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Freund rastet aus

Ich erzähle dir mal wie es mit der dritten Frau meines Opas lief. Sie war buchstäblich sein Boxsack, wurde am Balkon eingeschlossen, bekam Gasflaschen an den Kopf und lernte inzwischen die Namen der Kinder der Polizisten. Auswendig, so oft wie die da waren.

In meiner Ursprungsfamilie war sie die Lachnummer, der Renfield und "gehirnlosen Idiotin" da sie zwar oft ins Frauenhaus ging aber sofort zurückkam, wenn Opa wieder auf die Krokodilstränendrüse drückte. Sie jammerte zwar, aber leugnet trotzdem alles im ernstfall und verteidigte hörig diesen Dreckstypen.

Ende von Lied: Sie blieb bis zu seinem Tod und stand dann mit unendlich vielen verschwendeten Jahren...


Ich erzähle, um dich schon mal zu warnen, dass wenn dich dann doch die phänomenale Erleuchtung treffen sollte, dich doch zu treffen, du plötzlich feststellen wirst, dass dein eigenes Umfeld KEIN Bock mehr hat dich zu unterstützen. Also handle lieber jz als zu spät.
 
Ist das so, liebe TE?

Ich habe deine Beiträge anders verstanden.
Wie die Antwort ausfallen wird, steht doch jetzt schon fest, liebe Schroti. 🙄

Dennoch verstehe ich nicht, wie du diese verräterische Aussage einfach ausblenden kannst:

Klar, die Antwort heißt eigentlich :verlassen. Aber dann stehe ich komplett alleine da. Meine Mama hat Krebs, ich habe sonst keinen....

Liebe Schroti! Hast du dich jemals von Berufs wegen intensiver mit dem Phänomen von häuslicher Gewalt und der Dynamik von Gewaltbeziehungen befasst? Ich schon, und zwar über mehrere Jahre.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du weißt zwar das es nicht ok ist wie er dich behandelt, sonst hättest du hier nicht geschrieben, aber trennen möchtest du dich auch nicht.

Du bist nicht wirklich konsequent ihm gegenüber, ich würde ihm ein Ultimatum setzen.
Entweder Therapie oder sofortige Trennung... nicht irgendwann "zeitnah"...bald....so wird das nix!
Er manipuliert dich, würde dir alles versprechen, nur damit du dich nicht trennst von ihm.

Wie sieht das denn aus, wenn rauskommt das er einer ist der auch mal handgreiflich wird bei häuslichen Streitereien, weil ihm die Argumente ausgehen, wenn er der Partnerin verbal unterlegen ist.
Dann muss man wenigstens körperlich überlegen sein!

Ich hatte damals sowas von die Nase voll von meinem Ex, das ich lieber alleine geblieben wäre für den Rest meines Lebens, als weiter mit ihm zusammen zu bleiben.

Aber die Menschen sind eben verschieden und Gewalt hat viele Gesichter.
 
Ich erzähle, um dich schon mal zu warnen, dass wenn dich dann doch die phänomenale Erleuchtung treffen sollte, dich doch zu treffen, du plötzlich feststellen wirst, dass dein eigenes Umfeld KEIN Bock mehr hat dich zu unterstützen. Also handle lieber jz als zu spät.
Leider hast du recht. Auch Polizeibeamtinnen und -beamte sind früher oder später genervt von Opfern häuslicher Gewalt, die immer wieder einen anderen Grund finden, um zu dem Täter zurückzukehren ("Aber eigentlich ist er doch... soooo lieb und nett und so extreeeeem fürsorglich") und sein Tun zu verharmlosen ("Ich habe ihn ja auch provoziert, gereizt etc."). Schuld und Verantwortlichkeiten werden umgekehrt. Irgendwann sagen auch gebildetere Polizisten, Verwandte und Nachbarn: "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich." Und dann hilft niemand mehr.

Ein Mann, der wirklich einsieht, dass er sich nicht im Griff hat, und der sich wirklich ändern will, zögert keine Minute, sondern sieht umgehend zu, dass er in eine geeignete, speziell auf diese Veranlagung zugeschnittene Psychotherapie kommt. Alles andere sind nichts als Lippenbekenntnisse. Hier stimme ich Yado_cat 100%ig zu.

