Daher zeuge bitte keine Kinder. Ein Vater/ eine Mutter, die von Hartz lebt, ist für die Kinder auch nicht so prickelnd.😉
Durchaus nachvollziehbar Deine Aussage....aber stopp: Würde das nicht bedeuten das "Hartzer" am Besten gar keine Kinder mehr in die Welt setzen sollten? Weiter gedacht: Was ist mit Geringverdienern, Aufstockern? Gleiche finanziellen Sorgen, somit auch besser keine Kinder in die Welt setzen? Ja wer soll denn dann überhaupt noch in die Rentenkasse einzahlen wenn viele keine Kinder in die Welt setzen sollten? Nachwuchs mancher Akademikerfamilien, wo Sohnemann sich nach Jahren überlegt BWL zu studieren um dann nach der Hälfte der Zeit festzustellen das ihm Jura doch viel mehr liegt? Er nach Beendigung seines Studiums dann doch lieber ins Ausland geht weil´s dort "besser" ist? Oder sollen mehr Anreize geschafft werden manch Karrierefrau zum Kinder kriegen zu "überreden"? Mehr Ganztagskitas, frei dem Motto " Hauptsache das Kind ist da, kümmern brauchen sich Eltern nicht mehr - geht lieber arbeiten um mehr und mehr und mehr zu verdienen" ,in manchen Fällen mit 2 Einkommen dann sogar genug um über die Runden zu kommen, in anderen Fällen wiederum so viel das alle 3 Jahre 2 neue Autos drin sind?
Was sagt es aus wenn man manch Hartzern rät ihre Kinderplanungen zu "überdenken"? Sagt es etwas über eine, möglicherweise fehlende Verantwortung betreffender Personen aus, oder doch eher etwas über ein System was zumindest einer Reformierung bedarf?
Ich selber habe 3 Kinder in die Welt gesetzt (und auch bei mir gab es Zeiten der Arbeits, und Hoffnungslosigkeit!), gelte damit heutzutage schon als Haushalt mit überdurchschnittlich vielen Kindern. Ich habe 3 Geschwister womit unsere Familie in den 80iger Jahren mit 4 Kindern ebenfalls als Haushalt mit überdurchschnittlich vielen Kindern galt.
Meine Mutter hatte 11 Geschwister - womit ihre Familie damals (20iger/30iger Jahre) im Durchschnitt lag!
In nicht wenigen Kulturen gilt Kinderreichtum auch heute noch als Segen, als höchstes Gut. So wie es in Deutschland vor sehr, sehr langer Zeit auch gewesen ist.
Kinder gelten auch heute noch als "höchstes Gut", sind gut geschützt, werden unterstützt wo´s nur geht? Blödsinn!
Der Schein wird aufrecht erhalten das für Kinder alles getan wird - mehr nicht! Außerdem wird zunehmend ein Keil zwischen Grundsätzlichem getrieben: zwischen Eltern und Kindern, ugs. auch Familie genannt! Geht es "armen" Eltern finanziell besser, ist die Wahrscheinlichkeit das es auch den Kindern gut geht wesentlich höher als wenn Eltern schon am 15. eines Monats nicht mehr wissen wie´s weiter gehen soll. Anstatt sich Medien und Politik also dafür stark machen z.B "Hartzern" mehr Geld zu geben, werden die "zu bedauernden" Kinder solcher Familien hervorgehoben. Ein prima Trick um sich um etwas zu drücken - statt mehr Geld für die
Familie gibt´s Sachleistungen oder finanzierte kulturelle Angebote für die Kinder. Ob das Kind evtl. viel lieber was mit Mami und Papi unternehmen möchte interessiert doch Niemanden - Hauptsache "man" hat einen Ausweg für etwas gefunden was einem Witz gleicht!
Familien mit 6 oder mehr Kindern (oft auch mit Migrationshintergrund) gelten heute nicht selten als asozial - die Meinung der "Gesellschaft" hat sich so sehr gewandelt das Kinderreichtum nicht nur, nicht sozial ist, sondern gar eine Gefährdung für unser System des Sozialstaates ist (betr. Sozialleistungen, Eltern erwerbslos etc.). Wobei selbst das Wissen darum das es eben diese Kinder sein könnten, welche nach beruflicher Ausbildung zum Wohl aller älter werdenden Menschen beitragen könnten nicht ausreicht, Kinderreichtum als Chance zu sehen.
