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Extrem belastende Erbauseinandersetzung

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Wenn es ohnehin nicht aufhört, dann wird es doch Zeit, endlich was zu tun, um da mal einen Schritt vorwärts zu kommen. Ich frage schon wieder - worauf willst Du warten, worauf willst Du hoffen. Die vergangenen 10 Jahre müssten Dir doch deutlich gezeigt haben, dass Deine Hilfe nicht erwünscht ist. Reicht Dir das nicht, um endlich mal anzufangen, etwas für DICH zu tun? Es liest sich so schrecklich, wie wenig Du erreichen konntest mit so viel Aufwand und Engagement. Beim SPD gibt es auch Sozialarbeiter, vielleicht wollen die mal eher was tun als der Psychiater. Im Grunde wäre eine Zwangseinweisung die bequemste Lösung, da würde man ihr dann vielleicht endlich mal helfen können, sie diagnostizieren und medikamentös behandeln (Schizophrenie ist gut behandelbar) dafür müsstest Du aber genau mitbekommen, wie es ihr wann geht und sie müsste eben eine Gefahr für sich oder andere sein und das größte Problem - andere müssten das auch so sehen. Es ist eine so verfahrene Kiste, dass ich an Deiner Stelle tatsächlich nach all diesen Erfahrungen jetzt mal einen Schlussstrich ziehen würde. Was soll denn noch passieren, was nicht schon passiert ist? Dich nimmt keiner ernst, Du bist ohnehin die Böse, also kannst Du das auch nun endlich mal nutzen, um eine Entscheidung zu treffen und durchzuziehen.

Fang wirklich an, ihr meinetwegen gern per SMS zu schreiben, dass nun eine Lösung her muss, setze ihr eine Frist und sag ihr, danach wirst Du dann tun, was getan werden muss. Warte nicht mehr länger, davon wird nichts besser und Deine Kräfte werden auch nicht größer. Wenn Du Pech hast, wirst Du von all dem Stress nur auch noch krank.

Ich habe ein bisschen den Eindruck, Du suchst Begründungen, damit Du nichts tun musst. Du hast Angst. Sehr gut verständlich, nur eben leider nicht weiter bringend. Mach jetzt was. Es kommt sowieso auf Dich zu. So viele Jahre hast Du Dich gekümmert, es wurde nie geschätzt. Das ändert sich jetzt auch nicht. Was hast Du noch zu verlieren?

Wenn die Behörden und Ärzte Deine Schwester als nicht krank sehen, dann ist sie auch voll verantwortlich für das, was sie tut. Da hast Du doch auch irgendwie ein Alibi. Lass Dich nun endlich nicht mehr erpressen und ausnutzen, denn was anderes ist es ja nicht. Wenn Deine Schwester nicht arbeiten kann, bekommt sie ja vielleicht Rente, wenn sie krank ist. Will sie unbedingt in dem Haus bleiben, dann muss sie was dafür tun. Auch da könnte der SPD helfen. Sie müsste nur eben wollen. Wenn sie nicht will, dann ist das aber ihre Sache und ihre Verantwortung, die sie einfach nicht noch länger auf Dich abwälzen darf. Für Dich wird es auf keinen Fall besser, also brauchst Du auch nicht mehr zu warten. Gib ihr eine Chance, teile ihr mit, was Du vor hast und nach der Frist ziehe es durch ohne Dich weiter auf große Diskussionen einzulassen.

Es IST eine sehr schwierige Situation. Aber es hilft nicht, darüber zu jammern (kein Vorwurf, nur ne Aussage), es hilft jetzt nur, sich da jetzt durchzusetzen und das Problem zu lösen. Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten es gibt, aber mache alles, damit Du wenigstens nicht noch weiter in dieses Erbe einzahlen musst, von dem Du sonst ohnehin nichts hast.

Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem Mut, kialblue
 
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Tja, das kommt noch erschwerend hinzu. Man fragt sich wirklich, womit man es verdient hat, dass alles immer noch schlimmer wird. Seitdem ich vor nunmehr elf Jahren, im Frühsommer 2001 (!), Auffälligkeiten bei meiner Schwester bemerkte, habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um etwas zum Positiven zu verändern. Ich war mehrfach bei den Familienberatungsstellen an meinem früheren und jetzigen Wohnort, habe zwei Ärzte meiner Mutter informiert, die Leitung des (von den beiden bis Ende 2009 noch geduldeten) ambulanten Pflegedienstes, die Leitung der Pflegeeinrichtungen und die Ärzte in diversen Krankenhäusern, in denen meine Mutter immer wieder war, den Sozialpsychiatrischen Dienst, das Ordnungsamt, das Amtsgericht (Betreuungsverfahren), Nachbarn, Polizisten, Verwandte und wen nicht noch alles. Ich habe mich regelrecht aufgerieben. Alles als alleinstehende Frau neben meinem anspruchsvollen Vollzeitjob. Im Ergebnis hat es nichts gebracht. Nur immer wieder neue Aufregungen und Enttäuschungen.
Egal, wofür man sich engagiert, gibt es eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte. Irgendwann ist der Selbstschutz angesagt. Sich aufzureiben und Schaden an seiner Seele und Gesundheit zu nehmen, wäre der falsche Weg. Man muss also in gewisser Weise immer noch die Balance halten. Ich vermute, dass Sie diese Balance längst zu Ihren Ungunsten überschritten haben. Die vielleicht spannende Frage: warum opfern Sie sich in diesem ungesundem Maße auf?

Man bekommt auch noch nicht mal gesellschaftliche Anerkennung dafür, von einer Würdigung durch meine Mutter (die mir immer, wenn's darauf ankommt, in den Rücken fiel und mich am Ende ihres Lebens wahrscheinlich noch für eine schlechte Tochter gehalten hat) und meiner Schwester ganz zu schweigen. Die entfernteren Verwandten haben sich zurückgezogen und meiden das unerquickliche Thema. Sie ziehen es vor, sich da "nicht einzumischen" und genießen lieber ihre Urlaube und ihr idyllisches Familienleben, das sie einem bei den seltenen Kontakten nicht genug unter die Nase reiben können. Eine Cousine verglich mich sogar mal mit der deutschlandweit bekannten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die nach ihrer Scheidung letztlich Suizid begangen hat. Die habe "ihr Familienleben" trotz hoher Intelligenz und herausragender beruflicher Leistungen ja auch nicht "hingekriegt". 🙄
Wer sein Wohl auf die Anerkennung anderer baut, macht sich von Umständen abhängig, die er nicht in der Hand hat. Das kann ziemlich daneben gehen. Man sollte sich besser auf das Tun des Guten focussieren als auf die Anerkennung anderer. Warum wollen Sie bei anderen so gut dastehen? Eigentlich sollte man in erster Linie bei sich selbst gut dastehen.

Und nun diese Erbauseinandersetzung, die wahrscheinlich in einer Katastrophe enden wird. Es hört und hört einfach nicht auf.

Da fragt man sich wirklich, wie das Leben angesichts all dessen noch lebenswert sein soll.
Ihr Einsatz für Ihre Schwester hatte doch einen hohen Wert, oder? Schauen Sie weniger auf das Ergebnis als vielmehr auf Ihre wertvollen Bemühungen! Leider scheinen Sie allerdings über das Ziel geschossen zu haben, indem Sie sich selbst zu sehr in die Angelegenheit "hineinsteigern". Ich sehe nicht, dass Sie sich etwas vorzuwerfen hätten. Ich vermute nur, dass Sie stark übertreiben und sich eben zu sehr selbst schädigen. Ich habe das Gefühl, dass Sie Ihre Energien in viel stärkerem Maße auf anderen Feldern hätten einsetzen sollen. Was Ihnen vielleicht fehlt - aus welchen Gründen??? - ist eine gesunde Distanz.
 
@kiablue

Schade, dass man nur einmal danke drücken darf.

Hast du Erfahrung im Umgang mit psychisch kranken, insbesonderen schizophrenen Menschen?

Ja, habe ich, sehr leidvolle sogar. Wobei ich bezweifele, dass Deine Schwester schizophren ist. Nur ist das eh alles Kristallkugelleserei und nützt weder Dir noch ihr.

Typisch für diese Menschen ist nämlich, dass sie direkte, deutliche, undiplomatische Worte und extremen Druck nun gar nicht vertragen, sondern man sich eine Strategie ausdenken muss.

