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Fehlt euren Freundschaften auch Tiefe?

Hallo @Mitterjo ,
Du hast ja eine Frage gestellt im Titel.
Darauf kann ich antworten. Freunde habe/ hatte ich sehr wenige im Leben, phasenweise ist da 1 richtig guter Freund, oder auch 2 wenn ich ganz viel Glück habe.
Wenn ein Mensch für mich ein wirklicher Freund ist, verbindet und Tiefe. Ja ohne das nenne ich Leute nicht im tiefsten innern Freund.
Klar, ich rede manchmal von Freunden und meine eigentlich Bekannte...

Was Du beschreibst, was Du Dir wünscht, da dachte ich, wie wäre es denn, wenn Du Dich mit diesem Wunsch auf die Suche machst?
Ich habe das einmal in einer Phase bewusst gemacht. Hab mir überlegt, was ich mir von einem Freund wünsche, und dann quasi die Augen offen gehalten, und dann fand ich so einen Freund, ein besonderer Freund.
Wenn Dir das, was Du Dir wünscht, in aktuellen Freundschaften fehlt, sind das vielleicht nicht ,die Freundschaften, nach denen Du suchst. Was verbindet Dich mit den Menschen? Was geben sie Dir, was gibst Du ihnen, was ist Dein Gefühl zu den Beziehungen?
 
Du hast in kurzer Zeit drei Beiträge eröffnet, in denen du keine Frage beantwortest oder auf die Antworten anderer eingehst.
Vielleicht kommunizierst du in deinen Freundschaften auch so? Erzählst was und hörst der Antwort dann nicht mehr zu, weil es nur um dein Thema ging und nicht die Ansicht des Gegenübers? Emotionale Intelligenz sieht meiner Meinung nach anders aus.
 
Während Corona und danach haben sich die Menschen verändert, auch ich. Im Moment ist eigentlich keiner mehr übrig geblieben. Die Leute, die ich noch kenne, sind auch nicht die Richtigen... Ich lerne mich alleine zu beschäftigen oder gehe über die App meet5 oder spontacts mit neuen Leuten los. Die Gespräche bleiben da leider auch oberflächlich, aber ich hab das Gefühl, nicht alleine auf der Welt zu sein.
Ja genau, in meinem Fall hat sich auch nach/während Corona das Ganze sehr verändert in Hinblick auf Freundschaften..
Ich habe jetzt seit meinem Posting die App "Bumble Friends" empfohlen bekommen und das ganze mal ausprobiert und ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht - natürlich habe ich in dieser Zeit jetzt noch keine engen Freundschaften geknüpft, aber das braucht ja immerhin auch Zeit.
Habe mich aber mit drei neuen Leuten über die App getroffen und das hat sich sehr gut angefühlt, auch mal neue Perspektiven und Ansichten über unterschiedlichste Themen zu hören. Kann ich aufjeden Fall jedem, der ein ähnliches Anliegen wie ich habe, empfehlen! 🙂
 
Hey 🙂

Ich würde tatsächlich bei einigen deiner Punkten mitgehen, bzw. da Parallelen zur mir ziehen. Mein aktueller Freundeskreis ist sehr winzig und innerhalb dessen werden auch gewisse Tiefen an Themen nicht wirklich angesprochen oder nur oberflächlich angerissen. Das variiert aber sehr stark, je nach Person. Ich bin zum Beispiel ein sehr zurückgezogener Mensch und habe damals immer alles versucht mit mir selbst auszumachen, damit ich anderen Leuten mit meinen Problemen, Sorgen, etc. nicht auf die Nerven gehen muss. Irgendwann habe ich mich damit leider total übernommen und war komplett überfordert. Es kamen mehrere Dinge, mehr oder weniger zeitgleich, denen ich gänzlich nicht gewachsen war und die mich echt aus der Bahn geworfen haben.

Das Ganze hatte dann zur Folge, dass ich mich weiter zurückgezogen habe und das hält auch bis heute an. Damals habe ich mich dazu entschlossen, um wieder zu mir zurückzufinden, mich ganz fundamental um mich selbst zu kümmern. Ich nahm mir viel Zeit ausschließlich für mich und fand heraus, dass ich durchaus damit klarkomme, Dinge mit mir selbst auszumachen. Was ich brauchte war Halt und Stabilität, um die Kraft dafür aufbringen zu können. Gefunden habe ich das was ich brauche im sportlichen Bereich und der Natur.

