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EVT. TRIGGER: Dumm gelaufen oder Nötigung?

A

A.B.

Gast
Hallo,
ich bin mir nicht sicher ob ich hier richtig bin, aber ich muss einfach wissen was ich von folgender Situation halten soll:

Nach einem Tag an dem ich überraschend erfahren hatte dass die gesamte Abteilung in der ich damals arbeite aufgelöst wurde, meine Kollegen alle entlassen wurden, hatte ich einiges zu verarbeiten. Ich habe daher meinen 'besten' Freund XXX angerufen und ausgemacht, dass wir abends etwas trinken gehen. Wir haben uns also am Abend mit ein paar seiner Freunde getroffen und entsprechende Mengen an Alkohol getrunken. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich diesen Abend mehr trinken werde und ihn gebeten auf mich aufzupassen. (wir waren wirklich wie Bruder und Schwester und ich konnte mich auf ihn verlassen wie ein Kind auf seien Eltern). Nachdem die Lokale langsam schlossen, sind wir zu einem seiner Freunde nach Hause und haben uns dort weiterunterhalten und weitergetrunken. Irgendwann später hat mich XXX nach Hause gebracht. Das war alles ganz nett und wir sind einfach Arm in Arm zu ihm Nachhause. Ich war zu dem Zeitpunkt zugegebenermaßen sehr angetrunken (musste beim Nachhause gehen gestützt werden weil ich das Gleichgewicht nicht mehr so gut halten konnte). Auf jeden Fall wollte ich mich dann bei ihm zuhause sofort schlafen legen und habe mich bis auf eine lange Legging und ein langärmeliges Shirt ausgezogen und dann ins Bett hingelegt. Er hat mich aber dann nochmal rausgeholt und gemeint dass ich doch nicht ohne Zähne zu putzen ins Bett soll. Das erschien mir dann doch logisch und ich bin dann entsprechend ins Badezimmer gegangen. Im Nachhinein war es komisch, weil er mich dabei keine Sekunde aus den Augen gelassen hat und die ganze Zeit direkt hinter mir stand. Danach hat er mich zurück ins Schlafzimmer gebracht und mich mit einer absoluten Selbstverständlichkeit komplett nackt ausgezogen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. Ich war wohl durch den Alkoholeinfluss irgendwie nicht ich selbst und habe einfach gemacht was er gesagt hat und mir nichts dabei gedacht. Er hat mich dann ins Bett gelegt und sich selber ebenfalls ausgezogen und begonnen sich auf mich zu legen und mich zu streicheln und zu küssen. Nicht grob oder gewalttätig, sondern ganz normal. Ich habe das zuerst überhaupt nicht einordnen können und war einige Minuten völlig neben mir.

Einige Zeit später habe ich dann realisiert das er anscheinend vor hat mit mir zu schlafen und habe ihm gesagt, dass er doch eine Freundin hat in der Hoffnung, dass er es sich dann anders überlegt. Das war ihm aber in dem Moment ziemlich egal und er startete einen neuen Versuch. Küssen, streicheln... ich wiederholte mehrmals dass er eine Freundin hat und versuchte vorsichtig ihn von mir wegzudrücken... küssen streicheln... er hat dann auch meine Hand genommen und sie auf seinem Penis gelegt damit ich ihn spüre und er hoffte wohl dass ich ihn streichle. Auf jeden Fall hat er wohl gemerkt dass ich mich nicht wohl fühle und wollte dass ich mich nun auf ihn draufsetze. Er hat mich also an der Hüfte gepackt und mich hochgehoben. Ich war aber immer noch so auf Autopilot dass ich das mit mir machen lies und nichts dagegen unternahm. Er fasste mich an den Armen und versuchte meinen Körper so zu positionieren, dass ich ihn oral befriedigen konnte. Dagegen habe ich aber anscheinend körperlich irgendwie reagiert so dass er gemerkt hat dass das nichts wird und er hat mich wieder hingelegt. Danach wieder Küssen und Streicheln bis ihm nach unzähligen (zugegeben sehr schwachen) Abwehrversuchen mit " du bist doch mit ... zusammen" klar wurde, dass ich nicht mit ihm schlafen möchte. Danach hat er sich mit den Worten "Entschuldige, ich bin so spitz" in ein anderes Zimmer begeben. Ich weis noch ich war verwirrt und erschöpft und schlief sehr kurze Zeit danach ein. Ich hoffe nur dass er nicht nochmal zurückgekommen ist während ich schlief.

Wie löse ich das Problem, wie geht man mit so jemanden/etwas um?
 

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Harle

Aktives Mitglied
So etwas tut ein Freund nicht. Schon gar nicht wen man ihn gebeten hat aufzupassen. Das war nicht harmlos und du hattest Glück, das nicht mehr passiert ist. Ein: Hör sofort auf ich will das nicht wäre wirklich besser gewesen. Aber jemand der ausnutzt das du so betrunken bist ist kein Freund und macht sich strafbar.

Und ein A**** ist er eh. Komplette Fehleinschätzung deinerseits, leider.
 

Invvo88

Aktives Mitglied
Hi,

ich gehe mal davon aus, dass auch bei ihm ordentlich Alkohol im Spiel war.

Grundsätzlich hast du ihm schlicht nicht gesagt, dass du das nicht möchtest - sondern ihn nur auf die Beziehung hingewiesen und mit dir machen lassen. Sicher kein feiner Schachzug seinerseits - unter Alkoholeinfluss aber durchaus nachvollziehbar - glaube kaum, dass man dass er besonders empfindlich für den Subtext war.

Ich halte das für strafrechtlich irrelevant, weshalb das für mich auch keine Nötigung ist.