Nein, eben nicht. Typisch ist, dass sie höchst manipulativ sein können und am weitesten mit ihren Aktionen kommen, wenn sie auf ein hilfloses Gegenüber treffen.

Sicher kommt man selbst manipulativ weiter, wenn man bestimmte Dinge kurzfristig erreichen will, zum Beispiel in eine Klinik zu gehen.

Aber Deine Sache ist wesentlich komplexer und langfristiger, da nützen Dir keine Winkelzüge.

Ob Deine Schwester das nun verträgt oder nicht, sollte nicht Deine Sache sein.

Sehr eindringlich und gut beschreibt deine Situation Manuel. Ich glaube, auch Du hättest ein bisschen Unterstützung notwendig.

Warum hast Du solche Angst?
 
Ich danke euch allen sehr herzlich für eure wertvollen Beiträge!

Habe mir jetzt vorgenommen, die Sache nach meinem Urlaub verstärkt anzugehen, also ab Mitte Juni. Sollte sich bereits vorher eine passende Gelegenheit ergeben (je nachdem, was meine Schwester in der nächsten Zeit simst und wie sie sich verhält), auch schon eher. Beginnen werde ich mit SMS, wie von Manuel+ vorgeschlagen.

Sie manipuliert in der Tat. Bei meinen seltenen Besuchen nach dem Tod meiner Mutter war sie in Gegenwart meines Freundes ganz umgänglich. Aber hinter meinem Rücken versucht sie, bei der netten Nachbarin Stimmung gegen mich zu machen. Zum Glück weiß ja die Nachbarin, was Sache ist, und erzählt mir so etwas wieder. Meine Schwester hat auch unsere Mutter manipuliert, was diese zuletzt alters- und krankheitsbedingt wohl nicht mehr voll erfasst hat. Aber von unserer Nachbarin erfuhr ich, dass meine Mutter (die beiden waren befreundet) vor einigen Jahren selber zu ihr gesagt habe, meine Schwester wolle alle beherrschen.

Wovor ich Angst habe? Dass meine Schwester sich was antut oder aber hasserfüllt zu meinem jetzigen Wohnort fährt und mir heimlich mit 'nem Messer oder sonstwas auflauert. Oder dass sie eines Tages mit einem Riesentheater mit der Zwangsjacke aus dem Haus befördert werden muss, weil sie es ja freiwillig nicht räumen will. Oder mich demnächst zumindest, wenn ich Ernst mache, mit Telefonterror tyrannisiert. Zum Glück habe ich ein Telefon, bei dem man den Klingelton abstellen kann.

Ich leide außerdem auch im Nachhinein immer noch darunter, dass meine Mutter immer, wenn's zum Schwure kam, zu meiner Schwester hielt, und ihr ihre Lügen, z.B. ich wolle sie gegen ihren Willen dauerhaft im Pflegeheim unterbringen, wohl auch noch geglaubt hat. Meine Mutter hat mich vor über zwei Jahren, ca. eine Woche vor dem Abbruch der Kurzzeitpflege, in dem Heim regelrecht hysterisch angeschrien, sie halte zu meiner Schwester und werde nicht zulassen, dass diese "zerquetscht" werde. Das kann ich nicht vergessen. Vielleicht bin ich auch irgendwie abergläubisch und meine, es würde sich rächen, wenn ich auf einer Erbauseinandersetzung bestehe. Aber mein Verstand sagt mir natürlich, dass das Unsinn ist.

Ich habe mir eure Beiträge heute ausgedruckt, damit ich sie in der demnächst anstehenden "heißen Phase" zur moralischen Unterstützung immer wieder lesen kann. Wenn sich was Neues in der Sache ergibt, werde ich hier wieder posten. Ich habe das Gefühl, dass dies noch ein ziemlich langer Thread werden könnte.

Nochmals herzlichen Dank für eure Unterstützung! :blume:
 
Nachdem nun ein Jahr vergangen ist, möchte ich mich als diejenige outen, die damals den Thread eröffnet hat (was einige wohl eh schon wussten bzw. sich gedacht haben) und schildern, wie es mit meiner Schwester weitergegangen ist.

Kurz nachdem mein Freund und ich im Juni letzten Jahres aus dem Urlaub zurückgekehrt waren, meldete sich meine Schwester telefonisch, behauptete, sie hätte fast kein Geld mehr, und forderte noch mehr. Ich lehnte dies kategorisch ab, letztlich eskalierte die Situation am Telefon, und ich erkannte, dass für mich der Zeitpunkt gekommen war, zu handeln.

