Eigentlich müßte man als (akademischer) Elternteil einigermaßen wissen, welche Laufbahn für sein Kind angemessen ist. Ich sage "akademisch", weil man dann zumindest weiß, was einem auf dem Gymnasium ungefähr erwartet.
Wichtig finde ich auch, wie die Klassenkameraden der Grundschule verfahren. Wer von denen will aufs Gymnasium, wer nicht? Deine Tochter, TE, hatte doch Freundinnen, oder?
Ein Untergang auf dem Gymnasium sollte man möglichst vermeiden. Allerdings würde ich nicht zu schnell für die Realschule votieren. Und wenn sogar Hauptschule und Realschule fusioniert werden sollen - Einzelheiten sind mir darüber nicht bekannt - so schrillen bei mir die Alarmglocken. So richtig kann ich nicht glauben, dass vernünftiger Unterricht an einer Hauptschule möglich ist. In abgeschwächter Form gilt das für die Realschule.
Selbst wenn sich das Kind "glücklich" fühlt. Realschule prägt (nicht immer nur positiv). Manche Ambitionen werden zurückgestellt oder gar nicht erkannt. Auf der anderen Seite kommt man auf dem Gymnasium auf andere (positivere) Ideen, lernt tendenziell andere Leute kennen.
Ich kann's auch noch weiter auf die Spitze treiben: auf der Realschule sind tendenziell die Leute, die keinen Bock (aufs Lernen) haben. Also ich finde Leute sympathischer, die gerne lernen - und wenn es auch nur aus Pflichtgefühl ist. Dann nehme ich schon lieber den angeberischen Anwalts- oder Zahnarztsohn als Mitschüler in Kauf.
Auch möglich: wer sich einmal durch die Realschule prägen läßt, bekommt vielleicht nie mehr Bock auf Berufsfelder, die nur per Abi möglich sind. Fakt ist: man beschränkt sich durch die Realschule im Vergleich zum Gymnasium. Und von einem "problemlosen" Nachholen des Abiturs möchte ich nicht sprechen.
Es ist eine schwierige Entscheidung, wenn man sein Kind nicht genau genug kennt.
Vielleicht gibt es in unserem Schulsystem auch ein durchlässiges System, das einen schnellen unproblematischen Wechsel ermöglicht?
Schade, dass Deine Tochter nicht Ambitionen auf einen Beruf hat, der Abi oder Studium erfordert!
Ich schließe mich einem Vorredner an: (mehr) Infos auch durch professionelle Berater einholen! Vielleicht mal den Schulhof der Realschule besuchen (mit Tochter). Sich mit der Tochter die Internetseiten der Schulen ansehen!
Faulheit und kein Bock auf Lernen wären für mich noch keine entscheidenden Argumente.
Eigentlich ist es doch ein Jammer, wenn man das Potential eines intelligenten Kindes brach liegen läßt.