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Fragmentiertes Selbst | Keine (berufliche) Identität

dioneus

Mitglied
Wie baut man ein Selbstwertgefühl und eine Identität auf, wenn man den größten Teil seines Lebens im Überlebensmodus verbracht hat – fixiert auf andere, während man sich selbst aufgegeben hat?

Wie erkennt man, welche (fragmentierten) Anteile zu einem gehören und welche nicht? Und wie findet man etwas, wenn man gar nicht weiß, wonach man eigentlich sucht? Wie findet man eine Bestimmung, eine Berufung, wie wählt man eine Karriere oder eine Lebensrichtung aus? Wo fängt man überhaupt an?

Ich habe die letzten 10 Jahre nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, welchen Film ich im Kino sehen oder auf welches Konzert ich gehen möchte. Die letzten 5 Jahre habe ich auf einer Couch geschlafen und in einem Job gearbeitet, den ich gehasst habe, umgeben von toxischen Kollegen. Ein Teil von mir wollte gehen, aber ein anderer Teil dachte, das sei normal und wusste nicht, wie man etwas ändert. Da ich es kaum kannte, mich in meinem Körper, meiner Umgebung oder gar unter Menschen wohlzufühlen. Mein Leben war durchsetzt von „Cluster B“-Persönlichkeiten, die meine empathische Energie ausgesaugt haben. Ich heile gerade von diesem Trauma und bin an einem Punkt, an dem ich schockiert und voller Trauer darüber bin, dass dies mein bisheriges Leben war.

Das Schlimmste ist jedoch: All das hat mich in meinen 30ern ohne Karriere oder spezifische Fähigkeiten zurückgelassen – arbeitslos und wieder bei meinen Eltern lebend, deren Vernachlässigung überhaupt erst die Ursache für alles war. Ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen, habe aber momentan keine Perspektive. Und ich weiß nicht, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen soll. Diese Frage hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt, und ich möchte jetzt endlich nicht mehr vor ihr davonlaufen.

Einblicke, Ideen und Erfahrungen werden sehr geschätzt.
 
Wie baut man ein Selbstwertgefühl und eine Identität auf, wenn man den größten Teil seines Lebens im Überlebensmodus verbracht hat – fixiert auf andere, während man sich selbst aufgegeben hat?

Wie erkennt man, welche (fragmentierten) Anteile zu einem gehören und welche nicht? Und wie findet man etwas, wenn man gar nicht weiß, wonach man eigentlich sucht? Wie findet man eine Bestimmung, eine Berufung, wie wählt man eine Karriere oder eine Lebensrichtung aus? Wo fängt man überhaupt an?

Ich habe die letzten 10 Jahre nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, welchen Film ich im Kino sehen oder auf welches Konzert ich gehen möchte. Die letzten 5 Jahre habe ich auf einer Couch geschlafen und in einem Job gearbeitet, den ich gehasst habe, umgeben von toxischen Kollegen. Ein Teil von mir wollte gehen, aber ein anderer Teil dachte, das sei normal und wusste nicht, wie man etwas ändert. Da ich es kaum kannte, mich in meinem Körper, meiner Umgebung oder gar unter Menschen wohlzufühlen. Mein Leben war durchsetzt von „Cluster B“-Persönlichkeiten, die meine empathische Energie ausgesaugt haben. Ich heile gerade von diesem Trauma und bin an einem Punkt, an dem ich schockiert und voller Trauer darüber bin, dass dies mein bisheriges Leben war.

Das Schlimmste ist jedoch: All das hat mich in meinen 30ern ohne Karriere oder spezifische Fähigkeiten zurückgelassen – arbeitslos und wieder bei meinen Eltern lebend, deren Vernachlässigung überhaupt erst die Ursache für alles war. Ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen, habe aber momentan keine Perspektive. Und ich weiß nicht, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen soll. Diese Frage hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt, und ich möchte jetzt endlich nicht mehr vor ihr davonlaufen.

Einblicke, Ideen und Erfahrungen werden sehr geschätzt.
Vielleicht solltest Du Dich erstmal von Deinen Eltern unabhängiger machen und dort ausziehen.
 