Ich suchte einen mir von unserem früheren Notar empfohlenen Fachanwalt für Erbrecht auf und schilderte ihm die Situation. Der Anwalt, ein eher ruhiger, väterlicher Typ, versuchte noch eine Weile, meine Schwester durch Schreiben bzw. in einem Telefonat im Guten zu überzeugen, dass sie einem Verkauf des Hauses zustimmen müsse, wenn sie keinen anderen mir zumutbaren Vorschlag machen könne, das Haus zu halten. Ihm gegenüber benahm sie sich am Telefon natürlich auch völlig unmöglich und uneinsichtig. Sie positioniert sich nach wie vor so, wie ich es hier bereits im letzten Jahr geschildert habe. So blieb mir Ende Oktober letzten Jahres nichts anderes übrig, als die Teilungsversteigerung des Grundstücks zu beantragen. Das Verfahren wird sich laut Auskunft des Gerichts noch bis mindestens Ende 2013 hinziehen, vielleicht auch bis Anfang 2014. Ein Gutachter war Mitte März vor Ort, um den Wert des Hauses zu schätzen. Da meine Schwester ihn sowie meinen Anwalt und mich erwartungsgemäß nicht hereinließ und man dies rechtlich auch nicht erzwingen kann, wird der Wert des Hauses nun nur aufgrund einer Außenbesichtigung geschätzt und es wird daher noch einen "Sicherheitsabschlag" geben. Das Gutachten liegt auch noch nicht vor.

Bis heute - trotz des Drucks durch das mittlerweile seit über einem halben Jahr laufende Teilungsversteigerungsverfahren - hat meine Schwester absolut nichts unternommen, um etwas an ihrer Situation zu ändern, sondern ist nur zu Hause und lebt von dem ererbten bzw. ihr von mir überlassenen Geld.

Um die Chance zu erhöhen, dass mein Text überhaupt gelesen wird, habe ich ihn in mehrere Beiträge unterteilt, damit der einzelne nicht zu lang wird. Siehe also weiter unten.
 
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Zahlungen an meine Schwester habe ich auf Anraten meines Anwalts seit Juli 2012 nicht mehr geleistet, bis auf eine Ausnahme (dazu weiter unten). Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich für die reinen Verbrauchskosten (Heizöl, Strom, Wasser) ohnehin nicht aufkommen muss. Was die übrigen Kosten betrifft (Versicherungen, Abgaben, die an sich hälftig von mir zu tragen wären) habe ich gegenüber meiner Schwester einen Anspruch auf Nutzungsentschädigung, da sie das Haus ja allein bewohnt. Diesen Anspruch haben wir mit Wirkung ab Juli 2012 ihr gegenüber geltend gemacht. Natürlich hat sie mir bis heute keinen Cent gezahlt, sonst wäre das ihr aus dem Erbe zur Verfügung stehende Geld (ursprünglich - im Oktober 2011- rund 12.200 €, wieviel Geld auf ihren "eigenen" Konten sie darüber hinaus noch hat, weiß ich nicht) ja noch schneller verbraucht. Da der Betrag aber höher ist als das, was sie von mir zu kriegen hätte, kann ich quasi aufrechnen und muss daher faktisch nichts zahlen.

Sollte sie mal gar kein Geld mehr haben, würden natürlich die Stadt und die Versicherung wohl umgehend an mich herantreten. Dann müsste ich voll zahlen und könnte nur hoffen, dass der Versteigerungstermin bis dahin kurz bevor steht. Bisher ist aber alles bezahlt (meine Schwester wollte damals unbedingt, dass alles von ihrem Konto abgebucht wird, ein Glück für mich!). Ich habe mich auf Anraten meines Anwalts extra bei der Gebäudeversicherung erkundigt. Den Verlust des Versicherungsschutzes für das Haus würde ich natürlich nicht riskieren (wenn dann mal ein größerer Schaden am Haus entsteht, kann mich das an den Bettelstab bringen!), sondern dann lieber selbst zahlen.