Tut mir trotzdem leid, dass das für dich so gelaufen ist - man kann durchaus mehr vom besten Freund verlangen.
Wenn dir nach der Story was an ihm liegt solltest du das auch entsprechend thematisieren.

LG
 
A

A.B.

Gast
Danke für eure Antworten. Ich habe nicht aus rechtlicher Sicht gefragt, sondern wollte einfach wissen wie ich diesen Vorfall für mich persönlich einordnen soll. Es tut mir leid, wenn ich mich da schlecht ausgedrückt habe.

Er war übrigens nicht wirkich betrunken (er hatte ein oder zwei Glas Bier über den gesamten Abend verteilt) und ich habe ihm keine, mir bewussten, Signale geschickt dass ich mit ihm schlafen möchte. Dazu wäre ich in dem Zustand gar nicht in der Lage gewesen. Ich wollte eigentlich nur schlafen, habe das alles im alkoholisierten Halbschlaf mehr oder weniger mitbekommen und hab leider entsprechend schlecht reagiert.
 

Harle

Aktives Mitglied
Ist ja auch keine Rechtsberatung hier, ich bin aber entsetzt das es für einige okay ist eine total betrunke Frau für den eigenen Spass zu benutzen, die nicht zugestimmt hat, sondern um Schutz bat.



§ 179 StGB Sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen - dejure.org

§ 179
Sexueller Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen
.

(1) Wer eine andere Person, die

1. wegen einer geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung einschließlich einer Suchtkrankheit oder wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder
2. körperlich

zum Widerstand unfähig ist, dadurch mißbraucht, daß er unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine widerstandsunfähige Person (Absatz 1) dadurch mißbraucht, daß er sie unter Ausnutzung der Widerstandsunfähigkeit dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen.

(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu erkennen.

(4) Der Versuch ist strafbar.

(5) Auf Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren ist zu erkennen, wenn

1. der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen läßt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind,
2. die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird oder
3. der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt.

(6) In minder schweren Fällen des Absatzes 5 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.
 

Harle

Aktives Mitglied
So dann noch ein toller Text den ich mir mal kopiert habe:

Stellen Sie die Vorstellung in Frage, dass eine Frau, die getrunken hat, eine gewisse Verantwortung für einen Angriff gegen sie hat – Trinken ist kein Verbrechen, Vergewaltigung ist eines. Ordnen Sie die Verantwortung für Vergewaltigung denen zu, die sie verüben, nicht denjenigen, die sie angreifen. Denken Sie nicht in Analogien – eine Frau, die getrunken hat, ist kein „unverschlossenes Auto“, keine „Geldbörse die aus einer Gesäßtasche ragt“, oder irgendeine andere ausgedachte Anstiftung zu kriminellen Aktivitäten – sie ist kein potenzieller Tatort sondern eine Frau, und hat Anspruch auf die gleichen Freiheiten und den gleichen Respekt wie jeder Mann. Lehnen Sie jede Vorstellung ab, dass Alkoholkonsum irgendwie die Gewässer rund um Zustimmung trübt: Im Gegenteil – jede Frage, die die Berauschung der Frau aufwirft, schon das kleinste Maß an Unsicherheit über ihre Fähigkeit zur Zustimmung, sollte von der Anstrengung, sie zu behaupten oder sich zu sichern, abschrecken. Hören Sie auf, darauf zu bestehen, dass Frauen die Pflicht hätten, sich zu schützen, und bestehen Sie stattdessen darauf, dass Männer sicherstellen müssen, dass ihr eigenes Verhalten keinen Schutz notwendig macht.
 
G

Gast

Gast
Um auf die rechtliche Situation nochmal einzugehen. Du warst nicht widerstandsunfähig, da Du Dich ja noch verbal äußern konntest. Es erfolgte auch keine Gegenwehr, so dass man hier rechtlich wenig Handhabe hat.
Wie bereits vorher schon angesprochen, war der Hinweis auf die Freundin kein Hinweis auf Abneigung.
Dein Freund kann also immer damit argumentieren, dass es einvernehmlich war.

Moralisch gesehen würde ich an einer stark alkoholisierten Person keine sexuellen Handlungen durchführen und bei einer nüchternen Person würde ich beim ersten Mal vorher auch fragen, ob sie das möchte und nicht einfach die Initiative ergreifen.

Insofern halte ich von Deinem Freund nichts.
Viel wichtiger ist jedoch, wie Du zukünftig damit umgehen willst. Wie willst Du Dich zukünftig verhalten?
 
K

kasiopaja

Gast
Jedenfalls wäre dieser "Freund" kein Freund mehr für mich, wenn er so versucht die Situation auszunutzen.

Ich würde hier einen gehörigen Abstand halten.
 
A

A.B.

Gast
Die Frage von "Gast", wie ich mich zukünftig verhalten und mit der Situation umgehen will, kann ich aktuell leider nicht vollständig beantworten. Ich versuche so gut es geht Abstand zu ihm zu halten. Da wir uns aber einen gemeinsamen Freundeskreis teilen ist das leider fast unmöglich. Zum aktuellen Zeitpunkt möchte ich auch keine Aussprache mit ihm. Ich habe auch ehrlich keine Ahnung wie man solche Dinge wegdiskutiert und bin damit überfordert. (Wenn jemand dazu Ideen hat wäre das sicherlich hilfreich). Ich hoffe darauf dass ich das später einmal schaffe. Aktuell bin ich noch damit beschäftigt zu verstehen was da vorgefallen ist.

Nochmals danke an dieser Stelle für eure hilfreichen Antworten.
 

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