Hallo, das klingt sehr hart. Bist Du in Therapie und wenn nein, würde ich Dir zu einer Therapie raten. Das ist zwar kein Allheilmittel, aber wenn es einem sehr schlecht geht bzw. man lernen will, unabhängiger zu werden und sich selbst überhaupt erstmal kennenzulernen, ist das ein guter Start.

Warst Du bei der Jobberatung und hast Dich mal beraten lassen, was Dir liegt, ob Du eine Umschulung machen kannst, wo es Möglichkeiten gibt, zu arbeiten?

natürlich ist es sehr ungünstig bei den Eltern zu leben, die ja wohl ursächlich schuld sind an Deiner Situation. Aber vermutlich könntest Du Dir alleine kein Zimmer leisten und bist finanziell abhängig.

Daher würde ich versuchen, schnellstmöglich erstmal einen Job zu finden, damit Du Dir ein billiges Zimmer - vielleicht in einer WG - nehmen kannst und parallel aber auch mal mit der Jobagentur zusammen herausfinden, was Dir liegen könnte. Vielleicht warst Du da ja schon?
 
Einblicke, Ideen und Erfahrungen werden sehr geschätzt.
Such dir einen Job in der Gastronomie, wo du auch Kost und Logis bekommst. Dann hast du ein Dach über dem Kopf, bekommst was zu beissen, verdienst ein wenig Geld, kommst von deinen Erzeugern los und dann kannst du in aller Ruhe überlegen was du eigentlich erreichen willst in deinem Leben und wie du dahin kommst.
 
Die Fragmentierung und der Überlebensmodus passt auch gut zu mir.
Wie erkennt man, welche (fragmentierten) Anteile zu einem gehören und welche nicht? Und wie findet man etwas, wenn man gar nicht weiß, wonach man eigentlich sucht? Wie findet man eine Bestimmung, eine Berufung, wie wählt man eine Karriere oder eine Lebensrichtung aus? Wo fängt man überhaupt an?
Ich springe auch von Fragment zu Fragment und kann mich nicht als Ganzes sehen.
Leider kann ich dir keine Antwort geben, außer weitersuchen.
Ich weiß zwar nie was ich will, stehen bleiben will ich auch nicht.
Falls du nicht in Therapie bist, such dir eine.
Spreche mit dem Arbeitsamt wegen Umschulung oder spezifischer Fortbildung und frage nach dem psychologischen Dienst.
Frage bei deiner Krankenkasse/dem Rententräger nach ein er ReHa.
 
Ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen

Hallo lieber dioneus, Herzlich Willkommen zuerst einmal hier bei uns!

Da gibt es eine Parabel, eine Geschichte...ein Schüler fragt seinen Meister, wie werde ich meine Vergangenheit los?
Der Meister geht zu einem Baum, umarmt diesen und fragt, wie werde ich den Baum los???

In dem Moment, wo du dich auf etwas konzentrierst, ist das andere Nebensache, weg, hinter dir gelassen- oder aber auch, solange du das alles weiter umarmst, ist es bei dir. Umarmen ist darüber nachdenken, darüber sprechen, darüber sinnieren, es wichtig sein lassen.

Ich hab eine recht Gewaltbesetzte Zeit gehabt, aus der kam ich heraus, indem ich solche Leute zu meiden begonnen habe, die sich hier nicht im Griff haben. Das hat gereicht, mehr brauchte es nicht.

Ich würde an Job alles annehmen, was du kriegen kannst, wo du weißt, dass du das hinkriegst und möglichst weit weg von den üblichen Ansichten und Abläufen. Geh auf eine Bohrinsel ...ggg, oder zum Heer, schau die Stellenanzeigen durch, bitte nicht um einen Job, sondern frag, wo Hilfe benötigt wird.
Karriere schmink dir ab, weil das wie Kartenspielen ist, ein Versuch zu gewinnen, eine Art Sucht, wo nicht Lebensqualität im Fokus ist, sondern Konkurrenzdenke, Eitelkeit, Prestige, Rehabilitationsversuche- tu dir das nicht an. verzichte auf diese Form von Genugtuung und bleib frei.
 
