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Experiment-nicht möglich

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 73884
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G

Gelöscht 73884

Gast
Hallo, ich stelle mir die Frage, wenn meine Mutter mir ein anderen Namen gegeben hätte, ich heute nicht "Nicole"sonder"Magda hieße, meint Ihr man hätte sich anders entwickelt , wäre ein anderer Mensch geworden?
 
Warum nicht.
Vllt wärst du als Bärbel in der Schule gehänselt worden und zack, wäre dein Leben anders verlaufen...
 
Hm, schwierig. "Kann, aber muss nicht" würde ich sagen. Wenn man einen Namen hat, der weder besonders positiv noch besonders negativ auffällt (z.B. durch den Klang oder durch die Einordnung als "nicht deutsch" etc.), schätze ich den Einfluss als eher gering ein. Bei deinem Bsp. mit "Magda" und "Nicole" würde ich zB den Einfluss der jeweiligen Namen als eher gering einstufen, zumindest im deutschsprachigen Raum.

Wenn man aber einen Namen hat, der stark mit etwas konnotiert wird zB vermeintlich schlechter Bildungsstand oder ein anderes Herkunftsland spielt der Name für die eigene Biografie eine deutlich größere Rolle.

Ich selbst habe einen Namen, der eher als schön, aber nicht besonders auffallend gilt, im ländlichen Raum war er in meiner Kindheit eher selten vorzufinden, aber nicht so selten, dass er super ungewöhnlich war. Mein Name hat in meiner Biografie keine große Rolle gespielt, außer dahingehend, dass er zu super vielen verschiedenen Spitznamen einlud. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das bei einem anderen Namen anders gewesen wäre.
 
Merkt man ja schon hier im Forum. Je was man für einen Nicknamen hat wird man behandelt.
Also JA! es macht einen Unterschied.
 
Nö.
Außer deine Eltern hätten einen an der Waffel gehabt und hätten dich "Oktavia" oder "Xanthippe", oder "Brünhilda" o.ä. genannt.
Bei "normalen" Vornamen finden sich sicher genug andere "Vorlagen" fürs Mobbing.
 
Also wenn ein Mensch Bla heißt und der andere Blub - aber diese Menschen sich in einem Zeitreiseexperiment denselben Erlebnissen ausliefern , dann haben die ja trotzdem einen eigenen Charakter , jeder Mensch ist nur einmal da .

Wenn nun Bla sich anders entwickelt als Blub , so kann das auch an Blas Charakter liegen oder an Blubs.

Andererseits - es ist ja hoffentlich nicht so, daß Du denkst Du wärest wer anders , wenn Du anders heißt , wenn doch dann suche Dir professionelle hilfe , wenn es Probleme macht ....
 
Ich heiße nach einer Tugend.
Manchmal bemühe ich mich, dem Namen Ehre zu machen. Eine grosse Rolle spielt es aber nicht.
 
"Nicole"sonder "Magda
Ich glaube (!) das würde nur einen marginalen Unterschied machen, wenn überhaupt. Beides sind hierzulande keine ungewöhnlichen, seltenen Namen mit konkreter negativer Konnotation.

Anders wäre es, wenn du gefragt hättest, ob es einen Unterschied geben würde, hätte dich deine Mutter Anna oder Eylül genannt. Während der eine Name als deutsch und weitestgehend neutral gelesen wird, ist der andere nichtdeutsch und kann bei manchen Menschen bestimmte, auch negative Assoziationen wecken und zu Vorurteilen führen.

Natürlich weiß ich nicht, ob mein Leben anders verlaufen wäre, hätte ich einen anderen Vornamen bekommen, aber ich kann folgendes beisteuern:

Ich bin Ausländerin, meinen Vornamen gibt es aber auch in deutscher Form bzw. deutscher Schreibweise, vergleichbar mit Katharina/Kateryna oder Christoph/Krysztof. Ohne den eindeutig nichtdeutschem Nachnamen und vor allem, weil ich mich seit über 20 Jahren mit einer Abkürzung/Kurzform vorstelle, weckt das erstmal nicht die Assoziation, ich wäre keine Deutsche. Erst die Kombi mit dem Nachnamen macht das und da ist es irgendwie auch "verträglicher", weil der Vorname weniger fremd wirkt.
Meine Brüder haben eindeutig ausländische Vornamen, da gibt es keinen Deutungsspielraum und tatsächlich habe ich in unserer Kindheit und Jugend oft einen Unterschied an Reaktionen bemerkt, wenn wir uns vorstellten. Ich hatte da tatsächlich mehr Toleranzspielraum als meine Brüder, die sich mit eindeutig ausländischen Namen vorstellen mussten und ich bin mir sehr sicher, dass es nicht immer, aber manchmal und in Abhängigkeit davon, mit wem man zu tun hat, schon Unterschiede machen kann, ob in der Schule ein kleiner Niklas oder ein kleiner Merdzan Mist baut. Zumindest meiner Erfahrung nach.

Aber das ist nur ein Aspekt. Man könnte an der Stelle auch über Namen sprechen, die einer bestimmten Gesellschaftgruppe mit höherer oder niedrigerer Bildung zugesprochen werden. Aber das Thema ist in meinen Augen ziemlich heikel.
 
Wenn du wegen deiner ausländischen Herkunft Probleme hast und Menschen triffst, die deswegen Vorurteile haben, dann bist du hoffentlich eine/r von denen, der mithilft, diese Vorurteile zu berichtigen.

Das ist doch normal, dass das Fremde zuerst misstrauisch behandelt wird.

Ich kann mir schon vorstellen, dass Namen mitspielen bei Entscheidungen, alleine beim Wohnungsmarkt, oder bei der Jobsuche macht das sicher einen Unterschied. Andere Länder, andere Sitten..
Bei uns nebenan haben sich Bosnier angesiedelt, die werden heute noch, nach vielen, vielen Jahren als "die Jugos" gehandelt und die lädt man nicht ein, die meidet man und duldet sie, aber nimmt sie nicht als Gruppenmitglieder wahr und dementsprechend fühl(t)en sich die Kinder alleine schon gemobbt.
 

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