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Feiertage lassen die Trauergefühle hochkochen!!

Steffen nett

Mitglied
Es ist bald Weihnachten,das Fest der Freude und der Besinnlichkeit.Doch dieses Jahr ist anders,seit dem der Dezember da ist kommt bei mir einfach keine Stimmung hoch,da ich in diesem Jahr einen Menschen verloren habe der mir sehr sehr nah stand,und jetzt ist es das erste Weihnachten ohne ihn.Ist alles irgendwie anders und es fällt schwer sich zu freuen und heiter zu sein.
Es fehlt einfach das lächeln oder ein schönes Wort....leider!!

Zur Frage:wie ist es bei euch mit den Feiertagen,könnt ihr froh sein obwohl ihr eine geliebte Person verloren habt weil sie gestorben ist,ich bin recht froh wenn denn Feiertage vorbei sind,weil ich das Gefühl habe das die Trauer und der Schmerz extrem ist jetzt gerade vor und um Weihnachten!!

Bitte schreibt eure Erfahrungen!!!
 
es fällt schwer sich zu freuen und heiter zu sein.
Dazu gibt es absolut keine Verpflichtung, meiner Meinung nach.
Ja, vor vielen Jahren hatten wir einen Verlust durch Krebserkrankung, und nur wenige Tage vor Weihnachten war das Begräbnis. Natürlich war Weihnachten da eher traurig, allein schon aus Piëtät dem Abwesenden gegenüber. Man ist dann eben immer noch sehr stark miteinander verbunden. Das sind uns immerhin sehr liebe Menschen wert.
 
Hallo Steffen!

Es sind längst nicht alle froh und heiter über den Festtagen.Es gibt viele einsame Menschen,und die Feiertage sind noch schwerer als sonst.
Dies ist mein drittes Weihnachten ohne meinen Mann.
Seit Tagen,drehe ich das Radio ab bei fröhlichen Weihnachtsliedern,besinnliche empfinde ich als noch schlimmer.
Ich empfinde keine Freude über Weihnachten,und ich habe Weihnachten immer geliebt.
Das erste Jahr war am Schlimmsten,bin zu meiner Familie mit meinen Kindern gefahren, irgendwie ist es vorbegegangen.
Viele freuen sich über Weihnachten.
Ich versuche meine Trauer meinen Lieben gegenüber zu verstecken,weil ich sie nicht belasten möchte und ich deren Laune nicht verderben möchte.
Manchmal reißt mich deren Freude ein bisschen mit.Vergesse meinen Schmerz für eine Weile.
Wenn ich dann alleine bin,werde ich höchstwahrscheinlich wieder irgendwo weinen,weil ich meinen Mann besonders an diesen Tagen sehr,sehr vermisse.
 
Hallo Steffen!

Es sind längst nicht alle froh und heiter über den Festtagen.Es gibt viele einsame Menschen,und die Feiertage sind noch schwerer als sonst.
Dies ist mein drittes Weihnachten ohne meinen Mann.
Seit Tagen,drehe ich das Radio ab bei fröhlichen Weihnachtsliedern,besinnliche empfinde ich als noch schlimmer.
Ich empfinde keine Freude über Weihnachten,und ich habe Weihnachten immer geliebt.
Das erste Jahr war am Schlimmsten,bin zu meiner Familie mit meinen Kindern gefahren, irgendwie ist es vorbegegangen.
Viele freuen sich über Weihnachten.
Ich versuche meine Trauer meinen Lieben gegenüber zu verstecken,weil ich sie nicht belasten möchte und ich deren Laune nicht verderben möchte.
Manchmal reißt mich deren Freude ein bisschen mit.Vergesse meinen Schmerz für eine Weile.
Wenn ich dann alleine bin,werde ich höchstwahrscheinlich wieder irgendwo weinen,weil ich meinen Mann besonders an diesen Tagen sehr,sehr vermisse.
@LeereZukunft,
es mag sich seltsam anhören, aber in gewisser Weise beruhigt mich, was du schreibst.
Ich habe meinen Partner, wie du weißt, plötzlich und unerwartet vor sieben Monaten verloren. Kinder habe ich keine. Zu meiner psychisch schwerkranken Schwester ist ein Kontakt nicht mehr möglich.

