Ohne jetzt den Teufel an die Wand malen zu wollen, kann auch WG Extrem belastend sein, weil man die unterschiedlichen Befindlichkeiten aller Mitbewohner beachten muss und dort Deine psychische Stabilität null zählt. Wer sich nicht an die Regeln einer WG hält, hat es schwer.
Da würde ich „zu Hause“ immer vorgezogen haben, weil ich meine Tür zumachen kann und schlicht „nicht ansprechbar“ bin. Das funktioniert in WGs nur bedingt, die Küche ist ein Schlachtfeld, der Kühlschrank wird immer von irgendwem geplündert, einer hört Musik, andere quatschten laut im Wohnzimmer, wieder andere sind Party People, das Bad ist nach Zeitplan zu benutzen, wer putzt, wer bringt den Müll raus, wer spült ab,…. Da treffen sehr viele Befindlichkeiten aufeinander und es kann sein, dass man selbst damit überhauptnicht klarkommt. Dann lieber ein winziges 1-Zimmer Apartment, dafür ist es meins und es gelten meine Regeln.
Was ist denn zu Hause so schlimm? Welche Grenzen werden missachtet, sodass Du Dich nicht wohlfühlst? Inwiefern kann diese Situation bereinigt werden, wenn kein Zimmer in der WG frei ist?
Jedenfalls solltest Du die Mitbewohner vorher kennenlernen und einschätzen, was es für Charaktere sind und erst dann entscheiden, ob Du das Zimmer nimmst oder nicht. Vom Regen in die Traufe zu kommen, damit ist Dir nicht geholfen.
Die paar Plünnen für ein WG Zimmer hat man innerhalb eines Tages gepackt. Mit etwas Geschick bekommt man alle Sachen in einen Kombi, selbst lange Schranktüren. Oder man mietet für ein paar Stunden einen Transporter oder fragt einen Handwerker vor Ort. Hilfe findet man immer. Muss ja nicht alles an einem Tag sein, aber wir haben unseren Umzug zum Studium (450 km) und danach wieder in die Heimat zurück auch so gewuppt. Wo ein Wille, da ein Weg. Vielleicht hat auch der Ausbildungsbetrieb einen Transporter? Sonntags wird der vielleicht nicht gebraucht? Und Helfer gibt es in der WG vielleicht? Fragen kostet Nix. Ein paar Umzugskartons vom Baumarkt oder Bananenkisten vom Supermarkt, sind gut stapelbar und stabil. Du wirst ja keinen riesigen Hausstand haben.
Zu Hause kannst Du nur klare Grenzen ziehen und Dir die Zeit so gut wie möglich gestalten. Das liegt in Deiner Hand und Deiner Verantwortung, denn Du bist erwachsen und triffst Deine eigenen Entscheidungen, ganz egal wo Du lebst. Du bist für Dein Wohlbefinden verantwortlich, niemand sonst.
Viel Glück für die Ausbildung