Es mag Situationen geben, in denen man - je nach Alter, Biografie und Lebenssituation - in Partnerschaften störende Eigenschaften in Kauf nimmt und Kompromisse eingeht, weil dauerhaftes Alleinsein in einer ohnehin schon schwierigen Lebenssituation das noch größere Übel wäre. Gewalttätigkeiten darf man aber niemals dulden, das ist ein absolutes "No go". Sie sind noch inakzeptabler, als sich vom Partner finanziell wie eine Weihnachtsgans ausnehmen zu lassen (und auch das ist bereits ein "No go"). Dann ist Alleinsein, so sehr man sich anfangs davor fürchtet, in jedem Fall besser. Und je jünger eine Frau noch ist, desto höher sind doch auch die Chancen, noch einen anderen Partner zu finden, der sie immer und nicht nur zu 80 % anständig behandelt.

Und wo bleibt eigentlich bei der ganzen Geschichte das Verantwortungsgefühl gegenüber den Kindern?
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine gewisse Mitverantwortung dafür, dass so viele Menschen beiderlei Geschlechts (oder wegen mir auch divers) bei gewalttätigen Partnern bleiben, tragen übrigens auch diejenigen "lieben" Mitmenschen, die mit länger oder dauerhaft alleinstehenden oder alleinerziehenden Personen möglichst wenig zu tun haben wollen, ihnen keinerlei Unterstützung zuteil werden lassen und ihnen das Gefühl vermitteln, weniger wert zu sein.

Motto: "Mit der alten Juffer bzw. dem ewigen Junggesellen, der noch nie 'ne Freundin hatte, kann doch was nicht stimmen. Warum ist der alleinerziehenden Mutter überhaupt der Mann abgehauen? Wahrscheinlich selbst schuld. Mit dem/der wollen wir nichts zu tun haben. Bei uns sind nur Paare bzw. Elternpaare willkommen. Wer längerfristig keinen Partner hat, ist unwichtig. Der kann nicht mitreden, den kann man ja gar nicht für voll nehmen, der/die drängt sich höchstens noch in meine eigene Ehe/Partnerschaft."

Das schürt natürlich die Angst vor dem Alleinsein, vor sozialer Isolation und beruflicher wie gesellschaftlicher Diskriminierung. Dann gehen viele Menschen lieber ganz faule Kompromisse ein, nur um ja einen Partner oder eine Partnerin vorweisen zu können - egal, was für eine/n.

Vielleicht würde es dir, liebes Adelinchen, auch die Trennung von einem zeitweise aggressiven, gewalttätigen Partner erleichtern, wenn du ein soziales Umfeld hättest, das dich akzeptiert, regelmäßig Kontakt mit dir pflegt und dich unterstützt, egal, ob du allein bzw. nur mit deinen Kindern zusammenlebst oder einen Partner hast.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine gewisse Mitverantwortung dafür, dass so viele Menschen beiderlei Geschlechts (oder wegen mir auch divers) bei gewalttätigen Partnern bleiben, tragen übrigens auch diejenigen "lieben" Mitmenschen, die mit länger oder dauerhaft alleinstehenden oder alleinerziehenden Personen möglichst wenig zu tun haben wollen, ihnen keinerlei Unterstützung zuteil werden lassen und ihnen das Gefühl vermitteln, weniger wert zu sein.

Motto: "Mit der alten Juffer bzw. dem ewigen Junggesellen, der noch nie 'ne Freundin hatte, kann doch was nicht stimmen. Warum ist der alleinerziehenden Mutter überhaupt der Mann abgehauen? Wahrscheinlich selbst schuld. Mit dem/der wollen wir nichts zu tun haben. Bei uns sind nur Paare bzw. Elternpaare willkommen. Wer längerfristig keinen Partner hat, ist unwichtig. Der kann nicht mitreden, den kann man ja gar nicht für voll nehmen, der/die drängt sich höchstens noch in meine eigene Ehe/Partnerschaft."

Das schürt natürlich die Angst vor dem Alleinsein, vor sozialer Isolation und beruflicher wie gesellschaftlicher Diskriminierung. Dann gehen viele Menschen lieber ganz faule Kompromisse ein, nur um ja einen Partner oder eine Partnerin vorweisen zu können - egal, was für eine/n.

Vielleicht würde es dir, liebes Adelinchen, auch die Trennung von einem zeitweise aggressiven, gewalttätigen Partner erleichtern, wenn du ein soziales Umfeld hättest, das dich akzeptiert, regelmäßig Kontakt mit dir pflegt und dich unterstützt, egal, ob du allein bzw. nur mit deinen Kindern zusammenlebst oder einen Partner hast.
Das halte ich jetzt schon für weit hergeholt.
 

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