Stattdessen ist sich mehr und mehr, nur jeder sich selbst der Nächste. Eine Entwicklung die nicht Einzelnen anzukreiden ist, wohl aber Denen die es durch fadenscheinige Aussagen und Taten forcieren! Womit ich nicht ausschließlich die Politik meine sondern insbesondere auch Lobbyverbände, Einrichtungen verschiedenster Arten, Interessenvertretungen - welche allesamt Politik und Medien mit ihren Vorgaben "füttern"!
Sicher darf man kein umdenken erwarten wonach jetzt 10 Kinder wieder als "normal" gelten. Andererseits sollte man aber auch nicht den Fehler machen, Familien nach Anzahl der Kinder in Kategorien einzuordnen, oder gar Gruppen von Menschen dahingehend einzuordnen das der soziale oder gesellschaftliche Stand für eine Familienplanung ausschlaggebend ist und eben nicht eigene Entscheidungen, wie es sein sollte!
Für mich ist niemand verantwortungslos welcher sich trotz geringem Einkommens dazu entscheidet auch noch Kind Nr.4 oder 5 in die Welt zu setzen - verantwortungslos ist, wenn überhaupt, dann schon eher der Teil der sich solchen Entwicklungen/Wünschen dauerhaft verschließt oder alles dafür tut um "so was" zu unterbinden!
Unterbunden wird bei uns nichts? Na denn...
Kenne einen Mann, verheiratet, Vater von 5 Kindern - er selbst ist Hilfsarbeiter bei einem dt. Logistikunternehmen. Eigentlich hätte seine Familie Anspruch auf ergänzende Sozialleistungen (aufstocken), Leistungen dieser Art bekommt er aber nicht da seine Frau (Mutter von 5 Kindern) den Wunsch hatte, statt arbeiten zu "dürfen" lieber die Kinder zu erziehen und sich um den Haushalt zu kümmern. Da sie dem Arbeitsmarkt (auf drängen eines Amtes) offiziell nicht mehr zur Verfügung steht wird sie zur Bemessung ergänzender Sozialleistungen auch nicht mehr mit einbezogen, schlimmer noch, offiziell wird ihr Wunsch (Hausfrau und Mutter zu sein) dem Ehepartner bei Anträgen als selbstverschuldetes Verhalten vorgehalten und als Grund genommen Leistungen abzulehnen.
Nach langem hin und her entschied sich die Frau sich beim Jobcenter als arbeitslos zu melden, wonach sie, eine Sperrzeit inklusive (es sei erwähnt das die Frau, bevor sie geheiratet hat einen Job selber gekündigt hat - eben wegen Heirat, Kinderwunsch usw) tatsächlich mit zur Bemessungsgrundlage für ergänzende Leistungen bei Anträgen des Mannes mit einbezogen wurde. Fast überflüssig zu erwähnen das die Frau fortan neben einiger Stellenangebote auch stets, und in sehr kurzen Abständen Einladungen des Jobcenters im Briefkasten hatte. Anmerkungen ihrerseits, sie könne hier oder da nicht arbeiten (Kinder, Haushalt, etc) wurden mit Hinweis darauf abgeschmettert das es Einrichtungen gäbe wo sie ihre Kinder unterbringen könnte, Diese auch finanziell mitgetragen würden! Den Haushalt könnten ja auch beide Partner gemeinsam regeln, "Andere" würden das ja auch hin bekommen!
Ein kleines Beispiel wie tatsächlich heutzutage in Familien eingegriffen werden kann, das Grund
recht auf Arbeit ist nichts weiter als eine Pflicht, Schikane geht in jedem Falle vor Individualrechten - jedenfalls und zumindest dann wenn Familie xy ergänzend was von Vater-Staat braucht! Eine Abhängigkeit im übrigen die, warum auch immer, seit Jahren aufrecht erhalten wird.
Mir fehlt die Fachkenntnis um zu beurteilen ob ein BGE oder Bürgergeld oder wie auch immer realisierbar ist. Bei all den unnützen Ausgaben die es bei uns gibt würde es mich allerdings schon wundern wenn Erwähntes, so oder zumindest so ähnlich nicht möglich wäre.
Doch so lange es weiterhin Meinungen gibt die gezielt das "wir" und "ihr" hervorheben, und gemeinsames Denken und Handeln als linker Humbug abgetan wird, so lang wird sich in unserem, wie auch in anderen sozialen Staaten nichts zum Besseren ändern! Hauptsache manch Boni bleiben, wenn auch über Umwege, erhalten, Quoten welcher Art auch immer werden strikt umgesetzt oder das Prinzip der Gewinnmaximierung bleibt der Wirtschaft auch in unserem Land noch über Jahrzehnte erhalten - wen interessieren da Existenzängste, Renten in der Zukunft, Grundsicherung....oder auch Familien...
Gruß,
WestMann