Habe außerdem Ende November 2012 ohne rechtliche Verpflichtung die Kosten für 1.000 Liter Heizöl übernommen (insgesamt 1.111 € bezahlt), da meine Schwester mich extrem unter Druck setzte und angeblich aufgrund einer hohen Zahnarztrechnung kein Geld mehr hatte. Mein Anwalt meinte damals, ich solle dies lieber noch ein einziges Mal zahlen, man wisse ja nicht, wie kalt der Winter werde, bei Dauerfrost könnten Rohre platzen, und auch ich hätte als Miterbin eine Schadensminderungspflicht. Meine Schwester setzte mich durch tägliche SMS und Telefonate unter Druck. Selbst an meinem Arbeitsplatz rief sie immer wieder an, teilweise mehrmals innerhalb einer halben Stunde. Es war richtiger Psychoterror.

Nach nur zwei Monaten (Ende Januar 2013) folgte schon wieder derselbe Terror, angeblich waren die 1.000 Liter Heizöl bereits verbraucht. Mein Anwalt riet mir nun energisch ab, noch einmal zu zahlen, so frostig war der Winter dann ja zum Glück auch nicht.

Ich kaufte mir eine neue SIM-Karte für mein Handy, damit meine Schwester mich nicht mehr per täglicher SMS unter Druck setzen konnte. Ließ außerdem bei meinem privaten Festnetzanschluss alle Anrufe mit unterdrückter Rufnummer sperren und legte mir außerdem ein Sicherheitsprogramm zu, in dem ich sämtliche Telefonnummern meiner Schwester sperren ließ (obwohl sie angeblich kein Geld mehr hat, hat sie nach wie vor zwei Festnetzanschlüsse und ein Handy und hält die Tageszeitung). Mein Anwalt untersagte ihr zudem schriftlich, mich im Dienst anzurufen; wenn sie mir etwas mitzuteilen habe, solle sie sich bitte ausschließlich an ihn wenden.

Er empfahl ihr auch, darlehensweise Sozialhilfe zu beantragen, wovon sie dann auch Heizöl nachtanken lassen könne. Soweit ich weiß, hat sie das bis heute nicht getan, sondern sitzt lieber in der kalten Wohnung und wäscht sich mit kaltem Wasser. Die Nachbarin von gegenüber, die auch mit meiner Mutter befreundet war, hält mich alle paar Wochen auf dem Laufenden. Sie würde auch die Polizei alarmieren, falls es Grund zu größerer Besorgnis gibt.
 
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Kürzlich verstarb unser Onkel. Er wohnte 90 km vom Wohnort meiner Schwester entfernt. Ich hätte meine Schwester normalerweise mit dem Auto (sie hat keines) mitgenommen, unter den gegebenen Umständen aber nicht. Wir haben auch keinen Kontakt mehr.

Meine Schwester hat es geschafft, allein mit dem Zug dorthin zu fahren und pünktlich zum Seelenamt in der Kirche und zur anschließenden Beerdigung zu erscheinen, obwohl sie mehrfach umsteigen musste. Die Hin- und Rückfahrkarte hatte sie offenbar auch bezahlt, das Taxi vom Bahnhof zur Kirche etc. So etwas kriegt sie alles gebacken, nur nicht den Gang zum Sozialamt oder zum Jobcenter. Sie sah zwar blass aus (geht ja auch höchstens abends zum Einkaufen nach draußen, macht ansonsten die Nacht zum Tag und umgekehrt), war aber ordentlich und situationsangemessen gekleidet und gepflegt. Etwas Geld muss sie also wohl noch haben. Wir haben uns gegenseitig ignoriert, die Verwandten haben gute Miene zum bösen Spiel gemacht.
 
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Erwähnen möchte ich noch, dass meine Schwester im September letzten Jahres 2 1/2 Wochen im Krankenhaus war, davon ca. drei Tage auf der ITS. Sie war während eines Telefonats mit ihrer ebenfalls psychisch gestörten Schulfreundin (die allerdings eine Betreuerin hat) plötzlich ohnmächtig geworden. Wenigstens rief die Freundin auf Anraten ihrer Betreuerin sofort Polizei und Krankenwagen; meine Schwester war bei deren Eintreffen wieder zu sich gekommen und konnte die Tür öffnen, ließ sich zum Glück auch ins Krankenhaus bringen. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass meine Schwester ein subdurales Hämatom im Gehirn hat, das epileptische Anfälle auslöst. Eine OP wurde aber nicht durchgeführt, sondern konventionell medikamentös behandelt. Sie ist deswegen jetzt in neurologischer Behandlung, die sie zum Glück bislang auch mitmacht, und muss ein antikonvulsives Medikament einnehmen.