Dennoch hatte ich das Gefühl, das erste Weihnachtsfest ohne meinen Partner erstaunlich gut verbracht zu haben, bis meine Cousine heute Abend anrief und mir im Laufe des Gesprächs mitteilte, dass ihr Lebensgefährte vor ihr "auf die Knie gegangen" sei und ihr einen Heiratsantrag gemacht habe. Sie sind seit fast 26 Jahren zusammen und haben beide schon eine gescheiterte Ehe hinter sich. Ihr Lebensgefährte ist eine Woche jünger, als mein verstorbener Partner es war.

Der Hochzeitstermin für nächstes Jahr steht noch nicht fest. Daher frage ich mich, ob es wirklich sein musste, dass sie mir das ausgerechnet am 1. Weihnachtsfest ohne meinen Partner erzählt, mit dem ich nur elf Jahre zusammen sein durfte. Hätte ich im umgekehrten Fall vielleicht nicht unbedingt getan. Aber so ist das halt. Und jetzt geht es mir wenigstens wieder schön mies und ich vermisse ihn. Geweint habe ich eben auch.
Das ist der Dank dafür, wenn man andere Menschen mit seiner Trauer nicht belasten will.

Aber wenn dir das nach drei Jahren noch so geht, obwohl du sogar Kinder hast, scheint es ja normal zu sein.

Und das, was mir mein Partner bedeutet hat und immer bedeuten wird, kann mir die Hochzeitseuphorie taktloser Menschen auch nicht nehmen.
 
Das ist der Dank dafür, wenn man andere Menschen mit seiner Trauer nicht belasten will.
Liebe Sarnade!
Ach,ich verstehe dich gut.
Einerseits möchte man die anderen Menschen nicht mit seiner Trauer belasten.
Der Preis dafür?
Man sitzt da ,fühlt sich unverstanden,aber eigentlich,wenn man fair ist,gibt man den anderen einfach auch keine Chance ,dass sie uns verstehen.
Manchmal schreie ich innerlich nach Hilfe,aber meine Lippen sind stumm.
Wessen Schuld ist es,dass der andere versteht oder nicht versteht,wie mir es geht?
Es ist schon seltsam manchmal.
Trauer ist,was die meisten Menschen mit sich selbst abmachen.
Und man wundert sich,wieso es in der Gesellschaft nicht so selbstverständlich ist ,wie es sein sollte....viele Menschen wissen nicht ,wie sie auf traurige Menschen reagieren sollen.
Und das, was mir mein Partner bedeutet hat und immer bedeuten wird, kann mir die Hochzeitseuphorie taktloser Menschen auch nicht nehmen.
Ja,es war taktlos,dieser Zeitpunkt,dir von deren Freude zu erzählen.
Hātte man anders und besser machen können.
Mein Schwager sprach auch gestern von Festen zur Silbernen Hochzeit,wie wenige es heutzutage erreichen ( er dachte wohl an Scheidungen,ich an den Tod)....wie toll,wie herrlich...usw....
Das ,was unsere Partner für uns gewesen sind,was sie immer für uns sein werden,kann uns keiner nehmen....
Und ich möchte dir auch ein bisschen Mut machen.
Mein Mann fehlt mir immer noch,er wird mir auch immer fehlen.
Aber langsam gibt es wieder Lichtblicke in meinem Leben.Es schmerzt immer noch,aber vielleicht nicht mehr ganz so sehr wie am Anfang.
Unsere lieben Menschen behalten wir in unseren Herzen,da bleiben sie,solange wir leben und der Gedanke ist tatsächlich tröstlich,wenn du anfängst den Satz zu fühlen und nicht nur auszusprechen oder zu hören.
 
Es ist genau das, warum ich Weihnachten nicht mag: Es wird einander so lange vorgebetet, dass es das Fest der Freunde sein muss, das perfekte Fest, an dem alle glücklich sind, bis es denen, die vielleicht gar keine Freunde und kein Glück empfinden sich völlig isoliert vorkommen. Sie sind aber nicht isoliert.

Lass es mal mit reiner Vernunft angehen: Du sollst froh über einen fiktiven Geburtstag einer zwar realen, aber dann doch von wem auch immer zu welchem Zweck auch immer gewaltig aufgebauschten Person sein, während du einen echten, dir bekannten, von dir geliebten Menschen betrauerst? Das ist ja letztlich absurd.

