinerziehenden Mutter überhaupt der Mann abgehauen? Wahrscheinlich selbst schuld. Mit dem/der wollen wir nichts zu tun haben. Bei uns sind nur Paare bzw. Elternpaare willkommen. Wer längerfristig keinen Partner hat, ist unwichtig. Der kann nicht mitreden, den kann man ja gar nicht für voll nehmen, der/die drängt sich höchstens noch in meine eigene Ehe/Partnerschaft."
Das schürt natürlich die Angst vor dem Alleinsein, vor sozialer Isolation und beruflicher wie gesellschaftlicher Diskriminierung. Dann gehen viele Menschen lieber ganz faule Kompromisse ein, nur um ja einen Partner oder eine Partnerin vorweisen zu können - egal, was für eine/n.
Vielleicht würde es dir, liebes Adelinchen, auch die Trennung von einem zeitweise aggressiven, gewalttätigen Partner erleichtern, wenn du ein soziales Umfeld hättest, das dich akzeptiert, regelmäßig Kontakt mit dir pflegt und dich unterstützt, egal, ob du allein bzw. nur mit deinen Kindern zusammenlebst oder einen Partner hast.