Ich habe meine Schwester dreimal im Krankenhaus besucht (unser Nachbar, der Polizist ist, hatte mich informiert), wurde aber stets sehr unfreundlich von ihr empfangen. Wurde vor allem beim ersten Besuch nur beschimpft und abgekanzelt. Auch um das Haus und ihre Katze durfte sich nur ihre Schulfreundin kümmern. Mein Freund, der mich jedes Mal ins Krankenhaus begleitete, wunderte sich, weshalb ich überhaupt noch hinfuhr. Ihre Krankenhausentlassung erfuhr ich auch nur von unserer Nachbarin.

Ich habe damals auch die behandelnden Ärzte über die sonstigen Auffälligkeiten informiert und die Hintergründe geschildert. Sie meinten aber, dafür könne das subdurale Hämatom keinesfalls ursächlich sein, sie könnten sich als Chirurgen auch nur auf diese Erkrankung konzentrieren. Wieder keine Hilfe, obwohl es in dem Krankenhaus auch eine neurologische/psychiatrische Station gibt. Wahrscheinlich wurde mir nicht geglaubt. Ich rief damals auch den Sozialpsychiatrischen Dienst (SPD) noch mal an. Auch da wurde ich wieder abgewimmelt: Meine Schwester sei ja nun im Krankenhaus und werde behandelt. Der SPD könne und müsse daher nichts tun. Immer dasselbe. :mad:

Ich hoffe nun, dass der Neurologe, bei dem sie seit ihrer Krankenhausentlassung in ambulanter Behandlung ist, im Laufe der Zeit merkt, dass auch sonst was mit ihr nicht stimmt. Mindestens zweimal im Jahr muss sie auch ambulant ins Krankenhaus zur Kernspintomografie.
 
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Mein Anwalt, der auch Fachanwalt für Familienrecht ist, hält es auch für aussichtslos, dass meine Schwester zum jetzigen Zeitpunkt einen Betreuer bekommt. Dafür kann sie sich zu meisterhaft verstellen und zu gut darstellen. Sie ist überdurchschnittlich intelligent, kann sich sehr gut artikulieren, baut vor Außenstehenden regelrecht eine "normale" Fassade von sich auf. In der psychiatrischen Fachsprache heißt das wohl "Dissimulation".

Ich denke, das reicht erst mal, würde mich aber dennoch über konstruktive Kommentare freuen.

Leider habe ich nämlich in meiner Verwandtschaft niemanden, den dies alles wirklich interessiert. Denen ist das nur lästig. Es scheint auch niemand sehen zu wollen, geschweige denn zu würdigen, was für ein Dauerstress seit Jahren für mich damit verbunden ist und was ich alles versucht habe, um eine Lösung zu finden, die für beide gut ist. Alle Verwandten ziehen sich so weit wie möglich zurück und geben bei den seltenen Kontakten obendrein noch mit ihrem eigenen tollen Familienleben an, so, als ob ich mir die Situation mit meiner Schwester als eigenes Versagen zurechnen lassen müsste. Völlig taktlos. Hilfe oder auch nur "moralische" Unterstützung, wirkliche Anteilnahme? Komplette Fehlanzeige! :mad:🙁

Vom Tod meiner Mutter im September 2011 bis heute habe ich aufgrund der psychischen Befindlichkeit meiner Schwester weit über 10.000 € (für Beerdigungskosten, Grabgestaltung und -pflege, Heizöl, Hauskosten, Anwaltskosten, Gerichtskosten etc.) aufgewandt, was bei einer "normalen" Schwester mit eigenem Einkommen nicht bzw. nicht ansatzweise in dieser Höhe nötig gewesen wäre. Und einige Tausend Euro werde ich auch in Zukunft noch für Gerichts-, Anwalts- und ggf. Hauskosten investieren müssen, bis das Haus versteigert und der Erlös (wahrscheinlich in einem weiteren, teuren Gerichtsverfahren) endlich geteilt ist. 🙁
 
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