Wenn mich irgendwas tiefgründig beschäftig, mich runterzieht oder auch belastet, ziehe ich mir daraus die Kraft und Energie mich dessen zu stellen. So habe ich auch das Leben in meiner Einsamkeit bspw. bewältigt. Ich schnappe mir mein Fahrrad, trainiere, oder gehe einfach in die Natur. Manchmal eine Stunde, manchmal vielleicht auch vier bis fünf Stunden. Aber danach habe ich die Kraft und Energie mich meine Sorgen, Ängsten, Gefühlen oder allgemeinen Problemen zu stellen und was immer mich beschäftigt, zu lösen. Manche Dinge lassen sich vielleicht auch nicht lösen, dann lerne ich den Umgang damit und wie es mir dennoch damit gut gehen kann.

Was das Thema Freundschaften betrifft, so versuche ich mich nach Jahren der Introvertiertheit und der fast schon Isolation, mich langsam aber sicher wieder zu öffnen – unter anderem auch hier.

Ob das von mir geschriebene dir in irgendeiner Form einen Mehrwert bietet, weiß ich nicht. Aber ich hoffe du kannst vielleicht etwas daraus mitnehmen. Am Ende des Tages unterscheiden wir uns vermutlich alle in dem Umgang mit solchen Dingen auch einfach. Ich hoffe, dass du das findest was du brauchst, bzw. was dir fehlt.
Hello 🙂
doch, auf jeden Fall! Danke, dass du das so offen teilst, ich erkenne mich auch in einigen Punkten tatsächlich wieder - gerade dieses "ich mach das lieber mit mir selbst aus", bis man irgendwann dann merkt, dass es vielleicht doch zu viel wird.
Finde es auch schön zu lesen, dass du dich mit Sport und der Natur viel beschäftigst und dir das Halt gibt und dir auch hilft, wieder Kraft zu bekommen. Und den Gedanken, dass sich manche Dinge vielleicht gar nicht lösen lassen, sondern man eher lernen muss, damit umzugehen und zu leben, finde ich sehr treffend - da bin ich auch selber immer wieder gedanklich beschäftigt, mir das mehr zu verinnerlichen...
Generell glaube ich, dass so etwas viel Zeit braucht, ich bin auch gerne alleine und brauche das auch, aber dennoch muss ich mir auch eingestehen, dass es auch sehr viel Wert ist jemanden zu haben, den man immer nach Rat oder um Hilfe bitten kann usw.

Auf jeden Fall, danke für deine Worte, ich konnte tatsächlich auch einiges für mich mitnehmen! ☺️
 
Grundsätzlich würde ich dir da erstmal vollkommen zustimmen, @Rumpelstilzchen . In meinem spezifischen Fall war all das gegeben, da mein Umfeld schon recht breit gefächert war. Der Rückzug meinerseits kam nicht deswegen zustande, dass eine gewisse Tiefe der Freundschaft nicht gegeben gewesen wäre, oder es nicht möglich gewesen wäre, tiefere Gespräche zu führen. Es ist etwas vielschichtiger.

Bei mir selbst sind innerhalb kürzester Abstände mehre Dinge ins straucheln geraten. Das waren berufliche, familiäre und finanzielle Sorgen oder Probleme, etwa zu der Hauptzeit der Pandemie. Darin habe ich mich verloren. Die mir damals engsten zwei Person hatten selbst mit einigen Problemen zu kämpfen, da wollte ich nicht noch für zusätzlichen Ballast sorgen. Leider öffnete ich mich den Leuten erst, als es im Prinzip schon zu spät war. Der Rückzug erfolgt nicht, weil irgendwas innerhalb der Freundschaften fehlte, sondern ich es nicht genutzt habe, oder nutzen wollte. Unklug – klar, keine Frage. Vermutlich sogar auch der Rückzug und das Isolieren. Aber ich wollte wieder zu mir finden und wusste mir zu der Zeit nicht anders zu helfen. So wollte ich mich dann Schritt für Schritt wieder aufbauen.

