Hallo, hier wieder die TE
Nein, er hat KEINE Prüfungsangst. Er ging auch immer nur halbherzig zu seinen Ausbildungen. Prüfungen schrieb er auch nur weil Druck von seinen Eltern kam.
Er sagt zu seinen Abschlussprüfungen auch tatsächlich das er keinen Bock hat. Das wäre dann ja auf ein mal festes, dann MÜSSTE er ja arbeiten. DAS sind genau SEINE Worte!
Warum er dann immer wieder eine Ausbildung anfängt? Weil ihm nach einem neuen Patzer doch das schlechte Gewissen plagt und er merkt, dass es für seine Eltern nicht schön ist, wenn er ewig auf deren Kosten lebt.
Die Einsicht hält dann aber auch max. nur ein Jahr, dann kommt wieder das all bewerte. Er hat ja alles und er kriegt ja alles, muss keinen Finger dafür krumm machen und laut SEINER Aussage hat er mich ja auch wieder fest im Sack.
Eine Prüfungsangst sieht wohl anders aus würde ich meinen.
Ich bin ja inzwischen zu der Ansicht gekommen, dass man Menschen strenggenommen nicht in den Kopf schauen kann. Daher bemühe ich mich darum, das Verhalten von Menschen nach Möglichkeit nicht moralisch zu bewerten. Selbst wenn vieles dagegen spricht. Aber selbst ein aufgrund von hohen Wahrscheinlichkeiten gefälltes Urteil kann falsch sein.
Sicherer ist dagegen, wenn man sich nur an das hält, was man faktisch wahrnimmt. Auch bei Menschen, die in starker Abweichung vom Durchschnitt zB drei Ausbildungen anfangen und abbrechen, liegt es nahe, dass was bei denen (psychisch) nicht stimmt. Was wie Faulheit aussehen mag, könnte Ursachen in der frühkindlichen Sozialisation haben etc. Es
könnte auch sein, dass er wirklich nur faul etc. ist.
Viele "Faule" resignieren vielleicht auch angesichts des Lebens (Mobbingerfahrungen, Schlafen - Arbeiten - Schlafen ...). Würde mich nicht wundern, wenn 10 % der Bevölkerung keinen Sinn mehr im Leben finden und sich deren Resignation auch negativ auf deren (positive) Beteiligung am "normalen" Arbeitsleben auswirkt. Im Einzelfall ist es wohl schwierig hier zu entscheiden, wo Schuld ("Faulheit") vorliegt und wo der Betroffene nur noch passiv reagiert ohne Handlungsfreiraum zu haben. Aber wie ich schon sagte, sollten wir sowieso kein moralisches Urteil fällen.
Im Falle der TE (und ähnlich gelagerter Fälle) bleibe ich dabei:
Man kann versuchen, die missliche Lage auszuhalten (was die wenigsten ohne große Not schaffen) oder man sollte sich angemessen distanzieren, um einen klaren Kopf zu behalten etc. Nicht jeder ist zum geduldigen psychologisch geschulten Sozialarbeiter geboren und hat die Rahmenbedingungen und die gewisse Einstellung, auch Leid und Frust (mit dem Partner) auszuhalten.
Mit den Jahren komme ich mehr und mehr zu dem Schluss, dass man sich im Zweifel um eine Beziehung maximal bemühen sollte - auch wenn dies oft mit Schwierigkeiten verbunden ist. Wichtig ist dabei, dass man sich nicht aus egoistischen Gründen an den Partner klammert, sondern wirklich an den positiven Zwecken einer Partnerschaft interessiert ist und um diese kämpft. Maximal um seine egozentrischen Ziele zu kämpfen, wäre ja auch keine Leistung.
Schließlich muss man dann auch in Erwägung ziehen, sich zu trennen, wenn die negativen Seiten überwiegen.