Schön, dass Du dieses Thema anschneidest, Tsunami.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Flüchtlingen (Immigranten) oder anderen in Not geratene Menschen zu helfen. Das Problem besteht aber nicht darin, ob wir völlig fremde Menschen in unsere Privaträume lassen, sondern darin, ob wir wirklich bereit sind, außer Diskutieren etwas zu tun. Flüchtlinge sowie in Not geratene Menschen gibt es doch nicht erst seit gestern.
Bevor ich jemanden in meine Wohnung lasse, besteht doch die erste Maßnahme erstmal darin, zu sehen, ob es an meinem jeweiligen Wohnort Menschen gibt, die alleine und/oder hilfsbedürftig sind, egal ob sie aus dem Ausland kommen oder nicht. Auf solche Menschen zugehen, ist doch der erste Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, dass ich mich informiere, welche Hilfsangebote bereits bestehen und der dritte Schritt besteht darin, zu überlegen, wie ich ein bestehendes Hilfsangebot ergänzen kann.
Wir können jetzt Sinn und Zweck einer Maßnahme diskutieren, das Für und Wider, aber warum? Diskussionen sind ein probates Mittel, sich selbst von Handlungen abzuhalten.
Vorwiegend erkenne ich hier bisher eine Haltung, die ich mal so beschreiben möchte:
Für soziale Hilfen sind i.d.Regel die Behörden, die Anderen zuständig. „Meine Hilfe“ besteht grundsätzlich, aber als kreativer Mensch finde „ich“ schnell mehrere Gründe, die „meinem“ Engagement entgegenstehen und mir eine Grundlage dafür geben, „mein“ Engagement in der Theorie ruhen zu lassen.
Warum diskutieren, ob und ab wann wir jemanden in die eigene Wohnung lassen sollen? Das wäre doch eine Maßnahme, die erst an x.Stelle zu besprechen wäre. Wie wäre es mit Schritt 1 (s.o.) anzufangen? Danach könnten wir uns mit unseren Praxiserfahrungen hier austauschen und den Schritt 2 besprechen.
Ich erfahre es als eine wirkliche Aufgabe, auf fremde Menschen, die mal mehr mal weniger hilfsbedürftig sind, zuzugehen. Der erste Schritt ist für viele von „uns“ schon sehr schwer. „Wir“ sind unsicher und wissen oft nicht einmal, wie wir den ersten Schritt tun sollen. Hat da jemand überhaupt schon Praxiserfahrungen? Darüber sollten wir uns zunächst austauschen, finde ich.
Klein anfangen halte ich für wichtiger, als gleich den großen Schritt „in die eigene Wohnung lassen“ zu diskutieren.
LG, Nordrheiner