Es ist deine Trauer, deine Traurigkeit, lass dir das nie nehmen. Dass diese an "besonderen" Tagen besondere Schärfe bekommt, geht sehr vielen so. Silvester ist auch wieder so ein Tag. Steh zu deiner Traurigkeit.
 
Das ,was unsere Partner für uns gewesen sind,was sie immer für uns sein werden,kann uns keiner nehmen....

Unsere lieben Menschen behalten wir in unseren Herzen,da bleiben sie,solange wir leben und der Gedanke ist tatsächlich tröstlich,wenn du anfängst den Satz zu fühlen und nicht nur auszusprechen oder zu hören.
Ich denke schon, dass ich das auch fühle, mag es aber nicht, wenn es von Menschen, die vom Schicksal verwöhnt sind, wie Schrott behandelt wird.

Es war nicht nötig, meine Wunden am ersten Weihnachtsfest ohne meinen Partner wieder aufzureißen, nur weil meine Cousine aus ihrer Sicht das Ziel der Klasse erreicht hat und nach 26 Jahren Zusammensein (die sie mir bei der Gelegenheit auch noch dick unter die Nase reiben musste) geheiratet wird. Das werde ich garantiert nicht vergessen. Aus meiner Sicht hat die verwandtschaftliche Beziehung dadurch einen irreparablen Knacks bekommen. Ich gehe erst mal auf Distanz und werde, selbst wenn ich eine Einladung erhalten sollte, auch nicht an dieser Hochzeit teilnehmen. Ich weiß sehr wohl, wie ich mich dabei und danach fühlen würde. Mir geht es dann wieder tage- und wochenlang dreckig. Ich muss keinen psychischen Masochismus betreiben, nur damit andere sich zelebrieren und vom Schicksal bevorzugt vorkommen können. Und diese Person hält sich obendrein noch für besonders sensibel und empathisch! Lächerlich! Aber das ist sicher der Grund, warum sie demnächst geheiratet wird. 😉😎 Und mein Partner ist sicher zur Strafe für meine Doofheit und Nichtswürdigkeit so früh gestorben. 🙄

Es ist mir auch egal, ob der Kontakt dann beendet ist. Öfter als einmal im Jahr haben wir uns meist sowieso nicht gesehen. Dazwischen mal WhatsApps geschrieben, wobei die Initiative schon zu Lebzeiten meines Partners noch meist von mir ausging. Aber das setzt dem Ganzen jetzt die Krone auf.

Man muss sich auch mal überlegen, welchen Mehrwert dieser Kontakt eigentlich für mich hätte. Im Grund keinen. Was habe ich davon, wenn ich von Menschen, die sich mir überlegen fühlen, weil sie einen Partner haben, aus Mitleid einmal im Jahr eingeladen und vielleicht zwei- oder dreimal im Jahr - wenn's hoch kommt - angerufen werde?! Das spürt man doch sowieso, wenn gar keine wirkliche Anteilnahme dahinter steht. Und an dem, was in meinem Leben wichtig ist und jetzt vielleicht noch sinnstiftend sein könnte - mein Beruf, meine Hobbys, meine Interessen - waren sie noch nie wirklich interessiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist genau das, warum ich Weihnachten nicht mag: Es wird einander so lange vorgebetet, dass es das Fest der Freunde sein muss, das perfekte Fest, an dem alle glücklich sind, bis es denen, die vielleicht gar keine Freunde und kein Glück empfinden sich völlig isoliert vorkommen. Sie sind aber nicht isoliert.

Lass es mal mit reiner Vernunft angehen: Du sollst froh über einen fiktiven Geburtstag einer zwar realen, aber dann doch von wem auch immer zu welchem Zweck auch immer gewaltig aufgebauschten Person sein, während du einen echten, dir bekannten, von dir geliebten Menschen betrauerst? Das ist ja letztlich absurd.