Springen wir mal zum hier und jetzt: Aus meinem kompletten Rückzug und dem daraus entstandenen „Neustart“ habe ich genau die beiden engsten Leute noch in meinem Umfeld – das war es dann auch schon. Aber durch all das was geschehen ist, die vergangene Zeit, die Veränderung von mir und meinem Umfeld, hat sich auch in Teilen der Bezug zu den Freunden geändert. Zudem, dass sich auch bei ihnen Dinge verändert haben. Da ist dann auch eine gewisse Tiefe verloren gegangen, was die Freundschaft an sich nicht beendet, sondern lediglich verändert. Allerdings variiert das etwas zwischen den Personen. Das ist das, worauf ich mich oben im Beitrag bezogen habe. Vielleicht hätte ich etwas mehr Kontext liefern sollen oder habe das schlecht formuliert.


Richtig, genau das ist ja zum Beispiel hier der Plan, beziehungsweise allgemein Kontakte knüpfen und eben schauen was daraus wird.
Aaaah okay, mit dem zusätzlichen Kontext verstehe ich deinen ursprünglichen Beitrag nun auch nochmal besser 🙂
Ich glaube, ich hatte anfangs etwas anders verstanden und eher so interpretiert, dass dir grundsätzlich die Tiefe in den Freundschaften gefehlt hat. Dass es bei dir aber eigentlich darum ging, dass du dich selber zurückgeszogen hast und sich dadurch deine Beziehungen mit der Zeit verändert haben, ist nochmal was anderes - finde ich.

Dass am Ende trotzdem noch zwei Menschen aus dieser Zeit bei dir geblieben sind, finde ich ziemlich schön! Auch wenn sich die Freundschaften verändert haben, scheint da ja trotzdem noch etwas Bestand zu haben, was man echt zu schätzen wissen sollte, weil egal wie viele Freunde man hat, am Ende ist immerhin am Wichtigsten, dass man zumindest eine Person in seinem Leben hat, auf die man immer zählen kann wenn es hart auf hart kommt. 😌
 
Aaaah okay, mit dem zusätzlichen Kontext verstehe ich deinen ursprünglichen Beitrag nun auch nochmal besser 🙂
Ich glaube, ich hatte anfangs etwas anders verstanden und eher so interpretiert, dass dir grundsätzlich die Tiefe in den Freundschaften gefehlt hat. Dass es bei dir aber eigentlich darum ging, dass du dich selber zurückgeszogen hast und sich dadurch deine Beziehungen mit der Zeit verändert haben, ist nochmal was anderes - finde ich.

Dass am Ende trotzdem noch zwei Menschen aus dieser Zeit bei dir geblieben sind, finde ich ziemlich schön! Auch wenn sich die Freundschaften verändert haben, scheint da ja trotzdem noch etwas Bestand zu haben, was man echt zu schätzen wissen sollte, weil egal wie viele Freunde man hat, am Ende ist immerhin am Wichtigsten, dass man zumindest eine Person in seinem Leben hat, auf die man immer zählen kann wenn es hart auf hart kommt. 😌
Ja, ist schon richtig, ist nicht das gleiche. Es gibt ein paar Parallelen, wie ich finde. Deswegen dachte ich auch, dass es Sinn macht es einfach mal zu schreiben. Du hast ja gesagt, dass du da auch was draus mitnehmen kannst. Das ist doch am Ende des Tages super. Auch wenn sich Themen vielleicht im Detail unterscheiden, kann man aus ähnlichen Dingen vielleicht ein paar Sachen für sich nutzen und mitnehmen – auch wenn es möglicherweise nur Kleinigkeiten sind. 🙂
 
Emotionale Tiefe in Freundschaften setzt ein großes Vertrauen voraus. Zudem macht es nur Sinn tiefe Gefühle zu teilen, wenn der andere in der Lage ist diese Gefühle überhaupt "verstehen" zu können. Es sollte also eine gewisse gemeinsame Basis vorhanden sein, was die Gefühlswelten angeht, also ähnliche Bedürfnisse, Erfahrungen, Verletzungen, etc.

Für mich persönlich lassen sich daher nur wenige Menschen finden, mit denen ich eine gewisse emotionale Tiefe überhaupt erreichen kann. Dazu kommt, dass man sich verletzbar macht, wenn man seine Gefühle teilt
 
Nein, jede unserer echten Freundschaften hat auch die zu erwartende Tiefe, ansonsten sind es lediglich Bekanntschaften, die man hat, aber nicht unbedingt pflegt oder aus denen keine Freundschaft werden wird.
 

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