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Extrem belastende Erbauseinandersetzung

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Hat jemand von euch praktische Erfahrungen mit so schwierigen Erbauseinandersetzungen (wenn der andere Miterbe partout nicht nachgeben will) und weiß, wie lange so etwas ungefähr dauert?
 
Ich könnte noch einmal einen Tipp von euch gebrauchen.

Aufgrund der Vorkommnisse der letzten 11 Jahre habe ich mittlerweile einen regelrechten Horror vor persönlichen Kontakten mit meiner Schwester entwickelt, jedenfalls wenn es darum geht, konfliktträchtige Themen anzusprechen. Mit ihr ist einfach nicht normal zu reden, sie wird sofort aggressiv, ausfallend und schreit nur noch hysterisch herum.

In den letzten Monaten haben wir ganz überwiegend per SMS kommuniziert, das war auch für mich am erträglichsten. Sie simst mir oft ganz banale Dinge, z.B. wer in der Nachbarschaft gestorben ist. Ab und zu (zum Glück sehr selten) telefonieren wir auch miteinander. Meist geht die Initiative dazu von ihr aus, wenn mal wieder eine größere Summe für das Haus fällig ist und sie glaubt, mir irgendwelche Details erklären zu müssen oder die konkreten Geldbeträge nicht per SMS nennen zu können. Besucht habe ich sie seit dem Tod meiner Mutter vielleicht drei oder vier Mal (nur stundenweise!), nämlich dann, wenn besondere Gedenktage für die Mutter anstanden bzw. Weihnachten/Ostern war. Da war zum Glück jedes Mal mein Freund dabei. Er ist auf der Fahrt zu mir (Fernbeziehung) auch schon mal nach vorheriger Anmeldung auf einen Kaffee bei meiner Schwester vorbeigefahren, da mein Heimatort quasi auf der Strecke liegt. Das ist ihr aber inzwischen auch schon zuviel; sie fühlt sich dadurch "kontrolliert".

Heute simste sie mir zum ersten Mal nach 14 Tagen wieder, nur um mir mitzuteilen, dass ein Mann aus der weiteren Nachbarschaft verstorben sei, ob sie auch in meinem Namen kondolieren solle. Wenn ich - wie heute Abend - "Anruf unbekannt" auf meiner Telefonliste zu Hause sehe, bekomme ich schon jedes Mal einen erhöhten Puls und werde innerlich ganz unruhig, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es meine Schwester sein könnte. So, als ob ich schon regelrecht traumatisiert durch sie wäre. 🙁

Meine Schwester nervt am Telefon übrigens selbst dann, wenn es gar kein Streitthema zwischen uns gibt. Telefonate mit ihr sind hochgradig anstrengend, nur mühsam zu beenden und dauern meist eine Stunde oder länger. Deshalb meldet sich auch kein sonstiger Verwandter mehr bei ihr. Sie zetert jedes Mal weitschweifig über Gott und die Welt und vor allem über die gesamte Nachbarschaft, die sie als ihre Feinde betrachtet. Auch kann sie die Dinge nicht auf den Punkt bringen, und es ist kaum möglich, sie von ihren aggressiven Zeterthemen abzubringen. Sie findet immer wieder einen Weg, darauf zurückzukommen. Damit beschäftigt sie sich intensiv, statt Arbeit zu suchen oder sich um die Lösung ihrer psychischen Probleme zu kümmern. 🙄

In zweieinhalb Wochen fahre ich mit meinem Freund in Urlaub und wollte mir bis dahin und während dessen eigentlich etwas Ruhe vor der Schwester-Problematik gönnen. Ich hoffe, dass ich mich nach dem Urlaub (dem ersten längeren seit acht Monaten und seit dem Tod meiner Mutter!) nervlich wieder etwas stärker fühle und gegenüber meiner Schwester allmählich den Druck erhöhen kann. Habe mich mit meinem Freund und einer Bekannten beraten und habe vor, meine Schwester zunächst bei Gelegenheit zu fragen, wie sie sich das denn nun denke, wann sie Schritte machen wolle, eigenes Einkommen zu erzielen und wie es mit dem Haus weitergehen solle. Ich rechne damit, dass sie schon aufgrund dieser Frage total ausflippen wird. Wenn das so ist, muss ich natürlich sofort schärferes Geschütz auffahren und noch mal zum Anwalt. Man könnte sie dann noch mal zu einem gemeinsamen Gespräch beim Anwalt bitten, was sie wahrscheinlich ablehnen wird. Oder zumindest wird sie auch bei ihm herumtoben. Dann könnte man als nächsten Schritt das Nachlassgericht um Vermittlung ersuchen. Wenn das auch nichts nützt, bleibt mir nichts anderes übrig als der Antrag auf Teilungsversteigerung, den man aber jederzeit zurückziehen könnte, falls meine Schwester doch noch nachgibt und einem Hausverkauf auf dem freien Markt zustimmt. Aber dazu müsste schon ein Wunder geschehen. 🙁