Es ist deine Trauer, deine Traurigkeit, lass dir das nie nehmen. Dass diese an "besonderen" Tagen besondere Schärfe bekommt, geht sehr vielen so. Silvester ist auch wieder so ein Tag. Steh zu deiner Traurigkeit.
Ich weiß nicht, wie es beim TE ist, aber für mich ist und war Weihnachten nie ein Fest der Freude und der Familie. Ich bin gläubig und für mich ist es das Fest, an dem der Geburt Christi gedacht wird, nachdem man sich im Advent darauf vorbereitet hat. Deshalb kann man immer Weihnachten feiern, auch und gerade, wenn man traurig ist und sich von allem abgeschnitten fühlt. Wenn ich mich entscheiden müsste, für wen Weihnachten eher da ist - für Familien und Paare, damit sie ihr tolles Leben zelebrieren und sich selber wesentlich stärker beweihräuchern als das Kind in der Krippe, oder für Alleinstehende oder andere, denen das Leben übel mitgespielt hat -, dann würde ich mich immer für Letztere entscheiden. Ich habe somit ein völlig anderes Verständnis von Weihnachten als die breite Masse. Deshalb hat es auch nie für mich zur Disposition gestanden, ob ich Weihnachten feiern kann oder nicht - egal, was mir im Leben widerfahren ist. Und der Tod meines Partners war beileibe nicht das einzige schlimme und traurige Ereignis in meinem Leben. Solange ich lebe, werde ich auch Weihnachten feiern.

Ich habe mich allerdings auch viel mit dem Glauben und den in der Advents- und Weihnachtszeit verlesenen Bibelstellen beschäftigt und bin der Meinung, dass die ganze Symbolik des christlich begangenen Weihnachtsfests gerade Menschen Hoffnung und Zuversicht schenken soll, denen alles im Leben zerbrochen ist: Es geht immer um Licht in der Dunkelheit oder daraus, dass aus einer verdorrten Wurzel ein neues Reis emporwächst. Das alles hat eine ungemein tröstende Symbolik. Dieser Tage sah ich einen Fernsehgottesdienst, in dem der Pfarrer auf ein Gemälde in der Kirche aufmerksam machte. Der Maler hatte die Geburt Christi in eine Ruine verlegt. Das sollte symbolisieren, dass Gott auch und gerade dann zu uns kommt und uns nahe ist, wenn wir vor den Trümmern unseres Lebens stehen.

Wessen Leben aber nicht in dieser Weise ruiniert ist, der meint, solch einen Trost nicht nötig zu haben und trumpft selbst an Weihnachten gegenüber Trauernden, die das erste Jahr ohne ihren Partner verleben müssen, mit im Detail beschriebenen Heiratsanträgen auf. In meinen Augen eine Taktlosigkeit sondergleichen. Es ging hier nicht um die Hochzeit eines Paares der nächsten Generation, sondern diese Leute sind in meinem Alter und dem meines Partners. Mit meinen fast 60 Jahren werde ich meine Tage irgendwann in den nächsten 20, 30 Jahren oder auch schon eher als alleinstehende Frau in Einsamkeit beschließen - das weiß und genießt die Betreffende wahrscheinlich auch! - und muss mir an Weihnachten so etwas anhören! Ich mache meine Trauer um meinen Partner nun mal hauptsächlich mit Gott ab. Die Menschen, mit denen man diese Trauer teilt, kann man sich nicht sorgfältig genug aussuchen. Das habe ich ja gestern Abend mal wieder eindrucksvoll erlebt.

Von Silvester habe ich gar nichts mehr erzählt. Eine alleinstehende Bekannte, die bei mir als Haushaltshilfe beschäftigt ist, geht am Silvesterabend ins Kino und hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, mitzukommen. Das werde ich natürlich tun. Meine Verwandte hat gestern gar nicht gefragt, wie ich Silvester verbringen werde. Sie musste nur noch loswerden, dass sie und ihr Bräutigam sich dann mit einem anderen Ehepaar treffen und einen netten Abend verbringen werden....
 
Zuletzt bearbeitet:
Übrigens war ich in den elf Jahren, die ich mit meinem ebenfalls vom Schicksal gebeutelten Partner zusammen sein durfte, dankbar dafür, das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wenigstens zu zweit mit ihm verbringen zu dürfen und dann nicht allein sein zu müssen. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass ich dies jemals einem Menschen triumphierend unter die Nase gerieben hätte oder habe, schon gar nicht jemandem, von dem ich weiß, dass er schon den einen oder anderen schweren Schicksalsschlag hinter sich hat, nichts als Arbeit und beruflichen Stress kennt und dann zur "Krönung" auch noch viel zu früh seinen Partner verloren hat.
 

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