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Freund erkrankt, Affäre, Trennen?

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 134503
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Liebe @laralala,

darf ich dich etwas fragen? Du musst auch nicht antworten. Was bedeutet dir deine Affäre? Du suchst doch etwas, du brauchst etwas. Du bist noch so jung. Wenn es für dich okay ist, bei deinem Freund zu bleiben, ist das total okay. Aber ich weiß auch, dass Frauen, die sich trennen möchten, gerade in einer längeren Beziehung, das nicht einfach von heute auf morgen entscheiden. Es ist ein Prozess, und der hat bei dir ja schon lange begonnen, sonst wärst du ja auch nicht eine Affäre eingegangen, oder? Hör mal in dich rein. Korrigiere mich gerne, wenn du das nicht so siehst.

Und ja, deinem Freund geht es nicht gut, aber es ist nicht deine Verantwortung, wenn er sich komplett rauszieht, denn Beziehung bedeutet Miteinander, und was du schreibst – da seid ihr ja schon lange nicht mehr, was ich hier lese. Entweder du kämpfst, aber dann muss er auch, sonst macht es dich kaputt, und das willst du nicht. Es ist auch okay, wenn eine Beziehung endet.
 
Ich hab nicht den ganzen Thread gelesen, aber ein Großteil:

Long COVID ist ein ALoch.
Erst hast du "nur" einen Infekt und plötzlich reißt dich die Erkrankung aus deinem Leben.
Du bist ständig erschöpft, nix fällt dir mehr leicht... Dinge, die du vorher noch nebenbei gemacht hast, kosten dich auf einmal Unmengen an Energie. Du bist nicht mehr du selbst & so mit dir selbst und oft auch deinen Schmerzen beschäftigt, dass du kaum oder keine Energie hast, dich um andere zu kümmern.
Das macht etwas mit einem... Mit der Psyche, mit dem Ego, mit dem Selbstwertgefühl.
Das wiederum macht wieder etwas mit einem. Oft fällt man in eine Depression.
Er hat ja eine Selbsthilfegruppe besucht und festgestellt, dass das nicht hilft. Er hörte dort noch mehr Leid, vielleicht nahm sie ihm die Hoffnung, dass es wieder wird. Das machte wieder etwas mit ihm....
Er fiel tiefer ins Loch.
Er wäre wahrscheinlich mit einer Einzeltherapie besser gefahren.
Und nun kamen noch weitere Rückschläge:
Er bekommt keinen hoch, kann seine Liebste nicht befriedigen, das geht weiter aufs Ego. Und er wird sicher spüren, dass die TE eine Affäre hat. Er ist zwar krank, aber die Anzeichen einer Affäre wird auch er nicht übersehen. Das bringt ihn dazu, sich noch mehr wie ein Versager zu fühlen (zusätzlich zur finanziellen Abhängigkeit), sich noch mehr zu verkriechen...
Wenn man Long COVID hat, braucht man ganz viel Geduld. Erst dauert es lange, bis die richtigen Ärzte (die man erstmal finden muss) die richtige Diagnose stellen, dann braucht man noch mal richtig viel Geduld, bis man die richtige Therapie für sich findet. Die man sich dann auch noch leisten können muss... Das kann Monate bis Jahre brauchen. Dafür muss man Energie aufbringen, die man eigentlich nicht hat. Dafür braucht man Unterstützung, Eigenantrieb (der bei Depressionen nur wenig vorhanden ist, oft auch gar nicht) und Freunde, die zu einem halten und einem auch unterstützen. Die auch mal aushalten, dass der Betroffene blöd ist.
Auch das ist bei dem Partner weggefallen, er wird immer einsamer...
Also tut er das, wofür er noch Energie aufbringen kann und flüchtet aus der Realität in Spiele (lässt seine Aggressionen und Traurigkeit im Ego Shooter raus), dort wird er emotional nicht verletzt und verletzt auch seine Liebste nicht. In anderen Dingen sieht er keinen Sinn mehr (typisch Depression).

Und nun fragt sich seine Verlobte, denn die Hochzeit war ja angedacht, ob sie sich trennen soll. Ehrlich gesagt, macht mich das Ganze sehr traurig.
Ihr wart ein Dreamteam. Glücklich und habt euch geliebt. Dann kam der Schicksalsschlag und nun hat sich die TE anderswo ihre Bedürfnisse befriedigt. Liebe heißt in guten wie in schlechten Zeiten.

Meiner Meinung nach hättest du vor der Affäre mit offenen Karten spielen sollen. Ihr hättet eine Vereinbarung treffen können (zb die Beziehung nur für Sex zu öffnen, ihn zu einer Therapie zu begleiten etc).
Und weißt du eigentlich, wie es ihm wirklich geht? Was in seinem Inneren vorgeht? Was er denkt? Führt ihr so tiefe Gespräche überhaupt noch? Jaja, er blockt ab...aber auch da gäbe es, wenn wirklich ein Wille da wäre, ein Weg (eine Konsole kann man ausschalten).
Für mich fühlt es sich so an, dass TE jetzt ein "Go" braucht um sich nicht schlecht zu fühlen.

Was du machen sollst?
Das weißt nur du. Und im inneren weißt du es auch schon.
Also eiere nicht weiter rum, sondern pack es an. Sei fair zu euch beiden...
 