Am liebsten würde ich die erste Nachfrage zum Thema eigenes Einkommen/Zukunft des Hauses nicht im persönlichen Gespräch mit meiner Schwester anbringen. Schon gar nicht, wenn ich mit ihr allein bin, weil ich wirklich Angst vor ihren aggressiven Ausbrüchen habe und sie für unberechenbar halte. Was meint ihr? Soll ich das Thema mal per SMS oder bei einem Telefonat erwähnen, wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt? Oder natürlich auch dann, falls sich in absehbarer Zeit keine passende Gelegenheit findet? Denn dass ich nicht ewig damit warten kann, das ist mir schon klar. Oder soll ich ihr einen Brief schreiben? Oder besser doch im persönlichen Gespräch das Thema anschneiden? Aber wie kann ich mich dann vor ihren Ausbrüchen schützen? Zwar kann sie mir körperlich nichts antun, wenn ich kein persönliches Gespräch mit ihr führe. Sie bringt es aber womöglich noch fertig und behauptet aus Rache irgendwas Ehrenrühriges oder sonstwie Negatives bei meinem Arbeitgeber über mich, was gar nicht stimmt, nur um mir zu schaden. 🙁 Ich bin natürlich auch nicht versessen darauf, dass bei der Arbeit jeder weiß, dass ich eine psychisch kranke Schwester habe.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
 
Das was du gerade mitmachst kann ich voll nachvollziehen, denn ich habe die selbe K.. am Dampfen.. Das witzige bei uns ist nur , ich bin Miterbe vom Haus , aber nicht vom Hausrat. Das macht die Sache noch komplizierter und es nervt mich auch vollkommen, das ich ausgeschlossen werde, obwohl es alles Hinterlassenschaften meines Vatern sind. Schon eine schwierige Situation solche Erbgeschichten. Hätte auch nie gedacht , das es so kompliziert werden könnte. Aber die Situation ist nun mal so und man muss das beste daraus machen.
Ich drücke dir die Daumen, das es sich bei euch alles zum Guten wendet.
 
Ich empfehle nicht, herumzueiern, wie man nun was in welchen Schrittchen auf welchen Wegen dampfgegart und weichgespült der Schwester nahebringen könnte.

Wenn Du nicht mit ihr sprechen willst, kannst Du ihr einen Brief schreiben, dass eine Lösung her muss, du jetzt nicht länger warten wirst und Du ihr 14 Tage Zeit gibst, eine Lösung für beide Seiten vorzuschlagen, wenn nicht, wirst Du jetzt zur Tat schreiten.

Fertig.

Und Du musst auch nicht mit ihr telefonieren, wenn Dich das so stresst.
 
Ich empfehle nicht, herumzueiern, wie man nun was in welchen Schrittchen auf welchen Wegen dampfgegart und weichgespült der Schwester nahebringen könnte.

Hast du Erfahrung im Umgang mit psychisch kranken, insbesonderen schizophrenen Menschen? Ich glaube, nein. Typisch für diese Menschen ist nämlich, dass sie direkte, deutliche, undiplomatische Worte und extremen Druck nun gar nicht vertragen, sondern man sich eine Strategie ausdenken muss. Wenn es deine eigene Schwester wäre, würdest du vielleicht verstehen, in welcher Zwickmühle ich bin: Ich will mich einerseits nicht auf Dauer emotional erpressen lassen, und das geht auch gar nicht, da ich spätestens, wenn ihr Geld verbraucht ist, nicht auch noch für alles andere aufkommen kann. So hoch ist mein Einkommen nämlich auch nicht. Aber ich will auch nicht wie ein Bulldozer über meine Schwester hinwegwalzen, von der ich genau weiß, dass sie psychisch schwer krank ist. Und ich will mir für den Fall, dass sie sich doch mal was antun sollte, nicht noch zeitlebens vorwerfen müssen, dass ich durch eine Art "Schocktherapie" kräftig dazu beigetragen habe.

