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Falscher Beruf - was tun ?

  • Starter*in Starter*in Gast0816
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Gast0816

Gast
Hallo erst mal

Ich bin jetzt 27 jahre alt (m), bin mittlerweile Staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt und arbeite im Betrieb meiner Eltern.
Die Ausbildung habe ich ohne große anstrengung geschaft (max 2 std vor den prüfungen lernen).
Seit 2 Jahren leide ich an deppressionen, nehm dagegen tabletten und mach auch ne therapie.

Vor ein paar wochen habe ich meiner cousine erklärt, warum denn die banane krumm sei. Sie meinte zu mir "warum bist du eigentlich kein wissenschaftler geworden?"
Die Frage ging mir nicht mehr aus dem Kopf und hab auch schon mit den paar freunden, die ich hab drüber geredet, und erfahren, das sie sich das auch schon öfter gefragt haben.

Richtig aufgefallen wie wenig mich das alles hier interessiert ist mir das dann eigentlich in den letzten tagen, weil ein verwanter jetzt in den ferien bei uns jobt, der Hotelmanagement studieren will.
Irgendwie interessiert mich viel mehr wissenschaftliche dinge in alln phasetten als wirtschaft oder aus der branche hier.
seltsamer weiße ist das alles vergessen, wenn es grad stressig in der arbeit wird, aber das ist ein anderes thema..

"Wie wärs mit studieren?" habe ich schon von 2 stellen gehört.
Wissenschftliches kann man nicht berufsbegleitend studieren hab ich rausgefunden und der NC ist eh zu hoch für mich mit mittelmäsiger fachhochschulreife (die ich auch ohne anstrengung hinbekommen hab)

warum hab ich mich nicht angestrengt und gute noten gemacht?
weil mein weiterer jobverlauf war ja eh schon "vorherbestimmt" mit dem elterlichem betrieb..

und jetzt sitz ich hier und weiß net recht, was ich machen soll..
 
Hallo Gast,

wie wäre es, wenn du dich in deiner Freizeit erstmal mit wissenschaftlichem Beschäftigst. Soweit ich weiß, gibt es an jeder Uni auch die Möglichkeit an bestimmten Vorlesungen als Gasthörer teilzunehmen. Vorlesungen finden von ab dem frühen Morgen bis in den frühen Abend statt. Da kann man dann sogar noch flexibel nach Arbeitszeiten auswählen. Informier dich doch einfach mal in einer Uni oder Fachhochschule in deiner Nähe. So kannst du sehen ob studieren wirklich was für dich ist und ob der Wunsch und Drang dazu so hoch ist, dass du dein bisheriges Berufsleben hinter dir lassen willst.

LG Blondine
 
Hallo,

also ich habe da eine etwa relative Meinung zu. Ich denke mir nämlich manchmal "warum ich keine gescheite Ausbildung gemacht, damals nach dem Abi bzw. nach dem Wehrdienst".
Wissenschaft hört sich erstmal sehr interessant an. Dachte ich auch früher. Es ist auch tatsächlich nicht unbedingt uninteressant, aber es hat viele Nachteile ein Wissenschaftler zu sein. Ich habe mittlerweile genug Erfahrung damit. Es kann sehr anstrengend sein und man zerbricht sich des Öfteren den Kopf. Man ist auch auf eine präzise Ausdrucksweise und gute und eindeutige Formulierungen angewiesen, was oft nicht so einfach ist wie es sich vielleicht anhören mag. Das man gewöhnlich verdammt viel schreibt ist ein weiterer Punkt, der manchmal sehr nerven kann und verdammt viel Zeit kostet. Noch schlimmer allerdings finde ich dieses ständige, viele Recherchieren im Internet und den Bibliotheken. Man weiss nie ob man was Gutes findet bzw. auch wann es findet. Es kann Tage dauern bis man eine gute Quelle findet. Aber auch bei Studien muss alles penibel, gut überdacht und sehr gut recherchiert vorbereitet werden. Und dann muss man wissen wie man all diese vielen Daten, die man selber per Studie erhoben oder recherchiert hat sinnvoll auf eine wissenschaftliche Fragestellung hin aufbereitet und verbindet.
Wer als Wissenschaftler Karriere machen will geht zudem gewisse Laufbahnrisiken ein. Je nach Fachbereich und Schwerpunkt ist die Konkurrenz teilweise bitter hart und die Anforderungen sind oft ziemlich hoch. Wer nicht genug ruhmreiche Veröffentlichungen hat, geht oft leer aus bei hartem Konkurrenzdruck. Es ist nicht ganz so selten, dass ein Doktor oder Professor mit Anfang 40 wieder auf der Strasse steht und sich nach was anderem umschauen muss. Bei der Qualifikation was vernünftiges zu finden ist auch nicht immer leicht...sogenannte Überqualifizierung kann so manchen Neueinstieg erschweren, besonders wenn man ein Profi auf einem Fachgebiet ist, welches am Markt nicht sonderlich gefragt ist.

Mein Tip: Überlege es dir 1. gut, aber noch wichtiger 2. informiere dich verdammt gut. Versuche es anzutesten, rede mit Leuten, die in solchen Bereichen tätig sind oder zumindest am Rande damit zu tun haben / hatten, z. B. Leute, die studiert haben. Befasse dich mit Wissenschaft, d. h. auch mit dem "trockenen Teil", der wissenschaftlichen Theorie und Methodik, denn das ist dein Werkzeug.

Nicht alles ist Gold, was glänzt! Wenn du deinen jetzigen Job im Griff hast, es dich nicht überfordert, du gut davon leben kannst und deine Zukunft halbwegs gesichert ist, ist es zumindest schonmal nicht schlecht. Die persönliche Erfüllung in einem Job zu suchen halte ich mitlerweile für unrealistisch. Ebenso, dass Arbeit unheimlich interessant oder spannend ist. Ich rede da übrigens nicht nur von mir, sondern von gesammelten Meinungen anderer Leute.
Gott bestrafte die Sünden des Menschen mit Arbeit!! 🙂

Nehon
 
Mir kommt Dein "Berufswunsch" etwas unausgegoren vor...😕

Was verstehst Du unter Wissenschaftler? Chemiker, Physiker, Biologe usw. usw.

Es gibt da unendlich viele Bereiche. Und man wird bei weitem nicht überall mit einer mittelmäßigen Fachhochschulreife zugelassen...

Wenn es Dir um Forschung und Laborarbeit geht, wärest Du vielleicht auch mit einer zusätzlichen Ausbildung als Laborant gut bedient. So weit ich weiß kann man sich damit auch noch weiter spezialisieren...

LG Prillan
 

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