Ich würde jedenfalls beim Arbeitsamt einen Eignungstest machen, herausfinden, was mir liegt, da gibt es ganz gezielte Programme, wo du ganz ehrlich antworten musst und dann kriegst du Vorschläge und Kursangebote, bzw die Möglichkeit zu schnuppern, dich durchzusehen durch den Markt.
Lass dir ja nicht einreden, oder rede dir nicht ein, dass dein Leben shit ist.
Du hast dein Leben lang einmal so, ein anderes mal anders- es ist irgendwie egal, alles hat seine "Botschaft", letztendlich sterben wir doch alle aus einem "Erleben" heraus, um ein anderes "Erleben" anzusehen. Nimm das alles bitte nicht so ernst.
Freu dich auf eine freundliche Zeit ab jetzt. Bleib ein freundlicher Mitmensch, denke freundlich, sei freundlich zu dir und begrüße freundlich das, was kommen möge.

Friede auf all deinen Wegen... das ist nicht zufällig in vielen Kulturen eine Begrüßung und DER Hauptwunsch überhaupt, den man jemanden wünscht.

Friede, statt grollen...statt gierig wollen...statt Zorn schieben auf sich auf andere...Friede in sich, statt Aufbäumen und Schmollen...Friede schließen mit dem, was gerade da ist und eigentlich, irgendwie hat Friede auch mit Dankbarkeit zu tun.
Deine Betreuer, Eltern, Begleiter konnten zwar nicht allen Erwartungen entsprechen ( sind auch wahrscheinlich nicht stark, toll, in sich zu-frieden) aber sie haben dich nicht abgemurkst und verhungern lassen und auch nicht totgeschlagen.
Du kannst von Glück reden, weil du noch lebst.
Nun mach es dir nett, dieses kostbare Leben. Keiner ist für dich zuständig, du hast frei, bist frei, kannst machen, wie dir beliebt und wenn es nur auf einem Gestüt Pferde striegeln ist, schau drauf, dass es dir gut geht, dass du dich nicht überforderst, nichts machen musst, das dir gegen den Strich geht und vor allem, wo du nicht das Gefühl haben musst, du hast deine Seele verkauft- also dein eigenes Naturell in die Ecke gestellt- frag dich, was dieses mag, was ihm taugen würde.
Manchmal geht man davon aus, dass etwas nicht passt, dabei ist es ein Vorurteil- daher, schau hin, koste, schmecke, mach mit eine Weile und erst nachher urteile. Der Verstand weiß nicht, was das Herz will.. so ungefähr.
Bleib dir treu, falls etwas recht leiden lässt, obwohl du dich bemüht hast, ist es nicht deins. Geh weiter und umarme den nächsten Baum.
 
Meiner Einschätzung nach kreist du zu sehr um dich selbst.
Du schreibst seit Jahren von deinem Leid, von den Fehlern, welche die anderen machten und machen, von deiner Hochsensibiliät, von den unfähigen Kollegen, Eltern, Bekannten.
Du schriebst ebenfalls, du habest eine Karriere über Jahre hingelegt.
Dann ist da doch etwas, worauf man aufbauen kann.
Ehe ich in meinen 30ern zu den Eltern zurückkehren würde, denen ich schwere Vorwürfe wegen ihrer Erziehung mache, wäre ich kellnern oder putzen gegangen.
So schlimm kann es also nicht sein.
Ich würde etwas für andere tun, weniger Therapie, weniger Palaver, weniger Selbstmitleid.
 
Ich würde jedenfalls beim Arbeitsamt einen Eignungstest machen, herausfinden, was mir liegt, da gibt es ganz gezielte Programme, wo du ganz ehrlich antworten musst und dann kriegst du Vorschläge und Kursangebote, bzw die Möglichkeit zu schnuppern, dich durchzusehen durch den Markt.
Das würde ich lieber nicht tun.
Mein Bruder hat das mit seinen Abiturienten veranstaltet und zu 90 Prozent wurde der Beruf Pinselmacher vorgeschlagen.
Soviel dazu.
 

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