Das ist alles nicht so einfach, wie Außenstehende sich das denken. Meine sonstigen Verwandten wissen schon, warum sie sich aus dieser Sache komplett heraushalten und mich damit allein im Regen stehen lassen...
 
Hallo Gast,

gibt es denn die Diagnose Schizophrenie oder ist das nur eine Vermutung von dir?

Na ist vielleicht in diesem Zusammenhang auch nicht so wichtig. In jedem Fall scheint deine Schwester ja psychisch krank zu sein. Hast du dich schon einmal bei dir vor Ort mit dem Psychiatrischen Dienst in Verbindung gesetzt? Die sind auch für Angehörige da. Vielleicht kann man dir dort einen Rat geben, der dir weiter hilft.

Alles Gute
Sisandra
 
Ich denke, klare Worte sind dennoch wichtig. Das hat nichts mit einem Bulldozer zu tun. Auch wenn sie Probleme damit hat, es MUSS ja was passieren, ein Daueraufschieben bringt doch nichts. Was mir aber gerade einfiel - Du könntest eventuell mal um Rat und Unterstützung fragen beim Sozialpsychiatrischen Dienst vom Gesundheitsamt. Die könnten Dich eigentlich unterstützen.

Upps, Sisandra hat das auch schon geschrieben, hatte ich noch nicht gesehen...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sisandra und kiablue,

danke, dass ihr euch die Mühe macht und mir so schnell geantwortet habt.

Nein, die Diagnose Schizophrenie wurde bei meiner Schwester nie gestellt, da sie sich konsequent weigert, zum Arzt zu gehen (welcher Fachrichtung auch immer). Nur ein einziges Mal in den letzten 11 Jahren, seitdem sie auffällig ist, hat sie sich freiwillig ambulant ins Krankenhaus begeben, um eine stark blutende Platzwunde versorgen zu lassen.

Ich habe aber sehr viel über Schizophrenie gelesen, und ihr müsst mir einfach glauben, dass ich laienhaft typisch psychotische Symptome (Wahnwahrnehmungen zum Beispiel, völlige Realitätsverzerrungen) an ihr beobachtet habe. Und zwar nicht nur ich, auch Nachbarn, Verwandte, frühere Freunde etc. hatten ihre einschlägigen Erlebnisse mit meiner Schwester. Auch Ärzte in den Krankenhäusern, in denen meine Mutter in ihren letzten Lebensjahren oft lag, merkten, dass mit meiner Schwester was nicht stimmt, einfach aufgrund ihres extrem misstrauischen und aggressiven, gegenüber vernünftigen Argumenten absolut unzugänglichen Verhaltens.

Beim örtlich zuständigen Sozialpsychiatrischen Dienst habe ich in der Vergangenheit mehrfach vorgesprochen, allerdings noch zu Lebzeiten meiner Mutter. Da ging es auch eher darum, wie ich meine Mutter irgendwie vor den Ausbrüchen meiner Schwester schützen könnte. Auch in das Betreuungsverfahren für meine Mutter, das ich auf Anraten des Ordnungsamts und des Sozialpsychiatrischen Dienstes angeleiert hatte, war letzterer ja einbezogen. Leider hat der Psychiater, mit dem ich wenige Jahre zuvor auch persönlich gesprochen und auch mal telefoniert hatte, meiner Schwester in diesem Verfahren bescheinigt, dass sie sich in medizinischer Hinsicht "geradezu vorbildlich" um unsere Mutter kümmern würde. Alles andere interessierte in dem Zusammenhang nicht, da meine Mutter meine Schwester ja auch noch deckte, weiter so mit ihr zusammenleben wollte und behauptete, sich bezüglich aggressiver Ausbrüche an nichts mehr erinnern zu können. Mehrere Nachbarn hatten in dem Verfahren zu meinen Gunsten ausgesagt und bestätigt, wie oft sie Zeugen von extremen Wutausbrüchen meiner Schwester wurden. Ein benachbarter Polizist alarmierte völlig unabhängig von mir von sich aus das Ordnungsamt. Es lagen zwei Polizeiprotokolle über Einsätze vor, weil meine Schwester mit meiner Mutter herumgetobt und diese laut um Hilfe gerufen hatte, woraufhin die Nachbarn die Polizei riefen. Aber es nützte alles nichts. Das Betreuungsverfahren wurde eingestellt, und nach dem Schlaganfall meiner Mutter wenig später wurde meine Schwester sogar noch deren Betreuerin! Auch empörte Anrufe der meine Mutter behandelnden Ärzte im Krankenhaus Wochen später führten zu keiner Rücknahme der Entscheidung.