JA und. Muss sie sich jetzt lebenslang deiner Meinung nach wie früher an einen kranken Partner binden. Das erscheint mir nicht richtig.
Nein muss sie nicht, man muss aber ihr Verhalten auch nicht gut finden.Jeder der einen Partner hat, kann vor diese Frage gestellt werden, wenn der schwerkrank wird oder einen Unfall hat der ihn behindert zurücklässt.Man sollte sich auch überlegen, wie man sich selbst im schweren Krankheitsfall fühlen würden, wenn der Partner einem deshalb verlässt.
Ist eine Frage der individuellen Moral , und der Stärke der Liebe. Heiraten sollte die TE nicht, denn das Versprechen auch die schlechten Tage durchzustehen kann sie nicht geben
 
Nein muss sie nicht, man muss aber ihr Verhalten auch nicht gut finden.Jeder der einen Partner hat, kann vor diese Frage gestellt werden, wenn der schwerkrank wird oder einen Unfall hat der ihn behindert zurücklässt.Man sollte sich auch überlegen, wie man sich selbst im schweren Krankheitsfall fühlen würden, wenn der Partner einem deshalb verlässt.
Ist eine Frage der individuellen Moral , und der Stärke der Liebe. Heiraten sollte die TE nicht, denn das Versprechen auch die schlechten Tage durchzustehen kann sie nicht geben
Es gibt aber einen grundlegenden Unterschied zwischen "mein Partner wurde schwer krank" und "mein Partner hat sich selbst aufgegeben". Niemandem sollte zugemutet werden müssen bei jemandem zu bleiben, der sich selbst aufgegeben hat.

In guten wie in schlechten Zeiten ist kein Freifahrtschein, sich in den schlechten Zeiten keine Mühe mehr zu geben und die gesamte Beziehungsarbeit einer Person aufzuhalsen. Das eine Beziehung in schlechten Zeiten besonders viel Einsatz fordert, gilt für beide Seiten und dieser Einsatz ist bei dem Partner der TE eben nicht vorhanden. Er geht nicht zur Therapie, er nimmt seine Medikamente nicht, er macht gar nichts. Wieso sollte die TE moralisch verpflichtet sein, da mitzuspielen?
 
JA und. Muss sie sich jetzt lebenslang deiner Meinung nach wie früher an einen kranken Partner binden. Das erscheint mir nicht richtig.
Nein..Zeigt nur den "Schlag Mensch". Ich denke eher an den kranken Partner. Der soll halt in seinem Selbstmitleid mit seiner Krankheit versauern und braucht halt keine Partnerin mehr in seinem Leben, wenn er nicht mehr will.

Glaubst du, der Mann hätte denn umgekehrt genauso reagiert, wäre die TE so "krank" und er nicht? Ist halt mehr ne moralische Geschichte.
 
Nein..Zeigt nur den "Schlag Mensch". Ich denke eher an den kranken Partner. Der soll halt in seinem Selbstmitleid mit seiner Krankheit versauern und braucht halt keine Partnerin mehr in seinem Leben, wenn er nicht mehr will.

Glaubst du, der Mann hätte denn umgekehrt genauso reagiert, wäre die TE so "krank" und er nicht? Ist halt mehr ne moralische Geschichte.
Ich könnte dann das Leben nicht mehr richtig genießen aber es kommt auch immer auf die Situation an.
Liebe ich ihn noch?
Wie ist mein Partner mit mir umgegangen
Wie ist mein Gesundheitszustand

Das alles muss ich mich fragen oder sollte man
 
Er ist der Ansicht, also davon gehe ich aus, dass ich ihn in dieser Situation nicht sitzenlassen werde weil er mir ja nen Antrag gemacht hatte.
Was sollte sich aus deiner Sicht ändern, daß sich die Beziehung wieder in diese Richtung entwickelt ?

Siehst du Bemühungen oder kleine Veränderungen seinerseits, die dir Hoffnung geben und in wie weit willst du die Situation noch mittragen ?
 
Nein muss sie nicht, man muss aber ihr Verhalten auch nicht gut finden.Jeder der einen Partner hat, kann vor diese Frage gestellt werden, wenn der schwerkrank wird oder einen Unfall hat der ihn behindert zurücklässt.Man sollte sich auch überlegen, wie man sich selbst im schweren Krankheitsfall fühlen würden, wenn der Partner einem deshalb verlässt.
Ist eine Frage der individuellen Moral , und der Stärke der Liebe. Heiraten sollte die TE nicht, denn das Versprechen auch die schlechten Tage durchzustehen kann sie nicht geben
Es geht ja nicht nur darum, daß er krank ist.
Sondern um sein sorry, asiges Verhalten...
Ich habe einen Partner gehabt, der an einer schnellen Form von Demenz erkrankt war. Aber der hat sich trotzdem nie so verhalten, wie der Typ hier, auch wenn er natürlich seine schnell wechselnden Stimmungen, Angstzustände, später auch Halluzinationen ect gehabt hat.

Wobei Demenz ein anderes Ding sind, denn wenn da sich ein Kranker nicht so sozial angemessen verhält wie früher, dann ist das normal, und der Kranke kann zumindest in den etwas späteren Stadien nix mehr daran ändern...

Außerdem muss man in diesem Fall sehr bald eher Betreuerin als Partnerin sein, also ähnlich wie wenn man ein Kind versorgt. Denn ein Demenzkranker Mensch kann irgendwann keine richtigen Urteile mehr fällen und sich auch nicht mehr selbst versorgen...

Und so ein versorgendes, oder zumindest betreuendes Verhalten ist hier in dem Fall der TE ganz sicher nicht hilfreich, eher im Gegenteil.
Also Unterstützung ja, aber die TE, sollte sich nicht mehr zum Spielball seiner Launen und Ansprüche machen lassen...
 
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