Könnt ihr euch vorstellen, was für Aufregungen ich dadurch in den letzten Jahren neben meinem Vollzeitjob hatte und wie angespannt ich nervlich und psychisch war (und im Grunde ja immer noch bin)?

Von dem zuständigen Psychiater beim Sozialpsychiatrischen Dienst hatte ich bei meinem persönlichen Gespräch (vor ca. 5 Jahren) auch schon keinen allzu sympathischen Eindruck. Er wirkte auf mich eher so, als ob er lästige Arbeiten möglichst von sich abwimmeln wollte und förmlich nach Gründen suchte, um nichts tun zu müssen. Er kam mir vor wie jemand, der durch jahrzehntelangen Umgang mit psychisch kranken Menschen allmählich zum Zyniker geworden ist. Allerdings hat er mir in dem Gespräch damals auch gesagt, wenn unsere Mutter eines Tages tot sei und "alles den Bach runter" gehe, weil meine Schwester selbst dann noch nichts tue, dann hätte ich bessere Chancen, einschreiten zu können.

Auch die Nachbarin gegenüber von meinem Elternhaus meinte kürzlich, vielleicht sei es doch hilfreich, den Sozialpsychiatrischen Dienst noch einmal zu kontaktieren, falls sich die Sache demnächst zuspitzen sollte. Dann könnten die Behörden jedenfalls hinterher nicht behaupten, sie wären nicht wegen einer möglicherweise bestehenden Suizidgefahr vorgewarnt worden.

Vielleicht rufe ich wirklich noch mal bei diesem Sozialpsychiatrischen Dienst an, wenn meine Schwester sich weiter quer stellt und mir nichts anderes übrig bleibt als die Erbauseinadersetzung vor Gericht. Mehr als noch einmal abwimmeln können die mich ja nicht.

Außerdem ist eine Bekannte von mir (wir musizieren ab und zu gemeinsam) pensionierte Psychiaterin. Sie kennt "den Fall" mittlerweile auch aus meinen Erzählungen, tippt von meinen Beschreibungen her übrigens auch auf Schizophrenie, jedenfalls etwas Psychotisches. Natürlich kann ich sie nicht dauernd mit dem unerfreulichen Thema behelligen, aber vielleicht hat sie ja doch noch irgendeinen hilfreichen Tipp, wie man die Sache am besten anpacken könnte.
 
Der Threadersteller meint, dass das Haus aufgrund finanzieller Gründe nicht getragen werden kann. Insofern ist der Weg, der beschritten werden wird, vorgezeichnet.

Welche Ziele sollten im Rahmen der vorhandenen Handlungsmöglichkeiten angestrebt werden?

Im Hinblick auf die Schwester sollte nach Möglichkeit eine Psychotherapie angestrebt werden. Ihr sollte auch nach Möglichkeit der Übergang in eine andere Bleibe erleichtert werden. Sie braucht eventuell Betreuung im Umgang mit Behörden etc.

Im Hinblick auf den Threadersteller steht seine Angst im Vordergrund. Im Grunde geht es um die Angst, dass sich die Schwester was antut. Er hat es nicht in der Hand, ob sich seine Schwester etwas antut. Wenn er alles erdenkliche in dieser Angelegenheit seit Jahren getan hat, braucht er sich eigentlich nichts vorzuwerfen - egal, was passiert.

Es ist vielleicht ähnlich wie in vielen anderen Fällen des Lebens. Man tut sein Bestes und dennoch kommt es vor, dass schlimme Dinge passieren können. Man steht dem Leid hilflos gegenüber. Man ist machtlos. ZB kann ein Ehepartner plötzlich unheilbar erkranken. Auch hier steht man hilflos daneben.

Mit diesen Fakten des Lebens, die sich nicht beeinflussen lassen und an denen man so gut wie nichts ändern kann, muss man umgehen. Man kann trotz (unverdienten) Leids eine gewisse Einstellung zu diesen Dingen entwickeln. Eventuell braucht der Threadersteller eine Art psychologischer Unterstützung. Es geht darum, zu lernen, dass das Leben auch dann lebenswert ist, wenn man leidvolle Situationen unverdient und ohne Aussicht auf Erfolg durchleben muss. Ich spreche hier im Hinblick auf den schlimmstmöglichen Fall.

Was getan werden muss, scheint klar zu sein. Der Rest scheint mir nur noch Technik zu sein. Meines Erachtens sollte man die Schwester in kleinen Schritten noch mal auf die Situation einstimmen. Das kann mit kleinen Bemerkungen in einer SMS beginnen. Man sollte freundlich und kooperationsfähig bleiben. Wenn die Schwester dann nach sechs oder sieben solcher Andeutungen im Laufe weniger Monate nicht hinreichend reagiert, müssen "härtere" Schritte eingeleitet werden.

Eine einfache Lösung scheint es nicht zu geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht darum, zu lernen, dass das Leben auch dann lebenswert ist, wenn man leidvolle Situationen unverdient und ohne Aussicht auf Erfolg durchleben muss.

Tja, das kommt noch erschwerend hinzu. Man fragt sich wirklich, womit man es verdient hat, dass alles immer noch schlimmer wird. Seitdem ich vor nunmehr elf Jahren, im Frühsommer 2001 (!), Auffälligkeiten bei meiner Schwester bemerkte, habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um etwas zum Positiven zu verändern. Ich war mehrfach bei den Familienberatungsstellen an meinem früheren und jetzigen Wohnort, habe zwei Ärzte meiner Mutter informiert, die Leitung des (von den beiden bis Ende 2009 noch geduldeten) ambulanten Pflegedienstes, die Leitung der Pflegeeinrichtungen und die Ärzte in diversen Krankenhäusern, in denen meine Mutter immer wieder war, den Sozialpsychiatrischen Dienst, das Ordnungsamt, das Amtsgericht (Betreuungsverfahren), Nachbarn, Polizisten, Verwandte und wen nicht noch alles. Ich habe mich regelrecht aufgerieben. Alles als alleinstehende Frau neben meinem anspruchsvollen Vollzeitjob. Im Ergebnis hat es nichts gebracht. Nur immer wieder neue Aufregungen und Enttäuschungen.

Man bekommt auch noch nicht mal gesellschaftliche Anerkennung dafür, von einer Würdigung durch meine Mutter (die mir immer, wenn's darauf ankommt, in den Rücken fiel und mich am Ende ihres Lebens wahrscheinlich noch für eine schlechte Tochter gehalten hat) und meiner Schwester ganz zu schweigen. Die entfernteren Verwandten haben sich zurückgezogen und meiden das unerquickliche Thema. Sie ziehen es vor, sich da "nicht einzumischen" und genießen lieber ihre Urlaube und ihr idyllisches Familienleben, das sie einem bei den seltenen Kontakten nicht genug unter die Nase reiben können. Eine Cousine verglich mich sogar mal mit der deutschlandweit bekannten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die nach ihrer Scheidung letztlich Suizid begangen hat. Die habe "ihr Familienleben" trotz hoher Intelligenz und herausragender beruflicher Leistungen ja auch nicht "hingekriegt". 🙄

Und nun diese Erbauseinandersetzung, die wahrscheinlich in einer Katastrophe enden wird. Es hört und hört einfach nicht auf.

Da fragt man sich wirklich, wie das Leben angesichts all dessen noch lebenswert sein soll.
 
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